Ein Wochenende in Bilbao

  • Hallo,

    Bilbao, die Hauptstadt der Provinz Biskaya, gehört zu der autonomen Gemeinschaft Baskenland. Es ist die größte Stadt im Baskenland, die Hauptstadt heißt jedoch Vitoria-Gasteiz.


    Von Deutschland aus gibt es einige Nonstop-Verbindungen, so gibt es Flüge von Berlin, Düsseldorf, Frankfurt und München.


    Nach meinem Jakobsweg habe ich mich mit meinem Mann in Bilbao getroffen. Sie hat uns so gut gefallen, daher möchte ich euch die schöne Stadt vorstellen. Der Fluss Ria del Bilbao fließt mitten durch die Stadt und gibt ihr Zugang zum Golf von Biskaya, eine Bucht im Atlantischen Ozean.



  • Zunächst musste ich jedoch von Burgos, wo ich meinen Jakobsweg beendete, nach Bilbao kommen. Schon von Deutschland aus habe ich mir eine Zugfahrkarte gekauft. Für die zweieinhalbstündige Fahrt habe ich gerade mal 14,85 € bezahlt. Gebucht habe ich über goeuro.com, ausgeführt von dem staatlichen Eisenbahnunternehmen Red Nacional de los Ferrocarriles Españoles kurz Renfe genannt.


    Was ich nicht wusste, der Bahnhof von Burgus für die Schnellzüge liegt um die 5 Kilometer von der City entfernt. Es fahren Busse dorthin. Ich hatte Glück, die Haltestelle Plaza de España lag nicht weit von meiner Unterkunft entfernt.


    Für die Züge werden nur so viele Tickets verkauft, wie auch Plätze vorhanden sind, das macht das Reisen sehr angenehm.


    Die letzten drei Bilder sind vom Bahnhof in Burgos.








  • Angekommen in Bilbao musste ich mich erst einmal orientieren, denn ich hatte noch keinen Stadtplan. Wie gut, dass die Touristeninformation gleich in der Nähe des Bahnhofs war.


    Dort bekam ich einen Stadtplan und die nette Mitarbeiterin zeigte mir gleich, welche Spaziergänge wir in der Stadt unternehmen können, wo sich die Sehenswürdigkeiten der Stadt befinden und am wichtigsten war zunächst, wie ich zum Hotel komme.


    Ich hatte für uns das Mercure Bilbao Jardines De Albia, ein Mittelklassehotel, gut in der Innenstadt gelegen, gebucht.


    Zu Fuß war ich auch in wenigen Minuten da, checkte ein und überlegte gerade, ob ich mir schon ein Willkommensgetränk aus der Zimmerbar gönnen sollte. Da kam aber schon Friedrich an und die Freude war groß. <3






  • Friedrich brachte mir frische Sachen mit, vor allem ein paar bequeme Schuhe. Dann zogen wir los, denn wir hatten beide schon eine lange Fahrt hinter uns und wir wollten eine Kleinigkeit essen und ein Willkommensbier trinken.


    In den Kneipen und Bars werden viele leckere Pintxos angeboten. Bei den Basken gibt es nämlich keine Tapas.


    Wir haben Glück unter unter den vielen Fleisch- und Fischangeboten finden wir ein einziges vegeatrisches Pintxos, mit Ziegenkäse und Gemüse zwischen Brot und alles wird mit einem Zahnstocher zusammengehalten. Die Vielfalt der Pitxos ist wirklich riesengroß. Die Bars übertreffen sich gegenseitig. In der Regel macht man eine Pintxostour, das heißt man isst ein, zwei und trinkt dazu ein kleines Glas Wein, natürlich ein Txakoli oder ein kleines Bier, das heißt Zurito. Danach zieht man weiter.


    Die Pintxos sollen aber kein Mittagessen ersetzen, sondern nur ein Appetithäppchen sein.



  • Das Wetter ist herrlich und wir haben uns überlegt, dass wir zum Monte Artxanda hochfahren wollen. Von dort hat man eine schöne Aussicht auf Bilbao, so hatten wir das gehört.


    Wir müssen über den Ria de Bilbao gehen und laufen über die Fußgängerbrücke Zubizuri. Das ist baskisch und heißt übersetzt weiße Brücke. Sie sieht hübsch aus in ihrem modernen Design. Der Boden ist eigentlich aus Glas, aber die Glasflächen wurden mit Kunststoff abgedeckt. Der Grund soll die Rutschigkeit bei Nässe sein. Schade, sonst hatte man auf den Fluss durchschauen können.






  • Nach nur wenigen Minuten erreichen wir die Funicular de Artxanda, die Seilbahn, die uns in in kurzer Zeit nach oben auf den Stadtberg bringt. Wir kaufen uns eine Hin- und Rückfahrkarte zu 3,25 € pro Person. Die Bahn ist voll, oder wir sind zu spät, daher bekommen wir nur einen ungünstigen Stehplatz, egal auf dem Rückweg hatten wir dann die Möglichkeit besser zu gucken.






  • Es gibt einen Erholungspark, Picknickmöglichkeiten. Wir wollten jedoch zu der Kapelle gehen, aber wir haben sie nicht gefunden. :Kopffass:


    Es war heiß und die Wege waren nicht ganz so günstig zum Gehen, auch wenn ich ja in Übung war. Daher beschlossen wir in eine der Restaurants einzukehren und ein kaltes Getränk zu trinken. Essen wollten wir noch nichts. Ich glaube, es gab auch noch nichts.


    Ach so, so richtig gab es da nicht zu fotografieren, außer diesem Lost Place. :-)






  • Wir gehen über die Brücke Puente del Ayuntamiento auf die andere Seite. Langsam bekommen wir nun wirklich Hunger, denn das kleine Pintxos war ja wirklich nur was für den hohlen Zahn.


    Wir finden auch ein nettes Lokal, die Preise sind einigermaßen akzeptabel und wir suchen uns schon was Leckeres aus. Dann kommt die Ernüchterung, Im Moment kann man nur was trinken, die Küche macht erst um 20:30 h auf. Erst denken wir, das halten wir aus, aber dann entscheiden wir uns doch dafür, dass wir uns etwas anderes suchen, der Hunger nagt...






  • Es war schon wieder schwierig, denn auch die anderen Restaurants öffneten erst später. Burgerking war keine Option, aber das WOK-House probierten wir aus. Es gab sogar etwas Vegetarisches für mich.


    Hat klasse geschmeckt und wir waren pappsatt. Wir haben nämlich jeder die große Portion bestellt, aus lauter Angst, dass wir nicht satt werden würden.


    Das war´s für heute. Morgen geht es weiter!


    Viele Grüße
    Petra






  • Am Abend hatte ich noch zwei Apfeltaschen und ein paar "Schweineohren" in einem Eroski (eine spanische Handelskette) gekauft, die wollten wir dann irgendwann später genüsslich verspeisen.


    Das habe ich dann auch gemacht und nach den ersten zwei gierigen Bissen entsetzt festgestellt, dass sich die Apfeltasche als eine Thunfischtasche herausstellte. :mmad


    So hatte Friedrich für den nächsten Tag gleich ein Frühstück, einen Kaffeeautomaten hatten wir ja im Zimmer und ich hatte auch noch Tee übrig. Frühstück hatten wir nicht im Hotel mit inbegriffen. Das wollten wir dann am nächsten Tag, unserem Abreisetag genießen.


    Nun gingen wir ins alte Zentrum von Bilbao. Wieder überquerten wir den Ria de Bilbao und schlenderten die Straßen entlang. Auf dem 4. Bild sieht man das Teatro Arriaga, es wurde auch Ende des 19. Jh. erbaut und zwar im neobarocken Stil. Es war übrigens derselbe Architekt (Joaquín Rucoba) der auch schon das Rathaus entworfen hat.

    Vor etlichen Jahren wurde das Gebäude durch die Flut schwer beschädigt und 1985 neu aufgebaut.


    Für unser zweites Frühstück suchen wir uns ein nettes Plätzchen und es gab ein ausgesprochen gut schmeckendes vegetarisches Pintxos. :-) Dazu einen Cappucino und einen O'Saft und die Welt sah schon wieder anders aus.











  • Nun schauten wir uns das alte Viertel von Bilabao an, das Casco Viejo. Es ist der älteste Teil von Bilbao und bestand aus nur sieben Straßen. Mit Blick auf das Museo Arqueológico, Etnográfico e Histórico Vasco setzen wir uns auf den lebhaften Unamuno Miguel Plaza (BIld 3)und machten das, was alle hier machen, ausruhen und schauen.


    Der Ober stolperte als er unsere Getränke brachte und mein Tonic-Wasser (ohne Gin ;-)) ergoß in einem Schwall über den Tisch undmeinen Rucksach und ich konnte gerade noch aufspringen mein Smartphone und Fotoapparat schnappen und bekam so nur ein paar Spritzer ab. Friedrichs Bier blieb unbeschädigt auf dem Tablett. Warum sich der Ober ärgerte, blieb mir ein Rätsel.


    Nach der kleinen Pause gingen wir weiter, irgendwie in die falsche Richtung und kamen in ein Viertel, wo wir nicht hinwollten. Daher kehrten wir um und gingen nun in Richtung Kathedrale.








  • Ich gebe zu, ich hatte keine große Lust auf eine stundenlange Besichtigung und somit schauten wir sie uns nur von außen an. Im nächsten Jahr bin ich ja vermutlich wieder in Bilbao, um den Weg dann von Burgos aus fortzusetzten und dann kann ich das ja immer noch nachholen.


    Wir schlugen nun die Richtung Markthalle ein.








  • La Ribera Market, es ist ein großes altes Gebäude mit Tradition, wobei auch hier die Flut 1983 großen Schaden anrichtete. Da wir an einem Sonntag da waren, gab es keinen Markt und keine Marktstände, die sich sonst auf zwei Etagen verteilen. So gingen wir durch die Pintxos Bar. hier gibt es kulinarische Spezialitäten aus dem Baskenland. Es war brechend voll und Friedrich hatte keine große Lust, sich irgendwo dazwischen zu drängen.


    Wahnsinn, was hier wieder alles angeboten wurde!







  • So gingen wir über die Puente de La Ribera auf die gegenüberliegenden Seite, denn dort hat Friedrich eine kleine Bar mit Außensitzplätzen am Fluss entdeckt.


    Der Nachmittag war schon fortgeschritten und so gönnte ich mir nun auch ein kleines Glas Wein, wie die meisten anderen auch, die hier saßen. Dazu gab es ein kleines Schälchen mit eingelegetn Oliven und Knoblauchzehen. Als ich nach einem Essbesteck fragte, erntete ich mitleidige Blicke. Man brachte mir aber einen Zahnstocher und meinte nur trocken: hier isst man das IMMER mit den Händen. Na gut, beim nächsten Mal weiß ich halt Bescheid. :thump:


    Wir hatten einen schönen Blick auf die Markthalle, den Ria de Bilbao, die Sankt Anton Kirche und die alte Brücke Puente de San Anton.


    Unterwegs hatten wir ein paar Postkarten gekauft, die wir hier in Ruhe geschrieben haben. Briefmarken gab es in dem Laden auch zu kaufen und man erklärte uns, dass wir diese Karten nur in den roten Briefkasten einwerfen dürfen, dafür wäre es aber rapido, nämlich die schnellste Post. Kein Problem, dann halten wir eben Ausschau nach einem roten Postkasten.


    Als wir am Abend ins Hotel zurückkamen, hatte ich die Karten immer noch in meinem Rucksack. Wir hatten sie schlichtweg vergessen.:KKopffass2







  • Als wir am nächsten Morgen aus dem Fenster schauten, sahen wir dass alles mit dunklen Wolken bedeckt war, es hatte sogar geregnet. Na gut, dann gibt es kein Besichtigungsprogramm mehr. Um 15 Uhr sollte unsere Maschine starten, dieses Mal flogen wir über München zurück.


    Nun hatten wir noch viel Zeit und gönnten uns ein Frühstück im Hotel (zu 16 € pro Person) Es war sehr vielfältig und sogar ich kam auf meine Kosten mit Spiegeleiern, Obst und was man sonst so alles noch isst. Da wir erst um 12 Uhr auschecken mussten, konnten wir alles in Ruhe angehen.


    Unsere Sachen waren schnell gepackt und ich hatte gelesen, dass der Flughafenbus vom Federico Moyúa Plaza abfuhr. Friedrich kannte nur eine andere Haltestelle, aber egal, so sahen wir diesen Platz auch einmal.


    Da wir aber so mit der Suchenach diesem "verflixten" roten Briekasten waren, habe ich auch keine Bilder gemacht. Es war wie verhext, wir sahen gelbe und grüne, aber keine roten Briefkästen. Wir kamen an die Haltestelle, wo auch der Flughafenbus schon wartete, aber wir nahmen ihn nicht, denn wir hatten noch etwas Pufferzeit übrig, gingen um den großen Platz herum und wurden etwas grantig.


    Dann nahm ich mein Smartphone raus und tippte ein: City post boxes Bilbao


    Klasse, es gibt genau 3 Möglichkeiten in Bilbao, wo man die Briefe/Postkarten einwerfen kann. Das haben wir doch wieder prima hinbekommen. Nur eine der Möglichkeiten lag in Laufnähe, nicht ganz einen Kiometer entfernt. Wir prüften kurz, ob die Zeit noch ausreichen würde und machten uns auf den Weg.


    In der Nähe des Guggenheim Museeums fanden wir den roten Briefkasten und alle drei Karten wanderten hinein. So haben wir das schöne Gebäude mit dem bepflanzten "Hund" auch gesehen. Im nächsten Jahr plane ich einen Besuch vom Museum.


    Gut war, dass sich genau hier auch die 2. Haltestelle des Flughafenbusses befindet, so konnten wir jetzt in Ruhe zum Flughafen fahren.


    Bilbao ist eine sehr schöne überschaubare Stadt, die uns sehr gefallen hat. Friedrich sagte auch spontan, dass er mich im nächsten Jahr zu meinem Pilgerweg hinbegleitet, so dass wir uns noch einiges ansehen können, was wir in diesem Jahr nicht geschafft haben.


    Viele Grüße
    Petra

    PS. nun ist das Thema auch für Kommentare geöffnet. :kkniep:







  • Da haste deinen Gatten ja schön angefixt. Mir gefällt die Stadt übrigens auch. ;)

    Darf auch ruhig mal kleiner sein, dann sind die Laufwege etwas kürzer. Ich würde wahrscheinlich mich den ganzen Tag irgendwo durchfuttern^^

  • Bilbao gefällt mir!

    Das ist bestimmt mal was für ein langes WE. Gugenheim Museum wäre dann Pflicht.

    Die spanischen Bahnhöfe und auch die Züge können sich sehen lasen. Ich habe sie noch sehr gut aus Andalusien in Erinnerungen

    Gewöhnungsbedürftig für uns war auch, dass man erst ab 20:30 Uhr oder 21 Uhr was zum Essen bekommt. Wenn man es weiß, geht es ja.

    Danke für Bericht, Fotos und das wir mitreisen durften.


    ::***