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Ausflug nach Tangermünde - ein Reisebericht

    • Reisebericht
  • Petra
  • 24. Mai 2011 um 22:27
  • Petra
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    petra.kaiser.35
    • 24. Mai 2011 um 22:27
    • #1

    Im April 2011 hatte ich einen Fotoworkshop im Havelland gebucht.
    Da ich schon einen Tag vorher nach Garz reiste, nutzte ich den freien Vormittag und fuhr nach Tangermünde. Man sagte mir, dass Tangermünde ein nettes mittelalterliches Städtchen an der Elbe sei. Den Namen erhielt die Kleinstadt durch den Fluss Tanger, der genau hier in die Elbe mündet.

    Ich parkte unterhalb des Schlosses in der Nähe der Anlegestelle für die Fahrgastschiffe.

    Bild 1: Blick auf die alte Kanzlei links und das Schloss rechts
    Bild 2: St. Stephan
    Bild 3: Fahrgastschiff an der Elbe
    Bild 4: Die Tanger mündet in die Elbe

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    Einmal editiert, zuletzt von Petra (24. Mai 2011 um 22:30)

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    petra.kaiser.35
    • 24. Mai 2011 um 22:47
    • #2

    Als erstes gehe ich zur Burg. Sie diente schon im 11. Jh. als Grenzbefestigung, denn auf der anderen Seite der Elbe siedelten die Slawen.

    Im 12. Jahrhundert wurde die Burg zu einer der stärksten Festungen in der Mark ausgebaut. Die Toranlage, durch die ich dann in das Innere der Burganlage ging, war damals der einzige Zugang.

    Im Laufe der Jahrhunderte wurden jedoch viele Veränderungen vorgenommen. Über dem äußeren Torbogen kann man den brandenburgischen Adler auf einer Sandsteinplatte erkennen.

    Bild 1: alte Kanzlei
    Bild 2: Toranlage mit Gefängnisturm
    Bild 3: Toranlage

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    Einmal editiert, zuletzt von Petra (24. Mai 2011 um 23:15)

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    petra.kaiser.35
    • 24. Mai 2011 um 23:15
    • #3

    Der Gefängnisturm (Bild 1) ist 37 Meter hoch und wurde schon 1480 als eine zusätzliche Sicherung gebaut. Ein Verließ befand sich im Erdgeschoss, das nur von oben zugänglich war. Die Mauern waren 3,50 dick. Das Dach stammt aus dem Jahre 1902. Die Gefängniszellen, die diesem Turm den Namen gaben wurden im 18. Jahrhundert eingebaut.

    Der Bergfried oder auch Kapitelturm (Bild 2) überragt mit seinen 50 Metern die gesamte Burganlage. Er wurde im 14. Jahrhundert erbaut und diente zunächst als Wehrturm, später dann im 16. - 18. Jahrhundert als Getreidespeicher für das Domkapitel.

    In den Parkanlagen sind zwei Denkmäler aufgestellt, Bild 3 zeigt den Kurfürst Friedrich I. und Bild 4 Kaiser Karl IV. der in der linken Hand das Landbuch der Mark Brandenburg hält und mit der rechten Hand seinen Geldsäckel.

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    Einmal editiert, zuletzt von Petra (24. Mai 2011 um 23:17)

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    • 25. Mai 2011 um 00:50
    • #4

    Von der Burg hat man auch einen schönen Blick auf die Tangermündung in die Elbe und natürlich auch auf die Stadt mit der St. Stephanskirche. Dies stammt aus dem 12. Jahrhundert und sie wurde im Laufe der Jahre mehrfach umgebaut und vergrößert.

    Im Jahre 1617 gab es einen Stadtbrand und ein Großteil der Inneneinrichtung fiel dem Brand zum Opfer. Diese wurden dann im 17. Jahrhundert erneuert.

    Bild 1: Bergfried
    Bild 2: Gefängnisturm
    Bild 3: Tangermündung in die Elbe
    Bild 4: St. Stephanskirche

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    • 25. Mai 2011 um 11:34
    • #5

    Im ehemaligen Schloss von Tangermünde ist seit dem Jahre 2000 ein Hotel untergebracht. Das jetzige Gebäude wurde unter König Friedrich I. von Preußen um 1700 als schlichtes Barockschloss erbaut. Das vorherige unter Kaiser Karl IV. erbaute Schloss, wurde 1640 von schwedischen Truppen zerstört.

    Die Kanzlei ist das einzige Gebäude der Burganlage, das noch aus dem 14. Jahrhundert stammt. Es wurde als Tanzhaus genutzt und später als Schreibstube.

    Bild 1: Blick auf das Schloss
    Bild 2 + 3: Kanzlei

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    • 25. Mai 2011 um 12:08
    • #6

    Ich verlasse nun die Burganlage und biege in die Hünerdorfer Straße ein. Es gab neben der Burg noch zwei frühe Siedlungen, das Hünerdorf mit wendischen (slawischen) Bewohnern und eine Burgmannensiedlung, die Schlossfreiheit.

    Die Hünerdorfer mussten Hühner als Abgabe an die Burg leisten, da sie keine Felder besaßen. Im Jahre 1457 wurde das Dorf gekauft und galt somit als Vorstadt.

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    Einmal editiert, zuletzt von Petra (25. Mai 2011 um 13:05)

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    • 25. Mai 2011 um 13:20
    • #7

    Von der Hünerdorfer Straße biege ich in den Zollensteig ein und erreiche die Salzkirche. (Elisabethenkapelle) Sie gehörte zum Elisabeth-Hospital.

    Im Jahre 1617, genau am 13. September, ereignete sich in Tangermünde ein verheerendes Unglück, ein Stadtbrand. Von insgesamt 619 Wohnhäusern brannten 486 vollständig ab, ebenso 52 Scheunen. Das Rathaus und die Stephanskirche wurde schwer beschädigt.

    Auch das Hospital wurde Opfer der Flammen. Den Schuldigen hatte man nach zwei Jahren gefunden, es sollte eine junge Frau gewesen sein, Grete Minde. Sie wurde verbrannt, obwohl sie ihre Unschuld beteuerte. Bis heute ist nicht klar, ob es ein Fehlurteil war, denn beschuldigt hatte sie ihr Mann, der wegen räuberischer Überfälle angeklagt war.

    Die Salzkirche wurde später als königliches Salzmagazin und Kornkammer genutz. Heute finden Konzerte und Ausstellungen in dem Gebäude statt.

    Bild 1: Salzkirche
    Bild 2: Zollensteig
    Bild 3: St. Stephanskirche

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    Einmal editiert, zuletzt von Petra (25. Mai 2011 um 13:24)

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    • 25. Mai 2011 um 13:32
    • #8

    Eben fällt mir auf, dass ich eine wichtige Sache vergessen habe. Um zur St. Stepanskirche zu kommen, muss man am Hünerdorfer Tor vorbei. Bei der Auswahl der Bilder habe ich dieses Bild nicht genommen, da es nicht so gut gelungen ist. Aber zur Dokumentation, meine ich, sollte es dabei sein.

    Es gab nur 3 Zuwege in die Stadt und eine davon war das Hünerdorfer Tor. Es bestand aus einer Doppeltoranlage, aber nur ein Wehrturm blieb erhalten.

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    • 25. Mai 2011 um 13:36
    • #9

    Nun schlendere ich durch die Kirchstraße. Es gibt hier wunderschöne alte Fachwerkhäuser aus dem 17. Jahrhundert.

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    • 25. Mai 2011 um 21:47
    • #10

    Nun erreiche ich das Rathaus mit seiner imposanten Fassade aus dem Jahre 1430. (Bild 1 + 2) Im 15. Jahrhundert war die Blütezeit der Stadt. Tuch- und Leinwandweberei sowie die Bierbrauerei brachten hauptsächlich den Reichtum. Übrigens das Bier nannte sich Kuhschwanz, auch heute wird es wieder gebraut.
    In der Nähe des Rathauses gibt es zwei Tourismus-Informationen. Ich kaufte mir zwei Broschüren über die Stadt Tangermünden, damit ich auch hier etwas über die Stadt erzählen kann. <$§$

    Irgendwann erreichte ich das Neustädter Tor mit der Nikolaikirche. (Bild 3) Das Neustädter Tor besteht aus einem eckigen Turm und einem Rundturm. Die Nikolaikirche wurde in die Wehranlage eingefügt.

    Ein paar Meter weiter entlang der Stadtmauer kommt man zum Schrotturm. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts wurden hier Schrotkugeln hergestellt.

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    • 25. Mai 2011 um 21:59
    • #11

    Nun schreite ich durch das Neustädter Tor und stehe vor einer der schönsten mittelalterlichen Toranlagen.

    Die Wappen zeigen:
    a) den Preußischen Königsadler
    b) den Reichsadler des Bismarckreiches mit dem aufgelegten Hohenzollernschild
    c) den Tangermünder Adler
    e) den Adler des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Natiuom
    f) den Brandenburgischen Adler

    Auf dem letzten Bild sieht man das Dominikanerkloster, bzw. das was noch übrig geblieben ist. Gegründet wurde das Kloster 1438. Nur 100 Jahre später wurde das Kloster aufgelöst und in den Räumen ein Hospital eingerichtet, das bis 1829 bestand.

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    Einmal editiert, zuletzt von Petra (25. Mai 2011 um 22:21)

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    • 25. Mai 2011 um 22:13
    • #12

    Nun gehe ich zwischen Tanger und Stadtmauer entlang. Es wird vermutet, dass der erste Mauerring schon um 1300 errichtet wurde. Davon gibt es jedoch nur wenige Reste. Der obere Teil der Stadtmauer ist wesentlich jünger.

    Die Stadtmauer umschließt fast lückenlos Tangermünde. Zur Flusseite hin beträgt die Höhe 10 - 12 Meter.

    Es gab an der Flussseite nur 3 Durchgänge zur Stadt, die mit Pferd und Wagen benutzt werden konnten. Im 15. Jahrhundert wurde die Rossfurt errichtet. Es ist ein 100 m langer Hohlweg, der vom Elbtor in die Stadt hineinführt.

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    • 25. Mai 2011 um 22:20
    • #13

    Ich setze mich ein Weilchen auf eine Bank vor der Stadtmauer und genieße die Ruhe. Dann gehe ich langsam wieder zum Parkplatz zurück. Meine Zeit ist abgelaufen. Noch einmal werfe ich einen Blick auf die Stephanskirche, dann steige ich in mein Auto und fahre nach Garz, denn mein Fotokurs beginnt.

    Tangermünde hat mir sehr gut gefallen!

    Viele Grüße
    Petra

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    • 27. Mai 2011 um 08:33
    • #14

    Und hier gibt es das Video zu diesem Reisebericht:

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    Die Traumpfade wurden hier aufgeschrieben:
    Traumpfade Sachsen-Anhalt - Tangermünde

    Viele Grüße
    Petra

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