Beiträge von Petra

    Nun holen wir Claudia Radu ab, wir arbeiten schon lange mit ihr zusammen.

    Zitat

    Die Sozialassistentin Claudia Radu hat bei sich zu Hause ein Tagesheim eingerichtet, in dem sie ehrenamtlich zusammen mit einigen Student/innen, die ein Praktikum ableisten oder ebenfalls ehrenamtlich mitarbeiten, etwa 15 Schulkinder aus sozial schwachen oder desorganisierten Familien ihres Wohnviertels betreut.

    Sie will mit uns zu drei sehr armen Familien fahren. Ich muss ehrlich sagen, diese drei Besuche haben mich doch sehr geschockt. Die ersten beiden Familien, jeweils mit einem Kleinkind leben in einer Ruine. Die Lebensumstände sind unvorstellbar. Wir bringen erst einmal ein Weihnachtspäckchen vorbei, alles Weitere muss in Ruhe besprochen werden.

    Die beiden bewohnten Zimmer sind notdürftig eingerichtet, wenn man mal von einer Einrichtung sprechen kann. Die Fensteröffnungen mit Folie abgeklebt. Ein winziger Ofen brennt in einem Zimmer, in dem anderen Zimmer ist es kalt.

    Nachdem alle Kinder ein Nikolauspäckchen bekommen haben, werden wir noch zum Kaffee gebeten. Dort lerne ich einige Künstler kennen, unter anderem Frau Steluta Gutiu. Sie ist Rumäniendeutsche und spricht ein ausgezeichnetes deutsch.

    So konnten wir noch ein wenig Luft schöpfen, ich ahnte ja nicht was mich noch erwartete.

    Am Nikolausvorabend hatten wir eine Einladung zu einer Nikolausfeier in der Kindertagesstätte Nicolae in Temeswar. Hier werden an die 60 Kinder betreut, bekommen nach der Schule ein warmes Mittagessen, Hilfe bei den Hausaufgaben und vieles mehr. "Hilfe für Kinder" unterstützt diese Einrichtung in vielerlei Hinsicht.

    Für die Eltern und einige eingeladene Gäste wurden Weihnachtslieder gesungen, Gedichte vorgetragen und zu meiner großen Überraschung stellte ich bei einem Vortrag fest, das verstehe ich sogar. Es gab ei Nikolausgedicht auf englisch (Bild 5) und eins auf deutsch (letztes Bild). Wir haben den Jungen hinterher gefragt, woher er so gut deutsch kann und er antwortete uns, dass er ein Jahr lang mit seinen Eltern in Deutschland gelebt hat.

    Mit Evi und Kati besuchten wir eine Messe und hinterher gab es Pizza! Vicky kam dann auch noch hinzu und wir hatten einen sehr gemütlichen Abend.

    Hier isst man zu der Pizza immer eine Sauce, als echte Ungarin nimmt Kati natürlich eine richtig scharfe Sauce, die mich an den Rand einer Luftnot bingt, so nehme ich dann lieber von der Knoblauchcreme.

    Da ich als einzige nicht Auto fahren musste, durfte ich ein Timisoreana trinken! Übrigens Pizza für 6 inklusive der Getränke, kostete noch nicht einmal 40 €uro! :thump:

    Am nächsten Tag besuchen wir eine junge Mutter, die Hilfe benötigt und wir gehen in ein Kinderheim. Bilder dürfen keine gemacht werden, aber davon machen wir unsere Hilfe nicht abhängig.

    Als letztes besuchen wir noch Alex mit seiner Mutter. Sie werden von einer Sponsorin unterstützt, so dass das Leben etwas einfacher für sie ist.

    Als wir anrufen und unseren Besuch ankündigen, sagte sie uns, dass sie gerade Alex von der Schule abholt. Da wir in der Nähe waren, holten wir beide von der Schule ab und brachten sie nach Hause. Alex hatte am nächsten Tag Geburtstag, daher gab es natürlich auch ein dickes Geschenk für ihn und er strahlte und freute sich, dass er mit mir ein paar Brocken englisch reden konnte. Er zählte auch ganz stolz bis 20. Natürlich hatte er auch Spaß am Fotografieren. :)

    Danke :)

    Andrea grüße meinen Großneffen ganz lieb von mir <3

    Kathrin, ja, es ist nicht einfach, das zu sehen, aber ich weiß, mit meinem Besuch kann ich dank eurer Hilfe immer etwas Freude bringen. Ich weiß das zu schätzen, dass ihr mich unterstützt. Ich mache das gerne und manchmal finde ich das Leben einfach ungerecht!

    Liebe Grüße aus Temeswar
    Petra

    Nun fahren wir an das andere Ende von Temeswar und besuchen mit Marius zusammen eine Familie mit zwei Kindern, die wir noch nicht kennen. Sie wohnen in einem der alten Häuser, die noch einen Innenhof haben. So etwas habe ich noch nicht gesehen und mache gleich ein Bild davon. Manchmal wünschte ich mir, dass ich mehr Zeit hätte, aber meine Mission ist eine andere. :thump:

    Der Vater der Familie bekommt nur eine winzig kleine Rente und die Mutter arbeitet, aber es reicht hinten und vorne nicht. Sie zeigen uns den Heizkörper, der müsste erneuert werden und die Jungs brauchen dringend einen Computer/Laptop für die Schule. Auch hier in Rumänien wird immer mehr auf ein Laptop/Computer zurückgegriffen, wenn es um Schularbeiten geht. Die Zeit macht keinen Halt. Wir versprechen auch hier, dass wir uns um eine Lösung bemühen.

    Wir haben Lebensmittel und ein Weihnachtspäckchen mitgebracht. Sie freuen sich sehr. Bevor ich Bilder mache, lassen wir uns unterschreiben, dass wir diese auch veröffentlichen dürfen. Sie sind alle sofort bereit, wie schön! Es ist ja so, wenn wir nicht über die Sorgen und Nöte berichten können, dann gibt es auch keine Sponsoren, die das unterstützen.

    Die Mutter bietet uns Kuchen an, wir schaffen es nicht, dieses Angebot abzuschlagen, jeder Versuch schlug fehl. Es gibt einen unheimlich leckeren "Baumkuchen" mit viel Schoko-Sahne, dazu ein Glas Cola.

    Für diesen Tag haben wir unser Programm geschafft. Wir fahren nach Hause und dort wartet dann die nächste Arbeit auf uns. Termine müssen abgesprochen werden, die Berichte geschrieben und die Abrechnungen gemacht werden. Wir sitzen meist bis 23/24 Uhr und arbeiten.

    Viele Grüße
    Petra

    Weiter geht es für uns, wir fahren zu Loredana. Ich kenne sie schon seitdem ihr erster Sohn ein Baby war. Da wohnte sie mit ihrem Mann in ganz eledingen Verhältnissen ind einer zusammengezimmerten Bretterbude.

    Obwohl sie für unsere Verhältnisse immer noch sehr ärmlich wohnen, haben sie wieder etwas mehr geschaffen. Nun wohnen sie in einem Container, den sie für ihren Zwecke versuchen wohnlich zu machen. Ihr Mann arbeitet gerade und so treffen wir nur die Mutter mit ihren 3 Kindern an. Sie bekommen Lebensmittel und für alle drei habe ich ein Kuscheltier mitgenommen, ich habe ja einige aus Deutschland mitbringen können. Die Freude war riesengroß. Ich denke, man sieht es auf den Bildern.

    In der Küche steht nur ein Herd. Hier fehlt es an allem, kein Schrank, kein Tisch, kein Stuhl. Sie möchte gerne ein paar Küchenmöbel haben. Das kann ich gut verstehen. Wir schauen mal, was wir tun können, wo wir Sponsoren finden.

    Wir gingen ins "Haus", 2 Zimmerchen sind vorhanden und eine "Küchenzeile", die den Namen nicht verdient.

    Es gibt kein fließend Wasser. Das Wasser wird in Flaschen geholt, ein Zustand, der nicht tragbar ist. Die Familie möchte einen Brunnen bauen, aber das Geld fehlt. Wir wollen helfen. Es fehlt noch so vieles, kein Kühlschrank keine Waschmaschine...

    Wir lassen zunächst eine Tüte mit Lebensmitteln da und ein paar Süßigkeiten. Dann gehen wir bedrückt zu unserem Auto zurück. Fließend Wasser ist hier ein Luxusartikel.

    Unsere Mittagspause fiel flach, wir hatten uns eine Stulle mitgenommen und aßen diese zwischendurch im Auto, denn um 13:30h hatten wir eine Verabredung mit dem Sozialarbeiter Marius. Zusammen wollten wir drei arme Familien besuchen. Zwei der Familien kannten wir.

    Wir holten Marius ab und fuhren zur ersten Familie. Ich hatte mir schon wohlweislich ein paar "alte" Schuhe mitgenommen. Den Wagen mussten wir am Straßenrand stehen lassen und zu Fuß den Rest gehen.

    Von der Metro aus fuhren wir gleich weiter zu einem besonderen Projekt: "Karl Stengel - Children´s " Karl Stengel war ein Maler,1926 geboren in Ungarn ung gelebt in Deutschland.

    "Karl Stengel - Children´s" ist ein Projekt, das für 10 Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten aus dem Bereich Autismus vorgesehen ist. Der Verein Vivart arbeitet mit der Spezialschule für hörbehinderte Kinder zusammen, auch andere behinderte Kinder (z.B. mit dem Downsyndrom) werden durche Art-Therapie und Psychomotorik gefördert.

    Die Art-Therapeutin Mirela Navligu zeigte uns einige Arbeiten, die mit den Kindern zusammen entstanden sind. Gefördert wird dieses Projekt von der Frau des verstorbenen Malers Karl Stengel in Gedenken an ihn.

    Dann kamen die Kinder und wir nahmen auch an dieser Stunde teil. Für diese Kinder hatten wir die Bananen gekauft. Ich durfte Bilder machen, aber die Kinder nur von hinten fotografieren.

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