Ich hab´s geschafft! Was habe ich mir nur ausgesucht, so abseits der Wege. Dafür bekam ich ein schönes Zimmer mit einer tollen Aussicht.
Gute Nacht!
Petra
Ich hab´s geschafft! Was habe ich mir nur ausgesucht, so abseits der Wege. Dafür bekam ich ein schönes Zimmer mit einer tollen Aussicht.
Gute Nacht!
Petra
Die 3 Kilometer, die ich dachte, noch laufen zu müssen, das war mal wieder ein Wunschdenken.
Erst einmal musste ich aus Redondela raus. Da ich mir wieder eine Unterkunft am Meer ausgesucht habe, musste ich den Camino mit seinen gelben Pfeilen verlassen. Vorsorglich schmiss ich mein Handy an.
Ich wusste, dass ich durch den Ort Cesantes gehen musste. Da ich nicht an der N-550 laufen wollte, suchte ich mir Nebenstraßen. Dann sah ich das Meer, wunderbar, also zum Hafen und von dort weiter. Nur da gab es keinen Weg weiter. Also wieder zurück marsch marsch.
Mein Navi fand im Übrigen auch nicht die Adresse des Hotels, egal, ich wusste ja den Ort, ganz schön blauäugig gedacht... ![]()
Da mein Wasser schon wieder alle war und der Rucksack drückte, ich bin ja wieder eine ganze Weile gelaufen, machte ich eine kleine Tonic-Wasser-Pause. Hier fragte ich auch nach dem Hotel, aber sie kannte es nicht. Ich meinte noch, es muss in 2-3 Kilometern erreichbar sein, sie meinte nur: mas o menus (mehr oder weniger)
Nach der Pause lief ich weiter und sah das Schild Hotel Antolin, ich freute mich schon, machte sogar ein Bild und lief in die Richtung. Nach ungefähr einem Kilometer hielt ein Auto an, kurbelte die Scheibe runter und sagte, er spricht englisch, ob ich ins Antolin hinwollte. Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen, mein gebuchtes Hotel heißt: Santo Apostolo, immerhin ein ähnlicher Name. ![]()
Und ich war falsch, das war nicht am Meer, sondern "oben". Ich musste erst einmal den Kilometer zurückgehen und dann einen schweißtreibenden Weg nach oben. An einer Kreuzung wusste ich nicht weiter. Aus einem Küchenfenster hörte ich Stimmen und rief nach oben. Ein Mann trat heraus und ich fragte ihn nach dem Weg. Er kam ans Tor und beschrieb mir den Weg: noch weiter nach oben, ca. 2 Kilometer.
Dann kam ich endlich auf die N-550 und trottete da lang. Irgendwann sah ich das Schild von Soutu Xusto.
Ein einsamer Einheimischer kam mir entgegen: 1 Kilometer noch, er kannte das Hotel.
Das erste Lokal, welches ich finde, ist meins. Ich bin jetzt über 15 Kilometer gelaufen und brauche mal eine Pause auf einem weichen Stuhl, was ordentliches zu essen und ja ein Wasser und einen Wein kann ich auch vertragen.
Ich bestelle mir eine doppelte Portion Tortilla francesca, das sind Kartoffeln mit Ei gebacken. Was schmeckt das gut! Die Schuhe habe ich ausgezogen und die Füße hochgelegt (nein, nicht auf den Tisch!!!)
So bleibe ich lange sitzen, bis ich das Gefühl habe, die letzten 3 km zu meistern.
Maxi, wenn man nach Santiago zum Grab des Jakobus pilgert, dann bekommt man am Ende eine Compostela ausgestellt, die bescheinigt, dass man mindestens 100 km zu Fuß oder 200 km per Fahrrad gepilgert ist. Um das zu belegen, habe ich ja das Credenial del Peregrino und lasse mir mit den Stempeln belegen, dass ich an den Orten gewesen bin.
Den Pilgerausweis habe ich ja schon mal hier eingestellt.
Wenn man keine Bestätigung haben will, dann braucht man auch keine Stempel. Außerdem berechtigt der Pilgerausweis in den günstigen Herbergen zu schlafen und Pilgermenüs zu bekommen.
Heike, heute hast Du ja auch Geburtstag, da hätte ich auch auch keine Lust! Ich trinke ein Glas auf Dein Wohl!
Die Wege gehen, wie ich schon befürchtet hatte, super steil nach unten. Na das ist ja was für mich. Es ist ziemlich anstrengend und ich freue mich, dass der Regentag gestern war und ich die Pausentage genau richtig eingeplant habe. Bisher musste ich noch an keinem Regentag laufen! ![]()
Es dauert auch noch eine ganze Weile und viele Höhenmeter nach unten, ehe ich das Schild erblicke:
Willkommen in Redondela!
Zum Fotografieren ist das Licht ganz schön grell, ich mache es dennoch. ![]()
Nun überholt mich ein Pärchen, sie warten sehnsüchtig wie ich auf ein Restaurant oder ein Café. Sie kommen auch South Carolina und sind nur zum Camino hierhergeflogen. Gestartet sind sie in Baiona.
Endlich geht es abwärts!
Hier in dieser Ecke werde ich von einer 72 Jahre alten Frau angesprochen. Sie möchte wissen, warum ich alleine laufe, das ist doch viel zu gefährlich. Nö, ich habe keine Angst vor Menschen, nur vor wilden frai laufenden beißenden Hunden. Bis her habe ich Glück gehabt, ich habe zwar Hunde getroffen, die Kläffer saßen jedoch hinter einem Zaun und die freilaufenden hatten manchmal mehr Angst als ich beim Vorbeigehen. ![]()
Der Weg zieht sich ganz schön hin. Anfangs fand ich ja noch ein paar Bänke, aber jetzt muss ich mit einem Stein vorlieb nehmen, das geht auch, wenn auch die Ameisen an einem herumkrabbeln. ![]()
Als ich dieses Bild (2) machte, da wusste ich, ich habe den Gipfel erreicht, jetzt kann es nur noch nach unten gehen. So ähnlich war es dann auch. Der Wald wurde jetzt wieder lichter und ich lief im vollen Sonnenschein.
Nach einer Weile geht es durch Waldgebiete, das ist sehr angenehm, da es dort ein wenig kühler ist. Unterwegs treffe ich ab und zu Fahrradfahrer und Jogger aber kaum Pilger. Zwei Portugiesen, die in Baiona gestartet sind überholen mich. Später treffe ich noch mal einen Portugiesen, der von seinem Heimatort losgezogen ist.
Die meiste Zeit jedoch laufe ich allein. Noch habe ich genügend Wasser, brauche also meinen Vorrt nicht aufzufüllen. Ich hätte jetzt auch nicht gewusst, ob man das trinken kann.
Es ging immer höher hinauf. Schon um 8 Uhr war es über 20 Grad warm und es kletterte dann sogar auf 30 Grad. Nicht gerade ideales Pilgerwetter. Selbst ich kam endlich mal ins Schwitzen.
Schon längst gibt es wieder die gelben Pfeile. Der Weg ist, wenn man aus der Stadt raus ist, richtig gut gekennzeichnet. Nun ging es weiter auf dem Senda da Auga. Dieser Wanderweg deckt sich zum Teil mit dem Camino.
Der Weg führt zunächst auf Asphalt, aber mit richtig schönen Ausblicken. Immer wieder kommt man an Kreuzungen und wenn ich dann sehe wie steil es nach unten geht, dann wird mir schon ganz anders. Irgendwann muss ich ja auch wieder runter. Aber bis dahin ist es noch weit. ![]()
Viele Menschen waren schon unterwegs, Schulkinder in ihren Uniformen, Erwachsene, die zur Arbeit hasteten, Mütter, die ihren Kleinen in den Kindergarten brachten und natürlich die Hundeausführer. Die ersten Geschäfte öffneten.
Als ich einmal die Straße wechselte, um auf der anderen Seite zu fotografieren (Bild 3) rief ein älterer Herr mit "Fußhupe" irgendetwas hinter mir her. Ich achtete aber nicht drauf, da ich ohnehin nicht verstanden hatte, was er wollte.
Er kam jedoch mit Hund hinter mir her und erklärte mir, dass ich so nicht nach Santiago komme. Immer wieder nett. Ähnliche Begegnungen hatte ich noch mehrere.
Frühstück gab es heute morgen nicht, ich bin zu früh losgegangen, dabei war es schon halb acht. Egal, ein Müsliriegel und Wasser tun es auch.
Insgesamt habe ich mir die Tour heute gemütlicher vorgestellt. Ich hatte mir auch nur 18 Kilometer ausgerechnet. Aber manchmal kommt es anders als man denkt.
Den Weg raus aus Vigo fand ich dank der Hilfe von der Tourismusinformation ganz leicht. Am Stadtrand machte das erste Café auf und ich fragte nach, ob ich schon einen Kaffee con leche und ein Brötchen haben kann. Ja, das konnte ich und das war auch gut so, denn auf dieser Strecke sind die Cafes dünngesät, oder mit anderen Worten nach 15 Kilometern hatte man die nächste Chance. ![]()
Hier bekam ich auch meinen Stempel, denn ab nun brauche ich 2 pro Tag.
Meine 11. Pilgeretappe von Vigo nach Souto Xusto - 37.638 Schritte ~ 22,5 km
Die Karte stimmt nicht so ganz. Ich bin immer parallel zur N-552 gelaufen, nur sehr viel höher. Das lässt sich aber nicht so richtig mit Google darstellen, da es ein reiner Wanderweg war.
Es wären ein paar Kilometer weniger gewesen, wenn ich mich nicht ein paar Mal verlaufen hätte. ![]()
Guten Morgen, danke euch... Der Regen ☔ war nur gestern, heute ist wieder herrliches Pilgerwetter...
Ich sitze schon bei meiner ersten Pause in Vigo, hier sind die Wege lang. ![]()
Das Peregrinus Restaurant lacht mich mit seinem Angebot an. Für 10 Euro gibt es 2 Gänge, plus einem Getränk, plus Brot, plus Kaffee und Nachspeise.
Man kann die beiden Gänge aus verschiedenen Angeboten wählen. Leider ist nur im 1. Gang eine vegetarische Speise dabei. Man ist ein wenig überfordert, denn das Restaurant ist voll. So nehme ich einen Salat, auch ok. ![]()
Das war mein 2. Erholungstag in Vigo. Hier kann man es gut aushalten, die Stadt hat mich positiv überrascht.
Nun geht es morgen weiter!
Viele Grüße
Petra
Nun erreiche ich den Park do Castro. Sicher ist der interessant, entdeckt zu werden, aber die vielen Stufen und die Hanglage sagen mir, es ist genug für heute. So lasse ich es bleiben und suche mir langsam den Weg zurück.
Auch in Vigo gibt es Häuser, die von Zerfall bedroht sind und Ecken, die nicht so schön aussehen, aber eins habe ich festgestellt, sauber ist es überall!
kiki hätte diese Bilder sicher wieder in schönste S/W-Töne verwandelt...
ich zeig sie euch lieber in Farbe...
Das Wetter ist sehr wechselhaft. Nach dem Museumsbesuch setzte ich mich in ein Café, denn es schüttet ordentlich.
Danach suche ich mir eine andere Ecke aus, die ich entdecken will. Das geht natürlich mit vielen Stufen und Treppen hochsteigen einher.
Das 2. Bild ist mit Ulrike - Ulrike Meinhof 1991 betitelt, den Zusammenhang habe ich nicht verstanden.
Die Öffnungszeiten des Museums sind außer Montags von 11 - 14:30h und von 17 - 21 h. Sonntags nur am Vormittag.
Diese Ausstellung geht noch bis in den September.
Heute war nun mein zweiter freier Tag in Vigo und als ich heute morgen aufstand, regnete es. Mhmm, erst hatte ich keine Lust rauszugehen, aber dann dachte ich mir, hier komme ich nicht wieder hin, also aufraffen!
Ich hatte mir doch ohnehin vorgenommen, ins Museum zu gehen, also passte doch das Wetter.
Im Hotel borgte ich mir einen Regenschirm und dann zog ich los.
Der Eintritt ins Museum ist frei. Es gibt nur in den unteren Räumen eine Ausstellung des Künstlers Ánxel Huete Jahrgang 1944, geboren in Orense. Er hat auch in Berlin gelebt.
Ich habe ein paar Fotos gemacht und konnte nur schwer Zugang zu dem, was er ausdrücken wollte, finden.
Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!