Mit der M/S Virgo auf Wildlife - Expedition - Svalbard - Spitzbergen
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- Reisebericht
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Petra -
16. Mai 2026 um 11:38 -
Geschlossen
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Tag 1 – Einschiffung und erster Walalarm 🐋
✈️ Unsere Anreise nach Oslo und Spitzbergen – inklusive eines kleinen Schreckmoments am Flughafen und der Geburtstagsfeier meines Mannes am 8. Mai – habe ich hier separat beschrieben: Anreise nach Oslo und Spitzbergen
Am 9. Mai starteten Karin und ich unsere Reise mit der M/S Virgo, einem kleinen Expeditionsschiff für nur zwölf Gäste, das eine warme, familiäre Atmosphäre bietet. Ursprünglich als schwedisches Arbeitsschiff gebaut, wurde sie komplett für Polarreisen umgerüstet. Mit ihrer gemütlichen Panorama‑Lounge und viel Deckfläche eignet sie sich perfekt für Tierbeobachtungen und Fahrten in abgelegene Buchten ❄️.
Unsere Arktis‑Expedition buchten wir über WildPhoto Travel, ein Team, das mir bereits von unserer Südgeorgien‑Reise 2023 in bester Erinnerung geblieben war. Die Wiederbegegnung mit Jonas Beyer und Frede Lamo an Bord machte den Start der Reise gleich noch schöner 🤗.
Mit dem Bus wurden wir vom Hotel in Longyearbyen abgeholt und zum Schiff gebracht. Wir waren eine internationale Gruppe: Sambia, Schweiz, Österreich, Polen, Neuseeland, USA und die Niederlande waren vertreten 🌍.
Nachdem unser Gepäck in die Kabinen gebracht worden war, trafen wir uns alle in der Lounge. Der Kapitän und seine Mannschaft begrüßten uns herzlich und stellten sich vor. Dann folgten die üblichen Besprechungen, Sicherheitseinweisungen, Informationen und so weiter.
Es gibt feste Essenszeiten: 7:30 Frühstück, 13:00 Mittagessen und 18:30 Abendessen. Der Koch hatte ganz schön zu tun, denn es gab einige Allergien zu berücksichtigen. Das meisterte er mit Bravour – und das Essen war immer richtig lecker 🍽️.
Nach dem Essen bekamen wir unsere Schutzanzüge, Gummistiefel und Schwimmwesten, die wir auch gleich anprobieren mussten.
Zum Schluss gab es noch die Info, dass wir in der ersten Nacht nicht mit Überraschungen rechnen müssten. Wir sollten uns ausschlafen, denn die nächsten Tage würden sehr anstrengend werden 😴.
Ich machte mich bettfertig, und gerade als ich mich hinlegen wollte, kam die Durchsage: „Alles an Deck – Walalarm, Blue Whale!“ 🐋 Also schnell alles über den Schlafanzug gezogen, Kamera geschnappt und raus an Deck. Das muss noch besser klappen, aber es war eine gute Übung. Der Blauwal hatte zwar abgedreht, aber ein paar Delfine sprangen vor dem Boot herum 🐬.
Nun ging’s aber wirklich ins Bett – und wir wurden nicht mehr geweckt.
🌊 Vom Isfjorden ging es für uns hinaus aufs offene Meer, entlang von Prins Karls Forland und weiter hinunter zu den Svalbardbanken ❄️.
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Damit der Bericht zusammenhängend bleibt, schließe ich hier. Fragen und Kommentare bitte hier hinschreiben.

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Nach dem Mittagessen, gegen 14 Uhr, wurden die Zodiaks zu Wasser gelassen. Warm eingepackt stiegen wir nacheinander die Leiter hinunter und setzten uns in die Boote. Der Fahrtwind war eisig, aber dank der vielen Schichten blieb ich angenehm warm. Rund drei Stunden waren wir unterwegs 🚤.
Kaum zurück auf der Virgo, ertönte der nächste Alarm: Eisbär! 🐻❄️ In der Ferne wurde ein einzelner Bär entdeckt. Anfangs hatte ich Mühe, ihn zu sehen – er war wirklich weit entfernt –, aber schließlich konnte ich ihn doch ausmachen.
Wir sahen an diesem Tag unglaublich viel, egal ob vom Schiff oder vom Zodiak aus: Möwen, Alken, Rentiere im Schnee, Königseiderenten und sogar ein Walross, das gemütlich auf einer Eisscholle lag 🦭. Die Eindrücke prasselten nur so auf uns ein.
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Beim Abendessen folgte die nächste Ankündigung: Um 22 Uhr würden wir erneut rausfahren. Ziel war die Insel Moffen. Vor der Wet-Landing hatte ich etwas Respekt, aber alles klappte wunderbar. Auf der Insel leben zwei Walrosskolonien, und wir bekamen erneut Sicherheitsanweisungen – diese Tiere sind beeindruckend, aber nicht zu unterschätzen.
Etwa drei Stunden verbrachten wir auf Moffen und hatten viele Gelegenheiten, die Walrösser in ihrer natürlichen Umgebung zu fotografieren 📸.
Gegen 1 Uhr lag ich schließlich im Bett – wissend, dass es wieder eine kurze Nacht werden würde 😴.
Unterwegs waren wir heute in: Smeerensburgfjorden, Fairheaven, Raudfjorden und auf der Insel Moffen
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Hier ist ein kurzer Clip mit Aufnahmen von unserer Zodiac‑Tour und von der Virgo aus. Die Mischung aus Eisbergen, Meer und der arktischen Landschaft gibt einen schönen Eindruck von diesem Tag.
Musik: Frédéric Chopin (Public Domain)
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Tag 3 – Auf ins Packeis
Nach einer kurzen Nacht saßen wir am nächsten Morgen wieder alle am Frühstückstisch. Viel Schlaf braucht hier niemand – wir haben schließlich keinen Erholungsurlaub gebucht, sondern ein Abenteuer. Heute soll es ins Packeis gehen, und natürlich hoffen wir darauf, endlich einen Eisbären zu entdecken.
Die See ist deutlich rauer geworden, das Schiff wird ordentlich hin und her geschüttelt. Gegen 10 Uhr erreichen wir die ersten Eisschollen. In der Ferne taucht ein Grönlandwal mit seinem Nachwuchs auf, begleitet von Eissturmvögeln und Möwen, die mühelos über die Wellen gleiten. Die Bewegungen des Bootes werden intensiver, aber das richtig dicke Packeis liegt noch vor uns.
Am frühen Nachmittag gönnen wir uns ein kleines Schläfchen – wir wollen schließlich fit sein, falls sich ein Eisbär blicken lässt. Seine frischen Fußspuren haben wir ja bereits gesichtet, also könnte es jederzeit spannend werden.
So wie ich es verstanden habe, wollen wir uns im Packeis festfrieren lassen und bis zum Morgen dort bleiben. Ein faszinierender Gedanke: einfach im Eis ankern und die Stille der Arktis auf sich wirken lassen.
Wir befinden uns auf 81.6215° N, 18.7646° E – nur knapp 930 Kilometer vom Nordpol entfernt. Näher kommt man selten.
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Tag 4 – Kein Eisbär im Packeis
Wie wir am nächsten Tag erfuhren, blieben wir nicht an dieser Stelle im Packeis. Es war einfach kein Eisbär in Sicht, obwohl die frischen Fußspuren eindeutig zeigten, dass einer ganz in der Nähe gewesen sein musste.
So hatten wir eine ruhige Nacht und konnten durchschlafen, ohne in die bereitgelegten Sachen zu schlüpfen. Da wir fest mit einem Weckruf gerechnet hatten, lagen wir vorsichtshalber gleich mit Klamotten auf dem Bett. Be prepared!
Beim Frühstück um 7:30 Uhr erfuhren wir den weiteren Plan: Wir fahren zu einem anderen Gebiet und halten dort Ausschau. So ist das in der Natur – es gibt keine Garantie auf Sichtungen.
Auch wenn der Eisbär sich nicht blicken ließ, hatten wir Glück: Auf einer Eisscholle entdeckten wir eine Bartrobbe (Erignathus barbatus) mit Nachwuchs. Nach dem Walross ist die Bartrobbe eine der größten Robben der Arktis. Das ergab ein paar schöne Fotomöglichkeiten, die wir natürlich ausnutzten.
Auch der Eissturmvogel (Fulmarus glacialis) zog wieder seine Runden vor dem Schiff. Wir haben ihn immer wieder gesehen – kein Wunder, er verbringt fast sein ganzes Leben auf dem Meer.
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Die Brücke war für uns jederzeit zugänglich, und das haben wir an diesem Tag ausgiebig genutzt. Von oben hatten wir eine riesige Rundumsicht. Jonas schnappte sich meine kleine Fuji und probierte sie begeistert aus.
Ansonsten passierte nicht allzu viel. Gerade als ich mich gegen 23 Uhr bettfertig gemacht hatte – dieses Mal wieder im Pyjama – klopfte es an der Tür: Walross in Sicht! Raus aus dem Bett, rein in die Klamotten und an Deck gestürmt. Doch genau in diesem Moment sprang es ins Wasser und war verschwunden.
Viele Grüße
Petra -
Tag 5 – Eisige Landschaften und ein kleiner Sturz
Das Packeis haben wir hinter uns gelassen und nähern uns wieder Svalbard. Wir fahren durch den Nordkappsundet. Im Lady-Franklin-Fjord heißt es erneut: Eisbäralarm! Doch der Bär liegt weit entfernt auf dem gefrorenen Fjord und schläft. Wir warten geduldig und hoffen, dass er sich irgendwann auf den Weg macht – am besten in unsere Richtung. Dieses Mal hat es nicht geklappt. Er blieb einfach liegen, und selbst für ein Foto war er viel zu weit weg. Es wäre nur ein winziges Pünktchen geworden.
Um 12 Uhr stand eine Lightroom-Schulung auf dem Programm. Da ich Lightroom nicht nutze, habe ich ganz einfach geschwänzt.
Wir fahren weiter, das Wetter wird ungemütlicher, das Schiff schwankt und leichter Regen setzt ein. Im Murchison-Fjord werden Belugas gesichtet. Immer wenn ich durch das Objektiv schaue, sind sie verschwunden – sie tauchen ständig unter die Eisdecke. Erst später, beim Sichten meiner Bilder, entdecke ich tatsächlich welche. Ein Foto habe ich stark vergrößert.
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Auf dem Weg zum Abendessen passiert es: Ich stolpere und schlage der Länge nach auf meine linke Seite. Kurz herrscht Aufregung, und ich muss mich erst einmal sammeln. Oberschenkel, Hüfte und Rippe haben etwas abbekommen. Da ich aber alles bewegen kann, scheint nichts gebrochen zu sein. Eine IBU hilft, und ich bin guter Dinge – es hätte schlimmer kommen können.
Um 21:30 Uhr bin ich wieder bereit für die nächtliche Zodiaktour. Zähne zusammenbeißen und bloß nichts verpassen. Die Tour lohnt sich: traumhafte Landschaften, ein Walross auf dem Eis und viele Vögel. Nach drei Stunden kehren wir mit unzähligen Bildern zurück.
Eigentlich wollte ich mich für die Tour am nächsten Morgen abmelden, denn die große Kamera kann ich kaum halten. Die Schmerzen sind stärker geworden. Doch Frede überredet mich: Ich könne ja nur die kleine Fuji oder die GoPro mitnehmen – es würde sich lohnen. Überredet. Also schnell schlafen.
Viele Grüße
Petra
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