Frühstück gab es heute Morgen erst um 7:30 h, aber immerhin extra für mich eine halbe Stunde früher. Frisch gebackene Brötchen noch warm, mhmm das war schon lecker.
Dann machte ich meinen Rucksack fertig und als ich ihn aufsetzen wollte, bekam ich einen riesigen Schrecken, das Deckelfach war nicht da. Dort sind alle meine Papiere, Portemonnaie, Kamera, Smartphone etc drin. Ich nehme das immer, egal wohin ich gehe, mit. Das ist praktisch meine Handtasche. Ich ärgerte mich über mich selber, wie ich so sorglos damit umgegangen bin und das noch nicht einmal bemerkt habe. Ich rase ins Restaurant zurück und frage die Bedienung, nein sie hat nichts gefunden. Mein Herz rutschte in die Hose...
Der Tisch war abgeräumt und sauber. Dann schaute ich auf den 2. Stuhl und da lag sie die Tasche.
Was bin ich für ein Glückskind!
Im Zimmer habe ich dann nachgeschaut, ob alles da ist, ja nichts fehlte. Das wäre eine große Katastrophe geworden.
Ich machte das Deckelfach wieder an den Rucksack fest und dann ging ich los. Ich habe lange überlegt, wo ich wieder auf den Camino treffen werde. Ich habe mich entschieden, zunächst rund 6 Kilometer Landstraße (13-3) zu gehen. Ich hätte auch einen anderen Weg wählen können, der wäre dann aber 4-5 Kilometer länger gewesen.
Das war natürlich keine schöne Strecke, es gab keinen Füßgängerweg, aber ich hatte Glück, die Straße war nicht so viel befahren. Ich passte aber auch höllisch auf, denn die Fahrweise der Autofahrer ist ganz schön grenzwertig.
Mir wurde richtig schön warm und ich sah dass es auf der anderen Seite einen Weg in den Wald gab. Dort wollte ich für einen Moment meinen Rucksack absetzen, einen Schluck Wasser trinken und die Jacke ausziehen. Ich wechselte also die Straßenseite und als ich da ankam, saß eine sehr offenherzigt bekleidete "Dame" auf einem Hocker und wartete auf Kundschaft. Jetzt verstand ich auch, warum ein Fahradfahrer zum xten Mal an mir vorbeifuhr... 
Ich sagte, sorry und ging schnell an die hinterste Ecke und machte eben keine Pause, ich wollte ja nicht ihre Kundschaft vergraulen.
Eine Ecke weiter stand ein PkW und man sah nur rosa lackierte Fußnägel in tollen Schühchen aus dem Auto rausragen...
Ansonsten traf ich noch eine tote Schlange, aber im Großen und Ganzen war ich alleine unterwegs.
Endlich erreichte ich den Ort Darque und meine Erwartung auf einen Kaffee stieg, denn ich bin schon mehr als 5 Kilometer gelaufen.