Das Wetter ist gestern umgeschlagen und es war nicht nur bitterkalt, sondern es hat auch geschneit, später dann geregnet.
Jetzt eben klart es wieder auf und die Sonne kommt hervor bei blauem Himmel, aber der Wind ist eisig.
Das Wetter ist gestern umgeschlagen und es war nicht nur bitterkalt, sondern es hat auch geschneit, später dann geregnet.
Jetzt eben klart es wieder auf und die Sonne kommt hervor bei blauem Himmel, aber der Wind ist eisig.
Nun fahren wir zu einer weiteren Familie, die in einem anderen Stadtteil wohnt. Sie haben genügend Wohnraum aber zu wenig Geld, um sich genügend Lebensmittel und auch Holz zu kaufen. Der Winter naht. Sie freuen sich über unsere Tüte mit Lebensmittel, die wir mitbringen.
Die Großmutter ist 85 und spricht deutsch, ebenso die kranke Tochter. So kann ich mich auch ein wenig mit ihnen unterhalten. Die Großmutter erzählt mir, dass sie Weberin gewesen ist, ihr Mann, der schon vor vielen Jahren gestorben ist, war Webmeister. Nun ist sie zu ihrer Tochter gezogen, um sie zu unterstützen. 3 Kinder wohnen noch in dieser Wohnung. Sie erzählt noch, sie haben Glück und können bei dem Lebensmittelgeschäft anschreiben, wenn das Geld mal wieder alle ist und der Lohn noch nicht da ist.
Heute haben wir wieder viele traurige Geschichten gehört, das ist für mich immer sehr bedrückend. In diesen Fällen konnten wir helfen, aber es gibt sicher noch viele von denen wir nichts wissen.
Wir fahren Claudia Radu zurück und fahren noch einmal zur Lulius Mall. Das Keyboard von Mechtild ist einfach nur blank und man muss die Buchstaben erahnen. Das ist auf Dauer frustrierend. So gehen wir noch einmal zu dem netten Verkäufer in dem Computerladen. Es gibt genau eine Tastatur, die für den MAC geeignet ist. Wir hoffen, dass sie passt. Wenn nicht können wir sie innerhalb von 24 Stunden umtauschen.
Zu Hause angekommen, stellen wir fest, sie funktioniert, allerdings ist es eine amerikanische Tastatur, deutsche gibt es nicht. Wir stellen zwar deutsch ein, nun ist die Belegung zwar deutsch, aber auf vielen Tasten steht was anderes drauf...
Daran habe ich überhaupt nicht gedacht. Na gut, dann müssen wir uns einen Stift kaufen und die andere Belegung draufmalen. Einen abriebfesten Stift haben wir nicht, das heißt, wir müssen am nächsten Tag wieder in die Mall. ![]()
Da das Zimmer für alles viel zu klein ist, hat die Mutter einen Teil vom Flur draußen abgetrennt, dort steht jetzt der Herd, auf dem sie kocht.
Wir beschließen, dass die Kinder ihren Herzenswunsch erfüllt bekommen. Claudia wird die Geschenke besorgen, aber wir sagen nichts, es soll eine Überraschung werden.
Die Mutter lebt von ca. 100 Euro Sozialhilfe und bekommt 80 Euro Kindergeld. Das ist zu wenig. Die Kinder haben weite Wege in die Schule und gehen gerne dorthin.
Marius ist 13, seine Schwestern heißen Nikoletta und Maria, sie haben einen Brief an den Weihnachtsmann geschrieben. Wir lesen ihn, die beiden Mädchen wünsche sich Inliner (sie kosten ca. 30 Euro), Marius ein ferngesteuertes Auto. (ca. 12 - 15 Euro)
Zum Schluss schreibt Marius, er wünscht sich, dass die Mutter lange gesund bleibt, damit sie zusammenbleiben können.
Das berührt uns sehr. Ich mache ein Bild mit der Sofortbildkamera und schenke ihnen das Bild.
Der Eingang sieht nicht sehr einladend aus, wir gehen die engen Treppen hinauf. Hier wohnt eine allein erziehende Mutter mit 4 Kindern. Es gibt einen nur einen Raum, in der die Familie wohnt, isst, schläft, kocht und sich aufhält. Geheizt wird mit Holz, wenn dafür das Geld da ist. Es ist eine Sozialwohnung und sie kostet nur sehr wenig.
Die beiden Mädchen freuen sich über das Stofftier.
Ach so, ja das Wetter hat sich geändert, war es den Tag zuvor noch schön mit blauem Himmel, so war heute alles grau in grau und es hat geschneit. Der Schnee war aber am Abend schon wieder abgetaut.
Wir blieben in der Siedlung, holten nur eine weitere Lebensmitteltüte, Plüschtiere und Stricksachen aus dem Auto und suchten die nächste Familie in einen der vielen Hochhäuser.
Wir bringen der Familie eine Tüte mit Lebensmitteln, die kleinen Kinder bekommen Plüschtiere, eine Süßigkeit und es gibt Strümpfe, Schal und auch warme Pullover.
Nun fahren wir zusammen in den Stadtteil "An der ehemaligen Zuckerfabrik"von Temesvar. Dort wohnen in zwei von den 3 Familien, die wir besuchen wollen.
Die erste Familie, die wir besuchen wohnt in zwei winzigen Zimmern mit 5 Kindern. Der Mann hat Arbeit, aber er verdient nur 800 Lei im Monat, das sind noch nicht einmal 200 Euro. Davon kann keine 7-köpfige Familie leben, denn die Mutter kann und konnte aufgrund einer Krankheit nicht arbeiten.
Am nächsten Tag haben wir eine Verabredung mit Claudia Radu.
ZitatDie Sozialassistentin Claudia Radu hat bei sich zu Hause ein Tagesheim eingerichtet, in dem sie ehrenamtlich zusammen mit einigen Student/innen, die ein Praktikum ableisten oder ebenfalls ehrenamtlich mitarbeiten, etwa 15 Schulkinder aus sozial schwachen oder desorganisierten Familien ihres Wohnviertels betreut.
Quelle: Tagesheim und Familienbetreuung „For help“ in Temeswar
Wir wollen gemeinsam zu drei Familien fahren, 2 davon kennen wir nicht und wollen schauen, inwieweit wir ihnen helfen können.
Claudia Radu hat bei sich zu Hause einen kleinen Anbau fertiggestellt, dort sollen Kinder/Jugendliche eine Unterkunft bekommen. Um jedoch Heizkosten zu sparen, wird dieser Raum im Moment noch nicht benutzt.
Nun treten wir den Heimweg an. Es ist schon wieder Nachmittag geworden und wir haben noch kein Mittagessen gehabt. Daher beschließen wir, dass wir in eine Pizzaria gehen und eine große Pizza essen.
Da ich nicht fahren muss und wir auch keinen weiteren Termin haben, gönne ich mir ein rumänisches Bier, welches in Timisoara gebraut wird. Ja, es schmeckt prima, ebenso die vegetarische Pizza. Kati und Evi bekommen noch ein höllisch scharfe Soße zur Pizza gereicht, klar, sie sind ja Ungarn... Ich begnüge mich mit einer Knoblauchsoße.
Am Abend gehe ich mit Kati und Topy die Hunderunde und dann werden wieder die administrativen Dinge erledigt, ich schreibe auch meinen Bericht und nach Mitternacht sinke ich ins Bett mit dem Gefühl nicht fertig geworden zu sein.
Es war aber wieder ein erfolgreicher und schöner Tag!
Viele Grüße
Petra
PS. Evi ist eines meiner Lieblings-Foto-Objekte. ![]()
Die Kinder sind groß geworden. Das jüngste Mädchen geht in die 4. Klasse in Bethausen zur Schule. Das ältere Mädchen und der Junge gehen in ein Internat in die Schule und kommen nur am Wochenende nach Hause.
Der Junge geht in die Klasse 12 und macht jetzt Abitur.
Hilfe für Kinder lässt das Geld für die Internatskosten für den Monat Dezember da, sowie die Fahrtkosten für die Heimfahrten. Außerdem gibt es noch ein wenig Geld für Weihnachstgeschenke.
Als wir uns verabschieden sagt die Mutter, ich muss ihr versprechen, dass ich wiederkommen werde. Das mache ich gerne.
Es ist schön, wenn man sieht, dass die Hilfe ankommt und die Kinder die Möglichkeit haben, etwas aus dem Leben zu machen. Dafür ist eine solide Schulausbildung eine sehr wichtige Grundlage.
Der Weg nach Bethausen war von Jupani nicht sehr weit. Auch bei dieser Familie war ich schon zweimal (2012 + 2013) gewesen. Die Mutter liegt nach einem Schlaganfall (2008) halbseitig gelähmt im Bett. Sie freut sich sehr über unseren Besuch. Wir bringen allerlei mit, hauptsächlich Hygiene-Artikel für die Mutter.
Ein letztes Mal winken und dann waren wir schon wieder unterwegs. Nun fuhren wir nach Bethausen, ein Ort, der von Deutschen gegründet wurde. Auch hier war ich schon ein paar Mal gewesen.
Doch davon später.
Viele Grüße
Petra
Es ist schön zu sehen, mit welchen Elan die Menschen hier das Leben meistern. Das hat mir richtig Spaß gemacht.
Wir bekamen noch das ein oder andere Mitbringsel aus eigener Landwirtschaft. Auch ein Tütchen Paprikapulver natürlich selbstgemacht habe ich dankend angenommen.
Dann hieß es Abschied nehmen. Ich musste versprechen, bald wiederzukommen.
Bild 1: die Brüder
Bild 2: ein Gruppenfoto
Es geht weiter, ein Kalb und zwei Kühe leben hier, die Milch wird verwertet, sie machen Quark und Käse selber.
Dann lockt die Mutter mich in den nächsten Stall, sie hat einen Stock in der Hand und ich den Fotoapparat. Als das wohlgenährte Schwein an ihr vorbeisauste, nahm ich Anlauf und lief ganz schnell außerhalb der Reichweite vom Schwein. Ich kann von Glück sagen, dass ich in der Matsche nicht ausgerutscht bin.
Das Schwein war mir eine Nummer zu groß! Außerdem sollte dieses morgen geschlachtet werden, armes Vieh. Es gab aber noch ein zweites, das war noch jung und hatte noch ein paar Monate vor sich. Tja und Evi amüsierte sich auch köstlich.
Nun gingen wir zum Gewächshaus, hier wird Salat und Spinat angebaut. Es gibt viele glückliche Hühner, die um uns herumrennen, die Truthennen schreien wie verrückt, und laufen immer vor mir weg, sobald sie den Fotoapparat sehen... nein, nicht wirklich, aber ich habe es nicht geschafft, diese auf´s Bild zu bannen.
Die Mutter lotste mich nun zu der Räucherkammer, hier hingen viele Schinken und andere Räucherware. Auf dem Boden brannte ein paar Holzscheite. Vermutlich war es besonderes Holz. Die Verständigung klappte nur, wenn Kati oder Mechtild in der Nähe war und sie dolmetschen konnten.
Auf dem letzten Bild sieht man das Land, welches sie beackern. Nebenan ist der letzte Bewohner gestorben und sie haben auf von ihm eine große Fläche zur Bewirtschaftung bekommen.
Die Mutter erzählte uns, dass sie gerade Wurst machen. Schade, meinte sie, das Schwein wird erst morgen geschlachtet, sonst hätten wir zusehen können. Ich zuckte mit keiner Wimper, nahm aber die Einladung an, den Hof anzuschauen.
Das hatte ich auch schon vor 3 Jahren gemacht und fand es sehr interessant. Sie haben viel Land, welches sie bewirtschaften, zu zweit! Larisa und ihr Mann, sie möchten auf einem Stück Land Lavendel anbauen und dann evtl Öl daraus machen. Die Eltern lassen die jungen Leute gewähren, es ist genug Land da.
Als erstes gingen wir zum Vater, der mit seinem Bruder und Schwägerin Wurst machte. Boah, das waren vielleicht lange Würste. Sie amüsierten sich köstlich darüber, dass ich Vegetarier bin. ![]()
Jupani hat sage und schreibe 3 Straßen. Eine Hauptstraße und 2 abzweigende Straßen. Wir schafften es und verfuhren uns, denn ruckzuck waren wir wieder aus dem Dorf heraus. ![]()
Aber auch ebenso schnell haben wir gedreht und fanden die richtige Straße. Wir wurden schon erwartet. Kati und Evi waren auch eingeladen und es gab ein großes "Hallo". Wir bekamen selbstgemachte Säfte: Rote Bete mit Apfel und eine Limonade mit Zitrone und Ingwer, dazu wurde die leckeren Teigtaschen mit Pilzfüllung und Quarkfüllung gereicht. Alles sehr, sehr lecker.
Für heute hatten wir eine Einladung von Larisa und ihrer Familie. Larisa war eine der Studentinnen, die auch hier im Gästezimmer bei Mechtild Gollnick gewohnt hatte, damit sie in Temesvar studieren konnte (Grundschulpädagogik). Mittlerweile hat sie ihren Bachelor und ist verheiratet und wohnt in Lugoj. Dort arbeitet sie in einem Kindergarten und macht nebenbei noch ihren Master.
Ihre Eltern wohnen in Jupani. Die Mutter habe ich vor 2013 kennengelernt (siehe Bericht) und somit freute ich mich auf diesen Besuch.
Es ist ein ganzes Stück zu fahren, ca 80 Kilometer. Mittlerweile ist jedoch die Autobahn fertiggestellt, zumindest bis kurz vor Jupani.
Jupani ist ein Dorf in der Gemeinde Traian Vuia im Südwesten Rumäniens.
Bild 4: Kirche von Jupani
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