Beiträge von Anja R.

    Einige Stunden klappt das Konvoi fahren dann ganz gut, aber irgendwann sind wir wieder alleine und so fangen wir an zu singen. Zuerst entscheiden wir uns für "Eeeeeeisgekühlter Bommerlunder...... ", später dann noch "Die Biene Maja". :ggrins:

    Wir durchqueren einige Flussbetten, die nur noch aus riesigen Pfützen bestehen. Allerdings wenn wir den anderen Jeep vor uns sehen und wie tief der oft einsinkt.... boah da wird einem mulmig. Wir machen unsere Fenster weit auf, damit wir zur Not raus schwimmen können. Gleich zweimal sind wir so tief, das wir Wasser im Fussraum haben... :KKopffass2. Naja die Reise heisst ja "Wildes Madagaskar".

    Ein paar Kurven weiter kommt es wie es kommen muss. Wir sind alleine an einer Mautstation. Junge Kerle, gestählte Muskeln, freier Oberkörper, Gewehre geschultert. Sie wollen Geld... logisch... wenn ich die Gesten des Fahrers richtig deute, will er ihnen klar machen, das der andere Jeep für uns mit bezahlt hat. Klappt aber nicht, die Männer umrunden unser Auto.... Der Fahrer fragt uns, ob wir Geld haben und malt 5.000 in den Staub auf dem Amaturenbrett... Wir diskutieren, ob wir das einfach aussitzen sollen, bis dem anderen Jeep auffällt, dass wir fehlen oder zahlen und nix wie weg :cconfused... wir entscheiden uns für letzteres. Das gibt nachher wieder Ärger....

    Mautstationen gibt es an diesem Tag viele. Manche sind nett, manchmal sind es Kinder, manche sind forsch und mansche sind nicht besetzt und wir werfen die Schranken einfach ins Gras. Alle wollen sie Geld....

    So zieht sich der Tag dahin, wir machen nur Harmonie Pausen und ansonsten schlingern wir über Sandpisten, rasen über Geröll oder hüpfen durch krasse unebene Untergründe.... 11 laaange Stunden.

    Jetzt ist die Stimmung in der Gruppe schlecht, aber im Vergleich alleine auf der Strecke zu sein, ist uns das egal.

    Wir kommen an einen Fluss und müssen mit der Fähre übersetzen.

    Der Fährschiffer muss erst geweckt werden und wir brauchen einige Leute aus dem Dorf zur Unterstützung. Die Jeeps werden abenteuerlich auf das Floss gefahren wir müssen mit drauf. Der Motor springt an, geht aber immer wieder aus.... Das Floss treibt ab, den Fluss hinunter, in dessen mitten die eigentliche Fähre für Hochwasser steht. Der Motor springt wieder an und wir werden zusätzlich mit Manneskraft in die richtige Richtung geschoben.... der Motor geht wieder aus und ich überlege schon wohin ich springe, wenn wir aufprallen:shocked: aber da gehg er wieder an und wir schaffen es ans andere Ufer....also zumindest das Floss. Die Autos werden noch halb durchs Wasser, dann aber komplett an Land gefahren. Wir müssen auf ein anderes Floss umsteigen und werden den Rest einzelnen an Land getragen....

    Es sind 10 Stunden reine Fahrtzeit angesetzt. Wir fahren bei völliger Dunkelheit los, zumindest das Licht am Jeep funktioniert, wenn auch sonst nix und die Reifen total abgefahren sind. Wir sagen nochmals, dass die anderen uns nicht weg fahren sollen.

    Um 5Uhr wird es langsam hell, das ist eine Erleichterung, die Anspannung bei Dunkelheit über Sandpisten durch unsicheres Gebiet zu rasen war gross. Wir haben unseren ersten Platten und wechseln den Reifen, unser vierter Reifenwechsel der gesamten Reise. Es geht weiter und plötzlich sind die anderen weg.... wrr alleine mit dem Fahrer, der nur ein paar Brocken Französisch spricht und wir gar nicht....

    Der steigt aus, schaut sich immerzu um, läuft hektisch auf und ab und dann geht es los... die ersten Leute kommen aus den Ecken und betteln drauf los. Als es agressiver wird steigen wir in den Jeep , kurbeln die Fenster hoch und verfluchen den Guide. Was für eine Scheisse... Unbehagen macht sich breit. Wir versuchen die anderen telefonisch zu erreichen, kein Empfang. Der Fahrer fängt an, herumliegende Sachen aus dem Auto zu verteilen.... und Geld. Er hat nicht viel, umgerechnet nur ein paar Cent, aber die reissen es ihm aus der Hand.

    Plötzlich biegt der andere Jeep um die Ecke. Ich halte ihn an und sage denen meine Meinung. Ich werde von meinen Mitfahrern unterstützt, aber die im anderen Jeep sind ausser sich, dass ich so eine Welle mache und wenn ich so ein Schisser bin, soll ich zu Hause bleiben. Das sehe ich natürlich anders und mache den Guide darauf aufmerksam, dass ich nicht noch einmal auf offener Strecke ALLEINE stehen will. Es gibt lautstatke Szenen, aber icn bleibe dabei das geht gar nicht.

    Zum Abendessen sitzen wir draussen unter Girlanden. Ich dick eingemummelt und eingesprüht, ich will keinen Kontakt mit Mücken, vermeiden kann ich es aber nicht ganz. Es ist immer noch schwülwarm.... Tropen eben.

    Wir bekommen das beste Abendessen der ganzen Reise gredenzt und als wir so richtig zuschlagen wollen... BÄM... kein Strom... kein Licht... {a. Wir und noch zwei Gruppen sitzen im Dunkeln und hier ist dhnkel dann aber auch STOCKDUNKEL..... aaaaber wir sind ja die einzigen Deutschen und wir sind vorbereitet und so zücken wir unsere Taschenlampen und können im Schein dieser in Ruhe weiter essen. Die anderen sind wohl nicht vorbereitet...... Es werden zwar auch Kerzen gebracht, aber bei jedem Lüftchen sind sie erloschen.

    Danach gehen wir umgehend ins Bett, es ist 20.15Uhr.:question wir müssen um 2Uhr aufstehen, denn um nicht irgendwo in einer Hütte unterzukommen müssen wir bis Belo sur Mer. Zusätzliche Schwierigkeit ist, dass der Ort am Meer von einer Art Prielen durchzogen ist und wir nur bei Ebbe zum Hotel können.

    Hier lässt es sich aushalten. Madame ist voll ausgebucht und so schlafen wir in ihrem Wohzimmer, zwar mit eigenem Bad, aber aus dem Hahn kommt kaum Wasser.... und dabei sind wir sooo durchgeschwitzt. Naja wir behelfen uns und haben ja immerhin eine normale Toilette.

    Strom ist hier ein Problem, immer wieder ist er weg, auch das Internet funktioniert nicht... nur immer wieder für ein paar Sekunden. Ich gebe auf und fahre mit dem Guide auf den Markt, um für unseren nächsten Tag mit 10 Stunden Fahrt einzukaufen.

    Weisse werden hier bestaunt und so habe ich viel Spass mit Kindern die mich abklatschen und Frauen die kichern. Wir laufen auf und ab, probieren noch frische Kokosnuss Taler und kehren zurück in die Unterkunft.

    Ich mache es mir auf der Empore gemütlich und beobachte die Segler, die Fischer wie sie mit der Beute nach Hause kommen und die Fischer, die sich für die Nachtfahrt fertig machen. Ex ist ein traumhafter Nachmittag. Das nenne ich Urlaub... :gggitarre

    Irgendwann kommt dann auch die erste Mautstelle in Sicht. Hier wurde nicht so lange für die Ausführung gebraucht wie beim Dobrindt, das geht hier deutlich schneller. Dicken Ast auf den Weg, starke Kerle mit Maschinenpistolen daneben und fertig. Hat eine überaus überzeugende Wirkung.... wir kurbeln die Fenster hoch und lassen den Fahrer das machen.

    Wir fahren immer parallel zur Küste, aber sie kommt nur selten in Sicht. Unterwegs passieren wir einige Dörfer, aber hier geht leider eine gewisse Agressivität von den Bewohnern aus. Auch wenn wir nicht verstehen was sie sagen, können wir spüren, das wir beschimpft werde. Unser Jeep wird beworfen und sobald wir langsamer werden auch auf ihn eingetreten.

    Wir fahren in zwei Jeeps, ich sitze im hinteren Wagen. Immer wieder ist der vordere Jeep weg und wir sehen ihn erst 30 Minuten später wieder. Beim nächsten Stop sagen wir der Reiseleitetin, dass wir das nicht wollen. Nützt aber nix, deshalb wiederholen wir unsere Forderung auch. Tage zuvor sollen wir das Auzo nicht verlassen und jetzt werden wir auf der Piste allein gelassen. Das geht doch nicht.

    Zur späten Mittagszeit tauchen in der Ferne endlich Häuser auf, wir erreichen unsere heutige Unterkunft, Chez Katia. Die Dame ist sehr sympathisch und zaubert uns ein tolles Mittagessen, während wir den Blick auf Meer geniessen.

    Mit neuem Tatendrang starte ich in den Tag. Wir haben 6 Stunden über Sandpisten, durch Dornenwälder und vorbei an den ersten Baobabs vor uns. Im Land der Mikea, der kleinsten Ethnie hier, ist es schwülwarm und meine Jeepseite wird von einem Tuch vor der Sonne geschützt. Man nimmt an, dass ich einen Sonnenstich hatte. Zu Hause muss ich das mal näher untersuchen lassen.... könnte ja auch was anderes sein.

    Die Anstrengung auf der Piste ist enorm, wir hoppsen in dem Jeep rum... jeden Knochen spürt man, die Bandscheibe, aber die Ausblicke sind super:cheerleader.

    Der erste Baobab kommt in Sicht... sehr anmutige, riesengrosse und alte Bäume. Sie werden auch Affenbrotbäume genannt und es gibt Arten, die auf Madagaskar endemisch sind. Sie können bis 30m gross werden. In den dicken Stämmen speichern sie Unmengen von Wasser und können somit auch lange Trockenzeiten gut überstehen und dass müssen sie hier ja auch.

    Guten Morgen, ich hinke ja mit dem Bericht etwas hinterher und daher kann ich sagen, dass es mir besser geht. Ich hatte danach keinen Fieberschub mehr. Mit dem Kreislauf habe ich ab und an noch Probleme... Gegen das Fieber hatte ich irgendein ibu... mit, da stand gegen Fieber und Kopfschmerzen. Und ja, trotz einsprühen, langer Kleidung und Moskitonetz wurde ich gestochen.

    Ich habe hier aber immer mal irgendwas, wegen der Hitze weiss ich oft gar nicht was die Ursache ist. Ich gehe sofort zum Arzt, wenn ich wieder heim bin und lasse das untersuchen. Kann man doch am Blut sehen oder nicht? Ich dachte ich hätte einen Sonnenstich.

    Wache auf und fühle mich wunderbar, aber schwach. Heute ist sowieso unser Ruhetag und ich mache genau so viel: NIX.

    Sitze wie Hercule Poirot den ganzen Tag angezogen und geschützt im Schatten. Lese, schreibe Tagebuch und döse ab und an.

    Die Anlage wird von einem italienischen Pärchen geführt. Sie sind arrogant und kommandieren die Einheimischen herum. Am Ende wollen sie uns bei der Bezahlung nicht mal unser Wechselgeld raus geben, meinen das wäre Trinkgeld. Wir wollen das nicht, fordern das Geld ein und stecken es dann heimlich der Bedienung zu:gggitarre.

    Die Bungalows sind klein, dunkel, riechen unangenehm und sind abgewohnt. Dafür ist der Strand ein Traum... kilometerlanger, einsamer Sandstrand. Ein Paradies!!

    Endlich am Jeep angekommen, will ich nur noch ins Hotel. Irgendwie geht es mir schlecht... mein Magen krampft und ich denke, dass ich irgendetwas nicht vertragen habe. Im Hotel gehe ich gleich aufs Zimmer bzw. draussen aufs Daybed und schlafe gleich ein. Als ich aufwache ist mir schlecht und saukalt. Ich lege mich ins Bett und es geht weiter bergab. Ich bekomme hohes Fieber, weiterhin Magenkrämpfe und Erbrechen. Die anderen haben nix.

    Ausgerechnet heute gibt es einen bunten Abend im Haupthaus... davon bekomme ich nichts mit. Ich kämpfe... liege mit Medikamenten und kalten Wickeln im Bett. Ich bin selbst zu schwach um ins Bad zu gehen, schleppe mich so dahin und bin in Schweiss gebadet.... irgendwann komme ich zu mir und der Guide steht neben mir, sie hält mir was hin, ich trinke und wir machen neue kalte Wickel. Mitten in der Nacht wache ich dann auf und fühle mich etwas besser... das Fieber geht runter. Um 6Uhr klingelt der Wecker. Ich fühle mich in der Lage mit zu fahren, obwohl der Durchfall noch nicht weg, aber kontrollierbar ist. Ich schaffe es gerade bis zum Auto, sitze heute vorne... mehr weiss ich nicht mehr. Wir fahren off road, die erste Stunde überlebe ich kaum, ich schlafe trotzdem, wache nur ab und an auf und dann sind wir in der Shangr La Lodge. Ich lege mich sofort ins Bett, schlafe bis 19Uhr und gehe mal ins Haupthaus. Die anderen sind beim Essen und ich trinke einen Tee. Lege mich dann wieder hin und schlafe bis zum Morgen.

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