10. Etappe von Luzino nach Szczecin (Stettin) - 320 gefahrene Kilometer
Die Karte:
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10. Etappe von Luzino nach Szczecin (Stettin) - 320 gefahrene Kilometer
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kiki, deswegen habe ich ja das Bild gemacht... Wir hatten erst überlegt Leba noch mitzunehmen, aber es wären noch 70 km Umweg geworden und dann hätten wir ja wenigstens 5 Kilometer wandern müssen, oder so. Das war jetzt nicht drin.
Kleine Pause unterwegs nach Stettin, die ersten 100km sind geschafft, 200 liegen noch vor uns...
Die Würfel sind gefallen, es ist zu spät, um jetzt auf normalen Wegen unsere Tour fortzusetzen. So richtig hatte ich jetzt auch keine Lust mehr.
Friedrich schlug noch vor, dass wir zu einem Schloss fahren, nur knapp 5 Kilometer entfernt. Ha, ha wieder gab es schlechte Straßen und es gab auch kein Schloss, dafür fanden wir ein paar Pferde.
Nun schlugen wir den Weg Richtung Heimat an, es zogen auch schon wieder Wolken auf, mir reichte es jetzt auch.
Bei der Feuerwehr und der katholischen Kirche in Lusin machten wir noch einmal Halt. Dann war Schluss für heute. Meine Maschine könnte jetzt gut mal eine Wäsche vertragen.
Viele Grüße
Petra
Der Weg zog sich ganz schön hin, aber die Landschaft war schön. Ab und an hielten wir an, um Fotos zu machen.
Nach über 20 Kilometern kamen wir endlich wieder auf eine normale Straße und wir waren erstaunt, denn wir landeten in Strebielin. Wir sind einen riesigen Bogen gefahren!
Nun fing es an zu regnen und wir setzten uns draußen vor einem Krämerladen geschützt an einen Tisch und überlegten, was wir nun machen. Es war schon halb vier. Im Laden kauften wir uns eine Pepsi und ein süßes Teilchen und warteten im Trocknen den Regen ab.
Auf unserer Landkarte waren diese Wege natürlich nicht eingezeichnet und auch mein Navi zeigte nur grüne Fläche an. Tapfer fuhren wir immer weiter, irgendwann wird schon wieder ein normaler Weg kommen, dachten wir uns jedenfalls. Der Weg wurde schlechter und ich hatte Mühe, meine Maschine in der Spur zu halten, denn durch den Regen und die Traktoren gab es ganz schöne rutschige Stellen.
Einmal machte ich einen richtigen Abflug, aber ich hatte Glück und die Schutzengel waren da. So ist nicht viel passiert, der Schrecken war größer. Sicher auch bei Friedrich, denn er hatte sich gerade umgedreht, um zu schauen, wie ich vorwärts komme, da kam ich schon angesaust bzw. eher gerutscht.
Jetzt können wir darüber lachen.
Tagesausflug mit vielen Überraschungen!
Für heute hatten wir eine schöne Tour geplant, jedoch es kam ganz anders. Vorgenommen hatten wir uns, dass wir erst zu der Bauruine des Kernkraftwerks Żarnowiec fahren. Dort einmal den See umrunden und dann weiter zur Ostsee nach Łeba fahren, dort gibt es Wanderdünen.
Das Wetter machte uns den ersten Strich durch Rechnung, denn heute Morgen regnete es. Gegen 11 Uhr wurde es allmählich besser und wir entschieden dann, als der erste Sonnenstrahl sich zeigte, Regenklamotten an und losfahren.
Wir tankten die Motorräder voll und fuhren die erste Umleitung. In der Umleitung kam dann eine zweite Umleitung und irgendwie kamen wir komplett vom Weg ab. Oder andersherum gesagt, es gab keine richtige Straße mehr, sondern nur noch einen unbefestigten Weg.
Wir machten noch einen kleinen Rundgang und fuhren dann ins Hotel zurück. Nun habe ich die meisten Stätten meiner Vorfahren gesehen. Wunderbar!
Viele Grüße
Petra
Bild 3 + 4 ist der ehemalige evangelische Friedhof
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Noch immer plagte uns der Hunger, es war auch schon Nachmittag. Ich muss nicht sagen, dass wir auch in Luzino nichts gefunden haben, außer einer "Pommesbude", wo es hauptsächlich Hambuger, Würstchen und Kebab gab, also nichts für uns.
So gingen wir in eine Bäckerei und dort bekamen wir einen Kaffee und ein paar Teilchen, klar sie haben gut geschmeckt. ![]()
Dieses Mal gingen wir nicht im Kaschubenmarkt einkaufen, sondern in den Polo. ![]()
Noch ein paar Bilder von Strebielin und noch eine Geschichte von meiner Großmutter:
Danzig war ja nun Ausland und das Geld, welches mein Großvater verdiente war oft am nächsten Tag nur noch die Hälfte wert. Daher wurde es oft schnell ausgegeben. Von Danzig durfte nichts nach Polen ausgeführt werden. Wie behalf sich meine Großmutter, als sie in Danzig u. a. Patronen (ihr Mann war auch Jäger) und Leinen gekauft und getauscht hatte:
ZitatMit den Patronen täuschte ich eine üppigen Brustkorb vor, die Leinwand wurde um den Leib gewickelt , nun konnte ich zwar stehen aber nicht mehr sitzen und stellte mich ans Fenster.
Als der Schaffner kam, gab es Radau: So eine Blamage für die Sitzenden, eine hochschwangere Frau stehen zu lassen. Ich aber verteidigte alle, mir ist nicht gut und so muss ich hier frische Luft haben.
Das Wetter zeigte sich wieder von der besten Seite, nur der Wind war manchmal ganz schon böig. Da machte man schon mal einen Hupfer, vor allem wenn er von der Seite kam.
Es war noch früher Nachmittag und wir entschließen und jetzt doch schon heute zum Geburtsort meines Vaters zu fahren. Dazu mussten wir erst nach Lusin (Luzino) und dann fuhren wir nur noch Stück auf der B6.
ZitatMein Großvater war von 1914 bis 1915 Soldat und wurde bei einem Gefecht im Schützengraben verschüttet und erst nach 3 Tagen gefunden. Danach war er untauglich für den Wehrdienst.
Sie wohnten nach der Hochzeit in Bendargau. Im August 1916 bekam er wieder eine Einberufung und musste zur Garnison nach Danzig. Der Haushalt wurde aufgelöst und Großmutter zog wieder nach Rossoch zu ihren Eltern.
Nach der Entlassung wurde mein Großvater an die Schule in Lebno versetzt. Nach dem Kriegende mussten sich alle Deutschen entscheiden, ob sie Pole werden oder Deutsche bleiben wollten. Meine Großeltern entschieden sich für Deutschland und hätten ins Lager nach Rügen gemusst. Es ergab sich jedoch, dass mein Großvater 1922 eine Lehrerstelle in Striebelin bekam und somit in Polen bleiben konnte.
Striebelin liegt recht und links der vielbefahrenen "Bundesstraßes 6". Es gibt keinen richtigen Ortskern. Wir fanden auch nichts, wo wir eine Pause machen konnten. Es gab eine Pizzaria, aber die hatte bis zum 19.9. geschlossen. So fuhren wir nach Luzino zurück.
Wir erreichen Poblotz (Bild 1 + 2), fahren von dort nach Strzepcz (Bild 4). Hier dachten wir, dass wir irgendwo einen Kaffee bekommen, aber Fehlanzeige, es gibt einfach nichts.
Das sind alles nur so winzige Orte und ich stelle mir vor, wie hat es vor 100 Jahren hier ausgesehen?
Lebno hat ein paar Häuser mehr... und immer wieder treffen wir auf den Papst Johannes Paul den II
Von Lebno fahren wir weiter nach Bendargau, auch hier gibt es nur ein paar wenige Häuser.
Wir suchen Rosochy, dort wo wir halten muss es sein, es stehen aber nur 3 Häuser und es gibt keinen Hinweis auf den Ort.
Kurz danach kommen wir nach Lebno, dort ist eine Karte auf der wir den Eintrag von ehemals Rossoch finden. Ja genau dort haben wir gestanden.
Dann fuhren wir los. Die Gegend ist sehr, sehr ländlich.
Als erstes habe ich noch ein paar Bilder von unserem polnischem Frühstück, sehr reichhaltig. Wir waren alleine im grpßen Frühstücksraum. ![]()
Heute waren wir in der Kaschubischen Schweiz unterwegs, so heißt diese Gegend hier.
Wir sind nur 64 Kilometer gefahren, haben aber viele kleine Orte besucht. So waren wir:
in Strebielin - heute Strzebielino dort, wo mein Vater 1926 geboren wurde
in Lebno - dort ist mein Ururgroßvater 1828 geboren
in Strepsch - heute Strzepcz, dort haben meine Urgroßeltern 1877 und meine Großeltern 1916 geheiratet
in Poblotz - heute Pobłocie, dort haben meine Ururgroßeltern, meine Urgroßeltern und meine Großeltern gelebt
in Rossoch - heute Rosochy dort haben meine Urgroßeltern (nach Poblotz) gelebt und dort ist 1895 meine Großmutter geboren
in Bendargau - heute Będargowo dort sind meine Großeltern nach der Hochzeit 1916 gezogen
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