Dave Eggers: Zeitoun

  • Da mir das Buch „The Circle“ von Dave Eggers so gut gefallen hatte, war ich neugierig, was er sonst noch so kann (immerhin hat er über 10 weitere Bücher geschrieben). So habe ich als nächstes „Zeitoun“ (2009) gelesen. – Im direkten Vergleich etwas völlig anderes, denn dieses Buch ist kein Roman, sondern eine auf einem Tatsachenbericht beruhende Erzählung.

    Ort der Handlung: New Orleans im Jahr des Wirbelsturms Katrina (2005)


    Worum geht’s?

    Der ursprünglich aus Syrien stammende, muslimische Protagonist Abdulrahman Zeitoun, inzwischen US-Amerikaner, lebt mit seiner ebenfalls amerikanischen Frau und den drei gemeinsamen Töchtern als selbständiger Handwerksunternehmer in New Orleans. Die Geschäfte gehen bestens und auch sonst läuft eigentlich alles gut im Leben der Familie Zeitoun - abgesehen von kleineren rassistischen Begebenheiten, die infolge der Geschehnisse vom 11. September leider jedoch deutlich zunehmen.

    Im August 2005 ändert sich dann schlagartig alles, als der Wirbelsturm Katrina mit voller Wucht auf die Küste von New Orleans trifft. Während Zeitouns Frau sich rechtzeitig mit den Kindern zu Verwandten in Arizona in Sicherheit bringt, bleibt Zeitoun im Haus um zu retten, was zu retten ist, und um anderen zu helfen. Mit einem Kanu paddelt er durch die überfluteten Wohnviertel und hilft wo er kann, füttert sogar regelmäßig in überfluteten Häusern eingeschlossene Hunde. Auch offizielle Rettungsaktionen laufen langsam an, doch gewalttätige Plünderer einerseits und die Anwesenheit schwer bewaffneter Vertreter von Militär, der Homeland Security und anderer staatlicher und nichtstaatlicher Institutionen und Sicherheitsfirmen andererseits machen die Situation für Zivilisten zunehmend gefährlicher. Eines Tages wird Zeitoun zusammen mit drei anderen Männern ohne Angabe von Gründen plötzlich verhaftet und verschwindet spurlos. Für seine Frau und Familie beginnen bange Wochen, in denen sie nicht wissen, was mit ihm geschehen ist …

    Ich will nicht zu viel verraten, aber es ist unglaublich, was hier in einem vermeintlichen „Rechtsstaat“ einer westlichen Demokratie passiert ist - und das nicht nur in diesem Einzelfall. Mit dem vorliegenden Buch ist Eggers ein spannender literarischer Tatsachenbericht gelungen, der einem im Hinblick auf Freiheit, Grundrechte und Rechtssicherheit in einem vermeintlich zivilisierten Land Angst und Bange machen kann.

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  • Ich denke, dieser Autor hat noch einiges Interessantes zu bieten.

    Auch seine Vita liest sich sehr interessant: Viele gute Projekte + "...ein scharfer Kritiker des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump".

    Mit dem würde ich doch glatt ein Bierchen trinken, sollte er mir mal begegnen. :S

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