Am nächsten Tag habe ich dann erst einmal nicht die Kurve bekommen. Ich habe mir für diesen Camino einen Rucksacktransport gegönnt. Das heißt, dass ich nur einen Tagesrucksack mit auf den Pilgerweg nehme und das große Gepäck "fahren" lasse. Da ich Probleme mit meinem rechten Arm habe, bin ich über diese Entscheidung mehr als froh.
Ich hatte es mir so vorgestellt, dass ich am ersten Tag nicht so früh loslaufen muss, es sind ja nicht so viele Kilometer, den Rucksack abgebe und dann noch in Ruhe ein wenig Bericht schreibe. In der Nacht fiel mir dann ein, dass ich das Laptop ja auch in den Rucksack stecken muss.
Den Wecker habe ich auf halb acht gestellt und dann fing ich mit dem Bericht an. Gerade als ich bei Erhard auch ein paar Bilder reinsetzen wollte, brummte mein Handy. So schnell konnte ich nicht abnehmen, sah aber eine französische Nummer. Ich ahnte schon, wer das war...![]()
Ich rief zurück und ja, es ging um meinen Rucksack, sie wollten ihn abholen. Ich lag aber noch im Bett und es war noch nichts gepackt. ![]()
Als erstes versuchte ich sie zu überreden, dass ich den Rucksack ins Office bringe, aber nein, der Abholer stand schon vor dem Haus.
Give me two minutes!
Es war klar, dass ich das alles nicht in zwei Minuten schaffen konnte, aber sie war einverstanden. Ich also aus dem Bett raus, schnell angezogen, alles in den Rucksack gestopft, was ich nicht in den Tagesruckack mitnehmen wollte und dann klopfte es schon an meiner Türe.
Ihr könnt euch sicher vorstellen, dass das so nicht gut geklappt hatte. Ich fand noch viele Sachen, die ich nun im Tagesrucksack mitschleppen musste. Egal, so ist das halt.
Nun machte ich mich richtig fertig und verließ das Hotel. Irgendwie war mir die Lust auf ein Frühstück verflogen, so ging ich ein wenig durch den Ort Saint Jean Pied de Port. In der Touristeninformation holte ich mir den ersten Stempel ab und eine Karte von dem Ort.
Es ist ein netter baskischer Ort mit einer Zitadelle und vielen hübschen Häusern hinter der Stadtmauer mit vielen Toren.