Beiträge von Petra

    8. Etappe von Los Arcos nach Viana - 19,2 km 32.019Schritte, davon 19.617 Stufen/Steigungen

    José hat mir eine Bar genannt, bei der ich schon ab 6:30 Uhr ein Frühstück bekomme. Da ich zeitig losgehen wollte, war ich auch pünktlich an Ort und Stelle. Ich bestellte mir einen Ornagensaft (frisch gepressst) einen Kaffee con leche und ein Brötchen mit Rühei und Käse. Die Bar befindet sich gegenüber der Kirche. So war ich gut gestärkt für den kommenden Marsch.

    Ich bin gut in Najéra angekommen und hatte heute nur gemütliche 16,5 km bei 34 Grad...~^^

    Unterwegs traf ich dann noch eine lustige Truppe, die mich Ortseingang auf ein Bier einluden. Zwei waren aus New York, eine aus Memphis, eine aus London und Martin aus Ulm. Bilder dazu folgen, wenn sie vorzeigbar sind...<&t~

    Übrigens Beate und Heike, ihr habe beide recht mit der Abhängigkeit. Dies ist jetzt schon die 3. Etappe, wo die Unterkünfte überquellen. Es ist einfach voll in den Orten, es sind ja nicht nur die Pilger unterwegs, sondern auch die Touristen, hier ist Hochsommer und Ferienzeit.

    Da kann ich froh sein, dass ich schon vorab gebucht habe. Es gäbe hier noch eine Pilgerunterkunft, die Platz in einem 20-Betten-Raum hätte. Das wäre doch was für mich.:^^


    Heute ist nun wirklich Sonntag und die Geschäfte haben zu. Ich habe aber 3 Restaurants in der Nähe, in eines werde ich nachher gehen. Ich will ja nicht den Abend trocken verleben.:bbbier

    Übrigens meine Armschmerzen sind so gut wie weg,auch keine Blitze mehr, da habe ich doch alles richtig gemacht.:ppfeifen

    Wie gut, dass jeder anders ist und andere Prioritäten setzt. Ich will mir gar nicht vorstellen, wenn alle auf dem Jakobsweg laufen wollten. Jeder soll es so machen, wie er mag, kann und will. :love:


    Die Hotels kann ich ohne Probleme umbuchen und für s Gepäck reicht ein Anruf... Alles easy, wenn man will. Bisher bin ich aber mit meiner Vorplanung sehr zufrieden...

    Heike ich habe schon immer Dinge machen wollen und gemacht, wo andere gesagt haben, das schaffst Du nicht... Das waren dann für mich immer Herausforderungen, die es zu bewältigen gab.

    Es soll heute 38 Grad werden, noch merke ich nichts, es geht ein kühler leichter Wind...

    Ich habe nur noch 8 Kilometer...

    Ich bin übrigens jetzt im Rioja Gebiet, wunderschön.

    Erste Pause dann in der nächsten Ortschaft, Ventosa, das ist zwar ein kleiner Umweg von ca. 1 km, aber so komme ich an ein zweites Frühstück... Spiegeleier mit Brot, frisch gepresstem Orangensaft und einem Kaffee. Was geht es mir gut...

    Mir fällt gerade noch ein, natürlich muss ich mich mit den Laufabschnitten nach den Gegebenheiten richten, ich brauche am Abend ein Bett und eine Dusche und auf dem Jakobsweg muss es sein......

    Hardcorer übernachten draußen. Vorhin traf ich so einen... Die übliche Frage, woher kommst Du? Ich beantwortete sie gleich für ihn: US. (man hört es..

    ) Ja meinte er, gebürtig von dort, aber jetzt hat er kein Zuhause mehr und reist in der Weltgeschichte umher.

    Davon gibt es auch einige...

    Nö was ist denn eingeschränkt? Ich jederzeit unterbrechen, Pause machen, woanders hingehen, weitergehen, wer sollte mich daran hindern?

    Auch auf dem Jakobsweg gehen Menschen, man hört auch hier so allerlei.

    Im letzten Jahr habe ich alle 2 Tage eine Pause gemacht, weil ich nicht wusste, ob ich das überhaupt schaffen kann alles. Ich habe aber gemerkt, ich schaffe vieles...

    Ich bin wieder unterwegs...

    Ja Angelika, Du hast es gut beschrieben.

    Ich will auch einfach mal raus aus meiner Komfortzone, über mein Schatten springen, meine Grenzen erkennen, bissel Abenteuer erleben und noch vieles mehr.

    Ich hatte noch nie so viel Zeit für mich wie hier auf dem Jakobsweg und absolut keine Verpflichtungen und kann machen, tun und lassen, was ich will, muss auf nichts und niemanden Rücksicht nehmen...

    Das gefällt mir total, wie auch Hunderten anderen, die aus aller Herren Länder kommen, Tag für Tag, Jahr für Jahr...

    Ich bin nicht umsonst Wiederholungstäterin...

    Bisher hatte ich fast immer eine Klimaanlage oder einen Fan. Nur heute nicht und es ist recht warm im Zimmer. Die Fenster will ich auch nicht aufmachen, wegen der Mücken. Das Zimmer heute kostet aber auch nur 30 Euro, es ist auch mit Bad, Frühstück 3 Euro, also doch sehr human, finde ich. Das ist jetzt mit Abstand das günstigste Zimmer.


    Morgen soll es ja 38 Grad werden, bin gespannt... danach kühlt es sich stark ab und an einem Tag ist sogar Regen angesagt.

    Nach 19 Uhr ziehe ich dann los, ich wollte mich endlich mal wieder satt essen!

    Wie Jose mir empfohlen hat, ging ich zum Restaurant Mavi und nicht zum Monaco. Die Wirtin schrieb gerade per Hand die Speisekarte neu.

    Ich fragte sie nach einem vegetarischen Menü und zählte meine wichtigsten Allergien auf (Möhren und Äpfel) und bestellte dann den Salat mixte ohne Möhren und Tuna. Als Hauptgericht empfahl sie mir eine Spezialität der Gegend mit Gemüse. Ich habe es nicht richtig verstanden und nickte ab.

    Mittlerweile war noch ein Pilger angekommen, der deutsch sprach und wir setzen uns zusammen an einen Tisch. Er ist Belgier und als Hospitalero in der Pilgerunterkunft tätig. Hospitaleros arbeiten unentgeldlich gegen Unterkunft und Verpflegung. Er macht das für 2 Wochen. Dann kommen noch zwei Pilger und wir schieben die Tische zusammen. Sie ist aus der Schweiz und er auch Belgier.

    Da gibt es viel zu erzählen, in französisch, flämisch und deutsch. Zum Nachtisch gibt es dann verschiedene Sorten Pudding, viele mit Milchreis (schüttel!) Ich nehme ein "kleines" Eis. Es ist jedoch ein großes Eis und ich gebe großzügig die Hälfte an den Belgier, der sich über die Extra-Ration freut.

    Endlich gut satt geworden, die Spezialität war übrigens eine sehr leckere Kartoffel-Zucchini-Suppe.

    Ein jeder ging dann in seine Unterkunft. Ich holte mir aus dem Automaten noch ein eisgekühltes Getränk und ging auf mein Zimmer.

    Nachdem ich mich Bettfein gemacht hatte, wollte ich die letzten Bilder vom Abendessen überspielen und fand meinen Fotoapparat nicht.

    Siedendheiß fiel mir ein, dass ich ihn auf dem Tresen an der Rezeption habe abgelegt, als ich mir das kühle Getränk gekauft habe. :Kopffass:

    Ich wurde hektisch, denn ich sah meine schöne Fujifilm schon an einem für mich unerreichbaren Ort. Als ich nämlich in die Pension ging, kamen andere auch gerade nach Hause.

    Nun zog ich mich in Windeseile wieder an und lief zur Rezeption und was lag da? Genau meine Kamera war immer noch da!

    Was für ein freudiges Erlebnis!

    Das war´s für heute, viele Grüße
    Petra

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    Endlich ist Los Arcos in Sicht. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich kurz vor dem Zieleinlauf bin. Aber auch hier zieht es sich noch ganz schön hin.

    Irgendwann erreiche ich die gebuchte Pension Los Arcos, werde total freundlich von Jose aufgenommen, bekomme eine Karte vom Ort, in der er mir aufschreibt, wo ich gut ein Pilgermenü bekomme, es gibt genau zwei Restaurant, die gegenüber liegen, bei beiden kostet das Menü 12 Euro, aber in dem einem wird wie bei Muttern gekocht, das würde er mir empfehlen.

    Er zeichnet mir auch noch den Weg aus der Stadt heraus und wo ich am nächsten Morgen um 6:30 schon ein Frühstück bekomme. An der Rezeption, die ab 20 UHr nicht mehr besetzt ist, gibt es einen Automat mit kühlen Getränken. Jose bringt mir meinen Rucksack ins Zimmer, ich bin mit der Wahl mehr als zufrieden.

    Die folgende Streckeist sehr heiß und bietet wenig Schatten. Ich treffe einen netten langsam gehenden Italiener, der meint, wir beide wären die einzigen, die noch übrig geblieben sind, weil wir so langsam sind. Er will sich nicht setzen, denn dann meint er, ist "finito". Er hat Probleme mit seinem Knie.

    Lustig ist, er spricht nur italienisch und nichts anders. Aber irgendwie können wir uns auch verständigen. Dann geht er doch weiter und schneller als ich!

    In der Ferne sehe ich ein Hinweischild auf eine Bodega. Das darf nicht wahr sein. Meine Vorräte an Wasser sind nämlich doch ganz schön wenig geworden und es liegen noch 5 Kilometer vor mir.

    Erst einmal ein kühles Zitronengetränk und dann auf den Stuhl gesetzt und Beine hoch.

    Der Italiener ist natürlich schon da und während wir uns amüsieren, dass wir bei der Hitze unterwegs sind, kommen noch 3 Italiener.

    Der Wirt macht jedoch die Bude zu. Die Tische und Stühle werden abgeräumt und zusammengebunden, wir dürfen uns aber auf den Boden setzen. Ich kaufe schnell noch ein Wasser für unterwegs und mache es mir gemütlich... so weit es geht.

    Ich bin dann mal wieder die Letzte, die sich aufrafft, bei der Hitze könnte ich mir ja mal die Frage stellen... aber ich mache es nicht. Tapfer gehe ich weiter.

    Endlich nach 8 Kilometern komme ich in Villamayor de Monjardin an. Ich muss jetzt unbedingt eine längere Pause machen, außerdem habe ich Hunger und Durst. Es gibt einen Mini-Laden. Dort kann man kleine Stücke Baguette kaufen und natürlich auch einen Belag dazu wie zum Beispiel Schinken, Wurst und Käse. Nur was will ich mit 12 Scheiben Käse? Also kaufe ich mir eine Packung Hummus mit Aceitunas de Kalamata.

    Das Brot lasse ich mir aufschneiden und ärgere mich, dass ich den Göffel (eine Seite Gabel, andere Seite Löffel) nicht im Tagesrucksack habe. So kaufe ich mir einen Löffel, denn ich muss das Zeug ja irgendwie essen. Es ist mir natürlich zu viel, aber ich biete es an wie Sauerbier, keiner der anderen Pilger wollte etwas abhaben. Daher habe ich es tapfer aufgegessen.

    Ich fülle beide Wasserflaschen noch einmal auf, denn auf den nächsten 12 Kilometern soll es nichts geben.

    Nun erreiche ich eine Weggabelung und dieses Mal erinnere ich mich an den Tipp von Raimund Joos im Outdoor. Ich hole das Büchlein noch einmal vor und ja, genau hier war es. Es gibt zwei Wege nach Los Arcos. Beide sind gleich lang. Ginge ich den alten Weg gerade aus, so habe ich 240 mehr an Höhenmeter zu laufen. Da nehme ich dann doch lieber die vorgeschlagene "einfachere" Variante über die Orte Azqueta und Villamayor de Monjardin.

    Es gibt unterwegs zunächst keine Einkehrmöglichkeit, so setze ich mich immer mal einfach auf einen Stein oder Baumstamm, je nachdem, was gerade da ist.

    7. Etappe von Estelle nach Los Arcos - 21,3 km 35.525 Schritte, davon 27.018 Stufen/Steigungen

    Am 2. 8.2018 bin ich noch vor 6 Uhr aufgestanden, ich will einfach früher loskommen und die kühle Morgenluft mitnehmen. Die Packerei dauert natürlich seine Zeit. Ich überlege hin und her, ob ich Regenzeug in meinen Tagesrucksack einpacke und entscheide mich dagegen. Jedes Gramm weniger zählt.

    Schräg gegenüber von meiner Unterkunft hat die Bar schon geöffnet. Die ersten Arbeiter trinken ihren morgendlichen Kaffee.Ich bestelle mir auch einen Kaffee con leche , einen frisch gepressten Orangensaft und dazu ein Croissant. Das muss fürs erste reichen. Ich halte mich nicht lange auf, der Camino ruft.

    Gleich hinter Estelle kommt die Ortschaft Ayegui und es geht wieder stetig berauf. Eine kleine Abwechslung ist die Weinkellerei, die für die Pilger eine Weinleitung (und auch eine Wasserleitung) gelegt hat. Man könnte sich daran laben. Da es aber noch früh am Morgen ist, schaue ich es mir nur an. Gleich dahinter wäre auch ein Weinmuseum, dieses ist jedoch geschlossen.

    Weiter geht es am Kloster Irache vorbei, eines der ältesten Klöster Navarras. Ich habe kein Bild gemacht, da es nicht gut zu fotografieren war.

    Im Grunde genommen bin ich froh, dass ich hitze habe und keinen Regen. Viele der Wege hätte ich nicht gehen können, vielleicht dann auf dem Hosenboden rutschen. :rrocken

    Wie gut, dass ich den Gepäckservice genommen habe. Bei diesen Strecken ist es eine Qual. Ich bin ja so schon immer fix und foxi.

    Nun habe ich mein Ziel in Navarrete erreicht, es war um die 34 Grad heiß, ich habe extrem viele Pausen gemacht. Hier habe ich ein schnuckeliges Zimmer in einem sehr netten privaten Hostal. Als erstes habe ich meine Klamotten zum Waschen abgegeben, meine Hose stand nämlich von alleine. Ich habe nur 2 mit, eine für den Abend und eine zum Laufen. Ein Korb voll Wäsche kostet 4 Euro, da kann man nichts zu sagen und ein eiskaltes Bier 2 Euro! :bbbier Noch vor dem Duschen habe ich eins gezischt.

    Leider gibt es hier nur Snacks und nichts zu essen, Nun stehe ich vor der Überlegunge, noch mal in den Ort zu gehen oder nicht. Ich weiß aber schon wie ich mich entscheiden werde. Nüsse und Chips kann ich im Automaten kaufen und einen Donut für den Notfall habe ich auch, ebenso noch eine ganze Tüte Veggie Gummibären. :^^

    Nächsten Samstag treffe ich mich mit Friedrich in Bilbao, am 9. erreiche ich Burgos und da ist mein Jakobsweg für dieses Jahr beendet.

    Viele Grüße
    Petra

    Macht euch keine Sorgen, ich esse ja unterwegs auch was. So schnell fällt man nicht vom Fleische. Und Wasser zu trinken hat noch nie geschadet. ;)

    Da ich gestern Abend ein "richtiges" Menu gegessen habe, gibt es kein Frühstück. {a

    Aber nicht, weil ich nicht will, sondern, weil es nichts gibt. Ich gehe zu früh los. Ich müsste bis 7 Uhr warten. Aber, ich habe vorgesorgt und mir ein fettiges ungesundes Croissant gestern Abend gekauft. Da könnte ich auch Gummibärchen essen, wäre sicherlich ähnlich viel Zucker....

    Bis später, muss jetzt packen.

    Nö, ich nehme keine Zusatzstoffe zu mir, gibt ja Obst und anderes.

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