Ontario-Motown-Tour 2023

  • Noch gehen unsere Ideen nicht aus, was wir alles noch machen wollen

    Das verstehe ich, denn auch meine Bucketlist ist voll :D .

    hoffentlich lebe ich lange genug.

    So fit wie du bist, zweifle ich daran nicht.

    Freunde von mir sind über 80 und die reisen auch dieses Jahr wieder sechs Wochen durch die USA.

    Liebe Grüße

    Ilona

    "Man muss viel laufen. Da man, was man nicht mit dem Kleingeld von Schritten bezahlt hat, nicht gesehen hat" (Erich Kästner)

  • Tag 9: Von Manitoulin Island nach Parry Sound

    Die Nacht in dem muffigen Zimmer war vorüber und zum Frühstück gingen wir nochmals zu Elliott’s Restaurant. Die indigenen Einheimischen saßen am Nachbartisch und wir bestellten uns ein rustikales Frühstück nach Wildwest-Manier mit Rührei, Bratkartoffeln und Würstchen. Einfach lecker!

    Nach dem Frühstück warfen wir den Schlüssel in den dafür vorgesehenen Kasten und machten uns auf den Weg. Leider erreichten wir die Little Current Swing Bridge etwas zu spät.

    Die über 110jährige Brücke war früher eine Eisenbahnbrücke und ist jetzt die einzige Straßenverbindung nach Manitoulin Island. Sie wird mehrmals am Tag für die Schifffahrt um 90 Grad gedreht und weil sie einspurig ist, regelt eine Ampel den Verkehr.

    Die nächste Insel gehört einem Stamm der First Nations und hier bekam Otto seine Füllung zum Preis von umgerechnet 1,09 €/Liter.

    Ein paar Kilometer weiter stand ein Schild mit der Aufschrift Whitefish Falls und wir machten einen kurzen Abstecher.

    Um näher heranzukommen, musste man ein bisschen klettern. Mir blieb fast das Herz stehen =O als Heiko hier herumkraxelte

    und dabei den Autoschlüssel in der Tasche hatte.

    Was macht man(n) nicht alles für ein Bild.

    In Espanola machten wir kurz an einer Trading Post Halt. Bärenfelle für 3000 $ waren uns jedoch zu teuer und der Blick auf Mokassins für 300 $ beschleunigte die Schritte zum Ausgang.

    Nun erfolgte eine lange Fahrt ohne nennenswerte Zwischenstopps und Sehenswürdigkeiten. An Sudbury fuhren wir vorbei und 20 km weiter bekam ich einen unstillbaren Durst auf ein Erfrischungsgetränk. Das lag bestimmt an dem mächtigen Frühstück, denn stilles Wasser konnte meinen Durst nicht löschen. Nach weiteren 80 km sahen wir am Highway ein Schild, dass es an der nächsten Ausfahrt frisch geräucherte Forellen gibt. Wir fuhren ab und erreichten nach ein paar Kilometern einen See mit einem großen Anglershop. Die hatten nicht nur geräucherten Fisch, sondern auch eine Pink Grapefruit Limo für mich.

    Um die Mittagszeit erreichten wir den Ort Parry Sound im Parry Sound District. Hier soll es 30000 kleine Inseln geben, die per Schiffstour umrundet werden können. Eine Schiffstour hatten wir an dem Tag nicht geplant. Wir schauten im kleinen Städtchen nach etwas Essbarem und nach einem Supermarkt. Der erste Supermarkt hatte leider kein frisches Baguette mehr, aber im zweiten wurden wir fündig.

    Dann fuhren wir zu unserer Unterkunft The Grand Tappattoo Resort am Otter Lake weiter.

    Das Resort besteht aus mehreren Gebäuden und verfügt über einen Privatstrand, ein Restaurant und Wassersportgeräte zur freien Verfügung.

    Wir stellten unsere Koffer ins geräumige Zimmer und gingen gleich an den Strand. Dort suchten wir uns passende Schwimmwesten aus (man muss beim Einchecken unterschreiben, dass man die Boote oder Paddleboards nicht ohne nutzt) und wählten ein Tretboot {a . Wir würden gerne mal Kajak fahren, doch den ersten Versuch trauen wir uns nur in seichtem, klarem Wasser zu. Zum Kentern Schwimmen war es uns zudem bei 20°C zu kühl.

    Als es uns am Wasser zu frisch wurde, setzten wir uns auf den Balkon. Später im Zimmer richteten wir uns ein Abendbrot mit Baguette und der unterwegs gekauften, geräucherten Lachsforelle.

    Hier hätte man es durchaus ein paar Tage aushalten können.

    Übernachtung: The Grand Tappatto Resort, Seguin

    Link zur Karte

    Liebe Grüße

    Ilona

    "Man muss viel laufen. Da man, was man nicht mit dem Kleingeld von Schritten bezahlt hat, nicht gesehen hat" (Erich Kästner)

  • Tag 10: Von Parry Sound nach Toronto

    In dem Resort hat es uns, wie bereits erwähnt, gut gefallen und wir haben in der Nacht tief und fest geschlafen.

    Am Morgen drückte Heiko die Blase. Das W konnte man allerdings vor dem C entfernen, denn es kam kein Wasser :dddenken. Der kleine McGyver in mir war blitzschnell wach :1tanzen . Bevor noch mehr als die Blase drückte, zog ich schnell was über und schnappte mir einen Mülleimer. Wir hatten glücklicherweise den See in der Nähe.

    Heiko zog sich auch schnell die Klamotten über und schnappte den zweiten Mülleimer. So schöpften wir zum Sonnenaufgang und als Frühsport Wasser aus dem See.

    In der Frühe am Sonntagmorgen war nur ein weiterer Hotelgast auf einem Balkon zu sehen. Er wunderte sich bestimmt über unsere Aktion, lief uns aber etwas später auch mit einem gefüllten Eimer übern Weg.

    Das ist übrigens das Haupthaus mit Rezeption und Restaurant.

    Hier noch die Nebengebäude.

    Jedenfalls waren unsere Toilettenspülungen gesichert :thump: .

    Bevor ich mich jedoch auf den Weg zur Rezeption machte, befeuchtete ich meine zerzausten Haare mit etwas Wasser aus der Trinkflasche. Schließlich wollte ich nicht als Struwwelliese auf der Matte stehen. Zwecks Styling nahm ich den Föhn aus der Halterung und da fiel die ab {a .

    Der Reiseföhn kam wieder zum Einsatz.

    Der junge Mann an der Rezeption wusste auch nur, dass die Wasserversorgung zusammengebrochen ist. Er bot mir Halbliterflaschen vom Shop für die Toilettenspülung an. Das wäre nicht nur Verschwendung, sondern in unserem Fall unnötig gewesen. Er war erstaunt, als ich ihm erzählte, dass wir das Problem bereits ökologisch gelöst hatten.

    Um 8 Uhr gab es Frühstück und ich war schon gespannt. Das kleine Büffet bot eine gute Auswahl, doch mangels Wasser gab es keine Heißgetränke. Ich sagte dem Kellner, dass doch Strom da ist und man Flaschenwasser erhitzen könne. Er zuckte nur mit den Schultern. Ohne Getränke war das Essen zu trocken und deshalb fragte ich an der Rezeption, ob ich zwei Dosen Coke vom Shop holen dürfe. Mal was anderes – Cola zum Frühstück.

    Zwischenzeitlich schien es wieder Wasser zu geben, denn der Kellner brachte uns kurz darauf zwei Tassen Tee.

    Nach dem Frühstück und der Katzenwäsche checkten wir aus und fuhren in Richtung Toronto.

    Unterwegs machten wir einen Boxenstopp in den

    und ich kaufte mir schnell bei Columbia ein paar Wanderschuhe, denn meine bisherigen würden den Rückweg übern großen Teich nicht mehr antreten.

    Den nächsten Stopp machten wir in den riesigen Vaughan Mills Outlets.

    250 Läden gibt es und halb Ontario schien an dem Sonntag dort einzukaufen. Dort durchzulaufen war anstrengender als der Adventure Trail auf Manitoulin Island.

    Wir hatten Hunger und probierten im Food Court das Nationalgericht, nämlich Poutine. Die populäre Fast-Food-Spezialität besteht aus Pommes frites, Käsebruch und darüber gegossene Bratensauce.

    Links ist das Original und rechts die indische Variante. Also das war so gar nicht unser Ding. Ein zweites Mal essen wir die in Sauce ertränkten Pommes keinesfalls.

    Nach der ganzen Natur war uns das in dem Einkaufszentrum zu viel Reizüberflutung und wir machten uns schnell auf den Weg in Richtung Toronto. Der Verkehr nahm zu und wir waren froh, als wir unsere Unterkunft im Vorort Etobicoke erreichten.

    Die Übernachtungspreise in der Innenstadt von Toronto waren im Herbst unverschämt hoch. Ich sehe nicht ein, dass wir für ein Zimmer, das wir nur zum Übernachten und Duschen nutzen, ab 300 CAD aufwärts die Nacht bezahlen. So verbrachte ich während der Planung einige Stunden damit, bis ich die ideale Unterkunft fand. Das Canadas Best Value Inn liegt im Vorort Etobicoke ca. 5 km von der nächsten Metrostation entfernt. Wer mit dem Zug in die City fahren möchte, der kann das 3 km weiter am Bahnhof tun. Allerdings sind dort die Parkplätze begrenzt.

    Das Motel liegt neben einem starkbefahrenen Highway, doch davon hörte man in der Nacht recht wenig. Die Zimmer wurden renoviert und waren picobello sauber. Parken konnte man direkt vor der Türe. Für zwei Nächte bezahlten wir umgerechnet 252 €.

    Am Abend fuhren wir zum am besten bewerteten Inder der Gegend. Das Restaurant sieht von außen nicht gerade einladend aus, doch der Besitzer war überaus gastfreundlich und das Essen schmackhaft.

    Gesättigt machten wir uns auf den Rückweg ins Motel.

    Übernachtung: Canadas Best Value Inn, Toronto Etobicoke

    Link zur Karte

    Liebe Grüße

    Ilona

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  • Tag 11: Toronto

    Trotz der Nähe zum Highway schliefen wir recht gut in den bequemen Betten. Das Motel bietet kein Frühstück an, aber man kann jederzeit Kaffee, heißes Wasser und verschiedene Säfte von den Automaten an der Rezeption holen. Ich holte uns zwei große Becher heißes Wasser, denn Toast sowie die Aufstriche hatten wir für ein schnelles Frühstück im Kühlschrank.

    Es gibt zwei Möglichkeiten, um vom Hotel nach Toronto zu gelangen: Ca. 3 km entfernt ist eine Go Transit-Station mit einem kostenlosen Parkplatz. Der kleine Parkplatz ist an Werktagen schnell voll und die grünen GO-Züge sind nicht ans Verkehrsnetz von Toronto angebunden. Man ist jedoch schneller in der Stadt.

    Wir entschieden uns für den 5,7 km entfernten Kipling South Parkplatz, der für den ganzen Tag 6 CAD kostete.

    Hier kann man sich ein Tagesticket lösen, das für die Metro und die Straßenbahnen gilt.

    Wir fuhren mit der Green Line bis zur St. George Station und stiegen dort in die Yellow Line zur Union Station um. Hier ist auch einer der Zugänge zu THE PATH

    einem Netzwerk an unterirdischen Wegen in der Innenstadt. Das über 27 Kilometer lange und 371.600 Quadratmeter große Tunnelsystem ist laut dem Guinness-Buch der Rekorde das größte Untergrund-Tunnelsystem. Je nach Witterung ist das eine feine Sache.

    Wir verzichteten jedoch darauf, weil uns das Oberirdische mehr interessierte und suchten den Ausgang.

    Kurz vor halb 10 in der City

    standen wir vor dem Luxushotel Fairmont Royal York, das 1929 eröffnet wurde und 1600 Zimmer hat. Das Hotel dient traditionell der britischen Königsfamilie als Unterkunft.

    Und wenn wir schon mal hier sind, dann schauen wir uns das Hotel auch von innen an.

    Viel zu sehen gab es nicht und es störte auch niemanden, dass wir mal kurz überprüften, ob deren Toilettenspülung funktioniert :ccool .

    Ich fühle mich inmitten der Wolkenkratzer immer unwohl, doch bei der Spiegelung vom CN-Tower vergaß ich das.

    Nach einer Bauzeit von nur drei Jahren wurde 1976 der Canadian National Tower eröffnet.

    Mit einer Höhe von 553 Metern galt der Fernsehturm als das höchste freistehende Bauwerk der Welt. Erst im Jahr 2007 wurde der CN-Tower vom Burj Khalifa in Dubai übertroffen. Mit Sicherheit hat man von oben einen tollen Blick über die Stadt, aber bei 43 CAD pro Person verweigerte ich mich (auch weil ich ungern Aufzüge fahre).

    Daneben ist das Rogers Centre. Das Sportstadion wurde 1989 eröffnet, als das erste mit einem beweglichen Dach.

    . . .

    Liebe Grüße

    Ilona

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  • Davor befindet sich der Roundhouse Park mit dem frei zugänglichen Eisenbahn-Museum.

    Um es vorwegzunehmen, wir sind an dem Tag sehr viel gelaufen. Es ergab sich selten die Möglichkeit, eine Straßenbahn zu nutzen.

    Als nächstes gingen wir zum kleinen Berczy Park. Hier gibt es den Springbrunnen mit 27 Hundeskulpturen.

    Gleich daneben ist die kunstvolle Rückseite

    vom Gooderham Building, auch als Flatiron Building bezeichnet.

    Nicht weit davon entfernt ist das Eaton Centre, eine Luxusmall mit 250 Shops.

    Die nutzten wir aber nur als Durchgang zur Toronto City Hall.

    Daneben ist die Old City Hall.

    Nach den obligatorischen Fotos gingen wir zum Yonge Dundas Square mit seinen LED Reklametafeln.

    Hier stiegen wir in die Straßenbahn nach Chinatown.

    Die Chinatown in Toronto ist nichts Besonderes. Wir gingen in ein gut besuchtes Restaurant und ließen uns von der Kellnerin etwas empfehlen. Leider war das Essen überhaupt nicht nach unserem Geschmack. Das Ganze war nicht nur unappetitlich, sondern absolut geschmacksneutral und das meiste blieb auf dem Teller liegen.

    Nicht weit von Chinatown entfernt ist Kensington Market. Der Name ist irreführend, denn es handelt sich um keinen Markt, sondern um ein Viertel. Hippie-Shops mit einem Hauch von Flower-Power gab es jedoch keine mehr.

    Wir empfanden die Gegend als ziemlich abgeranzt und liefen nur durch die zwei bunteren Straßen.

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    Liebe Grüße

    Ilona

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  • Unser nächstes Ziel liegt im Nordosten Torontos und deshalb fuhren wir zum zweiten Mal mit der Straßenbahn zum Distillery District.

    Das ist eine Fußgängerzone mit Backsteingebäuden aus dem 19. Jahrhundert, in denen sich einst die weltgrößte Schnapsbrennerei, nämlich Gooderham & Worts, befand. Die alten Bauten wurden renoviert und in ein Shopping- und Eventzentrum umgestaltet.

    Wir waren neugierig und schauten uns einen Cannabis-Store von innen an.

    Es gibt hier edle Fertigjoints

    oder Gummibärchen. Interessant, aber nichts für uns.

    Wir setzten unseren Weg fort.

    In einer urigen Bäckerei holten wir uns zwei große gefüllte Croissants und machten eine Kaffeepause.

    Voller Zucker Energie gingen wir zu Fuß zur Waterfront weiter. Das Hochhaus hat eine gewisse Ähnlichkeit mit den Flowerpots. Möglicherweise ließ sich der Architekt von der Natur inspirieren.

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    Liebe Grüße

    Ilona

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  • Unser nächstes Ziel war der Fährhafen. Wir kauften uns Tickets für eine Überfahrt nach Centre Island, einer der vorgelagerten Inseln im Toronto Island Park.

    Nein, von uns stammt der Aufkleber nicht {a .

    Vom Boot aus sieht man die Skyline.

    Nach einer 10minütigen Fahrt dockten wir hier an.

    Als erstes orientierten wir uns an der Tafel.

    Obwohl es viele Wege gibt, ist es auf der Insel ausdrücklich erwünscht, auf dem Rasen zu gehen.

    Wir gingen bis zum Pier.

    Es ist so schön dort und deshalb sollte man für die Insel(n), die über Brücken miteinander verbunden sind, mehr Zeit mitbringen.

    Während wir auf die Fähre warteten, sah ich einen Monarch-Falter. Ich konnte mein Glück nicht fassen :^^ und zoomte ihn heran.

    Dieser Falter wird wohl auf den langen Weg nach Mexiko verzichtet haben, denn es war für den beschwerlichen Flug viel zu spät.

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    Liebe Grüße

    Ilona

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  • Eigentlich hatten wir 1,5 Tage für Toronto eingeplant, doch die to do-Liste war fast abgearbeitet.

    Zurück auf dem Festland machten wir uns auf den Weg zur Union Station und stiegen in die U-Bahn.

    Nachdem wir von der Yellow-Line in die Green-Line umgestiegen sind, blieb die U-Bahn stehen. Der Fahrer meldete sich mehrmals, dass er kein Signal zur Weiterfahrt bekommt, sagte aber nicht weshalb. Wir warteten 20 Minuten in der Bahn. Obwohl die Türen offenstanden, wurde es immer stickiger. Mehrere Leute stiegen aus und wir auch. Der Plan war, dass wir mit der Yellow-Line zur Union Station zurückfahren und von dort ggfs. mit dem Zug zur Kipling Station weiter.

    Die Yellow Line war ein Stockwerk darüber, doch die Züge rauschten durch. Es durfte niemand aus- oder zusteigen, weil die Green Line nicht fuhr. Irgendwie war das gespenstisch. Wir fuhren mit dem Lift nach oben und suchten den Ausgang. Dort angekommen erfuhren wir von einer Angestellten, dass die Green Line wieder fährt. Deshalb fuhren wir mit der Rolltreppe wieder nach unten und stiegen mit einem mulmigen Gefühl in die Bahn. Die Bahn war nun so voll, dass keiner mehr umfallen konnte. Nach 20 Minuten erreichte sie die Station Kipling :thumb:. Mittlerweile war es dunkel.

    Auf der Fahrt zum Motel kamen wir am Swiss Chalet vorbei. Das ist eine kanadische Restaurantkette, die zu empfehlen ist. Wir hatten Hunger und bestellten uns das Halloween-Menü. Es bestand aus gegrillter Hähnchenbrust, Pommes, einem Semmelknödel, einem Brötchen, Bratensauce und Preiselbeeren. Zum Nachtisch gab es einen Kürbis-Cheesecake, den wir jedoch nicht ganz geschafft haben. Pappsatt fuhren wir zum Motel weiter.

    Nicht nur unsere Beine freuten sich, dass sie sich endlich ausruhen durften. Heiko hatte trotz Schmerzmittel wieder den ganzen Tag die Zähne beim Gehen zusammengebissen.

    Übernachtung: Canadas Best Value Inn, Toronto Etobicoke

    Link zur Map

    Liebe Grüße

    Ilona

    "Man muss viel laufen. Da man, was man nicht mit dem Kleingeld von Schritten bezahlt hat, nicht gesehen hat" (Erich Kästner)

  • Ihr habt ja bisher viel erlebt und flexibel seid ihr auch (Wasser fürs WC) ;) Toronto als Stadt hat mir damals gut gefallen, auch wenn Jenni damals von einer Biene gestochen wurde, unsere Uhren falsch gingen und wir stundenlang das vegetarische Restaunt gesucht haben. Damals hat sie noch selber berichtet: Der Tag der Urlaubskatastrophen 
    Viele Bilder habe ich in Deinem Bericht wiedererkannt. :love: Übrigens heute hat Jenni Geburtstag, sie wird schon 26.

  • Hallo Petra,

    Ihr habt ja bisher viel erlebt und flexibel seid ihr auch (Wasser fürs WC)

    so läuft das bei uns meistens :D .

    Toronto als Stadt hat mir damals gut gefallen,

    Wir mögen eigentlich keine Großstädte und sind überwiegend abseits der touristischen Zentren unterwegs. Wenn eine Megacity aufm Weg liegt oder wir dort landen, wird die Stadt selbstverständlich im Schnelldurchlauf besichtigt.

    Ich hätte da schon noch ein paar Programmpunkte gehabt, doch die werden für einen eventuellen Zweitbesuch aufgehoben.

    auch wenn Jenni damals von einer Biene gestochen wurde, Damals hat sie noch selber berichtet: Der Tag der Urlaubskatastrophen

    Ich habe den Bericht :thumbup: kürzlich gelesen. Toll, dass Jenni ihre Erlebnisse damals selbst gepostet hat.

    Viele Bilder habe ich in Deinem Bericht wiedererkannt.

    Wahrscheinlich hat sich die Innenstadt nicht groß verändert.

    Übrigens heute hat Jenni Geburtstag, sie wird schon 26.

    <))~~ Jenni und noch viele schöne Reisen mit deinen Großeltern.

    Liebe Grüße

    Ilona

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  • Die Höhe macht mir nichts aus, Angelika.

    Ich vermeide Aufzüge, weil sie bei mir gerne mal steckenbleiben :) .

    Liebe Grüße

    Ilona

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  • Tag 12: Von Toronto nach Waterloo

    Unsere Vorräte waren aufgebraucht und deshalb ging ich kurz über den Parkplatz zur Tim Hortons Filiale. Das Frühstücksangebot, des in Kanada weit verbreiteten Coffeeshops, war nicht sehr groß und deshalb gab es für jeden von uns nur so einen Breakfast Muffin zum Frühstück. Diese Burgerbrötchen waren fürn hohlen Zahn.

    Unterwegs schauten wir kurz im Walmart vorbei und stellten fest, dass wir uns dem Old Order Mennonite Country näherten.

    Uns wurde fast heimatlich zumute

    als wir Downtown Mannheim besuchten.

    Etwas mehr los war in der Metropole Heidelberg , aber nur ein klein wenig :ccool .

    Hier haben sich süddeutsch- und niederländischsprachige Pennsylvania-Mennoniten niedergelassen, die 1806 in die Gegend einwanderten und seitdem Landwirtschaft betreiben.

    Auch hier war nix los.

    . . .

    Liebe Grüße

    Ilona

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  • Für die Buggies gibt es eine eigene Spur

    und es kam auch gleich eine dieser Pferdekutschen gefahren.

    Der Friedhof interessierte uns. Auf den Grabsteinen sind fast nur deutsche Namen eingraviert.

    Wir fuhren nach St. Jacobs, der touristischen Hochburg vom Mennonite Country, weiter.

    Auch hier steppte kein Bär und der Biergarten hatte zu.

    Ein paar alte Silos wurden zur Töpferei umgestaltet. Das Fotografieren drinnen war verboten, denn der Glaube der Old Order Mennonites verbietet das Ablichten der Strenggläubigen.

    Wir fuhren nach Waterloo weiter und checkten im nagelneuen Hampton Inn ein. Eigentlich hatte ich schon am Vorabend über die App eingecheckt und mir unser Zimmer ausgesucht. Ich traute der Sache allerdings nicht und fragte an der Rezeption nach. Zimmerkarten gibt es keine mehr, sondern man aktiviert vor der Türe die App und Sesam ähm die Tür öffnet sich.

    Das Zimmer im 4. Stock war geräumig und hatte eine große Dusche.

    Wir stellten nur unser Gepäck ab und fuhren gleich nach Stratford weiter. Fluss und Stadt wurden nach Stratford-upon-Avon in England benannt, dem Tauf- und Sterbeort von William Shakespeare.

    Der Großdichterfürst der Angelsachsen lebte hier nie, aber ein Journalist vermarktete die Stadt als dessen Zweitwohnsitz und initiierte ein Theaterfestival, das jedes Jahr zwischen April und Oktober stattfindet.

    Shakespeares Gardens

    . . .

    Liebe Grüße

    Ilona

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  • City Hall

    Stratford hatte aber wirklich mal einen berühmten Einwohner, nämlich

    Klein Justin wuchs in Stratford auf. Er sang und spielte Gitarre vor dem Avon Theatre.

    Seine Auftritte wurden damals auf Youtube (Video) hochgeladen und er dadurch entdeckt. Der Rest ist Geschichte.

    Auch in Stratford scheint außerhalb der Festspiele nichts los zu sein.

    Das erste Hotel am Platz ist natürlich auch dem Dichter gewidmet.

    Wir fuhren nach Waterloo zurück. Hier im Farmer’s Market werden zweimal die Woche die landwirtschaftlichen Produkte aus der Gegend verkauft.

    Vis-à-vis vom Hampton Inn ist Jack’s Family Restaurant. Das Lokal war dermaßen gut besucht, aber wir ergatterten noch zwei freie Plätze. Hier stimmten Preis und Leistung und das Platzdeckchen ähm -papier ist gleichzeitig die Speisekarte.

    Wir bestellten uns einen gemischten Salat und leckere Forellenfilets.

    Bei dem ganzen Tagesprogramm und dermaßen gesättigt ist es kein Wunder, wenn man früh ins Bett fällt.

    Übernachtung: Hampton Inn, Waterloo St. Jacobs

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    Liebe Grüße

    Ilona

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  • Tag 13: Von Waterloo nach Detroit

    Nach dem Frühstück blieb uns der Zutritt zum Zimmer verwehrt, denn die App meldete, dass wir bereits ausgecheckt hätten. Also ging ich die vier Stockwerke übers Treppenhaus nochmals hinunter und ließ den Zugang an der Rezeption freischalten. Danach funktionierte die Technik wieder einwandfrei.

    Wir schnappten unser Gepäck und liefen schnurstracks an der Rezeption vorbei. Ich dachte keineswegs daran, dass ich uns per App auschecken musste, denn schließlich hatte es zuvor automatisch geklappt. Kurz vor 11 Uhr und in den unendlichen Weiten Südontarios unterwegs, fiel der Groschen. Nur war da kein Netz. Vom nächsten kleinen Ort aus rief ich im Hotel an und bat die Dame darum, dass sie uns auscheckt und uns keine weitere Nacht belastet. Sie beruhigte mich, denn auschecken konnte man bis um 12 Uhr und wir lagen noch in der Zeit.

    Unser geplanter Abstecher führte uns in die Nähe von

    ins

    Vor mehr als 200 Jahren begann ein Netzwerk mutiger Sklavengegner über 30000 Sklaven aus den USA ins sichere Ontario zu schleusen.

    Reverend Josiah Henson floh 1830 mit seiner Frau und den vier Kindern nach Kanada.

    Seine Geschichte inspirierte Harriett Beecher Stowe zum Roman Uncle Tom’s Hütte.

    Da wir die einzigen Besucher waren, konnten wir uns nach dem Vortrag und einem Film in Ruhe im Museum umschauen.

    Solch beengte Kisten waren oft der einzige Weg in die Freiheit.

    Nach sechs Wochen Fußmarsch erreichte Josiah Henson den rettenden kanadischen Boden und kaufte hier ein Stück Land, auf dem er seine Holzhütte baute.

    . . .

    Liebe Grüße

    Ilona

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  • Hier fand er seine letzte Ruhestätte.

    In der kleinen Kirche

    konnte man Gospelsongs auswählen und vom Band abspielen lassen (Gänsehautfeeling).

    Der Besuch des Museums vermittelt einen Eindruck in das unvorstellbare Leid der Sklaven und der Zusammenarbeit zahlloser Helfer auf dem Weg in die Freiheit. Der wahre Onkel Tom war Josiah Henson.

    Nach diesem lehrreichen Vormittag fuhren wir in Richtung Grenze weiter. Da es uns in Windsor im Lemon Grill am ersten Abend so gut geschmeckt hatte, machten wir hier nochmals Halt. Der Besitzer erkannte uns sofort wieder und freute sich, dass wir auf dem Rückweg nochmals bei ihm zum Mittagessen einkehrten.

    Nach dem Essen fuhren wir wieder durch den kostenpflichtigen Tunnel und erreichten nach den obligatorischen Fragen des Officers wieder amerikanischen Boden.

    Wir lagen gut in der Zeit, denn wir hatten für 16 Uhr Karten für das Motown Museum.

    Da die Räumlichkeiten sehr klein sind, gibt es pro Führung nur 15 Eintrittskarten und die werden drei Wochen vorher freigeschaltet. Da muss man schnell sein und das war ich.

    Hitsville USA war von 1960 – 1972 der Hauptsitz des von Berry Gordy gegründeten Labels Motown Records, das Weltstars wie die Supremes, die Temptations, die Four Tops, Stevie Wonder und die Jackson Five hervorbrachte.

    Die Entwicklung junger Musiker war ein Hauptbestandteil von Motown. Die Künstler der Firma waren gepflegt, gut gekleidet und glänzten mit anspruchsvollen Choreografien bei Liveauftritten. Man schärfte ihnen ein, dass ihr Durchbruch in den von Weißen dominierten Charts auch andere afroamerikanische Musiker in ihrer Entwicklung unterstützen würde. Die Musiker sollten denken, sprechen, handeln und gehen wie Adlige, um das schlechte Image und die Vorbehalte gegenüber schwarzen Musikern bei der weißen Bevölkerung zu entkräften. Da viele der jungen Talente aus einfachen Verhältnissen stammten und oft nicht über grundlegende soziale Fähigkeiten verfügten, waren Motowns Bemühungen nicht nur vorbildlich, sondern kreierten auch einen eigenen eleganten Stil, den man lange Zeit mit der Firma verband. Quelle: Wikipedia

    Zuvor hatte Gordy im August 1959 für 10.500 Dollar ein Einfamilienhaus in Detroit gekauft und daran ein Schild mit der Aufschrift Hitsville U.S.A. angebracht.

    Nachdem Berry Gordy im Laufe der erfolgreichen Jahre fast die ganze Straße aufkaufte, um die Stars unterzubringen, wurde der Firmensitz 1972 nach Los Angeles verlegt.

    Die Führung beginnt im Obergeschoss vom Nebengebäude. Hier sind u. a. die Outfits von drei Stars sind im Obergeschoss ausgestellt.

    Die größten internationalen Erfolge feierten die Jackson Five, deren Star Michael Jackson 1970 mit nur elf Jahren der jüngste No.1-Sänger der Geschichte wurde. Keine andere Band verkaufte in den frühen 1970ern mehr Platten und sie wurden schließlich zum erfolgreichsten R&B-Act des Jahrzehnts.

    Berry Gordy arbeitete fast rund um die Uhr. Im EG war sein Büro samt Zigarettenautomat.

    Das Sekretariat

    und daneben der Aufnahmeraum.

    Hier im Studio A wurden die Aufnahmen zeitlich eng getaktet.

    Zum Schluss durfte unsere Gruppe My Girl a capella singen. Gut, dass das nicht aufgenommen wurde {a .

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    Liebe Grüße

    Ilona

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  • Beschwingt verließen wir die heiligen Hallen und machten uns auf den Weg nach Downtown Detroit. Da auch hier die Hotelpreise jenseits von Gut und Böse lagen, suchte ich lange nach einer gut bewerteten, preiswerten Unterkunft und wurde fündig. 500 m davon entfernt ist ein privater Parkplatz

    der pro Tag 10 $ kostete. Allerdings nur solange man nicht zwischendurch rausfährt. Es war aber schon spät und das hatten wir nicht mehr vor.

    Das Sonder Gabriel Richard ist ein Apartmenthaus. Der Checkin erfolgt online und man bekommt für die Eingangs- und Wohnungstür einen Code mitgeteilt. Ein Consierge ist zwar vorhanden, doch der sitzt nur seine Zeit ab. Ich hatte zuerst ein Einzimmer-Apartment reserviert, doch im Laufe der Zeit betrug die Differenz zum 2-Bedroom-Apartment nur wenige $. So erhielten wir im 5. Stock eine moderne, saubere und vollausgestattete Wohnung. Selbst Tabs und Pods für die Wasch- bzw. Spülmaschine waren vorhanden. Hier gefiel es uns auch richtig gut.

    Wir mussten an dem Abend noch einmal vor die Tür, denn wir hatten kein Toastbrot mehr. Der Consierge erklärte uns den Weg zum einzigen, kleinen Supermarkt in der Nähe bzw. Innenstadt. Die 400 m gingen wir natürlich zu Fuß. Belebt war die Gegend nicht, doch wir fühlten uns kein einziges Mal unwohl.

    Übernachtung: The Sonder Gabriel Richard, Detroit

    Link zur Karte

    Liebe Grüße

    Ilona

    "Man muss viel laufen. Da man, was man nicht mit dem Kleingeld von Schritten bezahlt hat, nicht gesehen hat" (Erich Kästner)

  • Zum Schluss durfte unsere Gruppe My Girl a capella singen. Gut, dass das nicht aufgenommen wurde {a .


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    So etwas ist doch immer lustig. :D

    Auf eurer Tour sind so einige Ideen, die ich mal im Hinterkopf behalte, falls es uns in diese Gegend ziehen sollte. :thumbup:

  • So etwas ist doch immer lustig. :D

    Nach der schweren Kost vom Vormittag, war das Motown Museum das Kontrastprogramm.

    Auf eurer Tour sind so einige Ideen, die ich mal im Hinterkopf behalte, falls es uns in diese Gegend ziehen sollte.

    Das freut mich, Petra.

    Liebe Grüße

    Ilona

    "Man muss viel laufen. Da man, was man nicht mit dem Kleingeld von Schritten bezahlt hat, nicht gesehen hat" (Erich Kästner)

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