Eine aufregende Fahrt an den Pazifik!
Gestern sind wir wieder abgereist. Es war eine sehr schöne Woche, die uns wirklich gefallen hat. Was uns nicht gefallen hat, sind die unzähligen Mückenstiche, die wir bekommen haben. Es hat einfach kein Mittel geholfen. Es sind die kleinen fiesen Viecher, die überall durchkrabbeln. Ich sehe auch aus wie ein Streuselkuchen, übersät mit kleinen juckenden Pusteln an Armen, Beinen, Händen und Füßen. Das haben wir noch nie so erlebt. Friedrich hat es aber auch erwischt.
Am Flughafen von Bocas mussten wir wieder lange warten. Die Maschine kam mit über einer Stunde Verspätung an. Mit dem Gepäck hatten wir keine Probleme, unsere Reisetaschen wogen je 15 kg und 14 sind erlaubt. Meine Technik haben wir geschickt verteilt, so dass auch alles durchgewunken wurde.
Die Flugzeit betrug noch nicht einmal eine Stunde und so waren wir gegen 17 Uhr am Flughafen in Albrook "Marcos A. Gelabert" an.
Meiner Meinung nach hatten wir einen Shuttle gebucht, aber wir wurden nicht abgeholt. Keiner stand dort mit einem Schild, worauf unsere Namen standen. Das Problem, das Hotel liegt ungefähr 120 km entfernt, also nicht gerade ein Katzensprung.
Mein Smartphone ging nicht und ich hatte es bislang nicht für nötig gehalten, mir eine SIM-Karte von Panama zu kaufen. Tapfer ging ich an eine Telefonzelle und wollte beim Hotel anrufen. 1 Balboa (=1 USD) hatten wir klein, ob das klappte?
Ein Panamese, der auch noch auf einen Abholer wartete, reichte mir sein Handy. Erfreut nahm ich es und stellte fest, dass die Nummer, die auf meinem Voucher stand, nicht die vom Hotel ist, sondern eine in Deutschland ist und da ist es schon Mitternacht.
Ich reichte ihm das Handy zurück und meinte, ich habe die Telefonnummer nicht. Mittlerweile wussten fast alle im Flughafen, dass wir gestrandet sind und nicht abgeholt wurden
. Fahrtzeit beträgt ungefähr 3 Stunden. Man nahm Anteil, aber das half uns noch nicht. Der Panamese fragte, ob ich die Nummer suchen wollte, data? Oh ja, das wäre eine Idee, er hatte aber so Iphone, damit kann ich nicht umgehen. Dann zeigte er mir den Safari und ich tippte ein: Sharaton Bijao Beach. Es kam auch eine Telefonnumer und die riefen wir an, nur bekamen wir keinen an die Strippe. Frust sage ich nur... zwischendurch ging ich zum Budget Autoschalter, der war auch ganz nett, sprach ein paar Brocken englisch, aber helfen konnte er uns auch nicht. Wir überlegten, ob Autofahren für uns eine Alternative wäre?
Dann kam der Panamese wieder und gab mir sein Handy, also googelte ich noch einmal und fand eine andere Telefonnummer. Er stellte das Gespräch her und endlich hatte ich jemanden vom Sheraton am Apparat. Sie wusste auch nicht, was wir machen sollten und wollte nachschauen, ob wir was gebucht haben. Sie würde zurückrufen. Oh je, das geht doch nicht, denn mittlerweile war der Abholer von dem netten Panamesen da und er wollte sein Handy zurück.
Der Dame am Sheraton erkläre ich mein Problem und meinte, sie sollte jetzt gleich den jungen Mann nach seiner Telefonnummer fragen und nachfragen, ob er für mich Gespräche annimmt. Ich bin mittlerweile mit dem Handy in den nächsten Shop gelaufen und habe fragend das Handy dem Angestellten gereicht. Wunderbar, er spielt mit, ich höre, wie er seine Telefonnummer weitergibt.
Ist das nicht toll, wie hilfsbereit die Menschen sind? Nun konnte ich das Handy zurückgeben und mich gefühlte 1000 Mal bedanken. Ich sage euch, das nächste Mal kaufe ich sofort eine SIM-Karte im fremden Land.
Nun warteten wir auf den Rückruf. Der Flughafen war leer, nur die Angestellten, Polizei und Gepäckträger lungerten - wie wir auch - rum. Eine kleine Maschine der Air Panama sollte noch landen.
Der Rückruf kam, nein es lag kein gebuchter Transport vor, sie sei so sorry. Wir können mit dem Bus fahren, aber der hält an der Autobahn, dann müssten wir anrufen und ein Taxi käme, welches uns dort abholt. Nee, ohne SIM-Karte wie soll das gehen? Außerdem ist es dunkel, das ist uns dann doch zu riskant. Tja wie finden wir einen Transport? Die Taxifahrer wollen auch nicht so lange Strecken fahren. Friedrich erwägt, dass wir uns ein Hotel suchen und uns morgen dann um den Transport kümmern. Das wollte ich aber nicht, bringt doch auch nicht viel.
Daher frage ich beim Sheraton nach, ob sie uns nicht einen Transport besorgen könnte und was der Spaß kosten würde. Sie meinte, sie kümmert sich drum und ruft wieder an.
Ich frage den jungen Mann, wie lange er noch da ist und er meint bis 19 Uhr. Ok, dann haben wir noch Zeit.
Wir warten also wieder auf den Rückruf und werden nervös, als der junge Mann weggeht. Er lacht und zeigt uns das Handy, das nimmt er mit. Ich glaube, er "musste" nur mal.
Kurz vor 19 Uhr kommt dann der Rückruf, sie hat jemanden gefunden, der uns zum Hotel fährt. Über den Preis (USD 150.-) schlucken wir, aber wir denken, das bekommen wir ja zurück. Wir haben ja keine andere Wahl und sagen zu.
Dann ging wieder die Warterei los, in 20 Minuten sollte das Taxi da sein. Es dauerte aber fast eine Stunde, in der wir uns ausmalten, dass gar keiner kommt. Jedes Auto, dass vorbeifährt, wird fragend angeschaut. Jeder Typ, der mit Handy suchend durch die kleine Halle geht, ach das könnte doch der sein, der uns sucht. Nein, er geht zu der Frau an der Telefonzelle,..
Es war schon etwas nervenaufreibend. Kurz vor acht kommt eine Panamesin auf uns zu: Petra Kaiser... wir atmen auf und gehen nach. Sie begleitet nur ihren Mann bei der langen Fahrt. So sind wir auch beruhigt und fühlen uns sicher.
Die Fahrt dauert lange, wir müssen durch das Nadelör "Puente de las Américas". Es ist ein Wahnsinnsbetrieb, wir sind froh, dass wir uns kein Auto gemietet haben, wir wären bei dem Verkehr schier verrückt geworden.
Es ist schon nach 22 Uhr als wir ankamen, recht fertig, aber froh, dass wir es geschafft haben, außerdem auch noch "erleichtert".
Beim Checkin sind wir nicht mehr aufnahmefähig, wir hören zu und verstehen nur die Hälfte. Eigentlich ist uns nach einem eiskalten Bier. Der Zimmerservice kommt und bringt uns jedem einen Teller voll mit köstlichem Obst, dazu gibt es einen frisch gepressten Saft. Eine köstliche Alternative!
Morgen sehen wir weiter, der Tag war anstrengend genug. Übrigens ich habe noch nachgeschaut, was ich gebucht habe, leider keinen Transfer. Ich habe nur zur "besseren Disposition" des Hotels die An- und Abflüge angegeben und dachte halt, dass es auch den Transfer beinhaltet.
Nun ja, das war halt ein Fehler meinerseits. Irren ist menschlich!
