Beiträge von Petra

    Später raffte ich mich doch noch auf und ging runter, etwas essen. Das Menü war mir zu viel. So bestellte ich ein Sandwich vegetal. Während ich darauf wartete, firl mir siedend heiß ein, dass vegetal, ja nicht vegetarisch ist. Ja, ich hätte tatsächlich wieder Tuna bekommen, außerdem darf ich ja keine zanahorias (Karotten), die hätte es auch auf dem Sandwich gegeben.

    So musste ich nicht hungrig ins Bett. Ich schaute noch einmal aus dem Fenster. Eine breite Regenfront kam auf und etwas später schüttete es nur so vom Himmel mit Blitz und Donner.

    Ich saß ja im Trockenen!

    Viele Grüße
    Petra


    Das Dorf hat nur wenige Häuser. Ich war froh, dass ich vorgebucht hatte, denn alle Betten waren voll belegt und ich sah etliche Pilger, die keine Schlafmöglichkeit bekamen, auch der nette Niederländer wusste nicht, was er machen sollte.

    Ich habe ein kleines Einzelzimmer und bin zufrieden. Nachdem ich mir ein kleines Bier gegönnt habe, setzte ich mich auf mein Bett und ruhte mich aus. Blasen habe ich keine bekommen, das ist das Wichtigste. Morgen habe ich nur eine kurze Strecke von 11 km. Dafür muss ich aber auch erst einmal noch ein wenig nach "oben" laufen, denn ich komme zum höchsten Punkt von dieser Reise.

    Mittlerweile ist mir auch sehr warm geworden. Ich habe in meinem Tagesrucksack ein Trinksystem, damit ich nicht immer Plastikflaschen kaufen muss. Heute Morgen habe ich es mit dem Wasser as dem Badezimmer befüllt. Bäh, sage ich nur, es war NICHT trinkbar.

    Der Weg ging nun stetig nach oben. Viel Schotter, kleine Naturpfade, manchmal auch riesige Matschpfützen (Augen zu und durch) Hier lernte ich einen Niederländer kennen, der auch - so wie ich - schnaufte und ab und zu eine Pause brauchte. Er war mit Sohn und einem Freund unterwegs. Ihn traf ich immer mal wieder auf dem Weg.

    Ja, es war für mich ganz schön mühsam und ich blieb immer mal wieder stehen, um mich zu erholen. Mittlerweile war ganz schön weit oben und hatte eine tolle Sicht.

    Dann endlich kam Foncebadón in Sicht. Wunderbar, gleich habe ich es geschafft.

    Weiter geht es mal neben einer kleinen´Straße, durch kleine Wäldchen und auch durch offene Landschaften. Nach rund 7 Kilometern erreiche ich Rabanal und brauche eine große Pause. Rabanal liegt auf 1, 156 m

    Ich bestelle mir zwei Spiegeleier mit Reis und Salat, dazu ein Tonic Wasser. Da ich draußen sitze, ziehe ich auch meine Schuhe aus. Ich lerne Japaner, Taiwaner, Deutsche und Amerikaner kennen.

    Noch immer ist nicht viel auf dem Camino los. Auf dem 2. Bild wäre ein Geocache gewesen. Allerdings habe ich nicht die Muße gehabt, lange such suchen. Erstens wurde ich dann auch immer mal gestört und zweitens lag ja noch ein ganzes Stück vor mir.

    2. Etappe am 30. Mai von Santa Catalina de Samoza nach Foncebádon - 18,4 km

    Für 7 Uhr morgens habe ich mir das Frühstück gewünscht, damit ich auch früh loskomme. Es war ein reichhaltiges und liebevoll angerichtetes Frühstück. Auch der Frühstückraum war gemütlich eingerichtet. Überall brannten Kerzen. Das war doch schon mal ein guter Start.

    Am Nebentisch saß ein französisches Pärchen aus Paris und ich kratzte meine Sprachkenntnisse zusammen. Sie wollten an diesem Tag über 30 km laufen. Puhh!

    Noch vor 8 Uhr war ich schon unterwegs. Das Wetter war sonnig, aber für mich noch zu kühl. So lief ich anfangs erst einmal dick eingepackt, während sich die Franzosen in kurzen Shorts und T-Shirts auf den Weg machten.

    Nach viereinhalb Kilometer erreichte ich El Ganso und legte hier eine kleine Kaffeepause ein. Die Höhe beträgt 1.020 m.


    Schon von weitem konnte ich die Kirche von Santa Catalina de Somoza sehen. Ich bin zu früh da, denn ich kann erst um 14 Uhr einchecken. So setze ich mich in die erste der beiden Herbergen (El Caminante) und esse dort zu Mittag.

    Wandern macht hungrig und durstig. Eigentlich wollte ich die "angepriesenen" "huevos fritos" essen (Spiegeleier) aber die gibt es nicht, dafür eben eine Tortilla española mit einem Stück Brot, ein paar Oliven, eine Banane und ein Tonic Wasser. Das schmeckt auch. :ppeace

    Nach rund 5 km erreiche ich Murias de Rechivaldi. In der Bar Cris mache ich eine Cappucinopause. Hier scheint auch ein kleiner Treff der hiesigen Polizei zu sein. Ich fühle mich von den hiesigen 3 Polizeiautos gut behütet. Sie wollen ja auch nur eine Kaffeepause machen. ;)

    Ich befinde mich immer noch in der Provinz León in der Autonomen Gemeinschaft Kastilien-León.

    Langsam wird es richtig warm und ich laufe im Poloshirt weiter. Wasser habe ich genügend mit. Die Landschaft ist sehr karg, aber der gelbe Ginster blüht wunderschön rechts und links des Weges.

    Es ist noch ziemlich ruhig auf dem Weg. Ab und zu überholten mich einige Pilger, immer wieder hörte ich dann ein "Buen Camino". Auch die Einheimischen grüßten einem freundlich. <3

    Das Wetter war richtig gut. Nach der Vorhersage zu urteilen, sollte es ja regnen, aber das tat es nicht! :thump: Um so besser, bei Sonnenschein macht es natürlich viel mehr Spaß.

    In der kleinen Kapelle mache ich ein kurzen Halt. Dabei vergesse ich, dass ich hier eigentlich ein Geocache suchen wollte. :Kopffass: 2 km später fiel es mir ein. :ffffluestern

    Obwohl ich meinen Garmin mitgenommen habe und mir auch die Etappen abgespeichrt habe, muss ich zugeben, das braucht man nicht. Die Ausschilderung ist gut. Ich probiere aber auf diesem Weg etwas anderes aus und nutze einen Satellitenzugang. Daher könnt ihr den Weg über diese Adresse (share.garmin.com/Jakobsweg2023) live mitverfolgen. Das teste ich für eine spätere Reise aus. Mittlerweile klappt das ganz gut! :mrgreen

    Letztes Bild: noch 260 km bis Santiagi de Compostela

    1. Etappe am 29. Mai von Astorga nach Santa Catalina de Samoza - 10,8 km

    Als Einstieg habe ich eine kurze Strecke gewählt, ich will mich langsam an den Weg gewöhnen und möglichst keine oder nur wenige Blasen bekommen. Neine Wanderschuhe sind gut eingelaufen und ich trage wieder meine doppelten Camino-Socken von Wrightsocks mit der Jakobsmuschel am Bündchen.

    In meiner Unterkunft gab es kein Frühstück, aber direkt nebenan hatte eine Cafeteria geöffnet und ich bestellte mir ein "Tostado" , eine große Scheibe geröstetes Brot mit Olivenöl, Marmelade und Tomatenmus und ein Cafe con leche.

    Den schweren Rucksack lasse ich wieder von "Caminofácile" transportieren. Ich hatte dort noch ein Guthaben. So habe ich nur einen leichten Tagesrucksack, aber auch diesen merke ich nach einigen Stunden. (ich habe mir aber eine Tube Voltaren eingepackt ;) )

    Um 8:30 machte ich mich dann auf den Weg.

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