Reisebericht Libanon

  • Moin Moin!

    Nach dem Live Bericht folgt hier jetzt die große Zusammenfassung. Die Bilder werden jetzt so nach und nach gesichtet und so wird an dieser Stelle noch einmal ein etwas größerer Bericht erscheinen.

    Vieles ist ja schon geschrieben worden, aber ein paar zusätzliche Worte und Bilder können ja nicht schaden. ;)

    Ich bin vor ein paar Jahren mal über einen Bericht über Beirut gestolpert. Die Stadt wurde als neues Trendziel beschrieben, viel Kneipen und Gastronomieszenerie, eine aktive Kulturszene machten die Stadt für Touristen interessant. Der Bericht passte so überhaupt nicht zu dem Bild, welches ich noch aus früheren Nachrichten kannte und so wurde ich neugierig. Byblos und Baalbek waren mir ein Begriff, es dauerte allerdings bis letzte Woche um die Stadt und das Land etwas gründlicher unter die Lupe zu nehmen.

    Die Erläuterungen auf der Seite des auswärtigen Amtes machen nicht gerade Mut. Das war auch der Hauptgrund, warum ich diese Reise so lange vor mir hergeschoben habe. Ich denke, das läßt sich gut nachvollziehen.

    Irgendwann Mitte des Jahres nahm die Neugier allerdings zu. Ich googelte ein wenig, fand Touranbieter, die Tagesausflüge oder ganze Rundreisen anboten und so faßte ich den Entschluß es jetzt auch zu wagen. Es war eine gute Entscheidung! Die anfängliche Unsicherheit wurde von Tag zu Tag weniger, je mehr ich mich im Land bewegte. Sicherlich gab es auch Situationen, wo ich etwas am zweifeln war, aber das darf in solchen Ländern auch gestattet sein. Die überaus freundliche und aufgeschlossene Art der Libaneser bestätigte mich tagtäglich in meiner Entscheidung, diesem Land trotz aller Negativmeldungen aus früheren Jahren, einen Besuch abzustatten.

    Es war eine richtig spannende und kurzweilige Woche im Libanon:1tanzen


  • Wie man schon weiß, ging es am ersten Tag morgens nach Byblos.

    Die alte Handelsstadt ist der älteste kontinuierlich besiedelte Ort der Erde. Ein ganz besonderes Zeugnis der Menschheit und Weltkulturerbe. Wer hat sowas auf dem Schirm, wenn man an den Libanon denkt?

    Es gibt dort diese großartige Kultur und es ist sehr schade, daß dies in den gegenwärtigen Berichten über dieses gebeutelte Land eher wenig erwähnt wird. Ich denke, das darf auch ein Grund für eine Reise darstellen, hier auf kulturelle Entdeckungstour zu gehen.


    Interessant in diesem Areal von alten Steinen ist die Kreuzritterburg, die römischen Kolonaden, das Theater und der Obeliskentempel.






  • Im Hafen herrschte völlige Ruhe. Der Lärm der Küstenstrasse war weit weg und man hörte nur das Wasser plätschern. Hier war nichts los. Die Fischer hatten anscheinend Pause. Auch die Restaurants waren leer. Die kleine Hafenpromenade lud zum schlendern ein.




  • Ich ging auch zur alten Mole, die wohl vor dem Hafenbecken als Wellenbrecher dient.

    Angeln scheint ein beliebter Freizeitsport bei den Libanesern zu sein. An der Küste waren sie an vielen Stellen zu finden. Auch an den Promenaden der Städte konnte man oft kleine Gruppen beobachten.



    Angeltouren lassen sich auch buchen. Inklusive anschließendem Barbecue auf dem Schiff. Grillen brauch ich nicht, aber einer Bootsfahrt vor der Skyline Beiruts wäre ich nicht abgeneigt.



    Irgendwann hatte ich aber genug gesehen und nun ging es vorbei an alten Kirchen wieder zurück zur Küstenstrasse, wo ich dann einen Bus zurück nach Beirut nehmen wollte.


  • Von der Bushaltestelle Douwra ging es dann auf eine ausgedehnte Tour durch das armenische Viertel. Bourj Hammoud wurde früher von armenischen Flüchtlingen besiedelt und stellt heute noch eine große armenische Gemeinde dar. Einquirliger, bunter Stadtteil.



    Die libanesiche Art einer Markise. Diese langen Vorhänge sind überall an den Häusern beiruts sichtbar. Fall man lüsten möchte klappt man ein Gestänge aus, welches sich am Balkongitter befindet. Auch eine interessante Variante.



    Ich lief im zick zack durch die Gassen.



    Das Stromnetz machte keinen vertrauenswürdigen Eindruck.



  • Einen Nachmittag kann man hier gut schlendern. Es ist ein großes Viertel und auch die Seitengassen sind sehr anschaulich. Ich mußte nur zusehen, daß ich rechter Hand immer das Wasser sah, so konnte ich dann geradeaus direkt auf meinen Stadtteil draufzu laufen.






  • Die kleine Exkursion tat mir gut. Ich finde, man muß sich auch am Anfang gleich unter die Leute mischen, damit man irgendwie einen einen Eindruck gewinnen kann, wie das Land so tickt.

    Am liebsten mache ich das gleich nach der Ankunft, dafür war es aber gestern zu spät.

    Auch die öffentlichen Verkehrsmittel sind ein guter Einstieg. Man merkt sehr schnell, ob man klar kommt oder nicht. Ich war sehr zufrieden mit meinem kleinen Ausflug. Ganz erschöpft stolperte ich am frühen Abend wieder in meinen Stadtteil hinein.






  • Am nächsten Tag bekam Baalbek meinen Zuschlag.

    Die Anreise war, wie schon erwähnt, etwas tüdelig, aber mein Bauchgefühl hatte recht. Nach 2 Stunden Fahrzeit war ich am Ziel. Die Schießscharten auf den Fußwegen und die Präsenz des Militärs an der Hauptstrasse lösten diesmal doch ein beklemmendes Gefühl in mir aus. Ich dachte an den Eintrag auf der Seite des Auswärtigen Amtes und überlegte, ob das nun wirklich eine gute Idee war. Aber nun war ich einmal vor Ort und ging auch zielstrebig zum Eingang.





  • Ich hatte ja schon in den Kommentaren erwähnt, daß in Baalbek auch einige komische Geräusche in den Hügeln zu hören waren. Es war wahrscheinlich ein Manöver vor Ort, trotzdem wirkte es schon ein wenig beklemmend. Da meine Umgebung dies komplett ignorierte, tat ich es dann auch und stöberte weiter.

    Die Säulen des Jupitertempels waren eingerüstet. Schade, aber solch alte Steine brauchen auch ein wenig Pflege. Die ganze Anlage ist sehr beeindruckend und gehört zu den ganz großen Hot Spots der Menschheitsgeschichte. Wahnsinn! Schade, daß die Gegend so unsicher ist. Ich würde es jedem gönnen, sich dort einmal umzuschauen.




  • Tagsdrauf ging es noch einmal in den Norden des Landes. Diesmal war die Hafenstadt Tripoli mein Ziel.

    Die Anreise gestaltete sich einfach, es war der gleiche Bus, der mich auch nach Byblos gebracht hatte.

    Schon nach den ersten schritten hatte ich mich total in diese Stadt verliebt. Enge Gassen voller Leben, Lärm und Farben. Genau meins!:mrgreen







  • Dann stöberte ich aber weiter in den Souks. ich suchte mir immer wieder mal ein Plätzchen, wo ich in Ruhe das Treiben beobachten konnte. Hier einen Kaffee, dort ein leckeres Brot, es war einfach herrlich! War ein wenig traurig, daß ich am gleichen Tag wieder nach Beirut zurück mußte.





  • Am vorletzten Tag entschied ich mich ein wenig den Süden zu erkunden. ich hatte mir die alte Stadt Tyros ausgeguckt. Dort gab es auch alte Römerruinen zu besichtigen, die auch den Wewltkulturerbestempel tragen.

    Im Bus kam ich schnell mit meiner Sitznachbarin in's Gespräch. Sie war natürlich neugierig, wohin ich reisen wollte. Zufällig kam raus, daß wir beide den gleichen Beruf ausüben und sie hatte ein Jahr in Deutschland gearbeitet.

    Also wurde es eine kurzweilige Fahrt. Bei Ankunft in Tyros impfte sie mir noch ein, wo ich die Busse für den Rückweg finde und dann stapfte ich los. Eine kleine Ausgrabungsstätte direkt am Meer war mein erstes Ziel.








  • Viel gab es dort nicht zu gucken, das Areal war sehr klein und vieles war abgesperrt, damit man nix kaputt trampelt.

    Dafür war die Küste aber sehr schön.



    Nach 1 Stunde hatte ich genug gesehen und spazierte zum nächsten Areal.