Drei Tage in New York - ein Reisebericht

  • Nachdem ich meine Freundin in Maine besucht habe, (zum Bericht geht es hier) habe ich noch einen kleinen Abstecher nach New York gemacht. Also fuhr ich wieder mit dem Bus von Portsmouth zum Flughafen von Boston. Heute am 10.9. gab es einige Wetterprobleme (zu viel Wind zu schlechte Sicht) und somit hoben wir erst mit 2 Stunden Verspätung vom Flughafen in Boston ab.


    Geflogen bin ich mit Jet Blue. Wenn man zeitig bucht, dann ist der Flugpreis günstig. Die Sicherheitskontrollen waren easy, ich brauchte nichts aus dem Rucksack rausholen, weder Laptop, noch Fotoapparat oder Objektive.


    Die Sicht war so mau, dass man vom Anflug auf New York so gut wie nichts sah. Die Wolken hingen fast bis zum Boden. Angekommen auf dem Flughafen JFK holte ich meinen Koffer ab und wollte einen Hotel-Shuttle buchen. Da ich irgendeine Hostelähnliche Unterkunft gebucht hatte, war die Adresse nirgendwo auf der Liste drauf. Ich habe nicht geschaltet, ich hätte ja ein Hotel in der Nähe sagen können, aber mir fiel auf die Schnelle keins ein.


    Ich bekam aber den Tipp, dass ich ins nächste Terminal gehen sollte, da würden die öffentlichen Busse abfahren, das wäre auch billiger.


    Es regnete! Am Terminal 4 stand ein Express-Bus. Ich meinte lesen zu können, dass er nur zum Grand Central fuhr. Das war mir aber zu weit weg von meiner Unterkunft, die eher in der Nähe vom PENN-Station liegt.Also ging ich ins Terminal und fragte an dem Counter von dem Express Bus, wo ein Bus zum Penn-Station abfährt. Sie sagte, dieser Bus hier. Ich habe noch einmal nachgefragt, sicher er hält am Penn-Station. Ich kaufte also gleich eine Rückfahrt mit und war zufrieden, denn so sparte ich ein paar Dollar. Hurry up, the bus is waiting!


    Ok, also schnell zum Bus und dem Fahrer gesagt, dass ich an der Penn-Station aussteige. Er stutzte erst, meinte aber dann ja, er fährt dahin, ich solle beim 2. Stop aussteigen.


    Um es abzukürzen, ich musste ungefähr 2,5 Kilometer vorher aussteigen, denn er fuhr nicht dorthin. Man hat mich zum Narren gehalten.:mmad


    Die Diskussion mit dem Fahrer fruchtete nicht, denn er meinte zuerst, Penn-Station wäre gleich um die Ecke. Ich bin ja nicht blöde, denn ich weiß genau, wo der Bahnhof ist. Egal, ich wurde gelinkt, ärgerlich...








  • Ärgern nutzt nichts, also machte ich das Beste draus. Bei Regenwetter ein Taxi in New York zu bekommen, ist fast unmöglich. Ich nutzte die Chance, holte mein Regencape aus dem Koffer und ging los. So konnte ich doch schon mal ein wenig New York schnuppern.


    Der Koffer hat Rollen und was sind schon 2 Kilometer? Da ich nicht zurm ersten Mal in New York bin, wusste ich genau, wie ich laufen musste.






  • Die gebuchte Unterkunft fand ich schnell und nun war ich doch sehr erstaunt, was ich mir da gebucht habe. :Kopffass:{a

    Gewundert hatte ich mich schon, dass man kein Fleisch und Fisch mitbringen darf und auch keine Eier. Da ich aber sowie so Vegetarier bin und auf Eier verzichten kann, macht mir das nichts aus. Alkohol und Zigaretten sind auch nicht erlaubt, ich rauch schon lange nicht mehr und na ja, in New York gibt es genügend Kneipen, da werde ich schon auf meine Kosten kommen, wenn ich Lust auf Alkohol habe. Dann hatte ich gelesen, dass man von dem Gewinn, "homeless people" verköstigt. Diese Idee fand ich gar nicht schlecht und dachte mir, das kann man ja mal unterstützen. Außerdem war der Übernachtungspreis verlockend, denn ein Zimmer unter 100 € zu bekommen, das ist in New York nicht so einfach.


    Frühstück war inbegriffen und ich hatte ein Einzelzimmer gebucht. Dieses Zimmer ist allerdings mehr eine Koje, aber ich kann die Türe abschließen.


    Mehr will ich darüber nicht schreiben. Ich halte es aber aus, es muss sich keiner Sorgen machen. :ppeace





  • Ich wurde sehr freundlich in Empfang genommen, mir wurde alles genau erklärt. Da hier überall religiöse Bildchen rumhängen, habe ich dann mal weitergestochert, denn es hängen auch viele indische Bilder an den Wänden.


    Ja, nun weiß ich es, da steckt die Hare Krishna-Bewegung dahinter.


    Na gut... nachdem ich mich einigermaßen in dem winzigen Zimmer eingerichtet habe, brauchte ich dringend ein Bier! Jetzt hatte ich Glück, denn genau nebenan von meiner Unterkunft gibt es eine Bar.


    Nachdem ich mich von dem Schock erholt habe, musste ich noch etwas unternehmen. Es war zwar schon dunkel, aber es war noch nicht so spät. Also zog ich los und drehte eine größere Runde, im Regen.









  • Petra

    Hat das Thema geschlossen
  • So, da ich doch immer wieder gefragt werde, gibt es ein paar Informationen zu meiner Unterkunft.


    Ich habe das Interfaith Retreats gebucht.


    Gefunden hatte ich es über Airbnb. Mir sagt dort jedoch die Handhabung, Bezahlung etc nicht zu. Es ist aber auch bei booking.com und hotselworld gelistet.


    Ich habe es dann über booking.com gebucht und musste nicht sofort bezahlen. Das habe ich erst hier vor Ort gemacht.


    Im ersten Stock (sehr steile Treppe nach oben) gibt es dann die "Kojen". (18 Stück)


    Die Länge der Koje hat Bettgröße (Silke, Max würde da nicht reinpassen) daneben ist dann noch Platz, so dass ein mittlerer Koffer längs in der Breite gerade passt, eine Lampe ein Spiegel, drei Bügel, zwei Ablageflächen, viele Hare Krishna Bilder und Bücher, Handtücher und Bettwäsche. Es sind nur Einzelkojen, ich glaube, es gibt aber auch Schlafsäle eine Etage höher.


    Das Bad ist sehr sauber, hat 3 Waschbecken, 2 abschließbare Duschen und 3 Toiletten, aber nicht getrennt für Mann und Frau.


    Geschlafen habe ich wunderbar. Ih glaube, ich war die Einzige, die mal gehustet hat. Gehört habe ich NICHTS! An und zu mal Türengeklapper, aber das hat man im Hotel auch schon mal. An 21 Uhr ist hier Ruhe angesagt!


    Komfortabel ist hier nichts, aber man kann es aushalten. Keiner muss mich bedauern.:saint: Vor zwei Jahren war ich ja das letzte Mal hier in the City und hatte ein Schweinegeld für die Übernachtung bezahlt. Das wollte ich dieses Mal nicht. Dafür lieber einmal mehr...


    Wenn ich alleine unterwegs bin, dann möchte ich recht zentral wohnen. So kann ich dann auch am Abend mal ausgehen. Das würde ich in den Außengebieten wie Brooklyn oder Queens nicht machen.


    Übrigens frühstücken kann man hier den ganzen Tag. Obst gibt es hier im Überfluss, auch eine Mikrowelle ist vorhanden! Das W-Lan ist auch ok und man hat Sitzmöglichkeiten.


    Hier nun die Bilder.







  • Von dort lief ich noch eine Weile den Broadway und die 7th Avenue entlang.

    Die Christmas-Saison ist schon lange im Gange... und noch einmal Dogman und Rabbitgirl au einer andere Perspektive fotografiert.


    Immer wieder finden sich Möglichkeiten zum Hinsetzen, was auch selbst bei diesem Wetter rege in Anspruch genommen wird.







  • Das Wetter ist nicht prickelnd, aber das tut meiner Laune keinen Abbruch. Es macht einfach Spaß durch diese Stadt zu laufen, überall ist was los.


    Da ich heute Abend einen "Fotokurs" gebucht habe, suche ich schon mal den Treffpunkt, denn heute Abend im Dunkeln möchte ich nicht herumirren. Gegenüber vom Treffpunkt ist ein kleines Bagel-Lokal und dort nehme ich ein verspätetes Mittagessen ein.


    Eigentlich wollte ich nun mit der Subway zum Hotel zurückfahren. Ich fragte ein paar Polizisten, wo die nächste Station sei. Diese befand sich an der 42. AV, also beim Grand Central. Prima, dann finde ich das auch am Abend. Ich muss nur einmal die Linie wechseln.


    Inzwischen hatte ich es mir überlegt und fuhr nun doch nicht mit der Bahn zurück, sondern lief lieber zu Fuss. So kam ich dann auch noch am Empire State Building vorbei. :-)








  • An der 7th Ecke 28 West fährt die Linie 1, das ist die nächste Haltestelle in der Nähe meiner Unterkunft. Heute Abend werde ich in jedem Fall die Sub nehmen.


    Ich komme erst spät im Hostel an und habe gerade mal eine Stunde Zeit, um mich auszuruhen, bevor ich zum Abendprogramm übergehe.






  • Um 19 Uhr starte ich bepackt mit meiner 7D Mark I, meinem ww 10-20 von Sigma und schwerem Stativ. Ich bin früh genug an dem angegebenen Treffpunkt. Diese Fototour habe ich bei GetyourGuide gebucht. Thema war New York by night.


    Ich wusste weder was mich erwartete, noch wieviele andere an dieser Tour teilnehmen würden. Um 20 Uhr kam der Guide Guildo, eigentlich hätte noch ein anderer Teilnehmer an dieser Tour mitmachen sollen, aber er kam nicht. So hatte ich eine kleine Privattour ganz für mich alleine.


    Motto war: Postkartenbilder kann jeder, wir machen anderes. ;-)


    hier ein paar Bilder, wir probierten Verschiedenes aus:


    Bild 2 + 3 ist dasselbe Gebäude nur anders aufgenommen


    Bild 4 und 5 sollte Lightpainting werden, ist aber nicht so gut geglückt.








  • Es war schon weit nach 22 Uhr, als wir uns trennten. Mir hat die Tour gut gefallen, Guildo war ein netter Guide, wir haben uns gut verstanden und ich habe einige Kniffe gezeigt bekommen, die ich sicher weiter ausprobieren werde.


    Nun war ich den ganzen Tage auf den Beinen, es wurde Zeit, dass ich mich ein wenig auf´s Ohr haue, denn am nächsten Morgen hatte ich die nächste Tour gebucht.


    Wenn ich schon mal in New York bin, dann will ich die Zeit auch ausnutzen.


    Dieses Mal fuhr ich mit der 7 zurück, stieg dann in die 3 um, die leider nicht an der 28. hielt, da ein Express. So stieg ich am Penn Station aus und lief die paar Blocks zu Fuß. Ich fühle mich sicher in New York.


    Spaßeshalber habe ich am Morgen im Hostel gefragt, ob es in der Nacht sicher in dieser Gegend ist. Er meinte scherzhaft, ich solle nicht fragend umherschauen und zu Gott beten, dass er mir hilft...


    Da der Tag so lang war, verspürte ich einen unbändigen Appetit auf einen Drink. Die Kneipe neben meiner Unterkunft war geschlossen, aber ich hatte auf dem Weg dorthin was entdeckt. Da ging ich hinein und bestellte mir ein gezapftes Bier zu 7 USD! Boah, das war ja noch teurer als in Norwegen.


    Der Barkeeper meinte, er hätte mir schon ein günstiges gegeben, ich wäre schließlich in New York und hier ist es einfach teuer.


    Schade, dass ich alleine war, mit Friedrich hätte es mir dort besser gefallen..


    Ich blieb ein Weilchen da, sprach mit einigen und sank dann totmüde in Bett.


    Das war mein zweiter Tag.


    Viele Grüße

    Petra



  • Für den dritten Tag habe ich wieder einen Photowalk über GetYourGuide gebucht. Das Treffen war am Angelika Film Theater in der Houston Street (NoHo = North of Houston Street) vereinbart.


    Mit der 1 fuhr ich bis Anfang der Houston Street fand den Treffpunkt ohne Probleme. Wie immer war ich früher da und kam mit zwei anderen Wartenden ins Gespräch. In diesem Filmtheater werden ausländische Filme gezeigt und sie warteten auf die Öffnung.


    Früher war es das Cable Building, denn hier liefen die Kabel der Kabelbahnen zusammen. (ein Bild gibt es nicht...)


    "Mike" mein gebuchter Guide kam pünktlich und ich war wieder die einzige Teilnehmerin, super! Das Wetter war bescheiden und er fragte nach meinen Wünschen. Ja, ich wollte einiges über den Stadtteil SoHo erfahren. Es gibt nicht nur in London ein Soho sondern auch hier in Manhattan.


    Also mehr über die Architektur in diesem Stadtteil.


    Nun hat Mike mir soviel über die einzelnen Gebäude erzählt, ich habe das meiste vergessen, aber sie sind alt, haben fast alle eine interessante Vergangenheit. Wohlhabende zogen Anfang 1800 hierher und errichteten die Häuser, Theater, Geschäfte. Dann folgten die Industriebauten, die Wohlhabenden zogen weiter und die Gegend verfiel.


    Inzwischen ist auch hier die Gentrifizierung voll im Gange, Häuser wurden günstig aufgekauft, gewinnen exorbitant an Wert. Es ziehen wieder Menschen aus der gehobenen Schicht hierher, es fand ein Wandel statt.








  • Immer wieder fängt es an zu nieseln, das macht nichts, denn es hört auch immer wieder auf.


    Wir schlendern durch den Cast-Iron Historic District (Eisenarchitektur), der unter Denkmalschutz steht. Es sind die alten Lagerhäuser, die mit einer Gußeiserne Fassade versehen wurden.


    Wir sehen auch anderes, Spiegelungen in den Pfützen, allerdings ist es zu dunkel, lustige Schilder und einen Bautrupp, der auf Mikes Frage, was sie machen, mit: das ist alles nur ein Hobby antwortete. Wir durften fotografieren und ich meinte nur, da sei mir mein Hobby aber lieber.