Wir* erwarten einen LKW mit Hilfsgütern und Weihnachtspäckchen aus Deutschland. Wir wissen nicht so genau, wann er ankommt, die letzte Information war, dass er in Ungarn angekommen ist. So haben wir am Vormittag etwas Zeit.
Es ist der 2. Dezember, vor 18 Jahren ist mein Vater gestorben, einer der Gründe, weshalb ich jedes Jahr hier nach Rumänien komme, denn der Wunsch meines Vaters war, in Rumänien beerdigt zu werden.
Wir kaufen auf dem Markt Rosen für das Grab, wie immer 7 von seinen Kindern und eine von Mechtild.
Am Nachmittag fahren wir nach Bencec und warten auf den LKW. Irgendwann erfahren wir, dass er doch nicht mehr an diesem Tag ankommt. Nun müssen wir wieder alle Helfer informieren, die auf Abruf bereit standen.
Es ist dunkel geworden und ich darf uns zurück nach Temeswar fahren. Es sind aber nur 30 Kilometer. Ich fahre deutsch und nicht rumänisch, denn ich kenne weder das Auto noch die Strecke im Dunklen. Es gibt unterwegs keine Beleuchtung, geschweige denn einen Mittelstreifen. Aber... ich habe es geschafft, wir sind sicher nach Hause gekommen. ![]()
Ich will nicht sagen, dass ich danach einen Palinka brauchte. Ich bin danach noch einige Male gefahren und es wurde von Tag zu Tag besser, selbst Timisoara konnte mir nichts mehr anhaben und die Fahreweise der Rumänen. Da fährt jeder mindestens 70, wenn es eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h gibt. ![]()
*wir = Mechtild Gollnick von dem Verein Hilfe für Kinder