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Fischer- und Webermuseum in Steinhude

    • Reisebericht
  • Petra
  • 14. November 2010 um 16:16
  • Petra
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    petra.kaiser.35
    • 14. November 2010 um 16:16
    • #1

    Wer in Steinhude verweilt oder in der Nähe des Steinhuder Meers ist, sollte sich unbedingt einmal das Fischer- und Webermuseum anschauen.

    Erst seit 1989 wurde das Museum vom Förderverein Heimatmuseum Steinhuder Meer e.V. eröffnet. Das erklärt auch, warum ich es noch nicht kannte, denn ich lebe ja schon seit 35 Jahren in dieser Gegend.

    Bilder

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    petra.kaiser.35
    • 14. November 2010 um 16:18
    • #2

    Der Eintritt kostet nur 2 Euro. Für das Geld bekommen wir allerdings jede Menge Informationen über das Leben der vergangenen Jahrhunderte in dieser Region.

    Das Haus wurde 1850 erbaut und es sind noch fast alle Räume so erhalten, wie es auch vor Jahren war. So sehen wir das original alte Mobiliar mit vielen alten Maschinen und Gegenständen.

    Auf dem 1. Bild ist ein Reisepass zu sehen!

    Bilder

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    petra.kaiser.35
    • 14. November 2010 um 16:20
    • #3

    Die traditionellen Berufe von Steinhude waren Fischer, Weber und natürlich Landwirte.

    In Steinhude und Umgebung wurde schon seit dem 18. Jahrhundert gewebt. Schon im Jahre 1728 schlossen sich 45 Weber in der Steinhuder Zunft zusammen. Durch die Weiterentwicklung der Webstühle (Jaquardwebstühle) wurden die Steinhuder Leinen bekannt und begehrt.

    Damals befanden sich meist 2 Webstühle im Hause. Nach und nach wurden dann Ende des 19. Jahrhunderts auf maschinelle Fertigung umgestellt.

    Bilder

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    • 14. November 2010 um 16:22
    • #4

    Heute gibt es immer noch die Weberei Seegers und Sohn, die traditionell Sachen aus Leinen, Halbleinen und Baumwolle herstellt.

    Hier in dem Haus gibt es jede Menge alter Webstühle mit Mustererklärungen zu sehen und natürlich auch das, was damals gewebt wurde.

    Bilder

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    • 14. November 2010 um 16:23
    • #5

    Ein besonders bekanntes und einmaliges Stück ist ein Hemd, dass im Jahre 1728 ohne Naht in einem Stück mit Bündchen, Ärmel und Kragen gewebt wurde. (Bild 2)

    Interessant ist auch die rundgewebte Tasche. (Bild 3)

    Bilder

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    • 14. November 2010 um 16:24
    • #6

    Kommen wir nun zur Fischerei, es gibt jede Menge Geräte zu sehen, die damals gebraucht wurden.

    Kennt Ihr die Begriffe Brei- oder Küttnadel und Pluck? Ich kannte sie bis dato nicht.

    Aber jetzt weiß ich, dass dies die wichtigsten Werkzeuge der Fischer waren. Sie wurden von den Fischern selber hergestellt, meist aus Holunder-, Kirsch- oder Nussbaumholz.

    Die Nadeln wurden zum Stricken und Flicken der Netze benötigt, je nach Garngröße und gewünschter Maschengröße brauchte man auch eine andere Nadel. Mit dem Pluck (ein Rundholz) bestimmte man die Maschengröße. Das Stricken der Netze nannte man Breien.

    Bilder

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    • 14. November 2010 um 16:25
    • #7

    Die "Moorschuhe" für Pferd und Mensch geben einen Hinweis darüber, dass es hier Moore gibt, die exzessiv ausgetorft wurden. Heute gibt es ein Projekt der Region Hannover: "Das Tote Moor soll leben" mit der Zielsetzung, dass das Moor wieder wachsen kann.

    Bilder

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    • 14. November 2010 um 16:27
    • #8

    Alles in allem fand ich den Rundgang durch die Gebäude äußerst spannend und bin froh, dass wir es endlich einmal geschafft haben, hier reinzugehen.

    Ich habe natürlich nicht alles aufgeführt, was man sich anschauen kann, vielleicht noch ein Wort zu der Tracht. Hier in dieser Region trug man die Schaumburger Tracht mit ihren roten Röcken. Neben der Alltagstracht gab es natürlich auch noch die Festtagstracht, die Hochzeitstracht, die sehr prunkvoll und schwer war, oder die Trauertracht, die kostbar aber ganz in schwarz war.

    Zum Schluss dann noch Bilder von einer voll eingerichteten Schusterwerkstatt und einer typischen Vorratskammer.

    Viele Grüße
    Petra

    Bilder

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  • Maxi
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    • 14. November 2010 um 17:29
    • #9

    Das ist ja wirklich sehr interessant, was ihr alles inder Nähe habt.

    Weben hab ich noch nie probiert was ich sehr schade finde.
    Muss das toll sein, seinen eigenen Teppich herzustellen.
    Wie man allerdings ein ganzes hemd oder auch die tasche ohne naht herstellt kann ich mir nicht vorstellen.
    Dachte immer man kann nur gerade Teile weben und ann eben zusammen nähen. Maria wird da ja Bescheid wissen, wenn sie selber webt.

    Warum lebendiges Museum? Was rührt sich denn dort?
    Hier gibts auch ein lebendiges Hammer und Sichel Museum, da kann man die Maschinen einschalten und alles funktioniert noch.

    Trägt die Tracht auch heute noch jemand?

    Die Fischerei Begriffe hatte ich auch noch nie gehört - obwohl unser Dorf sich Fischerdorf nennt.
    Hier wird Fliegen gefischt - und die Fliegen, die dann der Köder sind werden selbst gebastelt.
    Es gibt Regenbogen Forellen und Äschen - was fischt man dort?

    Der Reisepass ist auch interessant - ich hab von Sigi Großeltern auch noch so alte Papiere aber keinen Reisepass sondern Heimatschein.

    Der Eintrittspreis ist günstig und ich finde es gut, dass sich jemand für den Erhalt interessiert und alles aufbewahrt und auch herzeigt.

  • Heike
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    • 14. November 2010 um 17:41
    • #10

    Ich hätte auch noch vier Bilder

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    "Was gäbe ich für Küsse, wie kalte Kirschen, Zeit wie Sand am Meer.Was gäbe ich her, wenn jeder Tag wie der erste des Sommers wär" (Zitat aus dem Song "Engel" der Gruppe MIA)

    http://rosentaenzerin.wordpress.com/

  • Petra
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    • 14. November 2010 um 18:24
    • #11

    Danke Heike...
    @ Maxi, es ist ein lebendiges Museum, weil man vieles anfassen kann, die Maschinen ausprobieren darf etc. Auch ein Webstuhl zum Üben gibt es.

    Hier in dieser Gegend wird noch die Tracht getragen, allerdings hauptsächlich von den alten Leuten.

    Das Bild hier (nur die Frauen) zeigt die Bückeburger Halbtrauer-Tracht:

    [img width=300]http://www.petra-kaiser.de/smf/index.php?…ach=38027;image[/img]

    Die Schaumburger Tracht besteht aus 3 Varianten:
    Die Lindhorster Tracht, die Bückeburger Tracht und die Friller Tracht

    Sie unterscheiden sich in der Farbgestaltung und in der Ausschmückung, aber die Grundmuster sind immer gleich, wie z. B. der rote Rock. Da die Trachten meist selber genäht wurden, unterschieden sie sich ohnehin immer, je nach Geldbeutel:
    Selbst gesponnen, selbst gemacht, ist die beste Bauerntracht.

    Die Mutter meiner Freundin trug ihr Leben lang die Kleidung. Nach ihrem Tod hat meine Freundin vieles dem Heimatmuseum vermacht.

    Früher wurden Aale, Hechte, Barsche und Karpfen gefischt, wobei der größte Karpfen an die herrschaftliche Küche (Fürst) geliefert wurde.
    Heute gibt es ca. 16 Fischarten im Steinhuder Meer, eine wirtschaftliche Rolle spielen Aal, Hecht, Schleie, Karpfen, Brassen und Zander.

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    Einmal editiert, zuletzt von Petra (14. November 2010 um 18:26)

  • Maxi
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    • 14. November 2010 um 19:35
    • #12

    Wow, alles selbst gemacht, das waren Künstler.
    So viele Fische habt ihr - mhm!

    Heike danke!
    Die Stube erinnert mich an vieles bei meiner Oma. Der gestickte Spruch überm Bett, die Wasch Schüssel - das gab es hier auch.

    Schönes Museum, sogar die Boote haben sie dort. :,.)

  • Petra
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    • 14. November 2010 um 19:50
    • #13

    Ja Maxi, da waren auch noch spezielle Boote dabei, nämlich:

    Torfkahn (ein Arbeitsboot auf dem Steinhuder Meer),
    der letzte Auswanderer der Fürstlichen Matrosen (den Auswanderer gibt es nur auf dem Steinhuder Meer)
    Angelkahn, Jägerschiff und einen Einbaum

    ;D

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    Einmal editiert, zuletzt von Petra (15. November 2010 um 08:58)

  • Maria
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    • 15. Dezember 2010 um 12:15
    • #14

    Das ist wirklich ein schönes Museum und offensichtlich sind ja auch die Webstühl betriebsfähig und nicht nur Deko.
    Die " rundgewebten" Sachen sind offensichtlich sogenannte Doppelgewebe, das ist gar nicht so schwierig,
    wenn man weis wie es funktioniert ;).

    Also Petra, nächstes Jahr machen wir zusammen eine Besichtigungstour, das ist mal ein echt guter Vorsatz ~^^

    Maria

  • Petra
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    • 15. Dezember 2010 um 13:56
    • #15

    Abgemacht! :ggibmir5

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  • Maxi
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    • 15. Dezember 2010 um 17:09
    • #16

    Ja wenn man wüßte wie Manches funktioniert, wär alles ganz einfach. :cconfused

    Ich würde sogern töpfern aber ohne Ofen? :cconfused
    Auf Reha hab ich jedesmal viele Sachen gemacht und die wurden immer sehr bewundert, ich glaub das könnte ich ganz gut.

  • Petra
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    • 15. Dezember 2010 um 17:13
    • #17

    Maxi gibt es denn keinen in Deiner Gegend, die einen Ofen hat? Dann könntest Du die Sachen ja dort brennen...

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  • Maxi
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    • 15. Dezember 2010 um 19:16
    • #18

    Ich kenne niemanden. {e

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