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Reisebericht - Motorradtour nach Polen

    • Reisebericht
    • Motorrad-Reisebericht
  • Petra
  • 27. August 2017 um 20:40
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    • 6. September 2017 um 22:46
    • #81

    Beim Frühstück lernten wir ein nettes Ehepaar kennen. "Sie" ist hier in Grudziądz geboren und später nach Düsseldorf gezogen. Ich erzähle, dass ich auch in Düsseldorf gewohnt habe und sie kennen sogar die Antoniusstraße. Wir bekommen einen Bildband von Grudziądz geschenkt und sind baff. Vielen herzlichen Dank! Wir tauschen unsere Adressen aus und dann müssen wir und verabschieden. Übrigens, sie hat heute Geburtstag, herzlichen Glückwunsch. :)

    Wir packen unsere Motorräder und das Wetter sieht nicht so berauschend aus. Ich ziehe mir die Regenhose über, es hilft ja nicht.

    Aus der Stadt herauszukommen, na ja, das kennen wir ja schon, es wird eine kleine extra Runde gedreht, aber dann finden wir die 16.

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    Einmal editiert, zuletzt von Petra (6. September 2017 um 22:52)

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    • 6. September 2017 um 22:51
    • #82

    An einer Tankstelle machen wir eine Kaffeepause, ich baue nun doch die GoPro an und stelle wieder auf alle 60 Sekunden ein Bild. Dann sind immer welche dabei, die ich gebrauchen kann. ;)

    Die Straße ist oft leer, aber wenn Autos kommen, dann brausen sie wie bekloppt vorbei. Es gibt einige Baustellen und ab und zu Abschnitte, die einfach nur grottig zu fahren sind.

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    • 6. September 2017 um 23:06
    • #83

    Übrigens die Landschaft hat sich nun sehr verändert. Es ist nicht mehr flach, sondern hügelig und es gibt nun viele Wälder

    Unterwegs sehe ich am Straßenrand einige Strohfiguren zum Erntedank. Wir halten an, denn das möchte ich gerne fotografieren:-)

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    • 6. September 2017 um 23:08
    • #84

    Hier noch ein paar Motive :)

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    • 6. September 2017 um 23:23
    • #85

    Der Rest der Strecke ist schnell gefahren. Wir erreichen Deutsch-Eylau und finden unser Hotel Tawerna "Kaper" ohne Probleme. Es liegt malerisch direkt am Geserichsee. Da haben wir ja wieder ein Glücksgriff gemacht.

    Wir stellen unsere Motorräder ab und es steigt ein älteres Ehepaar in den neben uns geparkten Wagen. Wir sehen das Nummernschild, sie sind aus Hannover. Da gehe ich doch gleich mal hin. Ja er ist auch Deutsch Eylauer erzählt er und natürlich kennt er den Landkreis Schaumburg, wo wir herkommen. Ich erzähle ihm von meinen Großeltern und erwähne, dass sie in der Bahnhofstraße 31 gewohnt haben. Da ist er platt, denn er hat bis 1954 in der Bahnhofstraße 11 gewohnt. Da war ich dann platt. Die Welt ist klein und man trifft immer wieder interessante Menschen.

    Er erzählt uns viel über Deutsch-Eylau, es hat sich viel verändert, die ganzen Straßen heißen anders, viele Häuser sind weg. Er kennt die alte Schule, wo mein Großvater unterrichtete, ach das ist richtig eine Freude.

    Wir verabschieden uns, sie sind auf dem Weg nach Hannover, wir wollen jetzt einchecken. Auf dem Bild 2 sieht man die Rezeption mit dem Restaurant und dem "Biergarten" mit Blick auf den See.

    Die Zimmer befinden sich in dem Gebäude gegenüber. Wir beziehen unser Zimmer und sind wieder zufrieden. Alles, was wir brauchen, ist vorhanden. :)

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    • 6. September 2017 um 23:46
    • #86

    Nachdem wir die Motorräder abgepackt haben, machen wir eine kleine Pause.

    Um 16 Uhr ziehen wir aber noch einmal zu Fuß los, es regnet, aber wir haben Regenklamotten und Regenschirm mit. Endlich kann ich mal meinen Regenmantel so richtig tragen, denn dieser dümpelt schon seit Jahren in meinem Schrank herum.

    Als erstes gehen wir zu der alten Schule, die Ende des 19. Jh. gebaut wurde.

    Dann suchen wir die Bahnhofstr. Es ist aber sehr schwierig mit den neuen Bezeichnungen. Was hatte man uns gesagt, wie hieß die Straße jetzt auf polnisch, irgendwas übersetzt mit Königin. Egal, wir müssen ja nicht alles heute finden. Wir haben auch noch keinen Stadtplan. Morgen gehen wir als erstes in die Tourismus-Information, dann sehen wir weiter.

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    • 7. September 2017 um 00:08
    • #87

    Meine Großeltern sind 1928 hier nach Deutsch Eylau gezogen und haben bis Januar 1945 hier gewohnt. Im Januar 45 wurden alle Deutschen aus dem Ort vertrieben, mitten in der Nacht hieß es: Rette sich wer kann, die Russen kommen.
    ---
    Auch hier finden wir eine Jakobsmuschel! :ppeace

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    • 7. September 2017 um 00:09
    • #88

    Wir gingen wieder zum Hotel zurück. Im Restaurant suchten wir uns ein Plätzchen mit Blick auf den See und aßen Nudeln in Öl mit Chili und Knoblauch, sehr feurig. Als Nachtisch gab es einen griechischen Salat (er kam halt nicht als Vorspeise, wie gedacht :rolleyes ) Dazu tranken wir alkoholfreies Bier. :tt+r

    Viele Grüße
    Petra

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    • 7. September 2017 um 22:28
    • #89

    Ein Blick aus dem Fenster heute Morgen, bestätigte das, was wir schon gehört hatten. Es regnete, aber wie. :rolleyes

    So zogen wir mit Regenjacke und Regenschirm von dannen. Als erstes gingen wir zum Rathaus, denn dort befindet sich die Tourist-Info.

    Wir wurden mit etlichen Broschüren und Karten eingedeckt. Wir bekamen sogar eine Karte mit den alten deutschen Straßenbezeichnungen und Eintragungen der damaligen Gebäude wie Lyzeum, Gaswerk, Lazarett, Kasernen, Molkerei, Schlachthof und sogar Schrebergärten (Bild 1- linke Karte die neuen Straßenbezeichnung, rechte Karte stammt aus der alten Zeit)

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    • 7. September 2017 um 22:38
    • #90

    Nun wussten wir endlich, wo die ehemalige Bahnhofstraße sich früher befand. Erst wollten wir uns allerdings ein paar andere Sehenswürdigkeiten anschauen.

    Das Rathaus (neobarock) an der früheren Kaiserstraße wurde 1910 - 1912 gebaut und galt als Ostpreußische Perle. Es ist wirklich ein prachtvolles Gebäude. Auf den Turm kletterten wir nicht, wir hätten nicht viel davon gehabt. (Bild 2 + 3)

    Hinter dem Rathaus befindet sich das Kinotheater, welches früher als Stadthalle diente. (erbaut 1916 - 1922) (Bild 4)

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    • 7. September 2017 um 22:48
    • #91

    Geht man nun am Kinotheater weiter, so erreicht man den Geserichsee. Von hier aus konnten wir rüber zu unserem Hotel schauen. (Bild 1)

    Wir gingen allerdings in die andere Rictung, denn wir wollten zum ältesten Gebäude von Ilawa, der Pfarrkirche. Die Eiche steht vor der Kirche und wurde 1871 nach dem Krieg gegen Frankreich gepflanzt. (Bild 3 + 4)

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    • 7. September 2017 um 22:53
    • #92

    Die gotische Pfarrkirche (Bild 1) wurde 1317 - 1325 erbaut.

    Da wir schon eine Weile unterwegs waren, suchten wir ein Café, wo wir uns mal hinsetzen konnten. Wir haben eine Kebap-Bar gefunden. :mrgreen Da konnten wir uns wenigstens mal hinsetzen und in den vielen Broschüren rumblättern. Im Regen macht das nicht so viel Spaß.

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    • 7. September 2017 um 23:03
    • #93

    Frisch gestärkt machten wir uns nunauf den Weg zur Bahnhofstraße. Den ersten Teil (bis Hausnummer 24) sind wir gestern schon gegangen, aber wir wussten nicht, dass diese Straße (Bild 1) auch noch die ehemalige Bahnhofstraße von Deutsch Eylau war. Sie heißt heute Wyszynskiego.

    Als erstes sehen wir den alten Friedhof auf der rechten Seite und gehen dort einmal rüber. Es sind nur alte Gräber, die meisten allerdings aus der Zeit nach dem 2. Weltkrieg.

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    • 7. September 2017 um 23:17
    • #94

    Wir liefen die komplette Bahnhofstraße entlang, es gab nur noch ein einziges altes Gebäude, ansonsten war nichts zu erkennen, was an die früheren Jahre erinnerte. Das alte Gebäude könnte der Lage nach eines vom Heeres-Proviantamt gewesen sein. (Bild 1 + 2)

    Mein Großvater wurde auch im 2. Weltkrieg wieder einberufen und diente von 1939 - 1944 als Dolmetscher (Polnisch) in Warschau. er wurde 1944 entlassen und arbeitete wieder als Lehrer an der Schule in Deutsch Eylau und wurde als die Russen sich mit den Polen verbündeten wieder eingezogen. Zu der Zeit hatte meine Großmutter schon die Übersiedlung und Fahrkarte nach Berlin in der Tasche wie sie schrieb.

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    Einmal editiert, zuletzt von Petra (8. September 2017 um 09:59)

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    • 7. September 2017 um 23:26
    • #95

    Der Hauptbahnhof von Deutsch Eylau galt als der schönste in ganz Ostpreußen. Täglich kamen 9 Züge aus Berlin mit Gästen an, steht in der Broschüre.

    Wir sind hineingegangen uns ja, er ist wirklich schön. In der Halle des Bahnhofs sind die Wappen der Städte zu sehen, die direkt von Deutsch Eylau angefahren wurden.

    Vor dem Bahnhof in einem Park steht eine alte Lok. Ich zitiere mal aus Wikipedia:

    Zitat


    Die PKP Baureihe TKt48 war eine Tenderdampflokomotive der Polnischen Staatsbahn (PKP). Ursprünglich für den Einsatz im Vorstadtverkehr vorgesehen, kamen die Lokomotiven später vor allem vor Personen- und Güterzügen auf den Mittelgebirgsstrecken im Süden Polens zum Einsatz.

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    Einmal editiert, zuletzt von Petra (7. September 2017 um 23:28)

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    • 7. September 2017 um 23:47
    • #96

    Hier zum Bahnhof gingen meine Großeltern mit 9 ihrer Kinder in der besagten Nacht im Januar 1945 und stiegen in den Güterzug nach Starogard südlich von Danzig. Mein Vater und sein älterer Bruder waren Soldaten und eine Tochter war nicht zu Hause. In Starogard hat man ein Flüchtlingslager errichtet.

    Meine Großmutter erreichte, dass sie dort in Starogard alle in einen Soldatenzug einsteigen konnte, der in Richtung Berlin fuhr, denn dort wollten sie ja hin. Der Zug fuhr nun 6 Wochen lang hin und her. In der Nacht mussten sie aussteigen und wurden teilweise ibei Familien untergebracht, Essen mussten sie sich selber besorgen. In der 2. Februarhälfte kamen sie endlich in Schwerin an und wurden von dort per Fuhrwerk nach Demen gebracht und wurden dort auf verschiedene Unterkünfte bei Familien verteilt.

    Später unternahmen sie wieder einen Versuch nach Berlin zu kommen, aber auch dieser Versuch wurde von den Engländern in Schwerin beendet und so blieb die Familie meiner Großeltern dann endgültig in Schwerin. Meine Mutter lebte auch in Schwerin und ich bin dort geboren. :)

    Das ist jetzt das Ende der Geschichte, die meine Großmutter aufgeschrieben hat, aber es ist nicht das Ende unserer Reise, denn wir fahren morgen dorthin, wo alles begann.

    Viele Grüße
    Petra

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    Einmal editiert, zuletzt von Petra (8. September 2017 um 08:50)

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    • 8. September 2017 um 21:58
    • #97

    7. Etappe von Deutsch Eylau nach Charzykowy - 201 Kilometer

    Der Link zur Karte:

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    Warum ausgerechnet Charzykowy? Die Familie meines Großvaters lebte in Bruß, er wurde dort geboren. Es gibt in dieser Gegend nicht so viele Hotelangebote, die man über das Internet buchen kann. Dieses Hotel Bellevue in Charzykowy gefiel uns von der Lage her gut, daher haben wir es gebucht.

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    • 8. September 2017 um 22:04
    • #98

    Es hatte sich über Nacht ausgeregnet, das war auch gut so, denn heute mussten wir wieder ein paar Kilometer fahren und das ist bei trockenem Wetter einfach angenehmer.

    Doch zunächst zeige ich Euch mal unser Frühstücksbuffet. In Polen gibt es morgens immer schon deftige Speisen, Eier mit Mayonnaise, Salate mit Mayonnaise, Rührei mit Speck und dicke fettige heiße Würstchen. Aber auch für mich war genug da. :tt+r

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    • 8. September 2017 um 22:08
    • #99

    Wir hatten uns bewusst Nebenstrecken ausgesucht, denn wir wollten ein wenig von Polens Landschaft sehen. Felder, Wälder, Seen, ab und zu kleine Siedlungen...

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    • 8. September 2017 um 22:14
    • #100

    Nicht immer wussten wir, wo wir waren. :rolleyes Wir hatten uns gestern zwar einen Plan ausgearbeitet, aber irgendwie haut das nie hin. Entweder fehlen die Hinweisschilder zu den Straßen, die wir befahren wollten, oder wir sind irgendwo falsch abgebogen.

    Das macht aber nichts, wir nutzen dann die Pausen zum Beispiel für einen Cappuccino (Bild 1) (wir haben immer heißes Wasser mit) oder für eine Suppe, wie hier auf Bild 2 + 3, da waren wir allerdings ziemlich verkehrt. Wir wollten nicht nach Warlubie. :KKopffass2 So kam es, dass wir eben zweimal durch Scorcz fuhren. Da hat man dann immer das Gefühl, man kennt sich schon aus.

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