Live - Reisebericht aus Madeira im Januar 2021

  • Hallo aus Madeira,

    nun bin ich da, wo ich nie hinwollte, nämlich auf Madeira. Und wer ist schuld? Corona! Eigentlich wollten wir um diese Zeit in Costa Rica sein, jedoch haben wir uns schon im Sommer 2020 entschieden, nicht dort hinzufahren und wir suchten eine Alternative, die in Europa liegt und relativ sicher ist. Wer hätte denn damals gedacht, dass dieses Virus uns so lange in Atem hält?


    Nun sind wir hier auf der schönen Blumeninsel und der erste Eindruck sagt mir, ich glaube, ich mag sie die Insel ;-)


    Heute Morgen sind wir in aller Herrgottsfrühe aufgestanden, um pünktlich in Hannover am Flughafen zu erscheinen. Wir müssen rund 50 Kilometer fahren und heute Morgen war es schon seltsam, es war kaum Verkehr auf den Straßen, das war ja richtig gespenstisch.


    Mit Lufthansa flogen wir zunächst nach Frankfurt, die Maschine war voll, aber es war nur eine kleine Embraer und wir hatten 2er-Sitze. Glücklicherweise wurde mein Handgepäck nicht gewogen, ich schleppe immer zu viel mit. Allerdings musste meine kleine Kameratasche mit Kamera 2 x durch den Scanner. Ich wunderte mich schon, aber sie schüttelte auch nur den Kopf. Im Nachhinein, also viel später erkannte ich den Grund. In der kleinen Vortasche befand sich mal wieder eine Nagelfeile. Ich verstehe einfach nicht, warum diese Dinger immer irgendwo bei mir in dunklen Ecken landen. Ich habe nämlich 2 andere Feilen in den Koffer gesteckt, damit es ja kein Problem gibt.


    Auf dem Flug nach Frankfurt gab es eine Flasche Wasser. Wir hatten genügend Zeit zwischen den Flügen, so brauchten wir auch keine Angst um unsere Koffer zu haben. Ich mag es nicht am Flughafen am Band zu stehen und der Koffer ist nicht da. Das haben wir schon einige Male erlebt, meist aber, wenn die Umsteigezeit zu knapp bemessen war.


    Wir waren gut vorbereitet, hatten einen PCR-Test machen lassen und haben uns auf der Madeira- Safe -Seite registriert und auch das Test-Ergebnis hochgeladen. Wir haben jede Menge Masken mit und werden nur wenig Kontakte haben.


    Als unser Flug mit Lufthansa nach Funchal aufgerufen wurde, haben wir uns schon über die wenigen Mitreisenden gewundert. Eingesetzt war ein Airbus A321neo, da passen rund 215 Gäste rein. Wir waren gerade mal 40 Passagiere. Wunderbar, denn so saßen wir in unserer Reihe 36 ziemlich weit hinten und hatten sehr viel Platz für uns alleine.


    Da ich schon befürchtete, dass ich den angebotenen Wrap nicht essen darf (Allergie), habe ich mir vorsichtshalber meine eigene Stulle mitgebracht, aber es gab auch Kaffee und sogar ein Gläschen Wein.




  • Der Flug dauerte nicht ganz 4 Stunden und war recht angenehm, zwischendurch ruckelte es auch mal ordentlich. Viel sehen konnte man nicht, Paris lag im Neben, Marseille war gerade so ein wenig zu erkennen und von Porto sah man wieder nichts, Dann flogen wir auch übers Meer und ich machte ein kleines Nickerchen.


    Pünktlich zum Landeanflug war ich dann wieder wach. Die Küste Madeiras war auch nur im Dunst zu sehen, aber immerhin. Auf dem 2. Bild sieht man die Landebahn, die auf Pfeiler gebaut wurde und kurz ist sie auch noch. Der Pilot musste nach der Langung ganz schön in die Bremsen treten. ;-)



  • Wieder festen Boden unter den Füßen, gingen wir als erstes zum Gepäckband und warteten auf die Koffer, es war gerade mal 14:10 Ortszeit. Das Auto hatte ich um 16:30 h bestellt, da wir ja nicht absehen konnten, wie schnell die Einreise verlaufen würde.


    Bei nur 40 Personen ging alles super schnell. Wir hatten ja den QR-Code parat und durften sofort zur Überprüfung des Corona-Tests. Danach mussten wir allerdings wieder rein in die Halle, weil sich dort die Mietwagen-Schalter befinden. Alles kein Problem, man wird namentlich aufgeschrieben, so dass man nicht wieder den Test vorzeigen muss.


    Wir waren nun viel zu früh am Schalter, aber das war auch kein Problem, wir bekamen jetzt einen Fiat 500 C und nicht - wie gebucht - mit Schaltung, sondern Automatik und können bei gutem Wetter sogar mit offenen Dach fahren. Uns war das Recht. Dafür bekamen wir den Wagen auch sofort.


    Ich musste dann noch ein weiteres Mal in die Halle rein, denn wir hatten vergessen, uns bei der Info eine Karte von Madeira geben zu lassen. Das holte ich dann nach. Nun schrieb er meinen Namen nicht mehr auf, er wusste ihn auch so. :D


    Der Wagen war schnell gefunden, das Gepäck verteilten wir auf die Rücksitzbank und den winzigen Kofferraum. Friedrich machte sich ein wenig mit den Schaltern und Hebeln vertraut und dann fuhren wir los.


    An der Info hatte man mir den Weg auf die Karte eingezeichnet, den wir fahren sollten. Wir hatten ja ein GPS-Gerät im Auto, ich beschäftigte mich damit und bekam es sogar ans Laufen. Allerdings habe ich festgestellt, dass wir oft im "Nirgendwo" fuhren, entweder war es eine alte Karte oder das Signal wurde pausenlos verloren.


    Daher schmiss ich mein Sygic auf dem Smartfone an, ich hatte mir noch die neueste Portugal-Karte runtergeladen und siehe da, auf meinem Gerät fuhren wir immer auf der Straße und nicht im Nirgendwo.


    Es ging aber fast immer nur durch Tunnel und anhalten konnte man ohnehin nicht. Daher machte ich ab und zu ein Foto durch die Scheibe. {v




  • Nach einer Stunde Fahrtzeit haben wir unser Ziel erreicht. Wir haben das Monte Mar Palace Hotel in Ponta Delgada gebucht. Es liegt ziemlich abgeschieden, aber wir wollten das so. Das Hotel ist etwas in die Jahre gekommen, unser Zimmer liegt in der 4. Etage, wir haben Meerblick und einen Balkon mit Tisch und 2 Stühlen. Das Zimmer selber ist sehr geräumig, die Betten sind riesig, wir haben eine Sitzeckt mit 2 Sesseln, einen Schreibtisch, einen großen Schrank und einen Kühlschrank. Klar natürlich auch W-Lan und einen großen Fernseher.


    Der Außenpool ist geschlossen, der Innenpool ist beheizt, das Fitnesscenter muss geschlossen bleiben, die Bar hat bis 23 UHr geöffnet ebenso das Restaurant. Es gibt eine Tischtennisplatte und einen Billiardtisch, aber ich denke nicht, dass uns langweilig sein wird.


    Insgesamt sind wir mit unserer Wahlsehr zufrieden. Es sind nur wenige Gäste im Haus, aber wir werden uns hier ja nicht so viel aufhalten. Heute haben wir nur das Hotel inspiziert und sind gegenüber von der Anlage in eine Snackbar gegangen und haben dort unser erstes Bier getrunken.


    Morgen werden wir hier diese Gegend zu Fuß abklappern.


    Viele Grüße
    Petra


    Die letzten beiden Bilder habe ich von unserem Balkon aus gemacht.


    Fragen oder Kommentare sind immer gerne gesehen, diese bitte hier in diesen Thread schreiben:

    Kommentare zum Live - Reisebericht aus Madeira im Januar 2021








  • Heute Morgen sah das Wetter schon durchwachsen aus. Es hieß auf der gesamten Inseln soll es zu 90% regnen. Nicht schlimm, wir wollten heute ohnehin nicht viel unternehmen.


    Zuerst waren wir auf das Frühstück gespannt. Es gibt Büffet-Frühstück, eine große Auswahl an warmen und kalten Speisen. Man geht zum Büffet und bekommt einen Teller und man sagt, was man haben will und es landet auf dem Teller. Ich nehme Spiegeleier, warme Pilze und gebackene Toamten, dazu verschiedene Sorten Brot, Margarine und eine Art Schweizer Käse. Im 2. Gang gibt es ein warmes Croissant mit Marmelade und frisches Obst, Orangenstücke, Honigmelone und Banane.


    Friedrich findet auch so allerlei, was ihm schmeckt. Wir sitzen in einer Nische mit Blick auf´s Meer.


    Nach dem Frühstück gehen wir ein Weilchen aufs Zimmer, es ist schon gemacht, denn das Wetter ist nicht so einladend. Ich mache ein paar Bilder vom Zimmer.






  • Man kann zusehen, wie schnell sich das Wetter ändert, im Nullkommanichts zieht eine Nebelwand auf, es prasselt vom Himmel und wenige Minuten später hat man wieder Sicht.


    Wir entscheiden uns, zunächst zum Einkaufen zu fahren, es soll hier einen kleinen Laden geben. Danach wollen wir ein wenig an der Küste entlangzufahren um einen ersten Eindruck von der Nordküste zu bekommen. Unsere Regencapes packen wir ein.


    Wir finden den kleinen Einkaufsladen und kaufen ein paar Kleinigkeiten ein. Vor dem Laden stehen 3 Bänke, hier trinken wir einen Cappucino und dann fahren wir los, immer an der Küste entlang.


    Ponta Delgada - Boaventura - Sao Jorge - Santana


    Es ist eine tolle Strecke, es geht rauf und runter, oft sehen wir nichts, manchmal regnet es und ab und zu schnauft unser kleines Autochen, aber wir schaffen es immer.


    Wir sehen viel Hinweise: Miradouro, die meisten heben wir uns für die Rückfahrt auf. Das Wetter soll am Nachmittag besser werden. Als wir das Schid mit den Ruinen sehen, fahren wir ab, stellen unser Auto ab und gehen durch den Regen zu der alten Brücke, hier fließt ein Fluss ins Meer. Ich deute ein Schild falsch, im Nachhinein, lese ich die Übersetzung, nur für Anwohner und Eigentümer. Jetzt weiß ich auch was "moradores" heißt (nämlich Bewohner) Ok beim nächsten Mal werde ich es beachten. :schlelch:


    In Santana gibt es die hübschen strohgedeckten Bauernhäuser. Sie sind aber nicht mehr bewohnt. Wir haben Hunger und kehren ein. Friedrich nimmt das Tagesgericht, Prata del dia, es ist eine Fischsteak mit Reis und Süßkartoffeln, ich nehme ein Cheeseomelette mit Pommes, dann gibt es einen großen Salat für uns und super leckeres Knoblauchbrot als Vorspeise vom Haus spendiert. Zum Schluss einen Kaffee, dann waren wir gestärkt für die Rückfahrt.


    Wie die Wetter-App es vorausgesagt hatte, besserte sich das Wetter.










  • Wir fahren wieder zurück, den Leutturm am Ponta de Sao Jorge sehen wir im Nebel, außerdem steht er auf einem eingezäunten Grundstück und es ist ohnehin eine Sackgasse. Der Weg dorthin ist abenteuerlich, eng und schmal und wir schaffen die Steigung zurück nur mit Mühe. Wie gut, dass wir nicht mit dem kleinsten Fiat unterwegs sind, aber er hat schon seine Macken.


    Dann klart es sich auf und wir haben eine gute Sicht. Wir halten hier und da an und staunen über die schöne Aussicht.







  • Irgendwann wollen wir den alten Weg nach Ponta Delgada nehmen, aber es gab einen Erdrutsch, eine Brücke ist nicht mehr befahrbar und eine andere Straße versinkt im Matsch. Wir kehren um und nehmen wieder den regulären Weg.


    Friedrich trauert ein wenig dem Abenteuer nach ;-) Noch ein paar Mal biegen wir ab zu einem Miradouro, aber irgendwann ist Schluss, wir fahren zügig zurück. Hier ist übrigens kaum Verkehr auf den Straßen.


    Kurz vor dem Hotel halten wir noch einmal an, ich möchte die Strelitzie fotografieren, die man hier überall in Blüte sieht.


    Gefahren sind wir heute nur 71 Kilometer. Es ist eine schöne Strecke mit viel Abwechslung. Schnell fahren kann man auf diesen Wegen nicht und wenn man wie wir ewig einen Foto-Stop macht, dann ist man schon einige Stunden unterwegs. :-)


    Das war´s für heute.


    Viele Grüße
    Petra


    Hier geht es zum Kommentar-Thread :-)









  • Heute am 5.1. wollten wir es ganz ruhig angehen lassen. Schon morgens sahen wir die Sonne (Bild 1)obwohl Regen angesagt war. Das Wetter ist wirklich nicht zu durchschauen.. Egal, erst einmal frühstücken. Es waren noch 4 andere Tische besetzt, rund 15 waren noch frei.


    Lange hielten wir es aber dann doch nicht im Zimmer aus und so packten wir unsere sieben Sachen. Dieses Mal zog ich meine Wanderschuhe an und wir nahmen auch Proviant und Wasser mit.


    Ich hatte ja schon zu Hause einige Wanderungen in dem Rother Wanderführer markiert und Friedrich hat die Tour Nr,59 ausgesucht, eine einfache Wanderung von Fanal nach Fio. Eine Stunde 20 war als reine Gehzeit angegeben, ich frage mich immer, wie die das schaffen, wir brauchten ein langes Weilchen länger. Allerdings hatten wir ja auch Zeit genug.


    Die Wanderung beginnt am Forsthaus Fanal, dorthin mussten wir zunächst erst einmal kommen. Bei bestem Wetter fuhren wir an der Nordküste entlang, dieses Mal aber in westlicher Richtung, also Sao Vicente - Seixal - Ribeira de Janeia.


    Ab und zu hieltenwir an, um Fotos zu machen. Es gibt viele malerische Stellen. Einmal fuhren wir auch in ein kleinesKüstendorf hinein, aber außer ein paar unbewohnten Häusern, gab es nur ein paar Angler, die heftig debattierten, was ich aber niatürlich nicht verstand, denn außer ein paar Brocken, verstehe ich die portugiesische Sprache nicht.


    Die alten Küstenstraßen waren oftmals gesperrt und somit fuhren häufig durch Tunnel.








  • Der Start der Wanderung ist am Posto Florestal, das Forsthaus Fanal.



    Wir sehen die dunklen Wolken, es regnet und es ist recht frisch. Wir ziehen gleich unsere Regencapes an, dann sind wir geschützt. Hier am Parkplatz kann man gleich die knorrigen Stinklorbeerbäume sehen.



    Gleich zu Anfang geht es über Stufen nach oben, nun ja, ich komme schon ins schnaufen. Durch den Regen ist alles auch matschig, wie gut, dass ich meinen Leki-Stock mitgenommen habe. Ich kann ihn wirklich gut gebrauchen.


    Noch ist die Sicht ganz gut, es sollte sich jedoch noch ändern.






  • So richtig gut ist der Rundweg nicht ausgeschilder. An dieser Stelle Bild 1 steht überhaupt kein Zeichen, denn wir müssen hier an dem Steinhaufen weiter gerade aus biegen, wollen wir auf dem Wanderwg 59 bleiben.




    Man sieht es schon auf dem Bild, es gibt riesige Pfützen und klar ich rutsche aus und unglücklich in die Pfütze hinein, falle aber nicht hin. Das wär´s dann gewesen.


    Da es in den letzten Tage viel geregnet hat, ist der Weg matschig und voller Pfützen, die meisten kann man umgehen. Ab und zu schaue ich nun doch auf mein GPS-Gerät, denn ab und zu wissen wir nicht, ob wir abbiegen sollen oder nicht. Nun erreichen wir Fio, von Weitem sehen wir den Nebel kommen und als wir an der Abbruchkante stehen, ist schon wieder fast alles dicht. :-)




  • Wir müssen wieder bis zum Steinhaufen zurück, jetzt passe ich bei der Pfütze besser auf und kann sie umgehen. Ich bleibe zwar dafür im Gestrüpp hängen, kommen aber immer wieder frei.


    Es hat sich eingeregnet, der Wind pfeift uns auch um die Ohren, aber wir sind passend gekleidet. Am Miradouro sehen wir nichts, aber wir machen unsere Pause und essen ein Schokohörnchen und laben uns am Wasser.







  • Von hier aus geht es zurück zum Auto, nun prasselt der Regen wirklich hinunter, nir wenige Male nehme ich den Fotoapparat raus. Dann sind wir am Auto und fahren zurück. Die Punkte, die wir uns auf dem Hinweg nicht angeschaut haben und für die Rückfahrt übrig gelassen haben, verschwinden im Regen und Nebel. Als wir wieder in Potan Delgada angekommen sind. schien hier tatsächlich wieder die Sonne.


    Wir hatten genug "getan", es wartete ein eiskaltes Bier auf uns und bestellten unser Abendessen beim Room-Service.


    Viele Grüße
    Petra





  • Gestern sind wir ein wenig durch Ponta Delgada gelaufen. Erst haben wir ein wenig eingekauft und dort einen Cappucino getrunken, dann sind wir losgelaufen.


    Weit sind wir nicht gekommen, denn die Straße war hinter dem Picknickplatz gesperrt. Es gab Erdrutsche und es sah schon gefährlich aus. Ein Fahrradfahrer hob sein Fahrad hoch und versuchte durch den Tunnel zu gehen, aber nach einer Weile kam er frustriert zurück.


    Ich machte ein paar Fotos und wir gingen zurück zu dem kleinen Laden, wo wir unser Auto abgestellt haben.










  • Das nächste Ziel sollte nun die Kirche von Ponta Delagda (Igreja do Senhor Bom Jesus) sein, sie steht an der Küste. Wir stellen den Wagen dort ab, wo sich eine Nachbildung eines Waschplatzes und ein Denkmal für Pilger befindet. (Requalificacao dos Pocos Comunitarios e Monumento ao Romeiro)



  • Wir laufen nach "unten" an die Küste, kommen an der Badeanstalt vorbei und erreichen die Kirche mit dem Friedhof und sind entsetzt, Der Ftriedhof ist zerstört, Arbeiter bringen den Schlamm weg, der sich über die Gräber gelegt hat. Dass hier eine Katatstrophe statt gefunden hat, das sieht man, aber noch wissen wir nichts Genaues.


    Ich gehe in die Kirche hinein, sie ist offen, auch hier stehen Desinfektionsmittel zur Verfügung.