Beiträge von Petra

    Das Licht war nicht ganz so gut, aber wenigstens waren die Kraniche da. Es war ein Kommen und Gehen, manche pickten die Körner, manche zankten untereinander. Dann flogen mal wieder alle weg, es kamen Unmengen von Stare angeflogen, auch sie wollten hier fressen. Die Schwärme sind aber so quirrlig, da ist mir kaum ein Bild gelungen.

    Ab und zu schaute ich zur anderen Seite raus, aber, da tat sich nicht viel und außerdem pfiff der Wind durch alle Ritzen.

    Daher hielt ich dann ein kleines Nickerchen. Auf dem Stuhl nicht so sehr bequem, aber es ging. Ich hätte mich gerne mal ausgestreckt und gereckt, aber das war nicht möglich.

    Schon am Abend habe ich alles zusammengepackt, die Akkus waren geladen und wurden nebst Objektive, Speicherkarten und Fotoapparate in den Rucksack gelegt. Auch genügend Proviant musste ich mitnehmen, ich habe mit mindestens 12 Stunden Aufenthalt in der Hütte gerechnet.

    Ich war schon ein wenig aufgeregt und habe mir 2 Wecker gestellt. Kathrin fuhr uns dann zum Kranorama. Dieses Mal hatten wir nur "leichtes" Gepäck, allerdings war es stockfinster, als wir zu den Hütten gingen. Es war noch ganz schön kühl. Im Halbdunkeln baute ich meinen Stuhl zusammen, stellte das Stativ mit dem Fotoapparat auf, dann verstreuten wir im Taschenlampenschein den Eimer mit Mais. Allerdings nur auf der Seite,. wo der Mais stand. Durch den Graben wollen wir nicht gehen.

    Dann machte ich es mir in der Hütte gemütlich und das große Warten fing an. Ab und zu "simste" ich mit Kathrin.

    Nun kamen die Kraniche, wie schön.

    Danke, das ganze Land Rumänien ist ja Risikogebiet seit dem 7.10. daher habe ich die Reise im Dezember komplett abgesagt und hole sie nach, wenn es wieder geht. Ich müsste ja sonst nach Rückkehr für 14 Tage in Quarantäne oder mich testen lassen. Das ist mir im Moment alles zu heikel.

    Ich habe noch ein Interview mit Mechtild Gollnick über die Situation vor Ort. Mal sehen, ob ich das hier hochladen kann, das ist recht interessant.

    Viele Grüße
    Petra

    In der ADZ (Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien) erschien am 7.10.2020 ein sehr schöner Artikel über meinen Vater von Siegfried Thiel.

    Das war die Welt von Hubertus Gollnick:
    Unter Kindern in Not. Ihnen trat er nie mit leeren Händen gegenüber.

    Hier ein kleiner Auszug:

    Zitat

    Der Name „Gollnick“ steht seit drei Jahrzehnten als Garant für Kinderhilfe
    Erinnerung an einen Wohltäter/ Seine Projekte leben auch heute weiter
    Von: Siegfried Thiel

    Einst, als Arbeitnehmer an der Schule für Kinderkrankenpflege und Heilpädagogik, ins Leben gerufen von der Staatskanzlei aus Nordrhein-Westfalen, ging ich etwa zehn Minuten vor Dienstschluss weg. Vom ersten Stockwerk des damals neuen Gebäudes hörte ich: „Sie können natürlich frühzeitig weg, Sie sind ja Lehrer, ich als Direktor muss noch bleiben“. Mit diesem diskreten aber deutlichen Hinweis veranlasste er mich, nie mehr früher die Schule zu verlassen. So war er eben, Hubertus Gollnick, den der ehemalige Staatssekretär aus Düsseldorf, Albert Harms, „einen Glücksfall für Rumänien“ nannte. Er war ein Glücksfall – als Ansprechpartner für die Versender von Spenden und Hilfskonvois. Auch die Schule, mit ihren neuen Berufsbildern in Sachen Kinderkrankenpflege und Heilpädagogik, brauchte einen Direktor, der die neuen Konzepte umzusetzen vermochte. Auch heute noch leisten Absolventen dieser Schule gute Arbeit in Heimen und Kliniken.

    Den ganzen Artikel habe ich mit Erlaubnis von Herrn Thiel auf den Seiten von Hilfe für Kinder veröffentlicht:

    Der Name „Gollnick“ steht seit drei Jahrzehnten als Garant für Kinderhilfe

    Auch wenn ich dieses Jahr nicht nach Rumänien reisen kann, werde ich in Kürze einen Spendenaufruf starten, denn es sieht in Rumänien auch bitter aus.

    Viele Grüße
    Petra

    Habt Ihr Amanda in Kappeln gesehen? Sie ist die größte Holländer Windmühle Schleswig Holsteins.

    In der Nähe liegt Arnis, die kleinste Stadt Deutschlands. Als wir da waren, gab es noch eine Fähre über die Schlei.

    Die Gegend gefällt mir richtig gut. Schon lange wollten wir mal wieder an der Schlei entlang fahren. Du machst schon wieder Lust auf eine Tour! Freue mich auf mehr Bilder.

    Viele Grüße
    Petra

    Wir hatten die Hütten 1 und 2 gemietet. Am Mittwoch wurde der Mais auf dem Feld zur rechten Seite geerntet und die Tage danach das Feld gepflügt. Somit war der Tisch "gedeckt". Auf der linken Seite befand sich besagter Graben und dahinter eine Grünfläche.

    Nachdem aus den Hütten 1 und 2 keiner rauskam, sondern nur aus den Hütten 3 + 4, kam uns der Verdacht, dass die Hütten gar nicht belegt waren.

    Nun ging die Schlepperei los, wir nahmen den schweren Eimer mit Mais, die Sitzgelegenheit, Decken und Stativ und stellten diese in die abschließbare Hütte. Kathrin musste sogar 2 x gehen. Hinterher waren wir das erste Mal fix und fertig. Man geht erst über eine unebene feuchte Wiese und dann am Stoppelfeld enlang und zu Schluss wieder über holprige Naturflächen. Nichts für mich und meinen Fuß, aber auch ich musste dadurch, hatte ja keinen Gepäckträger dabei.

    Die Hütten sind nur 1,40 hoch, das heißt, man kann sich nicht hinstellen. Es gibt zu jeder Seite die Möglichkeit eine Luke zu öffnen, so dass man rundherum fotografieren kann. Die Hütte ist spartanisch eingerichtet, es gibt einen Eimer (wenn´s pressiert), einen Besen, damit man die Hütte hinterher wieder säubern kann, denn man trägt viel Dreck hinein und ein paar Wäscheklammern, damit man die Objektive so gut wie möglich mit den "Vorhängen" an den Luken verstecken kann.

     

    An diesem Abend gingen wir früh zu Bette, denn wir wollten ja ausgeruht in die Hütte gehen.

    Vom Kranichzentrum in Groß Mohrdorf fuhren wir weiter in Richtung Kranorama. Unterwegs sahen wir ein paar Kraniche auf einem Feld stehen. Da wir unsere Fotoapparate noch im Rucksack verpackt hatten, fuhr Kathrin ein Stück weiter, so dass die Kraniche nicht sehen konnten, dass wir anhielten. Sobald man anhält und dann auch noch aussteigt und rumkramt, fliegen die Kraniche weg.

    Wir bereiteten alles vor und öffneten auch schon das Fenster und fuhren dann wieder zu der Stelle. Ganz vorsichtig - ohne hektische Bewegungen - hoben wir die Kameras hoch und fotografierten und hatten Glück, die Kraniche bemerkten uns nicht groß als Störfaktor und blieben.

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