Inzwischen wurde der Kapitän verhaftet und angeklagt wegen: Todschlag/Schiffbruch/frühzeitiges Verlassen des Schiffes
Anscheinend ging er ja bereits um 23.30 Uhr von Bord. Die letzten Gäste wurden um 5 Uhr morgens am nächsten Tag gerettet! Das geht natürlich gar nicht.
Zur Route: Angeblich haben sie den üblichen Routenweg beibehalten. Trotzdem wurde bekannt, dass die Kapitäne der Costa auf dieser Route gerne zwischen der Insel Giglio und dem Festland durchfahren (trotz der Enge), weil angeblich einige Kollegen von der Insel stammen und sie dann gerne ein Hupkonzert zur Begrüßung geben. Damit können sie allerdings die 5 Seemeilen Mindestabstand zur Küste nicht mehr einhalten. Heute haben wir ein Video gesehen, dass die diese "Abkürzung" schon länger fahren und regelmäßig. Wenn das alles stimmt, dann hat Costa jetzt ein gewaltiges Problem.
Dass die Rettungsaktion chaotisch verlaufen ist, ist nicht gut, aber auch irgendwo verständlich. Die Leute sind zwar geschult, aber es gab noch nie einen Ernstfall. Dann bekommt man automatisch Panik. Leider ist es bei Costa so, dass allein die Seenotrettungsübung schon chaotisch ist. Wir haben es ja nun schon ein paar Mal mitgemacht und so genau wird's da nicht genommen. Freunde von uns sind sogar direkt "ausgekommen". Bei RCCL, AIDA, NCL etc. pp ist es eine Pflichtveranstaltung und wenn man nicht erscheint, wird man vom Kapitän ausgerufen und ermahnt. Doch da wird Costa jetzt wohl auch andere Maßnahmen ergreifen (müssen).
Die Rettungsboote werden beim Tendern grundsätzlich als Transferboote genutzt, eben, um sie nicht einrosten zu lassen und auch während dieser Fahrten zu testen. Ich finde das auch positiv.
Die Blackbox wurde gefunden und wird wohl derzeit ausgewertet. Angeblich gab es einen Total-Blackout des Schiffes, weshalb der Kapitän wohl das Schiff absichtlich so nahe an die Küste gefahren hat. Aber mal ehrlich: Bei einem Blackout lasse ich das Schiff lieber gerade "auslaufen" und fahre nicht an die Wand damit!
Toni hat sich gerade mit jemandem unterhalten, der auf dem Schiff war und alles miterlebt hat. Er kann es sich nicht erklären, wie das passieren konnte. Nur, dass es einen lauten Knall gab und das Schiff sich sogar komplett drehte, wohl also auch um den Felsen "wickelte". Die Rettungsaktion muss wirklich chaotisch gewesen sein, aber sie wurden dennoch gut versorgt und sind jetzt auch schon längst wieder zu Hause.
Eine positive Nachricht gab es heute: Drei Leute wurden noch gefunden. Darunter ein koreanisches Ehepaar, das in der Kabine eingesperrt war. Sie befanden sich auf Hochzeitsreise. Wenn man sich vorstellt, man ist über 24 Stunden unter Wasser in der Kabine eingesperrt und weiß nicht, ob man jemals gefunden wird ... Grauenvoll.
Zu den Rettungswesten. Auf allen Schiffen gibt es jeweils für jeden Passagier eine Rettungsweste. Für Kinder muss eine eigene an der Rezeption geholt werden (die kann man dann während der Reise in der Kabine behalten). Es gibt aber sowohl bei und auf den Rettungsbooten noch entsprechende Westen und an den Musterstationen. Diese sind die sog. Treffpunkte, wenn ein Notfall eintrifft. Von dort bekommt man eben noch weitere Westen und wird zu den Booten gebracht. Es sind also ausreichend Westen vorhanden. Bei den zwei größten Kreuzfahrtschiffen von RCCL - die Oasis und die Allure - gibt es neuerdings keine mehr auf den Kabinen. Nur noch direkt an den Stationen und auf den Booten.