Beiträge von kiki

    Unser Gästehaus in Taxia war richtig knuffig. sah aus wie ein Toulou, nur war es eckig. Aber das macht ja nix. Unser Zimmer war in der ersten Etage, das Badezimmer war neu und hatte eine Heizbirne. Das war auch nötwendig, da es nach Einbruch der Dunkelheit empfindlich frisch wurde.

    Natürlich spricht hier niemand englisch. Ich versuchte gar nicht zu erklären, wie lange wir bleiben wollten, sondern zeigte der Besitzerin gleich mein Zugticket und schon wußte sie Bescheid. Gleichzeitig drückte mir der Taxifahrer seine Visitenkarte in die Hand und deutete der Gastgeberin damit an, daß er uns nach einem Anruf wieder abholen würde. Den Zimmerpreis kritzelte sie auf ein Stück Papier und schon war alles geregelt. :thump:


    Wir machten uns erst einmal im Zimmer lang. Es war anstrengend gewesen. Aber wir waren froh, daß es eigentlich ganz unspektakulär geklappt hat. Ich habe in China nie irgendwas großartig geplant. Bin immer ganz naiv drauflos gefahren in der Hoffnung, daß es schon irgendwie funktionieren würde. Zumindest diesmal wurde meine Naivität bestätigt.

    Am späten Nachmittag klopfte es an unserer tür und es sprach mich eine junge Chinesin in bestem Englisch an, ob wir noch Lust hätten zusammen einen Toulou zu besichtigen. Der Mann unserer Gastgeberin stand auch gleichzeitig als Taxifahrer zur Verfügung und da noch Plätze frei waren, wurden wir gefragt und so ging es noch einmal auf Besichtigung.


    Wir besuchten den Yanxiang Lou.




    Da die junge Touristin englisch sprach horchte unsere Gastgeberin uns auch gleich aus, ob sie uns die Abende mit einem Essen versorgen sollte. Da man somit das Vegetarierproblem gleich aus der Welt schaffen konnte, nahmen wir diesen Vorschlag dankend an.

    Tianluokeng ist der Hotspot. Wenn von der Rundhäusern was gezeigt wird, dann ist es meist hier entstanden.


    Als die ersten Satelliten die Erde umkreisten und erste Bilder lieferten, hielt man die Bauten für Raketenabschußrampen...{a


    Hier konnte man in den Toulou übernachten. Allerdings hatten die Zimmer keine Toilette. Statt dessen stand ein Eimer vor der Türe:question Nun ja, das war uns dann doch etwas zu basic...{a

    Ansonsten gab es hübsche kleine Gästehaüser, aber die ganze Gegend lag ziemlich abseits in der Pampa und da wir keine Lust hatten in einer isolierten Touristenfalle zu übernachten, nahmen wir den Vorschlag unseres Taxifahrers an und buchten das schöne Gästehaus in Taxia.

    Nach der Nachtfahrt waren wir echt gerädert. 10 Std. hat es gedauert, bis wir endlich in Longyan angekommen waren. Bevor wir nun weitere Experimente starteten, buchten wir erst einmal das Rückfahrticket. An unserem Termin gab es nur noch 1.Klasse Schlafwagen, das nahmen wir dann auch dankbar an. Ab und zu darf man sich auch was gönnen. :thump:

    Eigentlich wollten wir jetzt Ausschau nach den Bussen in Richtung Yongding halten, da wir von dort aus unsere Besichtigungen der Toulou starten wollten, aber die Taxifahrer in Longyan boten sich an, uns zu diversen Toulou zu fahren, ebenso wollten sie uns nebenbei ein paar Übenachtungsmöglichkeiten präsentieren. Das mußten wir ja auch noch nebenbei erledigen. Zuletzt ging es vor der Abfahrt noch einmal zum Geldautomaten. Dort wo wir uns die folgenden Tage aufhielten, gab es keine Möglichkeit der Geldbeschaffung.

    Ein Toulou ist ein spezielles Rundhaus der Architektur des Hakka Volkes. Einzigartig und viele tragen den Weltkulturerbetitel. Einige Rundhäuser sind so riesig, daß ein ganzes Dorf drin wohnen kann. Heutzutage sind viele der Bauten nur spärlich bewohnt oder ganz verlassen. Die jungen Menschen zieht es in die Städte, da auf dem Land keine Perspektiven geboten werden.

    Der erste Toulou, den wir besichtigten war Yuchang Lou. Riesig war der:question



    Die Umgebung war nett, das Hotel aber nicht so der Brüller. Außerdem schien es auch nicht unbedingt leise zu sein...


    Unser nächster Stop war das Dorf Taxia, dort gab es eine schöne Übernachtung. Wir wollten aber vorher noch die Möglichkeiten in Tianluokeng prüfen.

    Tagsdrauf buchten wir als erstes im Hotel noch eine halben Tag dazu. Der Zug nach Longyan fuhr erst um 20:00, da ist es schon besser, wenn man sich vorher im Hotelbett nocht etwas lang machen kann. Die Fahrt sollte sehr unbequem werden. Chinesische Holzklasse ist nix für Weicheier.

    Also bummelten wir durch die Altstadt von Guangzhou.

    Hier ist das Weihnachtsgeschäft in vollem Gange. Nicht für den Chinesen, nö, hier wird der ganze Nippes produziert den hierzulande so manch einer im Dekowahn in der Wohnung verteilt.


    Nein, das sind keine BH's. Chinesinen haben andere Problemzonen;)

    Wir suchten dann eine kleine Strassenküche, wo man sich nochmal ordentlich den Bauch vollschlagen konnte. Keine Ahnung, wann es die nächste warme Mahlzeit gibt.



    Das war's aus Guangzhou.

    Der Fernsehturm war für kurze Zeit das höchste Gebäude der Welt. Ich war schon mal kurz nach der Eröffnung dort, damals war das Gedränge riesengroß.

    Jetzt war es bedeutend ruhiger und es gab auch noch eine neue Aussichtplatform ein paar Etagen höher. Die kannte ich nocht nicht.


    Die neue Aussichtsplatform ist im Freien. Das fand ich gut, da es dort auch eine Raucherecke gab.

    Die Bubbletrain kostet extra, ebenso der Bungeesprung. ich hab auf beides verzichtet...:ttwisted

    Die Sicht könnte ja so schön sein, allerdings haben chinesische Städte auch ein Smogproblem. Schade, daß es nicht geregnet hat. Dann wäre die Sicht etwas besser gewesen.

    Wir gingen dann noch zum Perlfluß um nach einer Abendcruise Ausschau zu halten. Es war proppevoll und die Wartezeiten lang. Daher verzogen wir uns in eine kleine Seitenstrasse, wo wir ein Restaurant fanden, wo die Speisen fein säuberlich in der Auslage zu sehen waren. Ein kurzer Fingerzeig und schon wurde man satt. Anschließend ein paar Pullen Bier und dann ging es zurück auf's Zimmer.

    Die Busfahrt nach Guangzhou dauerte 2 Stunden. Man erkundigt sich am besten vorher, welcher Busbahnhof in der Stadt angepeilt wird, sonst muß man, wie wir, noch einen kleinen Ausflug mit der U-Bahn machen. Unser Ziel was der Ostbahnhof, wo die Züge nach Longyan abfahren. Wollten am gleichen Tag dort den Nachtzug nehmen.

    Am Schalter dann die große Ernüchterung. Für den heutigen Tag waren alle Plätze ausgebucht, für den morgigen Zug ergatterten wir noch 2 Sitzplätze in der Holzklasse. Na toll, 10 Stunden nur aufrecht sitzen, das kann ja was werden... naja, da muß man dann durch.:ttwisted


    Wir buchten dann ein Hotel gleich beim Bahnhof und mußten uns nun für den restlichen Tag in Guangzhou beschäftigen.

    Der Stadtsee war langweilig, Tretbootfahren ist nicht mein Ding, außerdem war es brütend heiß.

    Das war doch der Fernsehturm wesentlich interessanter.


    Nun war Jinjiangli an der Reihe. In der Gegend dort sind es alles kleine Dörfer, die von den Wehrtürmen dominiert werden. Das macht diese Ecke dort zu etwas besonderen.




    Der letzte Stop war ein extra Wachturm am Fluß. Die funktion und Geschichte dahinter hab ich vergessen:ppfeifen war viel Input an diesem Tag...


    Bei mir darf jeder dazwischen schreiben.

    Ich finde auch, bei solch großen Entfernungen wie in China, sollte man den Radius etwas kleiner halten. Natürlich kann man Inlandsflüge buchen oder die Schnellzüge, aber oft ist es einfach entspannter erst einmal die Umgebung zu entdecken. Meine ersten Chinareisen gingen alle über 4 Wochen. Selbst da habe ich mich mit ein, max. zwei Provinzen zufrieden gegeben. Man kann nicht alles mit einer Reise erkunden. ;)

    Der nächste Stop war Zili Village. Hier stehen die Diaolous frei im Reisfeld herum. Während die unteren Etagen sehr schmucklos wirken und auch eigerichtet sind, so gleichen die oberen Stockwerke eher Palästen mit viel Ornament. Dazu Balkone und Dachterrasse machen das Ganze dann so richtig ansehlich. Viele der Gebäude kann man auch von innen besichtigen und so war viel Treppensteigen angesagt.





    Wenn man eine Leidenschaft mit den Chinesen teilt, dann ist es das fotografieren.



    Es ist aber auch nix ungewöhnliches, wenn man selbst zum Objekt der Begierde wird. Wir waren die einzigen Foreigner vor Ort und wenn man die Möglichkeít hat eine Blonde und eine Rothaarige auf Bild zu bekommen, ist der Enthisiasmus meist größer, als bei der eigentlichen Sehenswürdigkeit. Hätte Gage nehmen sollen.


    Dieses Sujet war der Hammer.

    Als die Blonde ein Bild von der Rothaarigen in der Rickscha schiessen sollte, kamen sie von allen Seiten angetrabt und baten um ein Bild. So wurde gefühlt eine Stunde lang mit sämtlichen Besuchern dieverse Arrangements am Sujet durchgespielt. Der Reiseleiter war machtlos, als er die Gruppe zu weiteren Besichtigungen überreden wollte. Erst mußte jeder seinen Selfie mit den Foreigner Mädels gemacht haben und erst dann ging es weiter mit dem Programm. {a

    Diaolous sind große Wehrtürme, die zum Schutz gegen Plünderer und Diebe gebaut wurden.

    Die Erbauer waren meist Überseechinesen die die Gebäude nach ihrer Rückkehr hier errichtet haben.

    Unübersehbar ist daher auch der Einfluß europäischer Baustile, der dieser Architektur etwas Besonderes verleiht und daher gab es auch 2007 einen Weltkulturerbetitel.

    Die Touren über die Dörfer folgen einem gewissen Standard und es ist eigentlich egal wo man die bucht.

    Bei unseren Gastgebern lag eine kleine Karte mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten und der Route aus. Ein kleiner Fingerzeig auf die Karte und das Wort "Taxi" versteht auch der Chinese. Auf dem Taschenrechner wurde ein Preis von 200 Yuan eingetippt und schon war man sich einig. Das Taxi wurde ebenfalls geordert und so ging es am nächsten Tag auf große Tour.

    Der erste Stop hieß Li Garden, allerdings waren wir etwas zu früh. Die Türen waren noch verschlossen.

    Also kurz ein wenig im Nachbardorf geguckt.



    Das war auch toll, Margarete. Ich hatte diesmal nur 2 Wochen Zeit. Da kann man nicht quer durch das große Land hetzen, was ich sowieso niemandem empfehlen würde. Man findet oft auch im Kleinen ganz beeindruckende Dinge, mit denen man sich nicht unbedingt beschäftigt, wenn man über eine Chinareise nachdenkt.

    Mein kleiner Bericht kann hier vielleicht ein wenig Interesse wecken. ;)

    Unser Gästehaus in Chikan war reizend. Ein altes Haus mit viel Charme und die Aussicht von der Terrasse war einfach schön.

    Es war damals die einzige Unterkunft in Chikan. Vielleicht gibt es in der Zwischenzeit ja etwas mehr Auswahl. Das Zimmer war einfach. Das Badezimmer hatte eine Hocktoilette. Da muß man in China öfters drauf gefasst sein, wenn man solch einfache Unterkünfte bevorzugt. Chikan selbst ist auch Bestandteil der Besichtigungstouren rund um die Diaolou, tagsüber sind daher sehr viele Tagestouristen hier unterwegs. Kenne ich von Helgoland, daher macht mir das nix aus. Abends hat man seine Ruhe.

    Zum Stöbern eine bessere Alternative als Kaiping, welches nur eine typische chinesische Stadt darstellt.


    Das einzige Problem war das Essen. Es wurden meist Obsttage, da es für uns Auslaänder kaum die Möglichkeit gab, uns hier zu verständigen. Auch egal, die Hüfte freute sich. Mir ist das Essen egal. Hauptsache ich werde satt. Zur Not holt man sich im Supermarkt Instantsuppen. Die werden auch von den Chinesen gerne verzehrt. Ich brauchte unseren Gastgebern nur die Suppen zeigen und bekam postwendend eine Kessel mit Heißwasser gereicht.




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