Eine Woche auf Korsika

  • Wir sind ja nun auch schon wieder zurück von Korsika - so eine Woche geht einfach viel zu schnell vorüber und natürlich ist das auch viel zu kurz, um die Insel auf nur halbwegs zu erkunden. Dafür sind die Straßen viel zu schmal und kurvenreich, für 46 km kann man schon mal eine Stunde brauchen, wie wir unterwegs merken mussten.


    Dennoch haben wir viel gesehen und da es - warum auch immer!?? - unser erster Besuch auf dieser super schönen und vielseitigen Insel war, war alles neu für uns. Und ja, man kann als Fazit sagen: Wir haben eine neue Lieblingsinsel!


    Da wir eine Ferienwohnung in Saint-Florent, also hoch im Norden der Insel hatten, beschränkten wir uns auch auf diese Region, alles andere wäre zu viel geworden.

    Vielleicht hätte man von Anfang an eine Rundreise planen sollen mit Übernachtungen an verschiedenen Orten, aber das hab ich irgendwie verpennt, als ich die Wohnung in Saint-Florent gefunden hatte, die so toll zentrumsnah lag und so geräumig für uns beide war. Und außerdem haben wir in den 7 vollen Tagen vor Ort auch mal 2 genossen, an denen nicht mit dem Auto rumgefahren wurde - hurra! 8)


    Aber es war dennoch eine gute Wahl mit Saint-Florent und dem Norden und ich kann nur sagen: Wunderschön! Ganz tolle Landschaften, Berge, Küsten, Strände, Orte, Ruinen, Lost Places, Geocaches - alles da.

    Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir wiederkommen werden!


    Saint-Florent erreicht man ganz gut mit dem Auto vom Flughafen in Bastia. wir sind zwar leider erst sehr spät nachts angekommen, haben aber den Weg problemlos gefunden - zum Glück hab ich da noch nicht so recht die steilen Abhänge und engen Straßen gesehen - hu, das ist stellenweise schon kritisch. Bessere Radwege mit Mittelstreifen - irgendwie auch wieder süß.


    Der kleine Ort liegt am Meer, hat einen Yachthafen, ein paar nette Sträßchen mit Geschäften, Cafés und Restaurants, eine alte Zitadelle, Strände in der Nähe - was will man mehr! So vom Flair her ein bisschen ein "Saint-Tropez en miniature", denn hier sitzt schon genug Geld.

    Apropos Geld - günstig ist es natürlich nicht wirklich, ist halt Frankreich. Dafür ist das, was man bekommt, i.d.R. sehr gut.

    Aber wir hatten ja eh auch eine Küche, das ist immer praktisch. Jetzt aber mal ein paar Eindrücke:















  • Unser erster Ausflug ging dann am übernächsten Tag (nach 1 Tag Chillen in Saint-Florent) in Richtung Westküste, was schon ein ziemliches Gegurke ist - aber ein sehr schönes! 8)


    Zum Glück ist Max immer gefahren, so konnte ich mich wie so oft meinem Papierkram - sprich: Karten, Reiseführer, Cache-Beschreibungen - und GPS widmen, was zwar auch nicht gerade meine Lieblingsbeschäftigung während der Fahrt ist, gehört aber halt dazu, wenn man gerne nebenbei ein bisschen "Schatzsuche" betreibt.





  • Ziel war ein Lost Place oder genauer gesagt, ein altes Ruinendorf namens Occi.

    Durch einen dort versteckten Geocache bin ich auf diesen Ort aufmerksam geworden, musste aber nachher etwas enttäuscht feststellen, dass dort wohl auch eine Wanderroute verläuft, denn wir waren bei weitem nicht allein dort. Dann hab ich auch noch mit Entsetzen festgestellt, dass Occi sogar im kleinen Marco Polo Reiseführerals "Insidertipp" erwähnt wird, oh mann ... ::)


    Egal, die Ruinen sind sehr schön und vor allem der Ausblick ist phantastisch. - Ja, es geht ganz gut den Berg hinauf. Wir schafften es in 25 min., worüber ich ganz froh war, denn ich hatte vorher von mehr gelesen und anstrengend war es schon in der Hitze (als Ausschläfer sind wir ja nicht selten in der Mittagshitze unterwegs :ggrins:).


    Ach ja - und der Geocache wurde auch gefunden. Der war noch ein Stück weiter oben. :Zunge:


















  • Jetzt hab ich doch glatt auch noch Algajola vergessen ... :KKopffass2

    Nicht, weil es so "Besonders" wäre, aber es ist ein wirklich sehr netter, sympathischer, kleiner Ort an der Westküste, der auf dem Weg lag und wo wir eine Pause einlegten.

    Klein, ruhig, mit schönem Sandstrand, alter Zitadelle, Restaurants - sehr schön!











    Mehr Bilder zu den bis hier beschriebenen Orten gibt es hier: Saint-Florent, Occi & Algajola

  • Korsikas zweitgrößte Stadt Bastia ist auf jeden Fall einen Besuch wert, zumal wenn man ohnehin im Norden ist. Aufgrund des Flughafens und des Seehafens herrscht hier ein großes Kommen und Gehen von Touristen, die wenigsten verweilen und so trifft man nicht sehr viele Besucher in der Stadt.


    Einen Parkplatz zu finden war nicht so einfach, letztendlich hatten wir Glück, da genau vor uns jemand wegfuhr. So schlenderten wir dann ein paar Stündchen durch die Straßen, über den riesigen Place Saint-Nicolas zum Anleger der großen Autofähren, von dort zum alten Hafen und hinauf zur Zitadelle.

    Zum Schluss des Rundgangs genossen wir in einem der zahlreichen Cafés am Place Saint-Nicolas noch je einen Café und einen Menthe à l'eau im wohltuenden Schatten der Platanen.

















  • Ein landschaftliches Highlight ist eine Fahrt um die zum Glück wenig touristisch entwickelte Halbinsel Cap Corse, die ganz im Norden wie ein erhobener Finger hervorsticht.


    Vor allem die Straße entlang der stark zerklüfteten Westküste ist traumhaft:

    Unzählige Kurven, noch mehr Ausblicke, verschlafene Dörfer, halb verfallene Wehrtürme, prächtige Mausoleen und kleine Friedhöfe mitten in der Macchia oder im Wald, Ruinen, Strände, ...


    Man darf sich hier auch nicht mit der Fahrzeit verkalkulieren, denn wenn man ab und zu auch anhalten und verweilen möchte, verfliegt der Tag im Nu und auf der Straße ist kein wirklich schnelles Vorankommen möglich.


    Wer nicht so viel Zeit hat, sollte zumindest bis Nonza oder Pino fahren, zwei sehr hübschen kleinen Orten.















  • Bei Nonza gibt es auch einen ungewöhnlich breiten, grauen Steinstrand.

    Erst später las ich, dass er nicht natürlich entstanden ist ...





    ... und zwar weil wir einige km weiter nödlich an einem Lost Place vorbeifuhren, einer großen, alten Fabrik. Wäre ich alleine gewesen, wäre ich natürlich reingegangen. So aber wurde daraus nichts und ich habe am Abend ein bisschen im Internet recherchiert, was das denn war - und wurde schnell fündig:


    Der Lost Place war einst Europas größte Asbestmine, die zahlreichen Menschen das Leben gekostet hat - und zwar nicht nur unmittelbar dort Beschäftigten, sondern auch weitgehend Unbeteiligten, Kollateral-Opfer sozusagen, darunter auch ein Gastwirt + Frau und Kinder! :eentsetzt:

    Und das so genannte Taubgestein wurde einfach ins Meer geschüttet - aha, darum so ungewöhnlich breite, graue Steinstrände! :question


    Hier ein Foto von diesem Monster:




    So, aber jetzt wieder zu den schönen Seiten von Cap Corse, noch ein paar Bilder:













    Mehr Bilder dazu gibt es hier: ---> Bastia & Nonza

  • Das ihr von Korsika begeistert seit, verstehe ich vollkommen. Wir waren schon 3 mal auf Korsika, wobei der Juni die beste Reisezeit war. Im August ist es sehr heiß und es gibt viele Waldbrände. Im September ist alles braun und irgendwie nicht mehr so schön. Ausserdem kann es abends schon recht frisch werden.

    Und wie du schreibst, die Preise haben französisches niveau.

    Danke für deinen Bericht, da sind viele Erinnerungen hoch gekommen.


    :thumbup:

  • Ja, es ist wirklich sehr schön im Juni - vom Wetter her und es ist auch noch nicht so voll, da Frankreich noch keine Schulferien hat.

    Und mit dem Flieger ist man so schnell dort, das ist auch ganz prima.


    Der Bericht geht noch ein bisschen weiter, aber ich komm ja nur abends mal dazu ...

  • Silke, soll ich die Kommentare in einen extra Thread verschieben? Dann hast Du den Bericht zusammenhängend?


    Viele Grüße
    Petra

    Danke, Petra - aber das braucht es nicht, ich finde das so ganz gut.


    Ich wollte nur sagen, dass da noch was kommt. ;)

  • Bei Nonza gab es noch ein weiteres interessantes Ziel: Lost Place mit Geocache.

    Da kann ich natürlich nicht nein sagen ... ;)


    Der Lost Place war ein verfallenes Kloster, ganz einsam und direkt am Meer gelegen - sehr schön!

    Erst kurz bevor wir weiterfahren wollten, kamen gerade die nächsten an, gutes Timing.




















    Hier gibt's weitere Bilder dazu: Couvent San Francescu

  • Ein weiterer sehr netter Ort an der Westküste des Cap Corse ist Pino.

    Viel gibt es hier nicht, aber man kann wunderbar verweilen, im Schatten sitzen, etwas trinken oder essen, den Ausblick geniessen, lesen - oder in der Mittagshitze runter an die Küste rennen zu einem verfallenen Wehrturm und einem verlassenen Kloster ... :P














  • Ein weiterer Ausflug führte uns nochmals an die Westküste und zwar zunächst nach Calvi, einem sehr schönen Küstenort mit Altstadt, Zitadelle, Yachthafen und einem weiten Sandtrand, was den Ort natürlich touristisch gesehen sehr beliebt macht.

    Dazu hat Calvi auch einen internationalen Flughafen, ist somit also bestens erreichbar, und es war vorher auch die Überlegung gewesen, hier hin zu fliegen. Aber ich war mir nicht ganz sicher gewesen bezüglich des Fluglärms und da ich unbedingt einen ruhigen Urlaub wollte, fiel die Wahl dagegen.


    Es ist aber wirklich ein ganz schöner Ort und guter Ausgangspunkt für Ausflüge. So bummelten wir ein wenig durch die Stadt, in der Zitadelle gab es einen kleinen Cache, also alles bestens. 8)













    Nicht weit südwestlich der Stadt ist die Halbinsel La Revellata mit schönen Ausblicken und Option auf eine Wanderung bis zum Leuchtturm, die bestimmt ebanfalls sehr schön ist. Hierzu war aber leider keine Zeit, da wir och ein anders Ziel hatten.








    Weitere Bilder hierzu gibt es hier: --> Calvi & L'Argentella

  • Ja, das weitere Ziel war ein Lost Place.... eine ehemalige Silbermine. Mit Geocache (muss ich wohl eigentlich nicht mehr dazu sagen ...).


    Die Entfernung ist eigentlich gar nicht weit, ca. 25 km, aber die D81B hat's in sich, wird sie doch streckenweise sehr schmal und extrem kurvig - die Fahrt dauerte also mal wieder, war aber traumhaft schön.


    Die ehemalige Silbermine war dann ein sehr interessanter Ort:

    Die alten Steingebäude sind ziemlich verfallen und haben kein Dach mehr, aber es ist trotzdem interessant, darin herumzulaufen und sich alles anzusehen. Man kann auch noch zu einem etwas höher gelegenen Fabrikschlot gehen sowie noch etwas weitere zu einem kleinen Stausee. Dort war es einfach wunderbar: Kein Mensch, kein Geräusch - einfach Einsamkeit und Stille. So schön.




















    Weitere Bilder hierzu geibt es hier: --> Calvi & Lost Place L'Argentella