Die nächsten Besuche stehen an. Wir treffen uns mit einem weiteren Sozialarbeiter und zwar mit Marius Murariu. Wir treffen uns zunächst hier bei uns, denn es gibt einiges zu besprechen. Marius wird mit uns einige Familien besuchen, die er betreut. So erfährt Mechtild Gollnick von Hilfe für Kinder, was gerade nötig ist. Mal sind es Lebensmittel, mal sind es Medikamente, mal fehlt ein Bett, eine Matratze, Schuhe, oder der Strom kann nicht bezahlt werden. Manchmal fehlt ein Ofen, um die Wohnung zu heizen, manchmal ist kein Holz für das Feuer da. Hilfe für Kinder hilft, wo es nur geht.
Dann fahren wir zur ersten Familie. Sie wohnen ganz günstig in einem Haus, welches Roma gehört. Diese bauen auf demselben Grundstück ein neues Haus. Die Familie darf so lange zu günstigen Konditionen in dem alten Haus wohnen. Das Problem an der Geschichte ist, sie sind den Vermietern ziemlich ausgeliefert und im Frühjahr wird das Haus abgerissen.
Nun will die komplette Familie nach England gehen. Die Mutter war schon für ein paar Wochen dort und sie haben einen Antrag gestellt. Die Roma haben ihr in England Arbeit in Aussicht gestellt. Sie glauben so fest an das bessere Leben in England. Sie sind voller Hoffnung, dass sie es schaffen werden. Am 20. Januar werden sie von den englischen Behörden entweder eine Zusage oder eine Absage bekommen.
Wo soll die Familie im Frühjahr bleiben, wenn sie dann keine Unterkunft mehr haben? Die Hoffnung auf England macht sie euphorisch. Wir haben für die 5 Kinder Plüschtiere mitgebracht, ebenso gibt es eine große Tüte mit Lebensmitteln.
Als wir gehen, winken die Kinder hinter der Fensterscheibe.