Viana do Castelo ist ein nettes Städtchen. Ich ließ mir Zeit und folgte nicht dem Camino. So schnell komme ich hier bestimmt nicht mehr her.
Beiträge von Petra
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Im Hotel do Cais fragte ich nach, ob ich einen Kaffee bekommen könnte. Die Antwort war: Parlez-vous français?
Schon wieder, ja sie ist Französin und nach Portugal gezogen. Ich trank einen richtig guten Mocca und als ich dann das Hotel verlassen wollte, wurde ich von einer Gruppe Portugiesen angesprochen, woher ich komme, wohin ich gehe etc. Sie sprachen recht gut deutsch und gaben mir noch ein paar Tipps. Sie kamen übrigens aus dem Süden Portugals und machten hier Urlaub.
Ich ließ mir noch einen Stempel geben und dann ging ich weiter. Jetzt fand ich auch wieder den gelben Pfeil, wunderbar, ich war wieder auf dem Camino.
Der nächste Ort war Viana do Castelo. Man geht über eine lange Brücke und überquert den Rio Lima.
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Frühstück gab es heute Morgen erst um 7:30 h, aber immerhin extra für mich eine halbe Stunde früher. Frisch gebackene Brötchen noch warm, mhmm das war schon lecker.
Dann machte ich meinen Rucksack fertig und als ich ihn aufsetzen wollte, bekam ich einen riesigen Schrecken, das Deckelfach war nicht da. Dort sind alle meine Papiere, Portemonnaie, Kamera, Smartphone etc drin. Ich nehme das immer, egal wohin ich gehe, mit. Das ist praktisch meine Handtasche. Ich ärgerte mich über mich selber, wie ich so sorglos damit umgegangen bin und das noch nicht einmal bemerkt habe. Ich rase ins Restaurant zurück und frage die Bedienung, nein sie hat nichts gefunden. Mein Herz rutschte in die Hose...
Der Tisch war abgeräumt und sauber. Dann schaute ich auf den 2. Stuhl und da lag sie die Tasche.
Was bin ich für ein Glückskind!
Im Zimmer habe ich dann nachgeschaut, ob alles da ist, ja nichts fehlte. Das wäre eine große Katastrophe geworden.
Ich machte das Deckelfach wieder an den Rucksack fest und dann ging ich los. Ich habe lange überlegt, wo ich wieder auf den Camino treffen werde. Ich habe mich entschieden, zunächst rund 6 Kilometer Landstraße (13-3) zu gehen. Ich hätte auch einen anderen Weg wählen können, der wäre dann aber 4-5 Kilometer länger gewesen.
Das war natürlich keine schöne Strecke, es gab keinen Füßgängerweg, aber ich hatte Glück, die Straße war nicht so viel befahren. Ich passte aber auch höllisch auf, denn die Fahrweise der Autofahrer ist ganz schön grenzwertig.
Mir wurde richtig schön warm und ich sah dass es auf der anderen Seite einen Weg in den Wald gab. Dort wollte ich für einen Moment meinen Rucksack absetzen, einen Schluck Wasser trinken und die Jacke ausziehen. Ich wechselte also die Straßenseite und als ich da ankam, saß eine sehr offenherzigt bekleidete "Dame" auf einem Hocker und wartete auf Kundschaft. Jetzt verstand ich auch, warum ein Fahradfahrer zum xten Mal an mir vorbeifuhr...

Ich sagte, sorry und ging schnell an die hinterste Ecke und machte eben keine Pause, ich wollte ja nicht ihre Kundschaft vergraulen.
Eine Ecke weiter stand ein PkW und man sah nur rosa lackierte Fußnägel in tollen Schühchen aus dem Auto rausragen...
Ansonsten traf ich noch eine tote Schlange, aber im Großen und Ganzen war ich alleine unterwegs.
Endlich erreichte ich den Ort Darque und meine Erwartung auf einen Kaffee stieg, denn ich bin schon mehr als 5 Kilometer gelaufen.
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Stimmt, heute war es anstrengend, es staut sich ja auch auf mit der Zeit. So ein Ruhetag ist zwar schön, aber auch nicht gerade viel.
Gott sei Dank habe ich keine Blasen bekommen *klopf auf Holz, dass es so bleibt*, allerdings habe ich rote Flecken an den Beinen, dort wo die Socken aufhören. Das wird die Anstrengung sein. Wenn ich die Füße hochlege, dann sind sie meist am nächsten Tag verschwunden. Übermorgen habe ich ja wieder einen Ruhetag...
So, die Bilder sind ausgesucht und verkleinert, jetzt schreibe ich noch ein wenig Bericht.
kiki, ich habe mit Ivana und Hauke auf dem Balkon gesessen und wir haben ein Glas Wein getrunken und erzählt.

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Mein 6. Pilgertag von Amorosa nach Carreco - 27.859 Schritte ~ 16,7 Kilometer
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Danke, das Wetter ist wieder schön. Ich sitze nun nach 9 km in Viana do Castelo und mache meine 2.Pause :
1Tonicwasser, 1 Glas Wein und eine PIZZA
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Guten Morgen, hier in der Unterkunft gibt es kein Restaurant und die Auswahl an Snacks ist nicht besonders groß.
Ich habe mir die Unterkunft bewusst abseits des Weges ausgesucht, die nächste liegt wieder am oder auf dem Weg bzw. nur einige Meter davon entfernt. Dafür hat sie auch mehr den Touch einer Pilgerunterkunft.

Frühstück gibt es heute erst um 8, aber ich darf schon um 7:30 kommen. Mein Magen sagt auch HUNGER!
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Das Zimmer ist prima und am meisten freute ich mich auf eine warme Dusche.
Irgendwann habe ich mich dann doch noch einmal aufgerafft und habe ein Käsesandwich gegessen und einen Rotwein getrunken.
Mittlerweile geht die Verständigung auf französisch. Na, das ist doch auch prima, ich liebe die französische Sprache.
Viele Grüße
Petra -
Je näher das Ziel rückt, je mehr freue ich mich. Dann sehe ich das Meer und bald habe ich es geschafft. In einem Fischladen frage ich nach dem Hotel, es ist gleich um die Ecke.
Wieder war es ein schöner Tag, der Regen setzte erst ein, als ich im Hotel war.
Als ich zur Rezeption kam, war keiner da, der sich mit mir verständigen konnte. Also riefen sie jemanden an und es kam ein junger Mann, der dann das portugiesische auf englisch dolmetschte.

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Wie gerufen, kommt Viegas Restaurante in Sicht, ich nehme draußen Platz und bestelle erst einmal ein Glas Wein und einen Käsetoast.
Nachedem ich mich etwas erholt habe, bezahle ich (3,20 €) und frage nach dem Weg. Da wir uns nicht verständigen können, schmeißt sie ihr Handy an und tippt auf portugiesich ein und lässt das Gerät auf englisch übersetzen:
Erst ganz lange geradeaus gehen und dann an der Tankstelle links nach Amorosa abbiegen.
Ich hatte noch ungefähr 5 Kilometer zu laufen.
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Der Weg ist für mich etwas beschwerlich, denn man muss halt ab und zu über Felsbrocken und Wurzeln klettern. Eine besondere Herausforderung ist dann diese Brücke. Langsam gehe ich Schritt für Schritt hinüber. Ich traue mich nicht, in der Mitte ein Bild zu machen.

Es folgen ein paar kleine Anstiege und ich komme jetzt ganz schön außer Atem, aber ich lasse mir Zeit.
Ich weiß leider nun überhaupt nicht mehr, wo ich bin, denn ich muss ja wieder den Camino verlassen. Also gehe ich nach Gutdünken, so wie ich es gerade meine und die Richtung stimmt dann auch in etwa. Ab und zu sehe ich die Bushaltestellen an, aber es sind nur kurze Momente, das schaff ich auch so...
Ein wenig verfranse ich mich doch und just dann ist mein Smartphone leer, wenn man es mal braucht. Aber ich habe eine Powerbank dabei. Ein paar Schritte bin ich doch falsch gegangen und ich brauche einfach eine Pause. Es sind ja auch schon wieder 5 Kilometer geworden.
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Wähnte ich mich zunächst alleine auf weiter Flur, was mir dann doch etwas unheimlich war, überholte mich dann doch eine Gruppe. Wieder waren es Italiener, die aus Sizilien kommen und nun in der Nähe von Rom wohnen.
Das war dann doch etwas beruhigend. Ich habe keine besondere Angst alleine zu gehen, aber wenn man sehr lange Zeit keinen trifft, dann kommen manchmal so blöde Gedanken...
An dieser Kreuzung (Bild 1) steht ein Stein, dort ist der Camino von Lissabon nach Santiago eingemeißelt. Pilger haben hier Kleinigkeiten hingelegt: Rosenkränze, Bilder, Schlüssel, 20-Cent-Stücke, Muscheln, Schneckenhäuser, Steine und vieles mehr.
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Auf einmal sehe ich doch den gelben Pfeil wieder, ich hätte also ruhig auf dem Camino bleiben können, eagl, es war ja nur ein kurzes Stück Landstraße.
Nun folgt ein toller Natur-Weg durch Waldgebiet, unten in einer Schlucht fließt der Rio Nieva (Bild 4).
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Nun verlasse ich wieder den Camino, denn er führt noch weiter hoch und ich habe Bedenken, dass ich einen zu großen Umweg mache, denn meine nächste Unterkunft liegt nicht am Camino, sondern 3-4 Kilometer entfernt. Ich will eine Abkürzung gehen.
Daher gehe ich eine ganze Weile auf einer stark befahrenen Straße und springe immer, wenn ein LKW angerast kommt, so weit es geht in den Graben. Meist bedanken sie sich auch noch dafür.
Mit anderen Worten, es ist kein Vergnügen auf dieser Straße zu gehen, es gibt keinen Fußweg und die Portugiesen fahren ganz schön bekloppt!
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Der Weg führt lange durch besiedeltes Gebiet. So alle 4-5 Kilometer muss ich den Rucksack runternehmen und mich ein Weilchen ausruhen.
Hier bei Gabriela trank ich dann ein Tonic Water und hier traf ich dann auch wieder die Italiener und kam mit ihnen ins Gespräch.
Und es gibt auch wieder ein Selbstbildnis... mit Selbstauslöser...
Ich hoffe, man sieht wie geschafft ich bin! -
Es ging jetzt ganz schön bergaufund außerdem ist es ziemlich heiß geworden, so dass ich endlich mal nicht in Jacke laufen musste. Ein paar Mal dachte, ich, ich sei falsch, denn es dauerte eine Weile, ehe ich auch den Camino kam. Es ist toll, wie die Menschen, die hier leben, sich freuen, dass man nach Santiago pilgert, viele winken mir zu, auch aus dem Auto heraus. Vielleicht würden sie auch gerne und können nicht.
Auf dem dritten Bild sieht man ganz schön, wie weit oben ich jetzt gelandet bin. Ich denke nur daran, dass ich ja noch ans Meer muss.

Jetzt treffe ich auch ein paar wenige Pilger, die mich natürlich überholen, unter anderem 4 Italiener.
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Das war mein Glück, denn ich entdeckte "Cafes Christina" und hier bekam ich dann einen starken portugiesischen Kaffee, ich war ja auch schon wieder mehr als 5 Kilometer gegangen.
Christina meinte, ich müsse nach links gehen und dann nach rechts oben abbiegen. Aha, also genau wie ich mir gedacht habe, ich hätte nur über die Kreuzung gehen müssen. Aber so war das mit dem Kaffee schon gut gewesen.
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Der Weg zog sich ganz schön hin. Leider fand ich auch keine Möglichkeit irgendwo einen Kaffee zu bekommen. Daher musste wieder ein Stein vor Dunas Bar herhalten und ich trank Wasser und aß doch noch von den Brötchen, ich hatte ja noch welche.
Dazu gab es eine Banane, die war auch noch übrig geblieben.Der Camino Central scheint ja um einiges kürzer zu sein, wie ich hier auf dem Schild lesen kann.
Ich hatte ein wenig die Orientierung verloren und fand auch keine gelben Pfeile mehr. An einer großen Kreuzung war ich unschlüssig wie ich gehen sollte. Ein Autofahrer hielt an und fragte, ob er helfen kann, er meinte, ich müsse nach rechts gehen. Fand ich zwar nicht, ich wäre nach links oder aber über die Kreuzung geradeaus gegangen, aber ich tat das, was er mir sagte...

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In der Jugendherberge gibt es erst ab 8:30 h Frühstück. Das war mir viel zu spät, denn für den Nachmittag war Regen angesagt und ich hatte ja 20 Kilometer vor mir. Um & Uhr bin ich aufgestanden und habe etwas Wasser getrunken und dazu ein trockenes halbes Hot-Dog-Brötchen gegessen. Besonders geschmeckt hat es nicht und als ich gesehen habe, dass sie nur bis zum 3.6. haltbar waren, na ja, da habe ich die Hälfte wieder eingepackt und wollte das Brot lieber an die Entenfüttern.
Den Schlüssel sollte ich beim Nachtdienst abgeben, der war aber nicht zu sehen, ich rief ein paar Mal hallo, hallo und dann kam er schlaftrunken an. Er hatte wohl ein Schläfchen gehalten. Dann meinte er, ich hätte doch nach einem Frühstückspaket gefragt. Oh, das finde ich aber klasse, denn ich hatte wohl gefragt, aber jeder meinte nur, morgen, morgen und ich habe es aufgegeben zu fragen. Nun hat es doch geklappt: 2 kleine Küchlein und eine Mini-Packung Schokoladentrunk.
Ich lief zur Brücke, wunderbares Licht hatte ich, die Sonne ging gerade auf und es war kein Wölkchen am Himmel.
Hinter der Brücke fängt der Ort Esposende. Der Camino führt durch den Ort, alternativ war eine Strecke am Meer angegeben. Die nahm ich dann auch.
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Mein 5. Pilgertag von Fão nach Amorosa (viana do Castelo) - 33.594 Schritte ~ 20 Kilometer
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