Pünktlich um 6 Uhr wurde ich geweckt, um halb sieben bekam ich in der Lobby einen Tee und ein kleines süßes Teilchen, sowie ein paar Cracker.
Um 7 Uhr zog ich los, es war noch sehr frisch und zog mich "dick" an. Vor allem der Wind pustete ordentlich. Vorsichtshalber fragte ich noch einmal den Nachtportier in welche Richtung ich gehen müsse: erst gerade aus zeigte er mir und dann "a la izquierda", das ist zwar spanisch bedeutet aber links. Nun gut, ich wunderte mich ein wenig, denn gestern wurde mir gesagt, ich solle dann rechts gehen. Vielleicht habe ich mich gestern verhört.
Ich ging also geradeaus und dann kam ich an einem Platz und wusste eben nicht wohin. Es gab keine gelben Pfeile. Ich hatte Glück, es kam ein Pilgerpärchen und sie zeigten mir den Weg. Sie gingen auch los, waren aber eine Ecke schneller als ich. Ich sah sie in der Ferne und war froh, dass ich so gut aus dem Ort herausgekommen bin, wobei ich mich immer noch wunderte.
Nach etlichen Schritten sah ich dann wieder den gelben Pfeil, die anderen Pilger sind längst aus meinem Sichtkreis verschwunden und nun kam ich doch ins Grübeln.
Das kann nicht der Weg sein, den ich gehen will. Während ich mein Smartphone herausholte, wurde ich von einem Passanten angesprochen, der mich in noch eine andere Richtung schickte.
Dieses Mal hörte ich mal auf mich, denn das stimmte ja hinten und vorne nicht.
Des Rätsels Lösung: Ich hatte ja schon erzählt, dass es mehrere Wege von Porto nach Santiago (Camino Portugués) gibt:
1. Senda Litoral - dieser geht, wo immer möglich direkt an der Küste (Strand) entlang
2. Camino da Costa - der geht in der parallel zur Küste, aber nicht direkt am Strand
3. Camino Central - dieser geht mitten durch das Land
Manchmal überschneiden sich die Wege und manchmal gibt es Möglichkeiten von einem Weg zum anderen zu kommen. So gehen viele erst an der Küste entlang und wechseln dann zum Central.
Der Senda Litoral ist nicht so gut ausgeschildert, wie die anderen beiden.
Ich hätte mal eher mein Hirn einschalten sollen, ich bin ein gutes Stück zum Camino Central gelaufen. 
Es fuhr eine Straßenbahn, aber ich nein, das wollte ich auch nicht, also lief ich tapfer viele Schritte in Richtung Küste.
Da ich nun einen anderen Weg zurück ging, hatte ich noch ein paar schöne Fotomotive.
Bild 1: wer hier steht, der findet auch ganz schnell das Hotel Brazao, welches ich gesucht habe, es ist nur ein paar Schritte von diesen Skulpturen entfernt. Hätte ich das mal gewusst!
Bild 2: die Brücke über den Rio Ave
Bild 4: 4 km lang ist das zweitgrößte Äquadukt Portugals, es bestand aus 999 Bögen, nicht alle sind mehr vorhanden