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Ein Besuch in Temesvar 2009

    • Reisebericht
  • Petra
  • 1. Dezember 2009 um 22:29
  • Petra
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    • 6. Dezember 2009 um 09:33
    • #21

    04.12.09 - Teremia Mica

    Schon um halb neun treffen wir uns mit dem orthodoxen Pfarrer von Teremia Mica an einer Bushaltestelle in Temesvar. Pfarrer Coca steigt zu uns ins Auto, denn er wohnt auch in Teremia Mica. Dieses Dorf liegt am "Ende der Welt" ca. 75 Kilometer von Timisoara entfernt. Von dort aus sind es nur wenige Kilometer bis zur serbischen Grenze.

    Die Straße dorthin ist besser als erwartet, allerdings treffen wir noch viele Pferdewagen. Ab und zu merken wir, dass wir voll beladen sind, wenn mal wieder ein Schlagloch schneller da war, als erwartet.

    Ich sitze hinten, neben mir stapeln sich Nudeln, Schuhe und Kartons mit Lebensmitteln. Manchmal, in einer Kurve, kommt mir eine Fischkonserve bedenklich nahe...

    Pfarrer Coca hatte in Timisoara zu tun und so nimmt er heute die Gelegenheit wahr, mit uns wieder in "sein" Dorf zu kommen.

    Teremia Mica ist ein sehr armes Dorf. Hier wohnen 120 Familien in größtenteils ärmlichen Verhältnissen. Ein Bad oder WC gibt es nicht in den Häusern. Im Dorf gibt es vielleicht 3 oder 4 Waschgelegenheiten für alle.
    Pfaffer Coca erzählt uns, dass er vor kurzem mit einem Bus voller Dorfkinder in die Stadt Temesvar gefahren ist. Als sie die Toiletten aufsuchten, waren die Kinder verstört, denn sie wussten nicht, was sie dort machen sollten. Von zu Hause aus kennen sie nur ein "Plumps-Klo" draußen.

    Seit ungefähr 2 Jahren ist Pfarrer Coca in Teremia Mica und seit dieser Zeit unterstützt Hilfe für Kinder das Dorf.

    In diesem Jahr bekommt jede Familie ein Weihnachtspaket mit Grundnahrungsmitteln
    , die wir gestern in 120-facher Ausfertigung in der Metro eingekauft haben. Genau die Hälfte haben wir heute schon dabei.

    Die zweite Hälfte bringt Mechtild Gollnick nächste Woche nach, wenn dort die Weihnachtsfeier für alle Kinder aus Teremia Mica im Dorf stattfindet. Auch hierfür hat Hilfe für Kinder einen großherzigen Sponsor gefunden.

    Um 10 Uhr sind wir in Teremia Mare
    . Wir haben einen kurzen Termin bei einer Deutsch-Banaterin. Wir hören uns die Sorgen und Nöte an und versuchen, kurzfristig zu helfen. Gastfreundlich sind sie alle... Wir bekommen den echten schwarzen Kaffee und dazu "muss" ich einen "Palinka" ("Tuica") trinken. (50% Alkohol, selbstgebrannt und das um 10 Uhr morgens!)
    Mechtild Gollnick hat Glück, sie fährt das Auto.

    Und dann mache ich den Faux-Pas meines Lebens. Was sagt man bei uns in Deutschland? Prost!
    Ich hebe mein Glas und stoße mit dem Pfarrer an und sage: Prost! Ehe das Wort verklungen ist, treibt es mir die Röte ins Gesicht, denn ich habe zu dem Pfarrer "Dummkopf" gesagt. Peinlich, peinlich...

    Ganz schnell verbessere ich mich und sage "Norok" und entschuldige mich. Aber ich glaube, Pfarrer Coca hat es mir nicht übel genommen, denn er lacht laut und das die Banater Schwaben auch.

    Das ist noch einmal gut gegangen!

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    Einmal editiert, zuletzt von Petra (7. Dezember 2009 um 17:13)

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    • 7. Dezember 2009 um 10:32
    • #22

    Wir müssen weiter, denn in der Schule wartet man auf uns. Vorher müssen wir aber noch das Auto entladen. So fahren wir zum Pfarrhaus, dort stehen schon zwei Helfer und ruckzuck haben wir alles ausgeladen.

    Ürbigens gibt es im Pfarrhaus ein Bad, was bei den Familien eine Frage aufgeworfen hat: Wozu noch ein Bad? Schade, dass Pfarrer Coca keine Sprache spricht, die ich beherrsche, ich hätte noch viele Fragen gehabt.

    Bei der Schule angekommen, gehen wir in eine Klasse. Wenn ich auf die Tafel schaue, muss es eine 1. Klasse sein. Sie singen uns ein Lied und dann bekommen alle einen warmen Pullover. Die Kinder sind begeistert und ziehen diesen sofort an und stellen sich für ein Foto in Pose.

    Bild 4: die Direktorin der Schule, Mechtild Gollnick und Pfarrer Coca

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    • 7. Dezember 2009 um 10:35
    • #23

    Die Direktorin spricht gut deutsch. Sie hat Deutsch als 2. Fremdsprache in der Schule gelernt.

    Dann bekommen alle Kinder eine Apfelsine und eine kleine Süßigkeit.

    La revedere - Auf Wiedersehen!

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    • 7. Dezember 2009 um 10:37
    • #24

    Nebenan im Gebäude befindet sich der Kindergarten. Es gibt zwei Gruppen. In der ersten Gruppe sind die "Kleinen", sie malen an einem Bild. Nebenan sind die etwas größeren Kinder, sie singen uns Lieder vor und sagen Gedichte auf. Wir verteilen Mandarinen und lassen auch kleine Süßigkeiten da.

    Hilfe für Kinder unterstützt den Kindergarten mit Lebensmitteln zum Frühstück, da viele Kinder hungrig in den Kindergarten kommen.

    Die Schule wird von Hilfe für Kinder mit Schulmaterial für die Kinder unterstützt.

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    • 7. Dezember 2009 um 10:46
    • #25

    Nach diesem Besuch ist der "offizielle" Teil für heute beendet. Pfarrer Coca läd uns ein, seine Kirche zu besichtigen. Sie liegt genau gegenüber der katholischen Kirche, die sehr verwaist aussieht. Nach den Worten von Pfarrer Coca war schon lange kein katholischer Priester hier. Das macht nichts, meint er, dann kommen sie halt zu mir.

    Pfarrer Coca nimmt sich viel Zeit und erklärt die Sitten und Gebräuche in der orthodoxen Kirche. Ich darf nach Herzenslust fotografieren, nur ihn möchte ich "aussparen", da er in "zivil" herumläuft. Aber die Bilder mit den Kindern sind ok, diese darf ich gerne für meine Seite nehmen.

    Anschließend fahren wir zu seinem Haus, es gibt noch etwas zu besprechen und zu erledigen. Wir erzählen noch ein Weilchen, ich bekomme eine Gebetskette geschenkt und dann machen wir uns wieder auf den Heimweg nach Temesvar.

    Wieder sehen wir viele Pferdewagen.

    Auf dem ersten Bild sieht man deutlich,
    dass hier die geteerte Straße endet. Nach wenigen Metern endet auch dieses unbefestigte Straße, denn aus dem Dorf hinaus gibt es nur den Weg, den wir gekommen sind. Das Dorf liegt am "Ende der Welt". Hier geht es nicht weiter!

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    • 8. Dezember 2009 um 11:03
    • #26

    Samstag der 5. Dezember 2009

    Es ist mein letzter Tag in Temesvar. Ich möchte gerne einmal durch die Innenstadt spazieren gehen. Wir haben Glück, das Wetter spielt mit. Ein paar Sonnenstrahlen wäre zwar schön gewesen, aber man kann es sich ja nicht aussuchen.

    Da Mechtild Gollnick nicht mitfährt, sie nutzt lieber die Zeit, um Dankesbriefe zu schreiben, die ich morgen mit nach Deutschland nehmen soll, fahre ich mit Kati und Evi in die Stadt. Vorher trinken wir noch zusammen einen typisch rumänischen Kaffee (schwarz wie die Nacht), den ich mir mit Sahne versüße. Dazu gibt es einen Schoko-Nikolaus, denn heute kommt hier in Rumänien der Nikolaus und nicht wie bei uns in der Nacht zum 6. Dezember.

    Es gibt später noch eine wichtige Sache zu erledigen. Eine Familie in Gottlob, ein altes Banater Dorf, muss besucht werden. Das machen wir dann im Anschluss an den Spaziergang.

    In Temesvar ist viel los. Wir finden einen Parkplatz in der Nähe der Orthodoxen Kathedrale mit ihren vielen Türmen und Türmchen. Wir werfen einen Blick hinein. Es findet gerade eine Taufe statt.

    Dann laufen wir über den Weihnachtsmarkt. In jedem Jahr sieht es hier anders aus. Die "Buden" werden immer professioneller. Ich mache hier und da ein Foto und dann verschwinde ich ganz schnell in zwei Läden, einmal bei Orange und einmal bei Vodaphone. Mich interessiert, ob man mittlerweile auch in Rumänien mit einem Internet-Stick ins Web kommt. Ja, das geht, aber leider nur mit einem langfristigen Vertrag. Also nichts für kurzzeitige Besucher wie mich. Schade...

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    • 8. Dezember 2009 um 11:32
    • #27

    Wie auch schon in den letzten Jahren gibt es auch eine große Krippe mit 2 lebenden Schafen.

    Dann kommen wir an einen Stand, der Kurtos Kalacs anbietet. Kurtos Kalacs ist ein typisches Gebäck aus Siebenbürgen. Es wird auf Buchenholz gebacken und besteht aus Hefestreifen die man über ein Stück Holz wickelt und dann über dem offenen Feuer backt. Der Zucker karamellisiert und dann kann man Nüsse, Schokolade, bunte Streusel, Zimt oder Kokos darüber streuen.

    Kati kauft auch ein Kurtos Kalacs mit Nüssen und wir nehmen es mit nach Hause. Kurtos Kalacs wird auch Baumstrietzel oder Süße Rinde genannt. Gegessen haben wir es aber erst am nächsten Tag, bevor ich zum Flughafen gefahren bin. Das war wirklich sehr lecker!

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    Einmal editiert, zuletzt von Petra (10. Dezember 2010 um 12:50)

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    • 10. Dezember 2009 um 00:01
    • #28

    Wir gehen weiter, es macht Spaß, dem Trubel zuzuschauen. Wir kommen an der Romulus und Remus Statue vorbei, diese war einst ein Geschenk von Rom.
    Dann erreichen wir die Oper.

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    • 10. Dezember 2009 um 00:09
    • #29

    Weiter geht es nun durch die Stadt. Wir kommen am alten Rathhaus vorbei und erreichen den Domplatz mit der serbischen Kathedrale und dem katholischen Dom.

    Danach gehen wir weiter zum Markt und schauen uns hier um. Bei einer Marktfrau kauft Kati ein kleines Geschenk für Jenni. Ich frage, ob ich sie fotografieren darf, ja, aber zuerest muss sie sich etwas zum Stricken holen, damit es nicht aussieht, als hätte sie nichts zu tun. Sie begutachtet die Bilder auf dem Monitor, ja, die sind gut geworden, sie möchte einen Abzug haben. Ich sage ihr, dass ich erst im nächsten Jahr wiederkomme. Egal, so Gott will, ist sie auch wieder da.

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    • 10. Dezember 2009 um 00:18
    • #30

    Mittlerweile waren wir hungrig. An einem Stand bestellen wir 6 Teigtaschen mit Käse gefüllt. Sie schmecken sehr lecker und sind sind ausgesprochen billig. Während wir an dem Stand stehen und essen, sehen wir einen alten Mann, der die Mülltonnen durchsucht, er findet Weintrauben und isst teilweise auf, den Rest nimmt er mit. Da wir nicht alle Teigtaschen schaffen, wollen wir sie dem alten Mann geben, aber wir finden ihn nicht mehr.
    Langsam müssen wir zurück. Wir erreichen wieder den Weihnachtsmarkt. Ich staune über die großen Kessel, die mit Suppen und Glühwein gefüllt sind und dampfen. Das wäre bei uns in Deutschland so nicht möglich, da gäbe es ein riesiges Geschrei. Allerdings denke ich auch daran, was ist, wenn einer da hinein spuckt?
    Wir erreichen unseren Wagen und fahren los nach Gottlob.

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    • 10. Dezember 2009 um 23:45
    • #31

    Gottlob ist ein deutsches Dorf, allerdings leben hier keine Deutschen mehr. Die Fahrt führt uns über Becicherecu Mic, Biled, Sandra nach Lovrin. Dort biegen wir rechts ab und erreichen nach einigen Kilometern Gottlob.

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    • 10. Dezember 2009 um 23:52
    • #32

    Hilfe für Kinder hat einen Brief von einer armen Familie bekommen, die dringend Hilfe braucht. Da diese Familie kein Telefon hat, nutzen wir die Zeit und fahren hin, in der Hoffnung jemanden anzutreffen. Wir irren durch das Dorf und suchen die Familie. Wir haben zwar einen Straßennamen und eine Hausnummer, aber hier heißen alle Straßen Hauptstraße und die Nummerierung der Häuser ist irgendwie willkürlich angebracht.
    Macht nichts, ich wollte so wieso ein paar Bilder vom Dorf machen. ;D

    Endlich finden wir das Haus. Wir werden hereingebeten. Es ist fast nicht auszuhalten in dem Zimmer. Die Luft ist unerträglich, aber ich verstehe, die Familie hat kein Geld für Holz, da kann nicht auch noch gelüftet werden.

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    • 11. Dezember 2009 um 00:02
    • #33

    Die Frau weint, sie hat kein Geld, um Holz zu kaufen. Der Junge, es ist ihr Enkelkind, ist krank. Die Mutter ist unterwegs und holt Medikanmente. Der Junge fragt uns, ob wir vom Nikolaus kommen, denn er war noch nicht bei ihm. Wir überlegen kurz und Kati sagt, es sei noch etwas Schokolade von ihrer Tochter im Auto, diese schenken wir dem Jungen. Ich hole die Kleinigkeiten rein und der Junge strahlt über das ganze Gesicht:

    Der Nikolaus hat mich nicht vergessen!

    Es ist schlimm. so etwas mitzubekommen. Bei uns ist es selbstverständlich, für den Jungen eine große Besonderheit. Er stopft sich auch gleich die Schokolade in den Mund.

    Die Großmutter erzählt, dass sie hier "möbliert" wohnen. Die Familie, der das Haus gehört, sie kommen im März aus Spanien zurück und dann muss die Familie ausziehen, aber sie weiß nicht wohin. Zwei Töchter sind krank und können nicht arbeiten, der Mann ist arbeitslos, sie wissen nicht, wovon sie leben sollen.

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    Einmal editiert, zuletzt von Petra (11. Dezember 2009 um 08:23)

  • Petra
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    • 11. Dezember 2009 um 00:15
    • #34

    Die Töchter sind nicht zu Hause, wir wollen noch einen Moment warten, denn wir haben einen Arbeitsstelle für die älteste Tochter, die wir "vermitteln" können. So schauen wir uns noch ein wenig um. Ich frage, ob ich Fotos machen kann, ja gerne, der Ehemann und sein Bruder stellen sich gerne in Pose. Dann zeigen sie uns ihre Küche, die sich in einem baufälligen Haus gegenüber von den zwei bewohnbaren Zimmern befindet. Auch hier darf ich fotografieren.
    Dann kommen die Töchter zurück. Die Älteste spricht perfekt deutsch, denn sie war schon in Karlsruhe und hatte einen Job als Altenpflegerin.

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    Einmal editiert, zuletzt von Petra (11. Dezember 2009 um 08:24)

  • Petra
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    • 11. Dezember 2009 um 00:35
    • #35

    Wir überbringen alle Informationen und dann fahren wir wieder zurück.
    Wir kommen gerade rechtzeitig an, denn wir wollten am Abend essen gehen.

    Das Lokal hieß Casa Bunicii - bei Großmutter.

    Was für ein Gegensatz - egal, wir ließen es uns trotzdem schmecken, es gab sogar viele leckere vegetarische Gerichte.
    Am nächsten Morgen hieß es für mich packen, denn es ging wieder nach Hause,

    Es ist für mich immer wieder eine wundervolle Erfahrung, mithelfen zu können. Dennoch ist es bitter, so viel Elend zu sehen.
    Ich bewundere meine Stiefmutter, die sich ganz in den Dienst der Nächstenliebe gestellt hat, denn es steckt auch viel Arbeit dahinter. Im Büro geht die Arbeit weiter. Die Belege und Quittungen müssen den einzelnen Spendern zugeordnet werden. Die Bilder müssen sortiert werden und die Dankesbriefe müssen geschrieben werden.
    Es wird genauestens fest gehalten, wer wann eine Spende erhalten hat. E-mails warten auf Beantwortung, Projekte müssen überdacht werden. Viele Spender wollen im Vorfelde wissen, wofür Hilfe für Kinder das Geld verwenden will.

    Zwischendurch kommen immer wieder Hilferufe per Telefon. Bitte dringend hier anrufen, bitte dringend dort helfen...

    All das geschieht im Hintergrund.
    Da gibt es nur wenig Freizeit. Nächste Woche kommt der große LKW mit Hilfsgütern aus Gütersloh, der entpackt werden will. Das habe ich im letzten Jahr mitgemacht. Zeitgleich kommt aber auch ein LKW nach Otniel. Da heißt es ganz einfach: zweiteilen und Ruhe bewahren!


    Liebe Leser, das war´s erst einmal. Ich hoffe, ich konnte ein wenig vermitteln, wo und wie Hilfe für Kinder tätig ist. Das, was ich in diesem Jahr gesehen und erlebt habe, ist nur ein Bruchteil dessen, was an Arbeit immer wieder anfällt und es gibt weit mehr Projekte, die Hilfe für Kinder unterstützt.

    Wer genaueres erfahren will, schaut einfach auf die Seite von http://www.hilfe-fuer-kinder.de.

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    Einmal editiert, zuletzt von Petra (11. Dezember 2009 um 08:27)

  • Petra
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    • 11. Dezember 2009 um 00:42
    • #36

    Zum Schluss möchte ich den Dankesbrief von Mechtild Gollnick hier veröffentlichen, den ich bekommen habe. Dank Eurer Hilfe habe ich viel Spenden bekommen!
    Mein Dank gilt aber heute auch Mechtild, die sich für die Kinder und Armen in Timisoara einsetzt.
    Danke!
    Viele Güße
    Petra

    Zitat

    Hilfe für Kinder in Rumänien
    Mechtild Gollnick, "Hilfe für Kinder"

    Str Campului Nr 36
    RO 300544 Timisoara


    Frau
    Petra Kaiser
    Sülbeck


    Liebe Petra!

    Du hast Dich in den letzten 3 Jahren sehr dafür eingesetzt, mit Deiner guten Aktion „Kilometer für
    Rumänienhilfe“ möglichst viele Spenden für arme und benachteiligte Kinder und Familien in Rumänien
    zu sammeln.

    Deine Aktion war sehr erfolgreich – oder besser gesagt: Deine Freunde und Verwandte und viele
    Unbekannte waren sehr großherzig. Deine Aktion erbrachte die großartige Gesamtspende von 5.200,-
    Euro!

    Ganz herzlichen Dank dafür!

    Das ist eine sehr beachtliche Summe, mit der Du und Sie alle viel notwendige Hilfe geleistet und
    viel Freude verschenkt haben. Das war so viel, dass ich hier nicht alles aufzählen kann, wofür ich
    das Geld verwendet habe, möchte aber gern einige besondere Schwerpunkte nennen:

    Lebensmittel für Kinder in Heimen und Kliniken und für arme Familien:
    Dank Deiner Kilometerspenden konnten viele Heimkinder und kranke Kinder in der Kinderklinik
    gesünder ernährt werden, z.B. mit mehr Obst und Milchprodukten.
    Viele Not leidende Familien haben sich sehr gefreut, dass sie eine Tüte mit ein-fachen
    Lebensmitteln bekamen. In Deutschland kann man sich kaum vorstellen, dass man eine Familie
    glücklich macht, wenn man ihr Mehl, Zucker und Öl etc. schenkt. In Rumänien dagegen sind diese
    Grundnahrungsmittel für viele Familien, die in großer Not leben, eine wertvolle Hilfe.
    Wir haben zusammen für 120 Familien im Dorf Teremia Mica Reis, Nudeln, Mais-Grieß, Öl, Suppengewürz
    und Konserven gekauft, mit denen sie noch vor Weih-nachten beschenkt werden.

    Hilfe für Kinder, damit sie besser lernen können:
    Viele arme Eltern möchten ihr Kind gern ganztags in den Kindergarten schicken, können aber die
    Gebühren dafür (monatlich etwa 30 Euro) nicht aufbringen. Ich bin Dir sehr dankbar, dass Du Geld
    dafür zur Verfügung gestellt hast.
    Romakinder, die nicht mit 7 Jahren eingeschult wurden, werden später nicht mehr in die Grundschule
    aufgenommen. Eine Lehrerin unterrichtet solche Kinder bei sich zu Hause, und Du hast einen Teil der
    finanziellen Anerkennung finanziert, die ich ihr dafür gebe.
    Viele arme Kinder und Jugendliche erhielten von Deiner Spende Hefte, Schreib- und Malsachen,
    Ranzen, Mäppchen oder Lehrbücher.
    Wenn Jugendliche, die in abgelegenen Dörfern unserer Gegend wohnen, zum Gymnasium oder zur
    Berufsschule gehen wollen, müssen sie nach Temesvar kommen. Da sie nicht täglich nach Hause fahren
    können, wohnen sie in einem Internat, das aber viele Eltern nicht bezahlen können. Ohne Hilfe
    müssten diese Jugendlichen die Schule abbrechen und hätten damit erheblich schlechtere
    Zukunfts-Chancen.
    Bedürftigen Student/innen hast Du geholfen, die Studiengebühren oder ihren Lebensunterhalt leichter
    zu bezahlen.

    Freizeitfreuden für Heimkinder und Kinder aus bedürftigen Familien:
    Du hast Ferienfahrten oder Tagesausflüge für Heimkinder und gemeinschaftliche Spielnachmittage für
    arme Kinder in abgelegenen Dörfern finanziell unterstützt. Dadurch konnten diese benachteiligten
    Kinder viel Schönes erleben, das sie noch lange in froher Erinnerung behalten haben.

    Bekleidung und Schuhe für arme Kinder:
    Erinnerst Du Dich noch daran, dass wir bei Deinem Besuch vor einem Jahr im Dezember ein kleines
    Kind barfuß auf der Straße gesehen haben? Wie glücklich war es, dass es endlich warme Schuhe bekam!
    Diesmal haben wir zusammen warme Jacken, Hosen und Pullover, die von Deiner Spende gekauft waren,
    zu armen Kindern gebracht. Die Mütter waren erleichtert, weil sie ihre Kinder jetzt ordentlich
    anziehen können.


    Brennholz für Not leidende Familien:
    Ende November besuchte ich in einem Dorf Familien, die noch kein Brennholz hatten, obwohl es schon
    empfindlich kalt war. Sie sind so arm, dass ihr Geld kaum für das Allernötigste reicht. Deshalb
    konnten sie über Sommer nichts sparen, um Brennholz zu kaufen. Sie waren dankbar, dass Du ihnen
    Geld dafür geschenkt hast. Sie können jetzt einen kleinen Raum heizen und brauchen in den nächsten
    Wochen nicht zu frieren.

    Weihnachtsfreude für benachteiligte Kinder und Familien:
    Viele Familien können froh Weihnachten feiern, Süßigkeiten, Obst und kleine Geschenke für ihre
    Kinder und Lebensmittel für ein gutes Festessen kaufen. Das haben sie Dir und Deinen vielen
    großherzigen Spendern zu verdanken.

    Ich hoffe, dass Du und Sie alle an Weihnachten dieselbe Freude erleben, die Sie diesen
    benachteiligten Kindern und Familien schenken.


    Liebe Petra! Nochmals herzlichen Dank für Deine große Spendenaktion „Kilometer für Rumänienhilfe“.

    Viele Grüße aus Temesvar

    Mechtild Gollnick

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    Einmal editiert, zuletzt von Petra (6. Dezember 2010 um 21:53)

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