Insgesamt wurden 12 - 14 Millionen Deutsche in der Zeit von 1945 bis 1950 aus den deutschen Ostgebieten (und auch Mittel und Südeuropa) vertrieben. Ich wollte lange Zeit nichts davon hören, aber nun bin ich froh, dass ich diese Reise mache. Ja, ich finde es wunderbar, dass meine Oma "ihre" Geschichte aufgeschrieben hat. Ansonsten wüssten wir auch nicht viel. Mein Vater und auch meine Mutter haben sehr wenig von den Kriegszeiten erzählt. Dadurch, dass meine Großeltern in der "DDR" lebten, hatten wir so gut wie keinen Kontakt, was ich sehr bedauere. Die wenigen Besuche haben nicht ausgereicht, um sich näher kennenzulernen.
Beiträge von Petra
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Kreidezeichnungen
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Herzlichen Glückwunsch zur neuen Kamera. Du kannst uns ja hinterher mal erzählen, wie zufrieden Dein Mann mit der Kamera ist. 240 Seiten ausdrucken? Oh je...

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Der Zug kam aus was für Gründen auch immer nicht voran und fuhr wie meine Großmutter schrieb immer hin und her. Sie waren über 6 Wochen in diesem Zug. Am Abend hielt er irgendwo und sie wurden irgendwo untergebracht. Das mussten sie bezahlen ebenso wie sie auch selber für das Essen sorgen musste. Meine Großmutter hat geschrieben, dass sie vorgesorgt hatte und das ganze Geld mit auf die Reise genommen hat.
In Schwerin kam der Zug nicht weiter. Die Soldaten, die ja auch im Zug mitfuhren wurde von den Engländern festgenommen und die Flüchtlinge in das Lager gebracht. Beim 2. Versuch wollte sie nun nicht mehr nach Berlin, sondern nach Hamburg, da dort mittlerweile der älteste Sohn Fuß gefasst hatte. Sie wurden in Schwerin von den Engländern an der Weiterfahrt gehindert und MUSSTEN dort bleiben. Sie bekamen eine Wohnung, die aber etwas später von den Russen beschlagnahmt wurde. 3 Wochen lang wohnten sie dann in einem Hausflur, ehe sie vom Bürgermeister eine andere Wohnung zugewiesen bekamen: 2 große Zimmer, ein kleines Zimmer mit Balkon und eine gemeinsame Küche mit anderen.
Das waren schon harte Zeiten.
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Gegen 17 Uhr erreichten wir das Hotel, checkten ein und freuten uns über unsere Wahl. Es liegt ziemlich abseits, aber eben toll. Wir haben ein nettes Zimmer mit Balkon und Blick auf den See Charzykowskie.
Hier kann man es aushalten!
Viele Grüße
Petra -
Als wir dann die "22" erreichten, wussten wir, jetzt kann nicht mehr viel schief gehen, später nur noch auf die 240, dann auf die 212 und noch zweimal richtig abbiegen, dann hatten wir es geschafft!

Unterwegs kauften wir noch im Lidl ein, der lag gerade auf dem Weg, Friedrich wünschte sich ein Glas Rotwein zum Abendbrot. Wir wollten heute nicht essen gehen und besorgten uns etwas Brot, Käse und Tomaten.
Kurz vor Chojnice sahen wir eine große Waldfläche, wo alle Bäume umgeknickt waren. Hier muss ein böser Sturm sein Unwesen getrieben haben (Bild 1)
Nachtrag: Ja, es war eine sogenannte Gewitterlinie mit Fallböen und Windgeschwindigkeiten von 112 km/h
siehe hier den BerichtAuf den beiden weiteren Bildern habe ich jeweils eine Collage von GoPro-Fotos von heute erstellt.
Übriges bis 14 Uhr hatten sonniges Wetter, dann kan ein kräftiger Regenschauer und ab 15:30 regnete es dann wieder.
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Nicht immer wussten wir, wo wir waren.
Wir hatten uns gestern zwar einen Plan ausgearbeitet, aber irgendwie haut das nie hin. Entweder fehlen die Hinweisschilder zu den Straßen, die wir befahren wollten, oder wir sind irgendwo falsch abgebogen.Das macht aber nichts, wir nutzen dann die Pausen zum Beispiel für einen Cappuccino (Bild 1) (wir haben immer heißes Wasser mit) oder für eine Suppe, wie hier auf Bild 2 + 3, da waren wir allerdings ziemlich verkehrt. Wir wollten nicht nach Warlubie.
So kam es, dass wir eben zweimal durch Scorcz fuhren. Da hat man dann immer das Gefühl, man kennt sich schon aus. -
Wir hatten uns bewusst Nebenstrecken ausgesucht, denn wir wollten ein wenig von Polens Landschaft sehen. Felder, Wälder, Seen, ab und zu kleine Siedlungen...
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Es hatte sich über Nacht ausgeregnet, das war auch gut so, denn heute mussten wir wieder ein paar Kilometer fahren und das ist bei trockenem Wetter einfach angenehmer.
Doch zunächst zeige ich Euch mal unser Frühstücksbuffet. In Polen gibt es morgens immer schon deftige Speisen, Eier mit Mayonnaise, Salate mit Mayonnaise, Rührei mit Speck und dicke fettige heiße Würstchen. Aber auch für mich war genug da.

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7. Etappe von Deutsch Eylau nach Charzykowy - 201 Kilometer
Der Link zur Karte:
Externer Inhalt www.google.comInhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.Warum ausgerechnet Charzykowy? Die Familie meines Großvaters lebte in Bruß, er wurde dort geboren. Es gibt in dieser Gegend nicht so viele Hotelangebote, die man über das Internet buchen kann. Dieses Hotel Bellevue in Charzykowy gefiel uns von der Lage her gut, daher haben wir es gebucht.
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On the road again
Wir haben herrlichstes Wetter, sind gerade in Kwidzyn, haben getankt und machen eine kleine Cappuccino - Pause... -
Ich glaube, nicht nur im Osten, denn wir hatten in Düsseldorf, als wir 1952-59 dort gewohnt haben auch einen Schrebergarten. Polnisches Essen, nun ja, es ist sehr nahrhaft, erinnert mich an das rumänische Essen. Zum Frühstück gibt es Eiersalat, gekochte halbe Eier mit Mayonnaise, also richtig deftige Kost. Es wird halt viel mit Fleisch gemacht.
Als vegetarische Variante gibt es hier im Restaurant: Pfannkuchen süß oder Pfannkuchen mit Feta und Spinat. Bisher hat das aber mit dem Essen ganz gut geklappt, es gibt in den Städten viele alternative Möglichkeiten.
Angela, ja man muss es ja mit Humor nehmen. Das Wetter kann man nicht ändern und wir lassen uns davon nicht klein kriegen.

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Hier zum Bahnhof gingen meine Großeltern mit 9 ihrer Kinder in der besagten Nacht im Januar 1945 und stiegen in den Güterzug nach Starogard südlich von Danzig. Mein Vater und sein älterer Bruder waren Soldaten und eine Tochter war nicht zu Hause. In Starogard hat man ein Flüchtlingslager errichtet.
Meine Großmutter erreichte, dass sie dort in Starogard alle in einen Soldatenzug einsteigen konnte, der in Richtung Berlin fuhr, denn dort wollten sie ja hin. Der Zug fuhr nun 6 Wochen lang hin und her. In der Nacht mussten sie aussteigen und wurden teilweise ibei Familien untergebracht, Essen mussten sie sich selber besorgen. In der 2. Februarhälfte kamen sie endlich in Schwerin an und wurden von dort per Fuhrwerk nach Demen gebracht und wurden dort auf verschiedene Unterkünfte bei Familien verteilt.
Später unternahmen sie wieder einen Versuch nach Berlin zu kommen, aber auch dieser Versuch wurde von den Engländern in Schwerin beendet und so blieb die Familie meiner Großeltern dann endgültig in Schwerin. Meine Mutter lebte auch in Schwerin und ich bin dort geboren.

Das ist jetzt das Ende der Geschichte, die meine Großmutter aufgeschrieben hat, aber es ist nicht das Ende unserer Reise, denn wir fahren morgen dorthin, wo alles begann.
Viele Grüße
Petra -
Der Hauptbahnhof von Deutsch Eylau galt als der schönste in ganz Ostpreußen. Täglich kamen 9 Züge aus Berlin mit Gästen an, steht in der Broschüre.
Wir sind hineingegangen uns ja, er ist wirklich schön. In der Halle des Bahnhofs sind die Wappen der Städte zu sehen, die direkt von Deutsch Eylau angefahren wurden.
Vor dem Bahnhof in einem Park steht eine alte Lok. Ich zitiere mal aus Wikipedia:
Zitat
Die PKP Baureihe TKt48 war eine Tenderdampflokomotive der Polnischen Staatsbahn (PKP). Ursprünglich für den Einsatz im Vorstadtverkehr vorgesehen, kamen die Lokomotiven später vor allem vor Personen- und Güterzügen auf den Mittelgebirgsstrecken im Süden Polens zum Einsatz. -
Wir liefen die komplette Bahnhofstraße entlang, es gab nur noch ein einziges altes Gebäude, ansonsten war nichts zu erkennen, was an die früheren Jahre erinnerte. Das alte Gebäude könnte der Lage nach eines vom Heeres-Proviantamt gewesen sein. (Bild 1 + 2)
Mein Großvater wurde auch im 2. Weltkrieg wieder einberufen und diente von 1939 - 1944 als Dolmetscher (Polnisch) in Warschau. er wurde 1944 entlassen und arbeitete wieder als Lehrer an der Schule in Deutsch Eylau und wurde als die Russen sich mit den Polen verbündeten wieder eingezogen. Zu der Zeit hatte meine Großmutter schon die Übersiedlung und Fahrkarte nach Berlin in der Tasche wie sie schrieb.
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Frisch gestärkt machten wir uns nunauf den Weg zur Bahnhofstraße. Den ersten Teil (bis Hausnummer 24) sind wir gestern schon gegangen, aber wir wussten nicht, dass diese Straße (Bild 1) auch noch die ehemalige Bahnhofstraße von Deutsch Eylau war. Sie heißt heute Wyszynskiego.
Als erstes sehen wir den alten Friedhof auf der rechten Seite und gehen dort einmal rüber. Es sind nur alte Gräber, die meisten allerdings aus der Zeit nach dem 2. Weltkrieg.
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Die gotische Pfarrkirche (Bild 1) wurde 1317 - 1325 erbaut.
Da wir schon eine Weile unterwegs waren, suchten wir ein Café, wo wir uns mal hinsetzen konnten. Wir haben eine Kebap-Bar gefunden.
Da konnten wir uns wenigstens mal hinsetzen und in den vielen Broschüren rumblättern. Im Regen macht das nicht so viel Spaß.
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