Beiträge von Petra

    Da ich kein rumänisch sprechen kann, mussten wir auf die Gebärdensprache zurückgreifen, das klappt in der Regel auch prima. Spätestens dann, wenn man den Kindern hinterher die "verunglückten" Bilder zeigt, ist der Bann gebrochen.

    Zwei der Kinder haben in der Schule mit französisch angefangen, da konnten wir schon mal gemeinsam zählen, ein anderer Junge sprach ein wenig englisch!

    Wir erwarteten ja noch einen Kleintransporter mit Weihnachtspäckchen, wir nahmen uns vor, wnn diese ankommen, dann fahren wir noch einmal hin.

    Am Nachmittag fuhren wir noch zu einer Familie mit vielen Kindern in Temeswar. Hilfe für Kinder unterstützt hier mit Lebensmitteln, die Gebühren für den Kindergarten werden übernommen und vieles mehr. Ich habe ja eine große Tüte voll mit Schals mitbekommen, davon haben wir einige hier verteilt und wie man an den Bildern sehen kann, hatten die Kinder viel Freude daran. Es gab natürlich auch für jeden eine kleine Süßigkeit. Während Mechtild Gollnick mit der Familie das Finanzielle regelte, blieb ich bei den Kindern und fotografierte.

    Draußen war es ganz schön frisch, es war mittlerweile Mittag geworden und wir entschieden uns spontan, dass wir Pizza essen wollten. Eine gute Idee. Gegessen haben wir in der Pizzaria Celentano in der Strada Regimentul 13 Călărași 2.

    Die Speisekarten sind natürlich alle auf rumänisch. Ich bekomme aber eine englische Übersetzung zumindest mit den wichtigsten Speisen. Mir kam der Preis manchmal ganz schön hoch vor. Als ich dann die gesamte Rechnung bekam, na gut 118 €. Noch immer fiel der Groschen nicht. Ich bezahlte mit Kreditkarte und dann schaute ich auf die Abrechnung, mhmm ich habe ja in Lei bezahlt und 118 Lei sind gerade mal 25 €uro.:Kopffass:

    Das Knoblauchbrot war lecker und die Pizza prima, der Teig knusprig, genau wie ich es gerne mag.

    Manch "einer" hat den Rand dann für Topi mitgenommen, sie hat sich riesig gefreut und natürlich hat sie den Fleischrand bevorzugt gegessen. :tt+r

    Weiter geht es nun zum Heldenfriedhof. Er liegt etwas außerhalb der Inneren Stadt. Wir bringen die Rosen zum Grab meines Vaters. Hier auf diesem Friedhof steht ein Mahnmal, eine ewige Flamme brennt. Die Flamme wie auch die Gräber an der linken Seite erinnern an die Revolution 1989 mit den blutigen Unruhen und Aufständen...

    Heute ist Sonntag, der 2. Dezember, strahlender Sonnenschein, aber richtig kalt, auf rumänisch sagt man: "beißende Sonne". In der Nacht waren es mehr als 6 Grad minus. Heute vor 14 Jahren ist mein Vater gestorben und dies ist auch ein Grund, weshalb ich ausgerechet um diese Zeit immer nach Temeswar möchte, denn das Herz meines Vaters hing an Rumänien, speziell an Temeswar. Daher war es für uns Kinder nicht verwunderlich, dass er auch seine letzte Ruhestätte in Temeswar auf dem Heldenfriedhof bekommen hat.

    Nach dem Frühstück fuhren wir in die Innenstadt, suchten uns einen Parkplatz und besuchten die deutsche Messe im Dom. Der Temeswarer Dom wurde 1736–1763 gebaut.

    Nach der Messe nutzte ich die Gelegenheit und machte ein paar Bilder von dem Platz der Vereinigung (Piața Unirii). Es ist der älteste Platz der Stadt mit der Dreifaltigkietssäule in der Mitte vor dem Dom. Im Hintergrund kann man die Serbisch Orthodoxe Kathedrale und das Serbische Bischofsheim erkennen.

    Nun fahren wir nach "Hause". Topi freut sich und bellt wie verrückt, er bekommt als erstes ein Leckerli. Dann packe ich meine Sachen aus. Ich habe wieder einen ganzen Koffer voll mit Sachen mitgebracht.

    Nun besprechen wir ein paar Dinge, vor allem, was wir alles in den nächsten Tagen machen wollen. Dann kommen Kati und Evi, es gibt viel zu erzählen. Wir essen gemeinsam zu Abend, dann kommt die Routine, Abrechnung, Planung, Bilder auswerten, Bericht schreiben.

    Viele Grüße
    Petra

    Noch einen Besuch haben wir uns vorgenommen. Wir fahren zu der Familie im alten "Bahnwärterhaus". Auch hier war ich schon einige Male. Hilfe für Kinder zahlt das fällige Fahrtgeld, damit die Kinder in die Schule gehen können.

    Sponsoren haben dafür gesorgt, dass die Familie nun endlich Strom bekommt. Sie haben eine Photovoltaik-Anlage und die Mutter zeigt uns die nackte Birne an der Decke. Endlich Licht, was für ein Luxus nach so vielen Jahren. Auch den Kühlschrank zeigt sie uns, im Sommer eine große Hilfe.

    Mein Fotoapparat macht schlapp, das Akku ist leer, die Ersatzakkus irgendwo im Gepäck. So nehme ich mein Handy und fotografiere damit. Geht auch. ;)

    Dann müssen wir an dem Hütehund vorbei, er ist aber an der Kette und diese hält...

    Als ich wieder im Auto sitze, stelle ich fest, dass mein Objektivdeckel fehlt. Also gehe ich wieder zurück und ja, ich finde ihn.

    Nun mache ich von zwei Kindern ein paar Bilder, der jüngere Bruder hat sich unter dem Bett vesrteckt und ist nicht bereit herauszukommen.

    Ich habe ein paar Schokoladennikoläuse mitgebracht, da ist die Freude groß. Wir lassen uns die schriftliche Erlaubnis geben, dass wir die Kinderbilder veröffentlichen dürfen. Das machen wir nun fortan bei allen Familien. (Dank DSGVO!)

    Auf direktem Wege fahren wir nach Dudeștii Noi. Dort besuchen wir eine alleinerziehende Mutter von mehrerern Kindern. Ich kenne sie auch von meinem Besuch im letzten Jahr.

    Wir haben einige Ziegelsteine im Kofferraum, die wir ausladen und bei der Mutter lassen. Dann zeigt sie und das "neue" Badezimmer. Hilfe für Kinder hat sie auch da mit Material unterstützt. Die Fliesenarbeiten hat sie - wie so vieles anderes auch - selber ausgeführt. Geschnitten hat sie die Fliesen mit einer Flex, wie sie stolz berichtete, weil der Nachbar die Schneidemaschine wieder selber brauchte.

    Hallo aus Temeswar in Rumänien,

    wenn sich das Jahr dem Ende entgegen neigt, dann wird es für mich Zeit, nach Rumänien zu fliegen. Wieder habe ich viele Spendengelder sammeln können, die ich vor Ort ausgeben werde. Hier an dieser Stelle sage ich allen ganz herzlichen Dank, die mein Projekt unterstützt haben. <3

    Ein erste Überraschung erwartete mich am Flughafen in Hannover, denn hier traf ich meinen Schwager mit Familie. Sie fliegen auch über München, aber dann weiter in den Urlaub.

    Obwohl ich nur mit kleinem Fotogepäck unterwegs war, schaffte es mein Rucksack nicht durch die Kontrollen und brauchte eine Sonderbegutachtung. Ebenso schlug doch dieses Mal meine Schiene im Bein ab. :D

    In München hatte ich dieses Mal lange Wege und da ich nur meinen "Perso" mithatte, durfte ich auch nicht durch die Easy-Pass-Kontrolle.8| Wie es dann so ist, 2 Schalter waren für EU-Bürger auf, einer war durch einen Touristen blockiert, dessen Pass gründlicher studiert werden musste und als ich dann endlich dran war, gab es Schichtwechsel und der Computer wollte und wollte nicht hochfahren. Allerdings hatte ich dieses Mal Zeit satt, so dass ich das alles stoisch über mich ergehen ließ.

    Eine überaus nette Besatzung auf dem Flug nach Rumänien ließ die Zeit wie im Flug vergehen. Ich wollte ja noch nach einem Tonicwasser fragen, habe dieses aber vergessen, denn einer von ihnen meinte, ich müsste unbedingt ein Schlückchen Champagner trinken.

    Obwohl wir später abflogen als geplant, wir mussten noch auf spät ankommende Passagiere warten, kamen wir 10 Minuten vor der Zeit in Temeswar an. Meine beiden Koffer waren auch da, nur die Koffer der zu spät gekommenen Passagieren haben es nicht geschafft.

    Mechtild Gollnick vom Verein Hilfe für Kinder holte mich am Flughafen ab. Wir hatten abgemacht, dass wir gleich die ersten Besuche vom Flughafen aus machen wollten. MIr war es recht. Ich bin ja nicht zum Vergnügen hier.

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