Beiträge von Petra

    Die zweite Familie, die wir nun besuchen, ist eine junge Mutter mit 2 Kindern. Das Baby ist gerade 3 Monate alt und noch sehr zart, denn es kam als Frühchen auf die Welt. Wir unterstützen die Mutter mit der speziellen Nahrung, das Bettchen für den Bruder wurde auch von Hilfe für Kinder gekauft.

    Sie leben in einer Zwei-Zimmer-Wohnung, die mit noch jemanden geteilt werden muss, da die Kosten sonst zu hoch sind. Die Frau, die bislang im anderen Zimmer wohnte, ist ausgezogen. Nun muss unbedingt jemand für das leerstehende Zimmer gesucht werden.

    Bis vor kurzem war das Dach undicht und es gab einen Wasserschaden. Die Hausverwaltung hat das Dach repariert, aber nicht die sichtbaren Schäden an den Decken. Dafür fehlt natürlich das Geld.

    Auch diese Mutter bekommt Lebensmittel von uns.

    Fortsetzung folgt!

    Kommentare bitte hierhin!

    Die nächsten Besuche stehen an. Wir treffen uns mit einem weiteren Sozialarbeiter und zwar mit Marius Murariu. Wir treffen uns zunächst hier bei uns, denn es gibt einiges zu besprechen. Marius wird mit uns einige Familien besuchen, die er betreut. So erfährt Mechtild Gollnick von Hilfe für Kinder, was gerade nötig ist. Mal sind es Lebensmittel, mal sind es Medikamente, mal fehlt ein Bett, eine Matratze, Schuhe, oder der Strom kann nicht bezahlt werden. Manchmal fehlt ein Ofen, um die Wohnung zu heizen, manchmal ist kein Holz für das Feuer da. Hilfe für Kinder hilft, wo es nur geht.

    Dann fahren wir zur ersten Familie. Sie wohnen ganz günstig in einem Haus, welches Roma gehört. Diese bauen auf demselben Grundstück ein neues Haus. Die Familie darf so lange zu günstigen Konditionen in dem alten Haus wohnen. Das Problem an der Geschichte ist, sie sind den Vermietern ziemlich ausgeliefert und im Frühjahr wird das Haus abgerissen.

    Nun will die komplette Familie nach England gehen. Die Mutter war schon für ein paar Wochen dort und sie haben einen Antrag gestellt. Die Roma haben ihr in England Arbeit in Aussicht gestellt. Sie glauben so fest an das bessere Leben in England. Sie sind voller Hoffnung, dass sie es schaffen werden. Am 20. Januar werden sie von den englischen Behörden entweder eine Zusage oder eine Absage bekommen.

    Wo soll die Familie im Frühjahr bleiben, wenn sie dann keine Unterkunft mehr haben? Die Hoffnung auf England macht sie euphorisch. Wir haben für die 5 Kinder Plüschtiere mitgebracht, ebenso gibt es eine große Tüte mit Lebensmitteln.

    Als wir gehen, winken die Kinder hinter der Fensterscheibe.

    Kati hat für uns gekocht, es gibt u. a. ein typisches rumänisches Gericht, nämlich Sarmale, es sind Krautwickel, mit Reis und Pilzen, Zwiebeln und Gemüse sowie Sauerkraut gefüllt. Dazu isst man entweder Polenta oder Brot. Ein Klecks saure Sahne gehört auch dazu. Es ist ein wirklich leckeres Essen.

    Es ist der 1. Advent, wir zünden eine Kerze vom Adventskranz an, singen ein Adventslied (Wir sagen Euch an den lieben Advent) und erzählen ein Weilchen. Kati und Evi kennen das Lied natürlich nicht, aber es gefällt ihnen.

    Jeden Abend fällt dann die Büroarbeit an, es muss geschrieben, gerechnet und vorbereitet werden. Die Bilder müssen ausgesucht, die "Buchführung" gemacht werden. Sponsoren wollen Dankesbriefe und Nachweise etc. Da geht dann der restliche Abend schnell vorbei.

    Wir gehen noch kurz mit hinein. Die Mutter zeigt uns die Zimmer. Es ist alles picobello sauber und ordentlich. Leider ist ein Zimmer nicht bewohnbar, da Feuchtigkeit eindringt. Der Putz platzt von den Wänden, das Fenster ist nicht dicht.
    Die Situation ist im Moment unbefriedigend, denn das Haus gehört der staatlichen Bahngesellschaft. Im Moment wird verhandelt, ob man das Häuschen für 4.000 Euro kaufen kann, aber noch ist nichts unter Dach und Fach. Auch ist die Finazierung noch nicht ganz gesichert. Wenn allerdings jetzt wieder irgendwelche Arbeiten an dem Haus gemacht werden, dann steigt natürlich der Marktwert und es wird mehr Geld verlangt. Mal schauen, wie das ausgeht.

    Übrigens darf der gewalttätige Vater das Haus nicht mehr betreten. Das wurde gerichtlich entschieden. Im Hof bellt ein Hund, fletscht die Zähne und reißt an der Kette. Oh je, da hoffen wir, dass wir das Auto unbeschadet erreichen, ohne gebissen zu werden. Die Familie ist aber beim Hund und versucht, ihn zu beruhigen. Es ist natürlich auch nichts passiert. Aber man weiß ja nie, ob nicht doch mal die Kette reißt.

    Als erstes fahren wir zu der Familie, die in einem Bahnwärterhäuschen leben. Ich kenne sie auch von vielen anderen Besuchen, wie unterstützen sie schon seit langem hier ein Bild aus 2008:

    Die jüngsten Kinder sind groß geworden, sie gehen regelmäßig in die Schule, haben einen Sponsor der die Fahrtkosten übernimmt und einmal im Monat bekommt die Familie Lebensmittel.

    Von Bencecu de Jos fahren wir zurück nach Temesvar. Wir wollen in der Metro einkaufen. (Ja, ich habe noch ein paar saubere Schuhe im Auto. :ffffluestern )

    Wir brauchen noch weitere Lebensmittel für arme Familien. Außerdem bekommt eine Familie jeden Monat Lebensmittel gespendet und wir wollen für die Familie, die wir gestern besucht haben, eine halbautomatische Waschmaschine kaufen.

    Wir nehmen zwei "Wagen", finden auf Anhieb eine halbautomatische Waschmaschine, die auch das Wasser erhitzt. Ein Angestellter hebt sie mit den Hubwagen auf den Einkaufswagen.

    Dann werden die Lebensmittel gekauft und an der Kasse müssen wir separate Belege für die einzelnen Sponsoren ausstellen lassen. Das geht aber recht flott, denn wir packen die Lebensmittel schon immer dementsprechend auf den Einkaufswagen.

    Da man in der Metro nicht fotografieren darf, gibt es dann erst hinterher ein offizielles Foto. Ein klein wenig haben wir Probleme die schwere Waschemaschine ins Auto zu hieven. Auf der gegenüberliegenden Parkplatzseite stehen 3-4 Rumänen und schauen uns belustigt zu. Wir schaffen es aber auch alleine und dann geht die Fahrt weiter.

    Hier noch ein paar Bilder. Wie man sieht, läuft man am besten in Gummistiefeln umher, denn die Gefahr des Ausrutschens im Matsch ist sehr groß. Außerdem gibt es zwei Schweineställe, auch die Tiere laufen hier umher und hinterlassen ihre "Sachen".

    Dennoch wage ich mich langsam zu den einzelnen Stellen, wie brauchen schließlich Bilder für die Sponsoren. Ich passe fürchterlich auf, denn so sicher bin ich ja noch nicht mit meinem Fuß. Endlich habe ich alles im "Kasten" und taste mich langsam wieder zurück. Entsetzt stelle ich fest, dass ich alles nur in schwarz-weiß fotografiert habe. :KKopffass2

    Also alles noch einmal. Ja, so geht es. Ich habe keine Zeit, mich um irgendwelche guten Einstellungen zu kümmern. Der erste Schuss muss sitzen. In diesem Fall habe ich Pech gehabt, aber man hat geduldig auf mich gewartet und ich bin auch beim zweiten Mal gut durch die Matsche gekommen.

    Es werden nun zwei neue Hütten gebaut, dafür werden noch Spendengelder benötigt.
    Ich habe spontan zugesagt, dass wir die Dachbalken von dem von mir gesammelten Spendengeldern bezahlen. man spürt viel Dankbarkeit. Ich spreche kein rumänisch, aber ich kann jeden Händedruck und jedes Aufleuchten in den Augen deuten, ebenso sehe ich auch viele Tränen.

    Nun fahren wir mit Augustin Iuga in die Roma-Siedlung von Bencecu de Jos. In den vergangenen Jahren hat Hilfe für Kinder einiges getan, es wurden Brunnen gebaut, Bumaterial gekauft und Lebensmittel gespendet.

    Immer wieder erfahren wir von neuem Elend. Eine Familie wohnt in einer beengten Hütte, ohne Wasser, Strom etc. (Bild 1+2) Eine Verwandte dieser Familie wohnte mit Mann und Kindern in der Nähe in einer anderen Hütte. Der Besitzer dieser Hütte wurde nun aus dem Gefängnis entlassen und beanspruchte die Hütte für sich. Die Familie stand plotzlich ohne Unterkunft da. Nun zog sie auch noch in diese Hütte. (Bild 1+2)

    In dem einzigen Raum wohnen nun 9 Personen! (Bild 3 + 4) Die junge Frau wollte nicht gerne fotografiert werden.

    Auch in diesem Jahr stand wieder ein Besuch des Dorfes Bencecu de Jos an. Wir fahren zu Augustin Iuga, Sozialarbeiter und Baptistenpfarrer. In diesem Dorf war ich 2010 das erste Mal und ich bin dann danach auch jedes Jahr einmal da gewesen. Es hat sich viel getan. Das Kinderheim ist mittlerweile fertig geworden. Es wurde mit von Hilfe vielen Spendern und Freiwilligen aus Deutschland und Holland gebaut.


    Wir schauen uns die neuen Räume an, sie sind sehr schön geworden. Es gibt in der oberen Etage zwei Zimmer für Jungen, die sich ein Bad teilen, sowie zwei Mädchenzimmer mit einem Bad und ein Aufenthaltsraum.

    Im Erdgeschoss befindet sich eine geräumige Küche, ein Wohn- und Esszimmer, ein Büro und natürlich auch der Gemeinschaftsraum für die Andachten und Messfeiern.

    Zur Zeit wohnen 7 Kinder im Heim. Die Jungen sowie das kleines Mädchen sind Geschwister und wurden erst vom Vater verlassen und dann verschwand auch die Mutter und ließ die Kinder alleine. Sie wollte nach Deutschland gehen. Allerdings hat sie es dann doch nicht gemacht und wohnt nun irgendwo in einem anderen Dorf und lässt sich nicht mehr blicken. Die Kinder waren verwahrlost und in einer sehr schlechten Verfassung, körperlich wie auch seelisch.

    Es leben noch größere Mädchen in dem Heim mit einem ähnlichen Schicksal.

    Hilfe für Kinder unterstützt das Kinderheim und gibt Geld für Lebensmittel, Körperpflegemittel und Schulmaterial etc.

    Alle Kinder bekommen heute einen Schokoladennikolaus. Außerdem bekommen alle Kinder ein paar warme Schuhe für den Winter. Diese Schuhe sind noch nicht gekauft, wir lassen aber das Geld dafür da.

    Es ist schon Geld da in Rumänien, aber es wird falsch verteilt. Die Reichen wollen reich bleiben, Korruption ist an der Tagesordnung. Ich habe gerade einen guten Bericht darüber gelesen. Wenn ich wieder zu Hause bin, dann stelle ich ihn mal ein.

    Ja mit der Verhütung, das ist ganz oft der Casus Knacktus. Wir waren heute auch wieder bei einer jungen Mutter, Anfang 20 mit 2 kleinen Kindern, die alleine lebt, kaum Einkommen hat. Das jüngste Baby ist gerade 3 Monate alt, ein Frühchen auch noch, aber auf dem besten Wege. Der Sozialarbeiter hat mit der Mutter abgemacht, dass sie sich sterilisieren lässt. Es gibt schon Aufklärung, aber die Mädchen und Frauen müssen auch verhüten. Für arme Menschen gibt es Verhütungsmittel umsonst, dazu muss man aber einen Arzt (kostenlos) aufsuchen. Das ist halt oft das Problem, wenn sie es nicht machen, dann kommen halt die Kinderlein.

    In Afrika sieht es noch etwas anders aus. Da sind die Kinder die Altersversorgung der Eltern. Da die Kindersterblichkeit dort sehr hoch ist, werden viele Kinder in die Welt gesetzt, um die Altersversorgung abzusichern.

    Wir fahren jetzt zu Dean und seiner Großmutter. Die Schwester kommt heute aus dem Krankenhaus.

    Viele Grüße
    Petra

    Im Moment können wir nichts weiter machen. Es gibt ja noch ein weiteres kleines Problem. Die Jungen sind mittlerweile 4 + 5, sie müssten dringend in den Kindergarten. Jedoch gibt es keine Geburtsurkunden von den Kindern, weil die Mutter keinen Ausweis hatte. Daher gibt es auch kein Kindergeld, geschweige denn eine Krankenversicherung.

    Mittlerweile ist es nicht mehr ganz so schwierig, an eine Geburtsurkunde zu kommen. Natürlich kostet es auch Geld. Das werden wir auch mit Hlfe des Sozialarbeiters versuchen zu klären und eventuell auch die Kosten übernehmen.

    Das war´s für heute.

    Viele Grüße
    Petra

    Aus der anderen Hütte mussten sie ausziehen und man hat ihnen erlaubt, hier an dieser Stelle eine Hütte zu bauen. Der Boden ist aus Lehm, es zieht an allen Ecken und Kanten, denn es gibt keine Isolierung. Die Holzwände sind mit dünnen Tüchern abgehängt, es regnet durch. Das ist ein hartes Leben. Wir haben noch eine Lebensmitteltüte, die wir da lassen. Der Sozialarbeiter bekommt Geld für Holz, das er besorgen wird, damit die Familie es wenigstens warm hat.

    Ich bin froh, dass wir helfen und diesen armen und benachteiligten Menschen ein wenig unter die Arme greifen können. Ohne die vielen Spendengelder, die der Verein "Hilfe für Kinder" bekommt, ist dies aber nicht möglich. Daher geht mein Dank an dieser Stelle an alle, die dies unterstützt haben.

    Nun überlegen wir, was wir für diese Familie tun können. Bevor wir uns Sponsoren suchen, muss geklärt werden, kann die Hütte überhaupt gedämmt und das Dach abgedichtet werden? Das wird Marius in die Hand nehmen und mit einem Baufachmann vor Ort entscheiden. Wenn dies technisch sinnvoll ist, dann werden wir die Hütte isolieren und auch für die Abdichtung sorgen. Ebenso brauchen sie einen neuen Ofen, denn der vorhandene ist einfach zu klein. Leider habe ich von dem Ofen kein Bild gemacht, nur von dem Ofenrohr, welches einfach so durch die Decke nach außen geleitet wird.

    Für heute wäre unser Besuchsprogramm zu Ende gewesen. Marius entdeckte aber unterwegs "jemanden", den er kannte. Wir haben diese Familie 2011 besucht, sie lebten in einem Elendsviertel. Ich hatte hier darüber berichtet. ->klick

    Die Familie wohnt nun hier in der Gegend, wo wir gerade waren und wir fahren hinter ihm her. Links das schöne Haus und auf der gegenüberliegenden Seite sehen wir die Hütte, selbst zusammengeschustert. Es ist kaum auszuhalten, wenn man so etwas mitbekommt. Wir gehen hinein. Die junge Familie hat mittlerweile 3 Kinder, die Mutter ist gerade 19 Jahre alt. Die Kinder liegen im Bett, es ist kalt in dem Raum, zwei von ihnen schlafen. Es gibt zwar einen Ofen, aber dieser ist nicht in Betrieb, sie haben kein Holz.

    Die Mutter zeigt uns die Küche. Unvorstellbar, wo sie kochen muss. Es ist ein Raum in dem unfertigen Haus, der nur von außen zugänglich ist. Ich habe hier mal ein paar Bilder gemacht. Es ist nichts isoliert, es ist nach oben alles offen, die Wände nicht verputzt und der Fußboden roh.

    Wir lassen eine Tüte mit Lebensmitteln da und fahren bedrückt weg.

    Nun fahren wir zu weiteren Familien.
    Die erste Familie hat 8 Kinder, der Sohn kommt zum Auto und bekommt einen Karton mit Plüschtieren, Süßigkeiten für jedes Kind und warme Anziehsachen wir Pullover, Mützen, Schal, Handschuhe und Socken. (Bild 1)
    In der zweiten Familie, die wir besuchen, leben 5 Kinder mit den Eltern. Sie haben einen Raum, der geheizt ist, die übrigen Räume in einem begonnenen Rohbau sind nicht fertig geworden. Das jüngste Kind ist gerade 3 Monate alt geworden. (Bild 3 mit Marius)

    Die Kinder bekommen Plüschtiere und Anziehsachen und wieder ist die Freude groß, wie man auf dem Bild sehen kann. (Bild 2)

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