Beiträge von Petra

    Es gibt auch jede Menge Hinweisschilder, worauf die Entfernungen und die benötigte Zeit steht. Ich müsste ein junges Reh sein, um das so zu schaffen. Aber mittlerweile kann ich die Zeit für mich umrechnen und weiß ungefähr, wann ich wo ankommen werde. Nach knapp 10 Kilometer habe ich Spanien (Navarra) erreicht. (Bild 3)

    Noch einmal blicke ich auf Frankreich zurück (Bild 4), dann gehe ich zügig weiter.

    Das war´s für heute, morgen geht es mit dem Bericht weiter.

    Viele Grüße
    Petra

    Immer wieder treffe ich auf "Rolando". Ich frage nach, ob ich ihn nicht mal fotografieren darf. :)

    Dann sehe ich doch einen Lieferwagen. Ein pfiffiger Franzose bietet hier genau die Sachen an, die bei Pilger gut gehen. Ich kaufe eine Flasche Orangensaft, ein hart gekochtes Ei und eine Banane. Außerdem gibt es hier: den letzten französischen Stempel. Auch diesen lassen ich mir geben. Dann setze ich mich auf einen Baumstamm (Stühle gibt es nicht) und mache eine ausgiebige Pause. Meist ziehe ich auch Schuhe und Socken aus.

    An seinem Wagen hängt eine Skizze. Wir befinden uns jetzt auf 1201 m, noch 1 km muss ich hochsteigen, dann 5 km flach und weitere 5 km absteigen und dann hat man das Ziel erreicht. Nun ja, ganz so war es aber nicht, denn es waren zwischendurch auch noch weitere Auf- und Abstiege.

    2. Etappe von Orisson nach Roncesvalles - 17.7 km - 29.528 Schritte, davon 12.487 Stufen

    Da nun fast alle zur selben Zeit aufbrachen, war es nun doch etwas "voller" auf dem Camino. Man traf sich immer wieder, denn jeder machte irgendwo mal Pause.

    So freute ich mich immer wieder, mal den Einen oder den Anderen wiederzusehen. Die italienische Künstlergruppe übte unterwegs für ihre Aufführungen. Da ich nicht genügend spanisch und italienisch kann, habe ich nicht so ganz mitbekommen, um was es alles geht.

    Die Gruppe heißt: La Macchina dei Sogni - (die Traumfabrik)

    Schon die ersten 4 Kilometer führen wieder stetig bergauf. Es ist recht frisch und der Wind bläst teilweise richtig gut. Wie gut, dass es trocken ist und die Sonne sich ab und zu zeigt.

    Vor frei laufenden Tieren darf man keine Bange haben, habe ich aber doch und als die Schweine angaloppiert kamen, ging ich aber richtig zügig weiter. Genau dann war gerade kein anderer Pilger da.

    Der Nebel hängt in der Luft, manche Bergspitzen ragen heraus. Das sieht richtig schön aus.

    Auf dem letzten Bild sieht man eine Marienfigur auf dem Berg stehen.

    In einer Mehrbettunterkunft braucht man keinen Wecker zu stellen, man wird auch so wach. Irgendeiner raschelt immer. Es war aber auch schon kurz vor sieben und ab 7 Uhr gab es Frühstück. Schnell alles fertig gemacht und dann gab es Frühstück: Café au laît, warmes Bagutte, Butter und Marmelade, sowie Orangensaft.

    Für 4 Euro habe ich ein Baguette mit Käse bekommen, meine beiden Wasserflaschen füllte ich auf, denn es sollte unterwegs keine Möglichkeit geben, etwas zu essen oder zu trinken zu bekommen. Ich habe gehört und gelesen, dass auch diese Etappe sehr anstrengend sein soll.

    Hat es gestern noch geregnet, so begrüßte uns die Sonne in den frühen Morgenstunden.

    Die nächste Etappe ist geschafft und ich auch. Ich liege schon auf dem Bett und werde heute keinen Schritt mehr gehen. Ich bin jetzt in Zubiri, bin 21,9 km gelaufen, das waren 36.510 Schritte, davon 18.207 Stufen. Wie gut dass ich nicht alles voher weiß. Ich habe ja einen Pilgerführer, da stand schon drin, dass die letzten 4 Kilometer schlimm sind und es steil auf Steinen und Felsbrocken nach unten geht, (über 400 Höhenmeter) aber es war noch schlimmer.:Kopffass:

    Ich habe eine nette Unterkunft wieder für mich alleine und bin mit 2 Dosen Bier (à 1, €) auf´s Zimmer gegangen. Man darf sich selber am Kühlschrank bedienen, es hängt ein kleines Eimerchen an der Türe, darin legt man das Geld. Suoer!

    Schon mal 3 Fotos vorab!

    Die Herberge war voll ausgebucht. Es war eine Gruppe Künstler aus Sizilien da, die ihre Vorstellungen mit dem Jakobsweg verbunden haben. Ich werde später noch mehr darüber berichten.

    Als erstes brauchte ich ein Bier, noch bevor ich mir das Zimmer anschaute. Ich setzte mich auf die Terrasse, leider war es total nebelig und ich vergaß auch ein Bild vom vollen Glas zu machen. Dann eben leer. An diesem Abend lernte ich noch viel Pilger kennen, aus Frankreich, aus London, aus Katalonien, aus Japan und ganz viel aus Italien.

    Nun ließ ich mir das Zimmer zeigen, bekam eine Duschmarke (nur 5 Minuten please!) und durfte mir ein Bett aussuchen. Es war ein Sechs-Bett-Zimmer, welches ich mit 5 netten Sizilianerinnen teilte. Diese habe ich aber erst nach dem Abendessen kennen gelernt.

    Nun hatte ich Zeit, (natürlich nach der Dusche) meinen Rucksack neu zu sortieren, das sollte mir nicht wieder passieren. Da es erst um 18:30 Abendessen gab, hatte ich noch Zeit, überspielte meine Bilder und machte eine erste Auswahl. Dann meldete ich mich zu Hause und schon war die Freizeit um, das Essen rief.

    Nach dem Essen, es gab Suppe, Hähnchen und Kartoffeln mit Erbsengemüse, für mich dann eine Quiche, dazu natürlich Rotwein und Wasser. Zum Nachtisch Reispudding, den ich aber weitergegeben habe.

    WLan gibt es nicht: please talk to each other!

    Leider fing es an zu nieseln und der Wirt machte die Türen dicht, so dass wir dann alle in die Zimmer verschwinden mussten. Ich habe mich dann noch nett mit den Sizilianerinnen unterhalten und irgendwann machten wir das Licht aus.

    Also diese Herbergen, das ist nichts für mich. Ich glaube, dafür muss man geboren sein. Na gut, ich habe es mal wieder probiert, aber das ist nicht mein Ding. Ich freute mich schon auf die nächste Nacht mit privatem Zimmer und privatem Bad.

    Das war´s für heute, habe ja auch genug geschrieben. Ich werde heute sicher gut schlafen!

    Viele Grüße

    Petra

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    Über den nächsten Kilometer rede ich einfach nicht... es ging nicht nur steil nach oben, sondern es war auch noch ein schlechter Weg.

    Jedes Mal, wenn ich eine Kurve sah, dachte ich, nun hast Du es geschafft, nein dem war nicht so, es ging weiter und weiter.

    Irgendwann hatte ich es geschafft und war wieder auf einer Teerstraße. Ich war auch alleine unterwegs, andere Pilger habe ich nicht getroffen, außer denen die in Huntto übernachteten.

    Ich brauche eine Pause! Nach viereinhalb Kilometern erreiche ich Huntto, eine private Herberge. Ich kaufe mir aus dem Automaten eine Dose Orangensaft und esse dazu das restliche Baguette. Hier mache ich die Bekanntschaft von Paul & Barbara, sie kommen aus Montana.

    Es gibt immer viel zu erzählen und so geht die Zeit dahin. Ich muss aber noch weiter, es sind noch zweieinhalb Kilometer bis zu meinem Ziel.

    Es geht stetig aufwärts. Ich habe richtig Glück mit dem Wetter, denn es ist wirklich angenehm, allerdings schwitze ich ohne Ende, die Luftfeuchtigkeit ist unheimlich hoch.

    Den Weg beschreibe ich mal als anstrengend und sehr anstrengend. Nun folgte wieder ein Stück, welches eben nicht so lustig war. Dafür war die Landschaft einfach nur grandios.

    Bänke zum Ausruhen gibt es unterwegs nicht, man setzt sich ins Gras oder auf Baumstümpfe oder Steine, je nachdem, was man findet. Ich fand eine verwaiste Herberge, denn diese machen immer erst am Nachmittag auf. Die Terrasse lud mich einfach ein, Platz zu nehmen und daher machte ich meine erste Pause dort, aß ein wenig von meinem Baguette (sehr trocken sage ich nur, denn es wird nur Käse ohne Butter oder Sonstiges genommen) und trank Wasser dazu.

    Gegenüber entdeckte ich einen Automaten mit Getränken und Süßigkeiten. Ich entschied mich für ein Mars. Sicher schon 10x geschmolzen und wieder eingefroren. Es hat aber geschmeckt!

    Es wird Zeit für ein Frühstück, ich sehe ein Schild mit Crêpe und will mir eins mit "miel" bestellen, doch diese gibt es erst am Nachmittag. Dann eben nur einen Café au lait.

    Mein Hunger ist eh nicht groß, dann kann ich auch darauf verzichten. Also geht es nun los:

    1. Etappe von Saint-Jean-Pied-de-Port nach Orisson 7.4 km 12.487 Schritte

    Sobald ich die Stadt durch das Spanientor verlassen habe, muss ich mich entscheiden, welchen Weg ich gehen möchte. Da das Wetter gut ist, es ist sogar recht kühl, entscheide ich mich für den anstrengenderen Weg mit den vielen Höhenmetern, die ich überwinden muss. Noch ahne ich ja nichts...

    Ich befinde mich nun auf dem Chemin de Compostelle, das erste Hinweisschild zu meiner Unterkunft ist auch schon zu sehen.

    Es geht richtig steil nach oben und ich komme schon das erste Mal außer Atem. Ok, das heißt, ich muss langsamer gehen.

    Auf dem letzten Bild sieht man die beiden Möglichkeiten. Der gelbe Weg ist einfacher und diesen kann man auch im Winter nehmen. Der rote Weg ist die Route de Napoleon, wesentlich höher und steiler.

    Irgendwo sah ich ein Schild: Sandwiches, prima, ich brauchte unbedingt ein wenig Wegzehrung, denn unterwegs sollte es nichts geben. Wie schön, dass ich mein französisch wieder ein wenig aufpolieren kann und ja es klappte, man verstand mich.

    Nun gehe ich noch in die Kirche und zündete eine große Kerze an, gleich für alle, die es gebrauchen können. Für mich natürlich auch...

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