In Großenheerse wollten wir wieder das Auto an der Mühle abstellen, denn wir vergaßen, dass es dort nur private Parkplätze für Besucher gibt. So suchten wir entlang des Weges nach einer geeigneten Stelle, um das Fahrzeug abzustellen. So gingen wir erst in Raddestorf los. Die Sonne strahlte vom Himmel und ich kann schon jetzt verraten, uns wurde sehr, sehr warm.
Pilgern auf dem Sigwardsweg
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- Reisebericht
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Petra -
29. April 2020 um 11:51 -
Geschlossen
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Wir erreichen Kleinenheerse und sehen nur wenige Häuser, viele leuchtend gelbe Raps-Felder, Kühe auf den Weiden und Pferde auf Koppeln. Wir treffen eine Familie, die auf Fahrrädern unterwegs ist. Sie machen gerade eine Pause, denn es gibt neben einer kleinen Hütte auch einen Campingtisch und einen Spielplatz. Nach einem kleinen Plausch liefen wir weiter.
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Es ist der erste Mai und hier an der Kreuzung kommen uns laufend Fahrradfahrer entgegen oder überholen uns. Klar ein Feiertag und schönstes Wetter... Wir biegen jedoch auf einen anderen Waldweg ein und lassen die "Massen" hinter uns. Die meisten wollten wohl zum Badesee.
Wir machen unsere erste Pause mit Kartoffelsalat, Zucchinipuffer und Cappucino. Das war lecker. Ich entdecke auf Friedrichs Schulter eine Raupe. Es ist aber kein Eichenprozessionsspinner, sondern nur ein Orange-tipped oakworm moth (orangegestreifte Eichenwurm - Anisota senatoria)
Nun laufen wir zwischen den ehemaligen Kiesabgrabungen hindurch. Wir befinden uns im Naturschutzgebiet Mittelweser. Reiher, Reiherente, Störche, Flussseeschwalben, Schwäne, es gibt allerlei zu sehen.
Das Schild der Badegemeinschaft machte mich neugierig und ich fragte eine Mutter, die gerade an der Türe stand. Wir kamen ins Gespräch und ich erfuhr, dass sie auch auch schon auf dem Jakobsweg gelaufen ist und zwar auf dem Camino del Norte. Was für ein Zufall! Die Badestelle war übrigens gut besucht, ich habe nur alle Menschen "ausradiert".

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Es ist eine ausgesprochene schöne Strecke, die wir laufen. Die Strecke führt an der Weser entlang. Wir sind alleine auf weiter Flur und machen eine weitere Pause mit Apfeltasche und Cappucino. Da gerade keine Bank in der Nähe ist, nehmen wir mit einer Treppe vorlieb, geht auch.
Auf der Weser tut sich was, es ist der Feiertag, man hört es und sieht es, wir werden auf ein Bier eingeladen, wenn wir übers Wasser laufen.

Der Sigwardsweg führt querfeldein, aber leider stehen wir vor einer Absperrung. Wir dürfen nicht mehr weitergehen, denn ein Fischadler hat es tatsächlich "gewagt" und sein Nest auf einem Strommast gebaut.
Das Gelände ist weiträumig gesperrt und wir suchen nach einer Lösung. Das bedeutet, wir müssen durch hohe Brennesseln laufen und dann einen Hügel hinauf, damit wir auf den Waldwanderweg kommen. Friedrich zieht mich durchs Gestrüpp und wir rutschen, aber dann haben wir es irgendwann geschafft.
Einige hundert Meter weiter treffen wir dann wieder auf den Sigwardsweg und auf weitere Absperrungen. Mit meiner kleinen Kamera mache ich ein Foto, nur mit 35 mm kommt man nicht weit.
Daher habe ich mal ein paar Pfeile eingebaut. Einer der beiden Fischadler fliegt in der Luft, der andere sitzt auf der Spitze vom Mast über dem Nest. -
Nun ist es nicht mehr weit bis zum Etappenende. Wir kommen an der Pottmühle und an der Weserland Klinik vorbei, eine Fachklinik für orthopädische, rheumatologische und geriatrische Rehabilitation. Hier setzen wir uns ein Weilchen auf eine Bank mit Blick auf die Weser.
Kurz vor unserem Ziel gab es dann noch einmal eine Sperrung und wieder mussten wir einen Umweg laufen. Es blieb uns ja nichts anderes übrig und somit sind wir dann insgesamt 2 km zusätzlich gelaufen. Es gibt sogar ein Umleitungsschild nur für Fußgänger und Fahrräder, das hatte ich ja noch nie gesehen.
Wir haben es geschafft, und sind in der Stadt Petershagen angekommen. Nun fehlt nur noch die Etappe bis Minden, die wir wohl teilen werden.
Viele Grüße
PetraWer kommentieren möchte, hier geht es zum Kommentar-Thread zu meinem Reisebericht: Pilgern auf dem Sigwardsweg
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10. Etappe - Teil 1 auf den Sigwardsweg von Petershagen nach Todtenhausen - 12,7 km zu Fuß
Es ist die vorletzte Etappe von diesem schönen Pilgerweg:
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Letzten Samstag haben wir es endlich geschafft und sind den ersten Teil von der letzten Etappe gewandert. Leider gab es einen Wetterumschwung an diesem Tag. Das Thermometer zeigte gerade mal 5 Grad und die Sonne sollte sich den ganzen Tag so gut wie nicht zeigen.
Was solls´s , wir packten unseren Rucksack mit Wasser und Proviant und fuhren los. Die Etappe hatte ich schon im Vorfeld ausgesucht. Da wir ja immer mal rechts und links des Weges gucken, hatten wir uns für diese Etappe als Endziel die Valentinsmühle in Todtenhausen ausgesucht, als Startpunkt Petershagen, dort wo wir die letzte Tour beendet haben.
In dem alten Amtsgericht befindet sich heute ein Restaurant. Ein Blick auf die Speisekarte sagte uns: da müssen wir unbedingt hin!
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Wir machten einen kleinen Schlenker zur Weser und zwar an die Stelle, an der früher ein Fährbetrieb zur anderen Weserseite existierte. Vielist davon nicht mehr zu sehen, aber immerhin hat man einen Bilderrahmenblick zum Schloss Petershagen.
Wir gingen wieder zurück auf den Sigwardsweg und kurze Zeit später wieder einen Schlenker zur Büschings Mühle zu machen. Sie wurde 1810 als achteckige Holländer Mühle gebaut (Wallholländer). Um 1900 wurde eine Dampfmaschine eingebaut und später ein Dieselmotor und ab 1945 ein Elektromotor. 1963 wurde der Betrieb eingestellt.
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Da wir nicht den Weg zurück zum Pilgerweg gingen, sondern erst die nächste Möglichkeit nahmen, verpassten wir ein Hinweisschild und liefen zunächst eine ganze Weile den falschen Weg.

Was soll´s? Wir hatten ja solche kleinen Umweg zeitlich eingeplant. Daher gab es erst einmal eine erste Pause. Wir haben uns ja ordentlich Proviant mitgenommen. Wandern macht hungrig.
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