02232018Fr
Last updateMi, 07 Feb 2018 12pm

Petra Kaisers Forum

Reisebericht Toskana

Mit Auto und 2 Motorrädern in die Toskana  im Sommer 2005

Diesen Sommer wollten wir wieder eine Motorradfahrt unternehmen. Als Jenni, unsere Enkeltochter, das hörte, meinte sie nur, im Sommer darf ich aber mit Euch in den Urlaub fahren. Also änderten wir unsere Pläne und entschieden mit 2 Motorrädern und einem Auto zu fahren. Die Strecke wählten wir so, dass sie nicht zu lange Etappen beinhalteten, damit Jenni die Fahrt nicht zu langweilig wurde. Endziel war die Toskana, Zwischenstationen Reschen, das Engadin und Bobbio. Die Unterkünfte buchten wir im Voraus, so dass uns die lästige Suche vor Ort erspart bleiben würde.

Mit Motorrad un...
Mit Motorrad und Auto in die Toskana
Mit Motorrad un...
Mit Motorrad und Auto in die Toskana

Der Tag vor der Abreise hätte eigentlich 24 Stunden haben müssen. Irgendwie staute sich die Arbeit ohne Ende, Friedrich musste noch ein Angebot schreiben, meine Chefin wollte noch Analysen haben, die nicht warten konnten, dann war der Wagen in der der Werkstatt, Schwiegermutter hatte Geburtstag und die Koffer waren noch nicht gepackt. Spät in der Nacht war so ziemlich alles vorbereitet und wir fielen todmüde ins Bett.

Früh am nächsten Morgen klingelte der Wecker. Die letzte Stunde vor der Abreise verlief naturgemäß ziemlich hektisch, aber wie sagt Jenni, ohne Hektik ist es kein Urlaubsanfang. Sie liebt es, wenn wir hier und da die letzten Sachen überprüfen, die Koffer noch einmal öffnen, um Vergessenes einzupacken. Dann war es so weit. Alles war im Auto verstaut, der Hänger mit dem Motorrad am Auto angehängt, ein letztes Foto wurde gemacht und los ging die Fahrt. Das Ziel unserer 1. Etappe hieß Ulm. Dort wohnt Dieter, der mit uns auf große Reise geht.

Nach ungefähr 500 m hieß es, wieder umkehren, denn das Motorrad wackelte hin und her. Die Befestigung hatte sich schon in der ersten Kurve gelöst. Nach einer halben Stunde saß alles proppenfest und nun ging es endgültig los.

Da wir mit dem Hänger nur 80 km/h fahren durften, brauchten wir bis ungefähr 8 Stunden für die 560 Kilometer. Die Autobahn war auf der ganzen Strecke frei, wir machten einige Picknickpausen und kamen glücklich gegen 18 Uhr in Ulm an. Wir packten nur die wichtigsten Sachen aus ließen den Abend im Hoigärtle bei Flammkuchen und einem Goldochsen ausklingen.


Am nächsten Morgen waren wir schon früh auf, denn wir waren zu aufgeregt. Die Männer packten die Motorräder und wir das Auto. Zum Frühstück fuhren wir zu Sonja und ließen es uns dort gut gehen. Als erstes fuhren wir nach Schwendi. Dort war zum 12. Mal ein Jazz-Frühschoppen auf dem Gelände einer Sägerei. Gleichzeitig war es auch ein Oldtimer-Treffen von alten Porsche Autos. Wir machten für eine Stunde Rast und schauten uns die alten Autos an, lauschten den Klängen der Jazzband und tranken eine Kleinigkeit.

Mit Motorrad un...
Mit Motorrad und Auto in die Toskana
Mit Motorrad un...
Mit Motorrad und Auto in die Toskana

Von da aus trennten sich unsere Wege, denn wir wollten nicht Kolonne fahren. Die Motorradfahrer sollten ihren Kurvenspaß haben. So verabredeten wir uns am Fernpass bei dem Zugspitzenblick. Ich entschied, dass wir zunächst die Autobahn nehmen. Das war natürlich ein Fehler, denn kaum waren wir auf die Autobahn gefahren, saßen wir im Stau fest. Da hilft nur Augen zu und durch. Kurz hinter Illertal ging es dann problemlos weiter.

Hinter Kempten verließen wir die Autobahn und fuhren weiter auf kleinen Nebenstraßen, eine schöne Strecke durch das Allgäu. Ab und zu hielten wir an, denn wir konnten uns nicht satt sehen, an dem schönen Panorama. Friedrich und Dieter waren natürlich lange vor uns an dem Zugspitzenblick und hielten uns einen Parkplatz frei.

Dort hielten wir unsere Vesper und bewunderten den Blick auf den höchsten Berg von Deutschland. Allerdings befanden wir uns schon in Österreich. Wir trennten uns und wollten uns wieder am Reschen treffen.

Mit Motorrad un...
Mit Motorrad und Auto in die Toskana
Mit Motorrad un...
Mit Motorrad und Auto in die Toskana
Mit Motorrad un...
Mit Motorrad und Auto in die Toskana
Mit Motorrad un...
Mit Motorrad und Auto in die Toskana

Ich programmierte meinen Navigator so, dass wir auf keinen Fall die gebührenpflichtige Autobahn benutzen mussten. Wir fuhren entlang der Iller, eine schöne Strecke, bis auf einmal die Straße wegen Steinschlag gesperrt war und wir dann doch die Autobahn nehmen mussten. So kamen wir natürlich viel schneller voran. Die Route führte uns durch viele lange Tunnel, die bei mir immer Unbehagen hervorrufen, wegen der vergangenen Katastrophen. Wir fuhren zwischen den hohen Bergen und grünen Auen hindurch. An einer schönen Stelle hielten wir an und machten noch ein paar Fotos.

Mit Freude sahen wir, dass es Friedrich und Dieter waren, die hinter der Kurve angefahren kamen. Die Leute neben uns, wunderten sich, warum wir wie wild zwei Motorradfahrern zuwinkten. Es fing an zu regnen und wir fuhren weiter. Nur noch über den Reschenpass und dann hatten wir es geschafft. Wir sind in Reschen am See angekommen.

Wie immer hatten wir unsere Unterkunft bei Hans im Motorradhotel Wallnöfer gebucht. Da gefällt es uns. Hier trifft man Motorradfahrer und die Zimmer sind super, das Bier schmeckt auch. Wir bezogen unsere Zimmer und ließen uns per hauseigenen Shuttle zu der Pizzaria Hans am ehemaligen Grenzübergang fahren. Eine leckere Pizza, ein Viertel vom Hauswein und dann ging es uns gut.


In der Nacht hat es ordentlich geregnet, so hofften wir, dass wir den Tag über davon verschont bleiben. Nach dem Frühstück fuhren wir alle zur versunkenen Kirche und machten dort unser obligatorisches Foto. Danach trennten sich unsere Wege. Friedrich und Dieter wollten - wie immer - Kurvenspaß haben und fuhren Richtung Stilfser Joch. Wir wollten nach Samnaun. Also fuhren Jenni und ich mit dem Auto die Bundesstraße SS40 Richtung Nauders und verließen Italien. Schon von weitem sahen wir eine Burg und machten dort einen Stop.

Mit Motorrad un...
Mit Motorrad und Auto in die Toskana
Mit Motorrad un...
Mit Motorrad und Auto in die Toskana

Schloss Naudersberg war schon seit 1330 Sitz eines landesfürstlichen Gerichts und ist ein typisches Beispiel für die Spätzeit des Burgenbaus. Die Gerichtsbarkeit des Schlosses reichte vom Unterengadin bis nach Zernes über den Reschenpass bis zum Langen Kreuz und bis nach Finstermünz.

1980 wurde das Schloss von der Familie Köllemann erworben und renoviert. Im Erdgeschoss befinden sich Arreste und Gefängnisküche, das 1. Geschoss wird für Ausstellungen genutzt und im 2. Obergeschoss sind die Bildergalerie, die Richterstube, die Gerichtskanzlei und die Schlosskapelle untergebracht. Es werden auch bäuerliche Handwerksgeräte ausgestellt, die von der harten Arbeit der Bauern zeugen.

Leider werden Montags keine Führungen durchgeführt, sondern nur Sonntags (11 Uhr), Dienstags (16:30),Mittwochs (17 Uhr) und Freitags (16:30 Uhr) zwischen dem 15.Mai und 8. Oktober.

Mit Motorrad un...
Mit Motorrad und Auto in die Toskana

An manchen Tagen kommt sogar ein Schlossgespenst! Der Eintritt kostet € 4.-, Kinder unter 14 Jahren sind frei. Informationen gibt es unter www.schloss-nauders.at. Schade, das Schlossgespenst hätte ich gerne getroffen (Stand 2005)

So schauten wir uns die Burg nur von außen an, rüttelten an der alten Eingangstür und fuhren weiter.

Den nächsten Halt machten wir an der alten Festung Nauders, die uns schon auf dem Hinweg gestern nach Reschen aufgefallen war. Das Sperrfort Nauders wurde von 1836 bis 1840 an der Passstraße überden Reschen nahe der alten Niklasmauer erbaut. Es ist ein mächtiger fünfgeschossiger Steinquaderbau mit Schießscharten und wurde als Straßensperre errichtet, um das Inntal vor möglichen Truppeninvasionen aus der Lombardei oder dem Engadin zu schützen.

Mit Motorrad un...
Mit Motorrad und Auto in die Toskana
Mit Motorrad un...
Mit Motorrad und Auto in die Toskana
Mit Motorrad un...
Mit Motorrad und Auto in die Toskana

Die Festung Nauders ist die einzige noch vollständig erhaltene Befestigungsanlage aus dieser Zeit. Sie weist über 9.200 Kubikmeter umbauten Raum auf, hat insgesamt 77 Räume und reicht bis 20 m tief in den Berg hinein. Jeden Mittwoch und Sonntag um 15 Uhr finden Besichtigungstouren statt (das gilt für den Sommer 2005) Eintritt kostet € 5.-, Kinder bis 14 Jahren sind frei in Begleitung der Eltern.

Direkt bei der Festung Nauders beginnt auch der 1,5 km lange Abschnitt der VIA CLAUDIA AUGUSTA, der über weite Strecken auch mit dem Mountainbike nicht befahrbar ist, habe ich gelesen. Der Weg nach Altfinstermünz ist sehr steil und schmal.  Wir sind nur ein kurzes Stück diesen Pfad entlang gegangen. Er war uns nämlich zu unwegsam.


Wir fuhren weiter und kamen an die Kreuzung, wo wir die Richtung des Samnaun-Tal einschlugen. Eine schöne Strecke auf kleinen manchmal einspurigen Straßen, die uns hinauf führte. Einige kleine Kehren waren auch dabei. Immer wieder waren wir begeistert von dem Naturschauspiel.

Hohe Berge, enge Schluchten, saftiges Grün, schroffe Felsen, kleine Bergbäche und lauschige Wälder. Wir kommen aus dem Staunen nicht heraus. Nach einer Weile erreichten wir den Grenzübertritt, der auch besetzt ist. Uns will man nicht kontrollieren, so fahren wir gemächlich weiter. Allerdings müssen Ausweise mitgeführt werden, bei der Wiedereinreise nach Österreich wurden unsere Ausweise genau angeschaut.

Samnaun
Samnaun
Samnaun
Samnaun

Das Samnauntal ist das unterste Seitental des Engadins und zugleich Grenztal zu Tirol. Die Bergwiesen dieses Tals wurden ursprünglich vom Engadin als Weideland genutzt. Noch heute hat die Landwirtschaft eine große Bedeutung. Man erkennt es an der Struktur des Tales mit seinen 5 Dörfern.

Zur Gemeinde Samnaun gehören insgesamt 5 Ortsteile: Compatsch, der politische Hauptort, dort gehen alle Kinder zur Schule und hier befindet sich das Alpenquell Erlebnisbad, Laret, der nächste Ort (Laret = an einem Lärchenwald gelegen), hier befindet sich die Alpine Schaukäserei, Plan, Samnauns kleinster Ort, mit dem Talmuseum, Ravaisch bedeutet, an einem Bach gelegen, hier fließt der wildromantische Schergenbach und auch die Talstation der doppelstöckigen Luftseilbahn beginnt hier, die ins Skigebiet Silvretta Arena führt und Samnaun-Dorf der touristische Hauptort, der am Talende am Fuße des Hausberges Piz Ot in 1.840 m Höhe liegt. Der Hausberg ist übrigens 2.758 m hoch. Samnaun-Dorf ist die höchstgelegene zollfreie Shopping-Meile Europas.

Samnaun
Samnaun
Samnaun
Samnaun
Samnaun
Samnaun

Wir kommen zur ersten Siedlung Compatsch, durchfahren die anderen Ortsteile und kommen ins 6 Kilometer weiter entfernte Samnaun-Dorf. Die ersten Siedler sollten vor ca. 1000 Jahren nach Samnaun gekommen sein. Bis zur Fertigstellung der Straße Vinadi Samnaun war das Tal nur über Österreich erreichbar. Hauptsächlich lebten die Bewohner des Tal von der Landwirtschaft, gehandelt wurde mit den Nachbarn in Tirol. Seit 1892 ist das Samnauntal zollfreies Gebiet. Heute leben die Samnauner hauptsächlich vom Tourismus. Im Winter kommen die Wintersportler, Samnaun hat 200 Pistenkilometer und gilt als schneesicher, im Sommer besuchen die Wanderer und Tagesausflügler dieses Gebiet.

Das wirtschaftliche Zentrum der Gemeinde liegt in der Ortschaft Samnaun-Dorf. Hier findet man alles, was gut und teuer ist, zu einem ermäßigtem Preis. Geschäft reiht sich an Geschäft, Uhren, Schmuck, Brillen, Kosmetikartikel, edle Klamotten, Zigaretten, Schuhe, um nur einiges zu benennen. Wer eine Breitling oder Rolex sucht, der wird hier garantiert fündig! Nun ja, wir sind nicht zum schoppen hergekommen, gingen ein wenig die Hauptstraße entlang durch Samnaun und machten unsere Mittagspause in einem Straßencafe bei Palatschinken und Salat Caprese mit Blick auf den Hausberg Piz Ot. Gleich zu Anfang haben wir uns bei der Tourismus-Information mit Broschüren versorgt.

Samnaun
Samnaun
Samnaun
Samnaun
Samnaun
Samnaun

Auf einem Hinweisschild im Ort haben wir "Märchenweg" gelesen. Das war natürlich etwas für Jenni. Wir gingen den Schildern nach und befanden uns auf einem Weg, der nach einer Kindergeschichte von Rudolf Mirer, der die Bilder gestaltete und Silvio Lebrument, der den Text dazu schrieb, nachgestellt wurde. Auf 16 wunderschönen Schautafeln wird die Geschichte von den beiden Murmeltieren Murmina und Murmin nacherzählt. Diese Wanderung dauert ungefähr eine Stunde. Wir sind den Weg nicht ganz gegangen, denn er endet in Motta-Saltuorn.

Im Übrigen ist das Samnauntal ein Wanderparadies. 250 Kilometer ausgeschilderte Wanderwege bieten für jeden etwas, sei es für geübte Wanderer oder auch nur für Anfänger. Die Routen sind ausgeschildert, es gibt Lehrpfade wie den Bergwaldlehrpfad, den Wild- und Tierlehrpfad oder auch den Pflanzenlehrpfad oder Historischer Wanderweg oder den Aphorismen- & Zitate-Weg.

Wir mussten uns entscheiden, was wir noch gerne machen wollten. Der Märchenweg dauerte uns zu lange, so dass wir ihn nur für eine Weile erwanderten.

Dann gingen wir zu unserem Auto zurück und fuhren zum Ort Plan, denn von da aus fährt die Doppelstockbahn zum Alp Trida Sattel in 2.494 m Höhe. Ein tolles Gefühl plötzlich ganz oben auf den Bergen zu stehen und hinunter ins Tal zu schauen. Die Fahrt kostete für uns beide ca. € 20.- für Berg- und Talfahrt. Alle halbe Stunde fährt eine Bahn in jede Richtung. Oben angekommen wurden wir von Ziegen begrüßt, die unheimlich zutraulich waren. Hier oben war es doch um einige Grad kälter, aber wir hatten vorsichtshalber unsere Jacken mitgenommen. Zum ersten Mal in unserem Leben sahen wir Murmeltiere. Sie liefen auf den Grünflächen herum und sahen einfach zu niedlich aus. Es gibt die Möglichkeit von hier oben gleich einen weiteren Sessellift ins nächste Tal zu nehmen. Mit den Bahnen kommt man bis nach Bad Ischgl. Wir aber blieben vor Ort und machten eine Mini-Wanderung.

Schön anzusehen, die vielen Alpenblumen, die überall am Wegesrand wuchsen. Enzian, Alpenrose, Alpenakelei konnten wir erkennen, nur das Edelweiß haben wir nicht gefunden. Nach einer Stunde sind wir wieder ins Tal hinab gefahren, schade, wir wären gerne noch länger oben geblieben. Die Berge sind einfach einmalig und ich kann jeden verstehen, den es immer wieder dort hin zieht. Da wir uns um 17 Uhr wieder bei unserer Pension verabredet hatten, machten wir uns langsam wieder auf den Weg zurück nach Reschen.

Samnaun
Samnaun
Samnaun
Samnaun
Samnaun
Samnaun
Samnaun
Samnaun

Im Dorf Compatsch steht die katholische Pfarrkirche St. Jakobus. Vermutlich ist es ein spätgotischer Bau, der um 1500 gebaut wurde. Mehrmals wurde diese Kirche jedoch umgebaut. Das heutige Erscheinungsbild entstand im Barock. Dort machten wir noch einen kleinen Stop. Die Kirche steht unter Denkmalschutz und hat wunderschöne Deckenmalereien, überhaupt das Innere ist einfach sehenswert, wenn es auch überladen wirkt.

Nach dieser Besichtigung machten wir uns endgültig auf den Heimweg nach Reschen. Die Strecke kannten wir ja nun und so konnten wir noch einmal die vielen schönen Ausblicke genießen.

Stilfser Joch -...
Stilfser Joch - Italien
Stilfser Joch -...
Stilfser Joch - Italien
Stilfser Joch -...
Stilfser Joch - Italien
Stilfser Joch -...
Stilfser Joch - Italien

Wieder in der Motorradpension angekommen, waren Friedrich und Dieter auch schon da. Sie waren das Stilfser Joch und den Umbrail-Pass gefahren. Friedrich hatte Probleme mit seinem Motorrad, eine Zündkerze war defekt und so konnte er die Tour nicht richtig genießen. Den Abend verbrachten wir wieder in der Pizzaria bei Hans und gingen früh zu Bett, denn morgen geht es weiter nach Berbenno.


Der Tag begann, der Himmel war klar, das ist ein gutes Zeichen. Um 10 Uhr war alles gepackt und wir wir fuhren los. Unser Ziel für heute war Berbenno di Valtellina. Friedrich und Dieter fuhren getrennt von uns. Sie sollten wieder die Kurven genießen.

Abgemacht war, dass wir uns in Guarda treffen. Kurz vor Nauders bogen wir ab und fuhren eine schöne Strecke talabwärts durch Österreich bis wir die Grenze in Martina erreichten. Natürlich hielten wir hier und da an, um die schöne Aussicht zu genießen. Es waren einige Serpentinen, die wir fahren mussten, mit grandiosen Aussichten.

Guarda - Untere...
Guarda - Unterengadin
Guarda - Untere...
Guarda - Unterengadin

An der Grenze zu der Schweiz verlief alles problemlos. Sie wollten unsere Pässe sehen und dann winkten die Grenzebeamten uns durch. Nun fuhren wir auf der Bundesstraße 27 kamen durch Scoul durch, die Stadt mit den Trinkkuren und anderen Therapien. Wir sahen auf der anderen Seite des Inns das Schloss Tarasp. Von dort aus wurde bis vor 200 Jahren das gesamte Tal kontrolliert.

13 Kilometer weiter liegt S-Charl, hier wurde bis ins das 19. Jahrhundert Eisenerz abgebaut. Wir fuhren immer entlang des Inns und hier beginnt der Nationalpark. Den Abzweig nach Ardez ließen wir rechts liegen und kamen an die Kreuzung, wo es hieß nach Guarda. Dort trafen wir auf Friedrich und Dieter, die schon einige Zeit vor uns angekommen waren.

Wir fuhren die schmale Straße hinauf und parkten auf dem kostenpflichtigen Parkplatz vor der dem kleinen Dorf. In dem Dorf Guarda selber gibt es keine Parkmöglichkeiten für Besucher. Wir gingen zu Fuß zu dem hoch über dem Inntal gelegenen schönsten Dorf des Engadins. Mittlerweile war es hier sehr warm geworden, obwohl Guarda sehr hoch liegt, spürten wir die Kraft der Sonne. Wir kamen an schönen Brunnen vorbei, um die sich die wohlerhaltenen Häuser scharen. Die meisten stammen aus dem 17. Jahrhundert, da die Österreicher 1622 den Ort völlig zerstört hatten.

Guarda - Untere...
Guarda - Unterengadin
Guarda - Untere...
Guarda - Unterengadin
Guarda - Untere...
Guarda - Unterengadin
Guarda - Untere...
Guarda - Unterengadin

Wir schlenderten bis zum Ende des Dorfes. Diese Engadiner Häuser mit ihren dicken Mauern, tief liegenden Fenstern, den kompakten Eingangstoren und oftmals ein Erker mit den im Putz gekratzten Bildern, hinterließen bei uns einen bleibenden Eindruck. Leider war die Touristeninformation noch nicht geöffnet, das passiert erst um 17:30 wie mir ein Schweizer Einwohner erzählte. Ja, er ist ganz stolz auf sein Dorf, ist es doch ein ganz Besonderes. Das fanden wir auch. Dieser Abstecher hat sich in jedem Falle gelohnt.

Von Guarda fuhren wir weiter über Lavin und Susch bis nach Zernez. Zernez gehört noch zum Unterengadin und ist das Tor zum Schweizer Nationalpark. Durch das große (168 km²) Gebiet führen zahlreiche Wanderwege, wo man die unberührte Natur genießen und erleben kann. In früheren Zeiten waren nämlich in dieser Gegend der Wolf, Luchs und der Bär beheimatet.

Guarda - Untere...
Guarda - Unterengadin
Guarda - Untere...
Guarda - Unterengadin
Guarda - Untere...
Guarda - Unterengadin
Guarda - Untere...
Guarda - Unterengadin

Wir fuhren weiter und kamen ins Oberengadin. Immer wieder hatten wir einen schönen Blick auf den Inn und hielten an verschiedenen Stellen. Es folgten die Orte Brail, Susauna und S-Chanf, gerne hätten wir überall angehalten. Hier bei S-Chanf unterwarfen die Römer, Tiberius und Drusus, um 15 v. Chr. Rätien und sind wohl auch dafür verantwortlich, dass im Engadin bis heute Rätoromanisch gesprochen wird. Diese Sprache entwickelte sich aus dem Volkslatein und den vorrömischen rätischen Sprachen. 500 Jahre später erreichte das Rätoromanisch seine größte Ausdehnung und wurde in dem Gebiet von der oberen Donau bis zur Adria gesprochen. Leider ist das Rätoromanisch heute eine gefährdete Minderheitssprache, es werden große Anstrengungen unternommen, die Sprache zu retten, doch sie wird nur noch in kleinen Regionen in Graubünden, Friaul und in den Dolomiten gesprochen.

Nun erreichten wir Zuoz. Dort wollten wir Friedrich und Dieter treffen, die sich bei Guarda von uns getrennt hatten. Wir fuhren in den Ort hinein und folgten einem Lieferwagen, der sich auszukennen schien. Klar, der Lieferwagen wollte zu einer Baustelle, der Weg hörte dort auf. Wie kann man nur so doof sein? Es gab kaum eine Möglichkeit zu wenden. Die Baustellenfahrzeuge mussten für uns zur Seite fahren, damit wir umkehren konnten. Dann folgten wir brav dem Umleitungsschild und kamen nach Zuoz. Jenni erblickte Friedrichs gelben Motorradhelm. Wir waren *gerettet*, denn dieser Ort ist doch etwas größer, als wir angenommen hatten.

Engadin
Engadin
Zuoz - Oberenga...
Zuoz - Oberengadin
Zuoz - Oberenga...
Zuoz - Oberengadin
Zuoz - Oberenga...
Zuoz - Oberengadin

Jenni und ich, wir unternahmen einen kleine Rundgang durch den einstigen Gerichtsort. Wunderschöne Häuser bezeugen, dass dieser Ort fast alle anderen Dörfer der Region in den Schatten stellt. Die meisten Gebäude entsprechen dem typischen Engadiner Stil und stammen aus dem 16.oder 17.Jahrhundert. Das riesige Plantahaus am Platz fällt besonders aus, denn es besteht eigentlich aus zwei Gebäuden und war Stammsitz einer der mächtigsten Familien des Kantons. Im Hotel Crusch Alva (Weißes Kreuz) tagte früher das Gericht. So erzählen die Plätze, die Häuser und die engen kleinen Gassen von einer bewegten Geschichte der Vergangenheit, von den Patriziern, Bischöfen, Kriegen, Hungersnöten und Dorfbränden.

Aber das liegt schon weit zurück. Die alte Tradition wird aber gepflegt, Feste und Bräuche werden immer wieder vorgelebt und natürlich spricht man hier auch Rätoromanisch.
Wir wären gerne noch länger geblieben, doch wir hatten keine Zeit, denn wir wollten ja noch heute in Berbenno ankommen und wussten nicht, was uns noch alles so unterwegs erwartete.

Zuoz - Oberenga...
Zuoz - Oberengadin
Bernina Pass - ...
Bernina Pass - Oberengadin
Bernina Pass - ...
Bernina Pass - Oberengadin

In Semandan nahmen wir den Abzweig in das Bernina Tal und kamen nach Pontresia. Hier dreht sich alles um den mächtigen immer schneebedeckten Berg Bernina, der eine magische Anziehungskraft hat. Hier ist auch eines der wichtigsten Bergsteigerzentren der Alpen. Der Bernina wurde das erste Mal am 13. September 1850 von dem S-Chanfer Johannes Coaz mit 2 Führern und Messgehilfen bestiegen. Wir hatten eine klare Sicht auf den Piz Palü, den Piz Bernina und den Piz Morteratsch.

Bernina Pass - ...
Bernina Pass - Oberengadin
Bernina Pass - ...
Bernina Pass - Oberengadin
Bernina Pass - ...
Bernina Pass - Oberengadin

An verschieden Stellen machten wir immer wieder Halt und konnten uns nicht satt sehen an den Bergen. Wir fuhren den eigentlich wenig spektakulären Berninapass hoch und trafen dort wieder auf Friedrich und Dieter. Auf dem Pass hielten wir unser Picknick, machten hier und da unsere Fotos. Angetan waren wir von dem Kuhglockengeläut, dass uns den ganzen Aufenthalt auf dem Pass begleitete. Und danach begann der schöne Teil des Passes. Die Fahrt hinunter ins Tal war geprägt von wunderschönen Landschaften, vielen Kehren, so langweilig wie die Fahrt auf den Pass war, so abwechselnd war sie den Weg hinunter.

Bernina Pass - ...
Bernina Pass - Oberengadin
Bernina Pass - ...
Bernina Pass - Oberengadin
Bernina Pass - ...
Bernina Pass - Oberengadin
Bernina Pass - ...
Bernina Pass - Oberengadin

La Rosao, S. Carlo, Poschiavo, St. Antonio, La Prese, Brusio ließen wir hinter uns und kamen zur Grenze nach Italien. Ein Blick auf unsere Ausweise und wir konnten passieren. In Tirano wechselten wir auf die 34 und kamen fortan nur noch langsam voran. Die Strecke ist viel befahren und es gibt nur wenig Überholmöglichkeiten. Mittlerweile war die Außentemperatur auf ca. 33° gestiegen. Wir fuhren durch das Tal, sahen rechts an den Berghängen die Weinreben und links von uns die Adda.

Bernina Pass - ...
Bernina Pass - Oberengadin
Bernina Pass - ...
Bernina Pass - Oberengadin
Bernina Pass - ...
Bernina Pass - Oberengadin
Bernina Pass - ...
Bernina Pass - Oberengadin

Einige Kilometer hinter Sondrio bogen wir nach Berbenno di Valtellina ab und folgten den Anweisungen von Lisa, der Stimme von meinem GPS-System. Unsere Unterkunft, die Trattoria Traversi liegt in der Via Adua, ziemlich hoch gelegen im Ort. Nur 4 Zimmer werden vermietet, ein idyllischer Ort.

Berbenno di Val...
Berbenno di Valtellina
Berbenno di Val...
Berbenno di Valtellina
Berbenno di Val...
Berbenno di Valtellina

Diesmal waren wir endlich mal zuerst am Ziel, Friedrich und Dieter haben Straßen entlang der Berghänge gesucht. Da kommen kaum Autos durch, so eng sind die Straßen. Jenni und ich bezogen unsere Zimmer und setzten uns in das Straßencafe, es gehört dem Cousin des Restaurant Traversi und warteten auf die Ankunft der beiden Biker.

Den Abend verbrachten wir im malerischen Hinterhof der Trattoria bei Salata mixta, Spaghetti Pomodoro und einem superleckeren Hauswein, der natürlich vom dem Weingut des Freundes des Besitzers der Trattoria stammte. Danach gab es vier verschiede Käsesorten aus der Region. Wir saßen noch lange in gemütlicher Runde mit einem Schweizer Ehepaar und Osvaldo, dem Besitzer der Trattoria und erzählten über Gott und die Welt.

Berbenno di Val...
Berbenno di Valtellina
Berbenno di Val...
Berbenno di Valtellina
Berbenno di Val...
Berbenno di Valtellina
Berbenno di Val...
Berbenno di Valtellina

So stelle ich mir den Urlaub vor. Hier werden wir bestimmt noch einmal wiederkommen!


Die Wärme in unserem Zimmer ließ uns früh erwachen. Bei Osvaldo nahmen wir unser Frühstück draußen ein, packten unsere Sachen zusammen und fuhren los. Wie immer fuhren wir getrennt, diesmal hatten wir kein Treffen zwischendurch geplant. Osvaldo gab uns noch ein paar Routentipps und um 10 Uhr waren wir unterwegs.

Die erste Strecke fuhren wir auf der 38 entlang Richtung Lago di Como. Es war viel Verkehr und wir kamen nur stockend vorwärts. Da hatten es Friedrich und Dieter besser, sie fuhren oben entlang der Berge, das ist eindeutig die schönere Alternative, aber für ein Auto zu anstrengend.

Comer See
Comer See
Comer See
Comer See

Am Como-See angekommen fuhren wir nicht die Hauptstraße weiter, denn dort geht es fast 40 Kilometer nur durch Tunnel. Das war nicht so nach unserem Geschmack, also bogen wir ab nach Coloco und kamen auf eine kleine Straße, die entlang des Sees führt. Hier kamen wir natürlich noch langsamer voran, aber wir hatten eine schöne Aussicht auf den See, wenn es auch recht diesig war und die Durchfahrten der kleinen Dörfer anstrengend, denn auch hier war viel Verkehr und die Straßen sehr eng. Wir durchfuhren Corenno Plinio mit den vielen steilen Gassen und erreichten Bellano. Hier wollten wir eine Pause einlegen, aber wir fanden einfach keinen Parkplatz, das Städtchen platzte verkehrsmäßig aus allen Nähten. So hatten wir unsere Mühe, uns aus dem Gewirr wieder herauszumanövrieren.

Comer See
Comer See
Bobbio
Bobbio
Bobbio
Bobbio

Hinter Ballano war kaum noch Verkehr. Wir durchquerten ab und zu kleine enge Tunnel und kamen nach Lecco. eine typische Großstadt mit noch viel mehr Verkehr. Froh waren wir, als wir endlich den richtigen Weg gefunden hatten. Auf keinen Fall wollten wir Autobahnen fahren, so nahmen wir die 342 Richtung Bergamo und umfuhren Mailand. Durch verschiedene Umleitungen, sahen wir viele Orte, Dalmine und Lodi, wie wir dahin gekommen sind, ich weiß es nicht.

Bobbio
Bobbio
Bobbio
Bobbio
Bobbio
Bobbio

Egal, wir erreichten bei Piacenza das Trebbiatal und waren langsam genervt von der vielen Fahrerei. Es ist nicht so einfach, Autobahnen vermeiden zu wollen. Ab hier wurde es wieder schön. Mal sahen wir von oben auf die Trebbia, mal fuhren wir unten entlang des Flusses. Sie führte wenig Wasser, es hat hier in dieser Gegend viel zu wenig geregnet. Gegen 16 Uhr kamen wir in Bobbio an und fanden unser Hotel Giardino sofort mit einem hauseigenen Parkplatz und einem großen Terrassencafe. Nur 240 Kilometer sind wir gefahren und haben über 6 Stunden gebraucht...

Bobbio
Bobbio
Bobbio
Bobbio
Bobbio
Bobbio

Jenni und ich, wir checkten schnell ein und setzten uns draußen in das Cafe und warteten auf die beiden Männer, die fast 1,5 Stunden nach uns ankamen. Übrigens war es in Bobbio um die 30° Grad. Wir machten einen Bummel durch die Altstadt von Bobbio und setzten uns an die Trebbia, die uns die nötige Abkühlung brachte. Natürlich sammelten wir auch jede Menge Steine, mit tollen Maserungen.


Am nächsten Morgen tranken wir nur an der "Bar" des Hotels einen Cafe latte, packten unsere Sachen und fuhren los. Mit Friedrich und Dieter verabredeten wir, dass wir um 13 Uhr miteinander telefonieren, um zu sehen, ob wir in der Nähe sind und uns treffen können.

Wie immer wollten wir auf keinen Fall die Autobahn befahren. So fuhren wir von Bobbio erst die 45 bis Marsaglia und bogen dann in die Berge ab. Nun folgte eine wunderschöne Tour, die uns auf engen Straßen hoch in die Berge führte. Es war ein auf und ab mit vielen Kurven auf schmalen Wegen.

Carrara
Carrara
Carrara
Carrara

Nur selten begegnete uns ein Fahrzeug, das war auch gut so, denn die Straßen waren so eng, dass 2 Autos nicht nebeneinander vorbeikommen konnten. Immer wieder wurden wir mit schönen Ausblicken belohnt. Ab und zu streiften wir ein Dorf, aber meist waren wir allein auf weiter Flur. Wir fuhren über den Paso del Bracco und hatten nunmehr einen schönen Blick auf die ligurische Küste.

In Chiavari hatten wir noch einmal Stress, da wir nicht auf Anhieb den richtigen Weg fanden, denn wir wollten gerne an der Küste entlang fahren. Nun fuhren wir auf der 1, die uns wieder viele Kurven und Berg und Talfahrten bescherte. Gegen 13 Uhr waren wir in der Nähe von La Spezia und Friedrich und Dieter waren in der Nähe von Aulla. Wir machten einen Treffpunkt bei Carrara aus, denn wir wollten uns die berühmten Steinbrüche ansehen. Das Thermometer zeigte eine Temperatur von knapp 38° Grad an. Sarzana war erreicht und wir nahmen Kurs auf Carrara.

Die Marmorsteinbrüche waren gut ausgeschildert. Sie liegen oberhalb von Carrara, das dem weißen Marmor seinen Namen gab. Es sind die Steinbrüche von Colonnata, Fantiscritti und Ravaccione. Schon von weitem sahen wir die weißen Felsen. Nun hieß es nur noch da hoch zu fahren. Keine einfache Sache, denn auch hier waren die Straßen nicht gerade üppig breit und immer wieder wurden wir von den großen LKW´s überholt, denen wir eindeutig zu langsam fuhren.

Allerdings kannten sie ja auch den Weg in den Steinbruch. Es gab natürlich nicht nur eine Stelle, an der der Marmor aus dem Berg herausgeschlagen wurde. An dem ersten hielten wir an und wurden von der trockenen, heißen und staubigen Luft überfallen. Die riesigen Quaderblöcke sind schon gewaltig anzusehen. Bis zu 12 Meter hoch können diese Blöcke 400 Tonnen wiegen! Wir fuhren noch weiter zu anderen Steinbrüchen, allerdings wurde es steil, eng und wahnsinnig staubig.

Carrara
Carrara
Carrara
Carrara
Carrara
Carrara

Die Hitze tat ein übriges. So nahmen wir den Weg wieder hinunter, und als Friedrich uns anklingelte, waren sie gerade in Carrara angelangt. Wir verabredeten uns an dem ersten Steinbruch, allerdings haben wir uns irgendwie verfehlt und kamen einfach nicht zusammen. So fuhr jeder seine Wege weiter.


Wir hatten jetzt genug der Nebenstrecken abgefahren und entschieden uns für die restlichen Kilometer die Autobahn zu nehmen, erst die Autobahn in Richtung Livorno, dann in Richtung Florenz.

Es ging zügig voran, wenn auch viel Verkehr herrschte. Ein wenig gewöhnen müssen wir uns an die Fahrweise der Italiener. Die LKWs fahren schnell und überholen jeden, egal, ob es gerade eine Geschwindigkeitsbegrenzung gab oder nicht. Wir fuhren angepasst und kamen auch an unser Ziel. Hinter Florenz nahmen wir die Abfahrt und fuhren noch eine Weile durch das Chianti-Gebiet, ehe wir in Greti bei Greve in Chianti ankamen. Der Weg zu unserem Domizil war noch einmal eine Herausforderung, denn es ging steil bergauf auf einem Kieselweg mit Kuhlen und Löchern.

Greve
Greve
Greve
Greve

Belohnt wurden wir jedoch mit unserer Unterkunft, einer Villa, die ihren Ursprung um 1697 hat. Sie liegt auf einem Berg inmitten von Olivenhainen, Weinbergen und Waldgebieten. Nur wenige gemütlich eingerichtete Apartments, jedes hat eine eigene Terrasse, ein Swimmingpool mit Blick auf die Berge, was will man mehr.

Greve
Greve
Greve
Greve
Greve
Greve
Greve
Greve

Wir nahmen nur das Nötigste aus unserem Auto, bezogen unser Apartment und gingen sofort zum Pool, um uns von den Strapazen der Reise abzukühlen. Friedrich und Dieter kamen erst nach 20:00 Uhr an. Sie haben wirklich keine Autobahn benutzt und waren kaputt ohne Ende. Diesen Abend saßen wir noch lange auf der Terrasse und lauschten den Zikaden, sahen einen wunderschönen Sonnenuntergang und schlürften den leckeren Hauswein.

Damit die Erholung nicht zu kurz kommt, wechselten wir uns mit Pool-Tagen und Sightseeing ab.


Den nächsten Ausflug planten wir nach San Gimignano und Volterra. Auch Friedrich und Dieter wollten mit uns im Auto fahren. Nach dem Frühstück fuhren wir los. Wie immer, nahmen wir nur die kleinen Nebenstraßen, die meist wenig befahren sind und uns durch die hügelige Landschaft der Toskana führten. Von Greve in Chianti nach Panzano, immer wieder einen Berg hinauf auf engen manchmal einspurigen Wegen in die Berge des Chiantis erreichten wir Castellina in Chianti, bei Poggibonsi kreuzten wir die Autobahn Florenz-Siena und sahen schon bald die Wahrzeichen des Ortes San Gimignano, die Geschlechtertürme.

San Gimignano
San Gimignano
San Gimignano
San Gimignano

Da wir nicht in die Stadt hineinfahren durften, ließen wir das Auto vor den Toren der Stadt stehen und liefen die letzte Strecke zu Fuß. Wir schlenderten durch die kleinen Gassen, in denen eine Unmenge von kleinen Läden viele Sachen anbieten, die die Touristen gerne kaufen wie Eis, Andenken, Ansichtskarten etc.

Angelangt am Palazzo Comunale, dem zentralen Domplatz steht das Rathaus, eines der interessantesten Monumente von San Gimignano, heute historischer Sitz des Städtischen Museums. Der Palazzo wurde zwischen 1289 und 1298 errichtet und im 13. und 15. Jahrhundert erweitert. Von den einst 70 schlanken, hohen Türmen der Adelsfamilien, stehen hier nur noch wenige, nämlich 13, die anderen wurden auf Befehl der Florentiner abgetragen. Wir schauten auf den Torre Grossa, den höchsten Turm (54 m) der Stadt. Er kann bestiegen werden, von da aus hat man einen atemberaubenden Blick auf die Stadt und die umliegende Landschaft des Elsatals bis zum Chianti von Pistoia und den Apuanischen Alpen.

San Gimignano zählt zum Weltkulturerbe und erstickt im Tourismus. Auf die 10.000 Einwohner kommen ungefähr 8 Millionen Besucher im Jahr. Der Ursprung der Türme ist nicht so richtig geklärt. Demonstrationen von Macht, Einfluss und Reichtum der Adelsfamilien oder haben sie sich dort zurückgezogen, während draußen der Krieg und die Pest wütete? Es gibt einige Vermutungen. Manche sagen, dass dort in den Türmen riesige Bahnen kostbarer Stoffe safrangelb senkrecht gefärbt wurden, um das Geheimnis der Safranfarbe zu bewahren. Diese Türme sollen auch Zufluchtsort bei Auseinandersetzungen der Adelsfamilien gewesen sein. In jedem Falle prägen diese Türme die ganze Stadt.

San Gimignano
San Gimignano
San Gimignano
San Gimignano
San Gimignano
San Gimignano
San Gimignano
San Gimignano

Auch die Basilika befindet sich am Domplatz, von außen unscheinbar, innen mit prachtvollen Fresken ausgemalt. Diese romanische Kirche stammt aus dem 13. Jahrhundert. Sehenswert auch die Seitenkapelle der hl. Fina; sie starb mit 15 Jahren, nachdem sie einige Wunderheilungen vollbrachte. Der Domplatz wird von dem Torre Rognosa überragt. Am Piazza della Cisterna finden wir die riesige Zisterne aus dem 13. Jahrhundert, in diesem mittelalterlichen Teil der Stadt sind viele alte Häuser, die von den beiden Türmen Torri Guelfe Gemelle und dem Torre del Diavolo, dem Teufelsturm überragt werden.

Wir gingen durch den ganzen Ort hindurch. Viele Wanderwege führen in die grüne Hügellandschaft. Ein schöner Ausgangspunkt, wir kehrten um und gingen durch die kleinen Gassen zurück zu unserem Auto und fuhren weiter.


Von San Gimignano fuhren wir die 439 d entlang, passierten Il Castagno, Vicarello und natürlich führte der Weg wieder über Hügel, wir sahen viele Weinberge und Olivenhaine, fuhren durch kleine Wälder und an Sonnenblumenfelder vorbei, deren Blüten sich alle in Richtung Sonne biegen und erreichten die kleine Stadt Volterra.

Die Stadt liegt 545 m hoch und ist schon von Weitem zu sehen. Wir parkten im unterirdischen Parkhaus an der Stadtmauer und begannen unseren Rundgang durch die Stadt.

Volterra
Volterra
Volterra
Volterra

Vor 2.700 Jahren war Volterra ein bedeutendes Etruskerstädtchen. Um die Stadt herum führt eine hohe Stadtmauer. Der Piazza del Priori ist einer der besten erhaltenen mittelalterlichen Plätze Europas. Bis ins 9. Jahrhundert zurück reichen die Aufzeichnungen, in denen dieser Platz als Marktplatz erwähnt wird.

Volterra
Volterra
Volterra
Volterra
Volterra
Volterra
Volterra
Volterra

Hier steht auch der Palazzo dei Priori, das älteste erhaltene Rathaus der Toskana, mit den Zwillingsbogenfenstern und mit Wappen an der Außenfassade geschmückt. Gegenüber befindet sich der Palazzo Pretorio, der ebenso von einem zinnenbekrönten Turm überragt wird.

Wir besichtigten die Kathedrale von Volterra, deren erste Erwähnung ins Jahr 1120 zurückreicht. Der Dom mit seinem gewaltigen Querschiff, die Decke ist holzgeschnitzt und in Gold und Blau gehalten. Innen bewunderten wir die vielen sehenswerten Werke aus den verschiedenen Epochen, wie die schöne Madonna dei Chierici von Francesco del Valambrino und die Kreuzabnahme, eine Skulpturengruppe aus Pappelholz geschnitzt, mehrfarbig bemalt, vergoldet und versilbert aus dem 13. Jahrhundert. Die Figuren stellen Christus, Nikodemus, Joseph von Arimeathäa, Maria und den Evangelisten Johannes dar. Wir bewunderten den gotisch geschnitzten Chor mit dem Bischofsstuhl aus dem 14. Jh. Schön ist auch die Kapelle der Schmerzensmutter. In den beleuchteten Nischen wird die Geburt Christi und die Anbetung des Kindes dargestellt.

Volterra
Volterra
Volterra
Volterra
Volterra
Volterra
Volterra
Volterra

Nach der Besichtigung schlenderten wir weiter durch die schöne alte Stadt mit ihren kleinen Gassen und den alten Häusern. Hier und da sehen wir die frisch gewaschene Wäsche vor den Fenstern baumeln, sie geben dem Ort eine menschliche Note. Angekommen am Arco Etrusco, dem Stadttor im Südwesten machen wir eine kleine Rast, denn es ist sehr heiß geworden.

Volterra
Volterra
Volterra
Volterra
Volterra
Volterra
Volterra
Volterra

Der Rückweg von Volterra führte uns über die 68 , vorbei an Castel S. Gimignano ins Tal der Elsa. Ab hier suchten wir einen schönen Platz für eine kleine Unterbrechung, denn wir wollten bei einer Osteria ein kühles Getränk zu uns nehmen. Wie das Schicksal so spielte, hatten fast alle Lokale geschlossen, aber kurz vor Poggibonsi, kamen wir durch einen kleinen Ort und sahen ein paar Stühle vor der Dorfkneipe draußen, fast am Straßenrand stehen. Aber wir waren überglücklich, ließen unseren Wagen am Rande stehen und besetzen einen der beiden Tische. Der Wirt war sehr zuvorkommend, sprach auch ein wenig Deutsch und so bestellten wir neben einigen kühlen Getränken auch eine super leckere Vorspeisenplatte, nebst einem Schinkensandwich für Dieter und einer Vanilletasche für Jenni. So schön kann Italien sein. Den restlichen Weg fuhren wir gestärkt bis zu unserem Domizil in Greti. Vorher machten wir jedoch einen Stopp im Pennymarkt von Poggibonsi und kauften dort unsere Lebensmittel ein, denn in der Villa Casala ist Selbstverpflegung


Den nächsten Ausflug planten wir nach Pisa und Lucca. Da wir lieber durch die schönen Berge der Toskana fahren wollten, ließen wir die Autobahn links liegen und fuhren durch die Getreidefelder, die Hügellandschaften und Weinberge. Natürlich kommt man nicht so schnell voran, aber es ist in jedem Fall die schönere Variante.

Die letzten Kilometer nahmen wir dann die Schnellstraße und kamen nach Pisa. Ein wenig waren wir uns nicht einig, wo wir parken sollten und umrundeten fast einmal Pisa, aber dann fanden wir doch den richtigen Weg und bekamen einen Parkplatz unweit des Piazza dei Miracoli. (Platz der Wunder) Klar, Menschenmassen strömten mit uns zu dem berühmten Platz auf dem wie gemalt die 3 berühmten Bauwerke stehen. Der Dom, das Baptisterium und der Turm. Es mutet fast alles künstlich und wie dahingestellt, aber es sind Meisterwerke aus vergangenen Zeiten.

Pisa
Pisa
Pisa
Pisa

Die Errichtung des Baptisterium wurde im Jahre 1153 unter der Leitung des Architekten Diotisalvi begonnen und erst fast ein Jahrhundert später durch Nicola Pisano fertig gestellt, da die Arbeiten wegen mehrerer Kriege unterbrochen wurde. Dadurch erklärt sich auch der Kontrast z. Beispiel die wenig geschmückten Arkaden der Sockelzone, die nur wenig Bauschmuck aufweisen zu dem herrlichen gotischen Dekor in den beiden oberen Geschossen. Dieses Bauwerk besitzt 4 Eingangsportale. Innen ist alles sehr schlicht, in der Mitte steht ein großes schönes Taufbecken, an der Seite befindet sich die prachtvolle Kanzel aus dem 13. Jahrhundert, ein Werk von Nicola Pisano.

Den Dom haben wir nicht von innen besichtigt. Dieses Meisterwerk wurde 1063 unter der Leitung des Architekten Buschetto begonnen und erst 2 Jahrhunderte später durch den Baumeister Rainaldo abgeschlossen. Die prächtige Fassade des Hauptportals zeigt Szenen aus dem Leben Marias an den Seitenportalen werden Szenen aus dem Leben Jesu gezeigt. Der Innenraum ist fünfschiffig mit korinthischen Säulen gegliedert, an der Decke sind vergoldete Kassetten.

Pisa
Pisa
Pisa
Pisa
Pisa
Pisa
Pisa
Pisa

Weiter gehen wir zum Campanile, den schiefen Turm von Pisa, eines der Weltwunder der Neuzeit. Eigentlich sind wir auch nur wegen des berühmten Turms nach Pisa gefahren, denn wir wollten diesen einfach auch in Natura sehen, über den schon so viel geschrieben wurde. Und es ist wahr, er steht wirklich sehr schief. Auch wir suchten uns die Stelle aus, um das Foto zu schießen, wo man mit der Hand den Turm stützen muss. Schon während der Errichtung dieses Turmes im Jahre 1174 machte sich durch das Absinken des Terrains die Neigung bemerkbar. Im Laufe der Jahrhunderte nahm das Neigen des Turmes um jeweils einen Millimeter jährlich zu, so dass man seit einigen Jahren dem entgegenwirkte, um den Turm zu erhalten. Es wurden Zuganker aus Stahl am gegenüberliegenden Ende angebracht und Stahlbetoninjektionen unterhalb der Fundamente eingebracht. Lange Zeit war der Zugang zum Turm aus Sicherheitsgründen gesperrt, heute kann man ihn wieder besteigen. Insgesamt ist der Turm 56,70 m hoch und seine Neigung beträgt ca. 4,60 m.

Pisa
Pisa
Pisa
Pisa
Pisa
Pisa
Pisa
Pisa

Von da aus machten wir einen Rundgang durch Pisas Altstadt. Es ist eine schöne Stadt, sobald wir den Piazza dei Miracoli verlassen hatten, kamen wir in ruhige Straßen, die nicht von Touristen wimmelten, schade, denn die Altstadt von Pisa ist sehr schön. Es ist auch die Geburtsstadt von Galileo Galilei und gleichzeitig Universitätsstadt. Gleich am Ende des Wunderplatzes ist ein weiterer Palazzo, der gerade umgebaut wird.

Wir kamen an der Universität vorbei, deren Gründer Galileo Galilei war. In die Kirche San Sisto warfen wir einen kurzen Blick. Gefallen hat uns auch der Piazza dei Cavalieri mit dem Brunnen und der Statue des Cosimos I. de´Medici, beides bedeutende Werke von Francavilla. Cosimo I. de´Medici hat 1562 den Ritterorden des Heiligen Stefan gegründet. (Ordine di S. Stefano dei Cavalieri)

Pisa
Pisa
Pisa
Pisa
Pisa
Pisa
Pisa
Pisa

Das größte Bauwerk hier am Platz ist der Palazzo dei Cavalieri, das im Laufe des 16. Jahrhunderts von Vaseiri errichtet wurde. Heute ist in diesem Gebäude eine Schule untergebracht. Daneben ist der schöne ockerfarbene Palazzo dell´Orologie (Uhrenpalast)und auf der anderen Seite die Kirche S. Stefano dei Cavalieri, auch diese beiden Gebäude stammen von Vasari. Wir gingen in die Kirche hinein, die aus dem 16. Jahrhundert stammt. Die Seitenschiffe wurden in früheren Zeiten als Umkleideräume der Ritter des Heiligen Stefan benutzt. Im Innern der Kirche sind einige Beutestücke aus den Kriegen gegen die Türkei und einige Galionsfiguren der Schiffe der Flotte der Ritter zu sehen. Die Kanzel ist auch schön, sie stammt von C. Fancelli.

Wir kamen noch an einigen schönen Plätzen und kleinen Kirchen vorbei, deren Namen ich mir nicht alle merken konnte.

Nach einer Weile erreichten wir den Piazza Garibaldi und erreichten den Arno. Der Fluss teilt Pisa in 2 Teile. Im 7. Jahrhundert war der Hafen von Pisa von großer Bedeutung. Denn dieser war unter der Herrschaft der Langobarden der einzige Zugang zum Meer. Da die Wege am Arno entlang nicht im Schatten lagen, zogen wir es vor, wieder die kleinen Gassen zurück zum Piazza dei Miraculi zu gehen.

Leider habe ich in dem Touristengewimmel, der kurz vor dem Platz begann meinen schönen Toskanaführer verloren. Nicht zu ändern, ich hätte ihn ja besser wegstecken können. Dieter bot sich zwar an, zurückzugehen, aber ich wusste nicht genau, ab wann ich ihn nicht mehr hatte. Vermutlich, als ich die Postkarten gekauft habe und ein Stück frische Kokosnuss in der anderen Hand, habe ich ihn irgendwo zur Seite gelegt.

Pisa
Pisa
Pisa
Pisa

Wir warfen noch einmal einen Blick auf die Wunder von Pisa, gingen wieder durch das Getümmel zu unserem Auto zurück und fuhren nach Lucca, die Stadt ist nur ca. 20 km entfernt von Pisa.


Vor den Toren Luccas an der Porta San Pietro hielten wir ein Picknick ab, um uns auf den nächsten Spaziergang vorzubereiten und zu stärken.
Lucca ist die Stadt der Kirchen, es gibt davon ungefähr 30. Aber wir haben uns nicht vorgenommen, alle anzuschauen, aber zumindest einige.

Lucca, eine ligurische Gründung von 177 v. Chr., wurde römische Kolonie und war die Hauptstadt von Tuszien, so der frühere Name der Toskana im Mittelalter. In ihrer Blütezeit versorgte die Stadt die Welt mit Luxusgütern wie Blattgold, Seide und Brokatstoffen. Als einzige Stadt der Toskana konnte Lucca ihre Unabhängigkeit gegenüber Florenz bis ins 19. Jahrhundert bewahren. Das war auch der heute größten erhaltenen Stadtmauer von Europa zu verdanken, die Lucca auf 4 Kilometer umschließt und 12 Meter hoch ist. So war die Stadt geschützt und galt als uneinnehmbar.

Lucca
Lucca
Lucca
Lucca

Wir gingen durch den breiten Torbogen mit den wuchtigen Absperrvorrichtung und weiter hinauf zum Festungswall. Von oben schauten wir auf die Stadt und auf der anderen Seite auf die Hänge des Apennin. Am Buluardo S. Colombano stiegen wir hinab zum Piazza di Rosa. Gleich dahinter ist der Dom San Martino. Einst romanisch begonnen, wurde er gotisch erweitert. Die Fassade hat 3 große Arkaden, darüber sind 3 Abschnitte mit kleinen Bogen. Alles reich verziert.

Innen befindet sich u. a. der marmorne Sarkophag der Ilaria del Caretto aus dem Jahre 1405, mit einem Bildnis der 19-Jährig Verstorbenen Frau des Stadtvogts, geschaffen von dem Künstler Jacopo della Quercia, eine wunderschöne Darstellung des "Letzten Abendmahls" von Tintoretto und das Holzkreuz, ein Meisterwerk der Schnitzkunst aus dem 11. Jahrhundert. Jedes Jahr im September wird es mit kostbaren Gewändern umhüllt und auf einer Prozession herumgetragen. Viele Wunder werden diesem Kreuz zugeschrieben.

Lucca
Lucca
Lucca
Lucca
Lucca
Lucca
Lucca
Lucca

Weiter gingen wir zum Piazza di Giglio, dort ist neben einer Statue von Guiseppe Garibaldi das alte Theater zu sehen. Gleich im Anschluss beginnt der Piazza Napoleone, ein großer Platz, mit Bäumen gesäumt unter denen sich kleine Cafes befinden. Die Via Vittorio führte uns direkt zu Piazza Michele, dort steht die Kirche San Michele in Foro aus dem 12. Jahrhundert. Sie wurde auf dem ehemaligen römischen Forum erbaut. Eine wunderschöne Marmorfassade, die uns immer wieder in den Bann zog. Eine vierstöckige Loggia mit unzähligen schönen Details. Ganz oben steht die Statue des Heiligen Michaels.

Wir gehen weiter und erreichten die Basilica di San Frediano. Diese schöne Kirche wurde im 12. Jahrhundert über den Resten einer alten Kirche gebaut, die aus dem 6 Jahrhundert stammt. Sie ist dem ehemaligen Bischof von Lucca, Frediano, gewidmet. Auffallend ist das riesige byzantinische Mosaik aus dem 13/14. Jahrhundert auf der oberen Hälfte der sonst schlichten Fassade. Es zeigt die Himmelfahrt Christi. Innen haben wir wieder wahre Kunstschätze gesehen. Die Orgel stammt aus dem 16. Jahrhundert, die Sängerbühne, reich verziert, aus dem 17. Jh. Der Hauptaltar stammt aus dem 16. Jh. Unter dem Altar befindet sich der Leichnam des S. Frediano. Es gibt mehr als 7 kleine Kapellen, mit Fresken, Wandmalereien und Gemälden, die reine Aufzählung würde den Rahmen hier einfach sprengen. Erwähnen möchte ich jedoch noch das Taufbecken, das im 12. Jahrhundert entstanden ist. Es ist ein Meisterwerk, das von 3 Künstlern geschaffen wurde.

Lucca
Lucca
Lucca
Lucca
Lucca
Lucca
Lucca
Lucca

Wir waren auf der anderen Seite der Stadtmauer angelangt und traten den Rückweg an. Ein kurzer Stopp noch am Piazza del Anfiteatro, der 1830 auf den Ruinen des römischen Theaters vom 2. Jahrhunderts erbaut wurde, umrahmt von Wohnhäusern, Geschäften und Bars. Meine Füße brannten, ich hatte keine Lust weiterzugehen. Es fuhren kleine Busse von der einen Seite der Stadtmauer zur anderen. Aber dann entschieden wir doch zu Fuß zurückzugehen, obwohl die Männer uns anboten, den Wagen zu holen. Wer weiß, ob sie uns gefunden hätten...

So marschierten wir quer durch die schöne Stadt, gingen durch die Via Fillungo, wo sich ein Geschäft neben dem anderen reiht, hinter wunderschönen Fassaden. Auf dieser Straße findet man auch das berühmte Cafe Di Simo, wo sich damals die Künstler trafen, auch Giacomo Puccini, der 1858 in Lucca geboren wurde, gehörte zu den Stammgästen. Von ihm stammen die berühmten Opern Turandot und La Bohème. An der Kreuzung zur Via Roma sahen wir noch eine schöne Kirche in die wir kurz hineingingen. Danach hatten wir aber wirklich genug gesehen und gingen schnurstracks zu unserem Auto.

Uns war jetzt nach einem kühlen Getränk zu Mute. Friedrich und Dieter versprachen uns, an der nächsten kleinen Osteria zu halten, aber außerhalb von Lucca, denn in Lucca war uns einfach zu viel los. Na klar, etwas können wir noch durchhalten. So fuhren wir wieder auf kleinen Nebenstraßen in Richtung Empoli, kamen durch schöne Landschaften, es ging den Hügel hinauf und hinunter, Serpentinen gab es zur Genüge, aber wir sahen keine Osteria.

Wir fuhren durch das Val di Pesa ins Val d´Elsa und ereichten Panzano. Dort wollten wir nun in jedem Fall anhalten und nahmen den Weg hoch in das Dorf. Ungeachtet der Schilder fuhren wir immer weiter und die Wege wurden immer enger, auf einmal waren wir auf einem schmalen Feldweg mit mindestens 15% Gefälle und das behagte uns gar nicht. Also drehten wir bei der nächsten Möglichkeit und fuhren diesen eigentlich schrecklichen Weg wieder zurück. Und auf einmal sahen wir die kleine Pizzeria. Dort suchten wir uns einen Parkplatz und bestellten uns eine super leckere Pizza, ein Glas Bier - für Jenni natürlich eine Fanta und waren zufrieden.

Eigentlich hätten wir noch einkaufen müssen, aber es war schon nach 20 Uhr und alle Geschäfte hatten zu. Wir sahen zwar noch Licht in einem Laden in Greve und machten Halt, dieser entpuppte sich als Tierfutterzubehör, nein Danke, das muss wirklich nicht sein. Wir hatten aber noch genügend Vorräte in unserem Kühlschrank.

Wieder ein schöner Tag!


Einer der weiteren Höhepunkte sollte eine Fahrt ins benachbarte Siena sein, das nur 30 Kilometer von Greve entfernt ist. Wir wählten jedoch wieder eine schönere Route als die direkte und fuhren zunächst nach Panzano, um dann einen Abstecher auf die 429 nach Radda zu machen. Dieser Weg führte uns durch Berg- und Tallandschaften, Oliven- und Kastanienhaine. Wir sahen Weinberge und in der Ferne auf den Hügeln einsame Kastelle und Bauernhöfe. Eine romantische Fahrt, allerdings auch mit vielen Kurven. Leider regnete es und es hatte sich merklich abgekühlt (auf ca. 25° Grad) Aber die Landschaft ist auch im Regen ein Traum.

Siena
Siena
Siena
Siena

In Siena, der Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, angekommen, hatten wir ein Problem. Die Stadt ist autofrei und Parkplätze scheinen rar zu sein. Wie sich im Nachhinein herausstellte, gab es viele Parkplätze, nur der Ansturm der Touristen war unbeschreiblich. Wir fuhren zweimal um die halbe Stadt herum und wagten es allerdings nicht, uns irgendwo ins verbotene Abseits zu stellen. So reihten wir uns in die Schlange der Wartenden ein, um auf einen bewachten gebührenpflichtigen Parkplatz zu fahren. Zweimal wechselten wir die Schlange, jedes Mal kamen alle vor uns auf den Platz, nur wir nicht. Dieter zählte 3 frei Plätze, wir fragten über den Info-Knopf, warum die Schranke zu blieb: When it is full, it´s full my Dear! Das soll einer verstehen! Nach einer weiteren Wartezeit ging die Schranke endlich auf und wir fuhren auf einen der vielen leeren Plätze. Im Übrigen kostet eine Stunde Parkzeit € 1,60.

Über mehrere Rolltreppen gelangten wir nach oben in die Stadt Siena. Wie auf Bestellung hatte der Regen aufgehört und fing auch erst wieder an, als wir wieder im Auto saßen. Das ist doch *Timing*, oder?

Was uns an diesem Tag an Menschenmassen in Siena begegnete, ist fast unbeschreiblich, kein Wunder, dass es kaum freie Parkplätze gibt.

Siena liegt auf 3 Hügeln zwischen den Tälern Val d´Arbia, Val d´Elsa und Val di Merse und ist von einer Backsteinmauer umgeben. Sie wurde von den Söhnen Remus gegründet, die vor ihrem Onkel Romulus hierher geflohen waren, so sagt es die Legende. Überall trafen wir auf Skulpturen oder Bilder mit der Wölfin und den Gestalten von Aschius und Senius. Im Mittelalter war Siena eine reiche und mächtige Handelsstadt. Viel ist erhalten geblieben.

Siena
Siena
Siena
Siena
Siena
Siena
Siena
Siena

Wir gingen mit dem Strom der Menschen, große Schilder wiesen uns den Weg. Rechts und links der Via Rossi, einer großen Straßen, sahen wir schon verschiedene Kirchen, kleine Bogengänge und kamen zur San Christoforo Kirche. Die Fassade ist von 4 Säulen unterteilt und hat 2 große Statuen jeweils zwischen den Säulen. Auch hier auf dem Platz vor der Kirche war wieder die Wölfin mit den beiden Kindern zu sehen.

Weiter führte uns der Weg auf der Banchi di Sopra, die in die Via di Citta übergeht. Es ist die Rückseite des Piazza del Campo oder auch einfach Il Campo genannt. Es gibt nur wenige Durchgänge zum Piazza del Campo, der im Herzen der Stadt liegt. Der Anblick hinunter ist schon recht gewaltig, wir schauten auf den Palazzo Pubblico mit dem Torre della Mangia (im 13. und 14. Jahrhundert errichtet). Die Abschüssigkeit des Platzes hängt damit zusammen, dass er an dem Punkt gebaut wurde, wo die drei Hügel Sienas zusammentreffen. Dadurch hat der Platz die Form einer Muschel.

Am Gaia-Brunnen machten wir Halt. Er steht genau gegenüber vom Palazzo. Ein prachtvolles Werk mit Reliefs von dem Künstler Jacopo della Quercia. Es sind aber keine Originale, die befinden sich im Palazzo Pubblico.

Siena
Siena
Siena
Siena
Siena
Siena
Siena
Siena

War es in den engen Gassen bisher recht schattig, schauen wir nun in den strahlend blauen Himmel, der über den großen Platz sichtbar wird. Hier werden zweimal im Jahr der Palio (Pferderennen) ausgetragen und zwar am 2. Juli und 16. August. Es handelt sich hierbei um ein waghalsiges Rennen mit 10 ungesattelten Pferden und ebenso vielen Reitern. Diese Reiter vertreten die Stadtviertel (Contrada) von Siena. Da es aber 17 Contrada gibt, werden die Teilnehmer ausgelost. Dieses Wettrennen reicht bis ins das 15. Jahrhundert zurück. Die Rennbahn verläuft am äußeren Ring des Platzes. Tausende von Zuschauern verfolgen das Rennen, bei dem alles erlaubt ist, wie Behinderungen, Prügel, Bestechung, Drohungen und Absprachen, dicht gedrängt auf dem Platz oder auf den Tribünen bzw. sie stehen hinter den Fenstern der Häuser. Das Rennen selber dauert nur 3 Runden, also nur wenige Minuten. Gewonnen hat das Pferd, dass als erstes durchs Ziel läuft, egal ob mit oder ohne Reiter.

Siena
Siena
Siena
Siena
Siena
Siena
Siena
Siena

Wir gehen zum Palazzo Publico, ein mächtiges gotisches Gebäude mit dem Torre della Mangia. Es dient heute als Rathaus und im ersten Stock ist das Stadtmuseum untergebracht mit einer kostbaren Kunstsammlung. Wir schauen nur kurz hinein, vor dem Eingangstor steht ein Falkner mit seinem Falken und wirbt für seine später stattfindende Show. Wir umrunden den Platz, werfen noch einmal einen Blick zurück und gehen wieder auf die Via di Citta in Richtung Dom.

Auf halber Strecke kommen wir zum Palazzo Chigi Saracini. Im schönen Innenhof, hier finden auch in den Sommermonaten Konzerte statt, machten wir eine kurze Rast. In dem Arkadengang ist eine wunderschöne bemalte Decke und vielen Abbildungen und Skulpturen. Köpfe aus der Musikerwelt schauen auf uns herab. In der Mitte steht ein Wunschbrunnen, in dem Jenni gleich ein Geldstück warf und sich somit einen Wunsch erbat. Dieser gotische Palazzo stammt aus dem 12. Jahrhundert und seit 1932 ist in diesem Gebäude auch die Accademia Musicale Chigiana of Siena (Musikakademie) untergebracht. Hier treffen sich internationale berühmte Musiker zu Konzerten wie das jährlich stattfindende Micat in Vertice. Außerdem werden im Sommer Kurse für Schüler aus der ganzen Welt angeboten.

Ein kurzes Stück noch und wir hatten den Piazza del Duomo erreicht mit seinen 350 m der höchste Platz in Siena. Hier steht der Dom Santa Maria Assunta mit der bunten und schwarz-weißen Marmorfassade. Ein herrliches Bauwerk das in der Zeit von 1150 bis 1376 errichtet wurde und somit verschiedene Stil-Epochen aufweist, deutlich erkennt man die Romanik, die Frühgotik und die Gotik. Leider wurde gerade die Hauptfassade renoviert und war komplett eingerüstet. Riesige Schlangen von Menschen standen wartend vor dem Eingang. Jenni wollte unbedingt in den Dom, so stellten wir uns dazu und warteten geduldig, bis wir hineingelassen wurden. Der Eintritt war nicht hoch, es fanden Sicherheitskontrollen statt, in alle Taschen wurde geschaut und ein Detektor suchte nach irgendwelchen Dingen.

Und dann kam das große Erlebnis. Auch innen finden wir die hohen schwarz-weißen Marmorsäulen vor. Es ist alles sehr prachtvoll und zeugt von einer reichen Vergangenheit. Der Marmorboden, eingeteilt in 52 Bildern war einzigartig mit den vielen Intarsien und Gravuren. Viele Stellen waren mit Teppichen abgedeckt, damit nicht so viel zerstört wird, denn der Besucherstrom ist enorm. Zahlreiche Kunstschätze von den bedeutendsten Künstlern seiner Zeit wie Michelangelo, Pisano, Jacopo della Quercia, Donatello, um nur einige zu nennen, haben wir in dem Dom vorgefunden.

Siena
Siena
Siena
Siena
Siena
Siena
Siena
Siena

Die kunstvolle Kanzel stammt auch von Nicola Pisano. An der Brüstung werden Darstellungen aus dem Leben Christi gezeigt. Nur innen vom Dom aus kommt man im linken Seitenschiff zum Museum Libreria Piccolomino, die ehemalige Bibliothek des Papstes Pius II. Heute ist sie das Dommuseum und hat sehr viele schöne alte Fresken von Pinturicchio, die das Leben des Papstes in 10 Bildern erzählt. Wir waren erschlagen von so vielen schönen Kunstwerken und warfen noch einmal einen Blick umher und verließen den Dom. Gegenüber befindet sich Spedale Santa Maria della Scala in dem u.a. auch das archäologische Museum untergebracht ist.

Der Campanile wurde erst im 14. Jahrhundert gebaut, mit einer gestreiften Fassade aus schwarz-weißen Marmor. Auf jeder Seite befinden sich 12 Fenster, auf der 6. Etage mit 6 Bögen und mit jedem darunterliegenden Stockwerk ein Bogen weniger.

Es ging langsam wieder zurück. Wir kamen zunächst an der Rückseite des Doms vorbei und liefen quer durch die Stadt, mal hier mal da schauend.

Bis wir den Piazza Salimbeni erreichten. Drei schöne große Bauten, in der Mitte des Platzes steht die Staue von Salustio Bandini, vor der im Jahre 1472 gegründeten Bank Monte dei Paschi di Siena, dem Palazzo Salimbeni.

Siena
Siena
Siena
Siena
Siena
Siena
Siena
Siena

Auf der rechten Seite ist der Palazzo Spannocchieschi und links der Palazzo Tantucci. Der weitere Rückweg führte uns abseits der Altstadt durch schmale kleine Gassen zurück. Auf einmal waren keine Touristen mehr da. Wir genossen die Stille und verliefen uns ein wenig. Am Ende fanden wir aber den Weg doch zurück zu unserem Auto.

Von unten sahen wir die Kirche San Francesco aus dem Jahre 1250-1326. Aber für heute hatten wir genug gesehen. Mittlerweile setzte der Regen wieder ein und wir waren froh, dass wir im Trockenen saßen.

An diesem Abend mussten wir auf der überdachten Terrasse sitzen, da es einfach nicht aufhörte zu regnen. Es hatte sich auch merklich abgekühlt. (von 40° Grad auf ca. 25°)


Unser letzter Ausflug galt der Stadt Florenz. Es ist nicht das erste Mal, dass wir da waren und es wird auch nicht das letzte Mal gewesen sein, denn Florenz lässt sich nicht an einem Tag erkunden. Die Fahrt dorthin war kurz, denn sie liegt nur ca. 30 Kilometer von Greti entfernt.

Wie immer fanden wir schnell einen Parkplatz, aber auch etwas außerhalb an der Via Romana. Unser Weg führte am Palazzo Pitti vorbei. Es ist die größte Palstanlage von Florenz mit mehreren Museen und dem wunderschönen Boboli-Garten. Gleich danach sahen wir schon die Ponte Vecchio, die wohl berühmteste Brücke über den Arno von Florenz.

Florenz
Florenz
Florenz
Florenz

Früher handelten hier Handwerker, wie Metzger, Fischhändler, Gerber und Kürschner. Und dementsprechend roch es auch, den die Fischabfälle wurden einfach in den Fluss geworfen und zum Gerben benutze man Pferdeharn. Im Jahre 1593 entschied Ferdinando I, dass nur noch Goldschmiede auf der Brücke ihr Gewerbe betreiben durften. Geht man heute über die Brücke, so sieht man ein Goldwarengeschäft neben dem anderen. Es hat sich seit dem 16. Jahrhundert nicht geändert.

Florenz
Florenz
Florenz
Florenz
Florenz
Florenz
Florenz
Florenz

Ein kleines Stück liefen wir entlang des Arnos, bis wir zu den Uffizien kamen. Die Uffizien gehören zu den bedeutendsten Kunstmuseen der Welt. Dieser Palazzo wurde zwischen 1560 und 1580 errichtet und ist wunderschön gelegen zwischen dem Arno und Piazza della Signorina. Wir haben diesmal auf ein Museumsbesuch verzichtet. Dafür war es auch schon viel zu spät. Die Schlangen vor den Kassen waren unendlich lang. Wir waren bei einem früheren Besuch schon einmal da und es ist wirklich nicht nur einen Besuch wert. Allerdings für kleine Kinder viel zu ermüdend.

Florenz
Florenz
Florenz
Florenz
Florenz
Florenz

Am Piazza della Signorina hat die Stadtregierung ihren Sitz (Palazzo della Signorina), ein Bau aus dem 13. Jahrhundert und wir konnten nur staunen. Hier ist wirklich was los. Man nennt ihn auch den Palazzo Vecchio, ein festungsartiges Gebäude mit einem 94 m hohen Turm., dem Torre d'Arnulfo. Am Haupteingang steht der berühmte David (allerdings nur eine Kopie). Auf der linken Seite des Palazzo Vecchio steht der Neptun-Brunnen (Fontana del Nettuno) aus dem 16. Jahrhundert. Vor dem Brunnen sehen wir die Marmorplatte, an dieser Stelle wurde am 23.Mai 1498 Girolamo Savonarola auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Ganz links von dem Neptunmbrunnen steht die Reiterstatue des Cosimo I. de´Medici.

Florenz
Florenz
Florenz
Florenz
Florenz
Florenz

Weiter gingen wir zum Piazza del Duomo mit seinem herrlichen Dom, Baptisterium und dem Glockenturm. Der Dom hat eine gewaltige Kuppel, die das Stadtbild von Florenz prägt. Es ist ein beeindruckender Platz.

Der älteste Bau des Platzes ist das achteckige Baptisterium des Heiligen Johannes. Das ursprüngliche Gebäude soll aus dem 5. oder 6. Jahrhundert stammen und lange hat man gedacht, dass es ein heidnischer Bau sei. Das jetzige Baptisterium wurde vermutlich im 11. Jahrhundert auf den Ruinen des alten Gebäudes gebaut, ein dreigeschossiger Bau mit wertvollem Marmor in grün und weiß verkleidet.

Es gibt drei prachtvolle bronzene Eingangstore, das Südportal ist das älteste. Andrea Pisano hat es mit Szenen aus dem Leben des Johannes des Täufers gestaltet. Das Nordportal entstand etwa 80 Jahre später von Lorenzo Ghiberti, der danach auch den Auftrag für das Ostportal bekam. Am Nordportal befinden sich 28 Bildfelder mit Szenen aus dem Neuen Testament und 8 Evangelisten. Das schönste Portal ist das Ostportal. Es trägt auch den Namen Paradiestür. 10 wunderschöne Bildfelder mit Szenen aus dem Alten Testament, der obere Teil des Tores ist mit einer Figurengruppe geschmückt. Dieses Tor war immer von einer Traube Menschen umgeben, so dass man sich ganz schön drängeln musste, um die Bilder aus der Nähe betrachten zu können.

Florenz
Florenz
Florenz
Florenz
Florenz
Florenz
Florenz
Florenz

Übrigens befinden sich die Originale im Dom-Museum. Innen im Baptisterium ist der Fußboden mit Intarsien geschmückt. Im Zentrum stand das alte Taufbecken. Über dem Becken die wunderschön golden schimmernde Kuppel aus dem 13. Jahrhundert, die mit prachtvollen Mosaiken von florentinischen und venezianischen Künstlern ausgeschmückt wurde. Es zeigt die Schöpfung der Welt und das jüngste Gericht.

Nach dem Baptisterium stellten wir uns in die lange wartende Schlange vor dem Dom an, denn da wollten wir auch unbedingt hinein. Es ist ein gewaltiger Bau. Beschreiben kann ich das nicht. Es gibt so viel außen wie innen zu sehen, das alles zu beschreiben würde diese Seite sprengen. So auffällig wie die Außenfassade ist, so schlicht und streng ist die Kirchen von innen.

Florenz
Florenz
Florenz
Florenz
Florenz
Florenz

Nach er Dombesichtigung besuchten wir noch das Dommuseum, das hatte Jenni sich gewünscht. Hier wurden sehr viele Kunstwerke zusammengetragen,die ursprünglich den Dom, das Baptisterium oder den Campanile zierten. Beeindruckend unter anderem die Kreuzabnahme von Michelangelo. Eigentlich wollten wir den David von Michelangelo im Original sehen, aber der steht nicht im Dommuseum, sondern in der Galleria Dell' Accademia. Das anzusehen, war uns aber zuviel. Wir müssen ja auch noch einen Grund haben wiederzukommen. Ebenso sind wir weder auf den Campanile noch in die Domkuppel hochgestiegen, auch das heben wir uns für einen weiteren Besuch auf.

Wir machten uns langsam wieder auf den Rückweg. Wir kamen an der Orsanmichele vorbei. Diese Kirche war früher ein Getreidespeicher und hat somit einen rechteckigen Grundriss. Am Piazza della Signorina warfen wir noch einmal einen Blick auf den Neptunbrunnen und David, dann hieß es endgültig Abschied nehmen. Wir sind viel gelaufen und haben viel gesehen.

Geschafft gingen wir durch die Hitze zu unserem Auto zurück. An diesem Abend haben wir uns unsere Pizza verdient. Wir saßen noch ganz gemütlich am Piazzo Publico in Greve und der Chianti, der schmeckt!


Schade, die schöne Zeit im Chianti ist vorbei. Wir nahmen Abschied. Das Auto wurde beladen, die Motorräder gepackt. Ein letztes Mal gingen wir über das schöne Anwesen, dann fuhren wir los. Einen Treffpunkt unterwegs haben wir nicht abgemacht, denn ich wollte in jedem Fall die Autobahn nehmen. Die Etappe sollte ungefähr 320 km betragen. Lieber wollten wir am Gardasee noch etwas unternehmen.

Über die Autobahn fuhren wir nach Florenz, an Bologna und Modena vorbei und nahmen dann die Autobahn nach Verona. Hinter Mantova fing der Stau an. Wir kamen nur schrittweise voran und die nächste Abfahrt erst in 7 Kilometern. Nach einer weiteren Stunde wurde der Verkehr etwas flüssiger, aber dennoch fuhren wir ab, denn wer weiß, was in Verona los gewesen wäre. Ich programmierte meinen Navigator und dieser führte uns durch kleine Dörfer, zwischen Wiesen und Feldern hindurch, eine schöne Strecke. In Peschiera habe ich mich zwar gewundert, aber nicht weiter nachgedacht. Als ich jedoch aus dem Fenster schaute und links den Gardasee bemerkte, da fand ich das schon etwas verwunderlich.

Gardasee
Gardasee
Gardasee
Gardasee

Vielleicht ist es noch nicht der Gardasee, dachte ich mir. Zur Erklärung möchte ich bemerken, dass Gargnano auf der westlichen Seite des Gardasees liegt, demzufolge müssen wir links am See entlang fahren, wenn wir nicht den See ganz umrunden wollten. In Bardolino angekommen war mir klar, dass wir auf der falschen Strecke waren. Das kann doch nicht sein, dachte ich mir. Der Navigator kann sich doch nicht so vertun. So hielt ich an der nächsten Möglichkeit an und schaute auf der Karte nach. Na ja, das war´s dann wohl. Warum habe ich mich auch auf den Lisa, die Navigatorstimme verlassen? Ich ließ mir den geplanten Weg auf dem Display anzeigen und staunte nicht schlecht, als die Route von Benaco quer über den Gardasee führte.

"Jenni", fragte ich, "hast Du Lust mit der Fähre zu fahren?" Denn ich erinnerte mich, dass Friedrich mir mal erzählt hatte, dass es Fähren direkt in der Nähe von Gargnano gibt. Jenni war vollends begeistert, vor allem, dass Lisa auch diesen Weg kennt. Ich war natürlich skeptisch, wusste ich doch nicht, ob es überhaupt Fähren sind, die Autos mitnehmen und ob zu unserer Ankunftszeit eine Fähre ablegt. Fragen über Fragen!

Zurückzufahren hatte ich jedoch keine Lust und im Innern stellte ich mich schon darauf ein, den Gardasee einmal zu umrunden. Dann wären wir zwar erst sehr spät im Hotel angekommen, aber Jammern hilft hier auch nicht weiter. Irgend wann sagte Lisa: "Biegen Sie links ab und nehmen Sie die Fähre." Wir bogen links ab und kamen zu dem kleinen Fähranleger. Es standen schon 7 Autos da. Ich fuhr den Wagen auf die nächste freie Position und wir stiegen dann erst einmal aus und fragten nach. Die nächste Fähre geht um 15:45 h sagte mir der nette Mann im kleinen Häuschen. Der Fahrpreis kostet € 11,40. Das fand ich ok. Wir buchten und bekamen das Ticket ausgehändigt. Eine halbe Stunde vertrieben wir uns die Zeit, und dann kam die Fähre in Sicht. Mittlerweile standen immer mehr Autos und Motorräder in Warteposition. Ob die wohl alle mitkommen? So groß sah die Fähre nicht aus.

Gardasee
Gardasee
Gardasee
Gardasee
Gardasee
Gardasee
Gardasee
Gardasee

Was war ich froh, zum richtigen Zeitpunkt angekommen zu sein. Die ersten Autos verließen die Fähre. Jede Menge Fußgänger waren auch dabei. Als alle Fahrzeuge ausgeschifft waren, kamen wir an die Reihe. Die Autos wurden nach Größe und Länge ausgewählt, denn es sollten ja so viel wie möglich mit. Von den kleinen Flitzern standen manchmal 3 in einer Reihe. So kam es auch, dass wir nicht der Reihe nach auf die Fähre durften. Ich stand immer noch vor der Fähre und manche Autos, die erst später gekommen waren, durften schon rauf. Da machte ich mich noch einmal bemerkbar, denn ich wollte unbedingt mit. Ja, ja, ich komme schon noch dran. Geduldig sein, kann schwer fallen! Dann durfte ich auch rauffahren. Glück gehabt, ich wurde gut eingewiesen und musste mich nicht in irgendeine Ecke quetschen. So konnten wir auch bequem aussteigen und den nachfolgenden Wagen zuschauen. Natürlich kamen nicht alle Fahrzeuge mit. Das hatte ich mir gedacht. Zum Schluss durften noch 3 Motorräder auf die Fähre und dann war Schicht. Jetzt konnten wir die Überfahrt genießen.

Es war nur eine kurze und ruhige Fahrt. Auf der anderen Seite angekommen, fuhren wir wieder hinunter und ließen uns von Lisa leiten. Eigentlich wusste ich überhaupt nicht, wohin ich musste, denn ich hatte mir nur die Adresse von dem Hotel aufgeschrieben. Selber war ich noch nie da gewesen. Nur eins war mir klar, das Hotel muss hoch oben in den Bergen liegen. Nun fuhren wir auf der anderen Seite am Gardasee entlang. Enge kleine Straßen. Überall wo es nur darum ging auch einen Meter insgesamt zu sparen, führte Lisa uns auf abenteuerlichen Wegen hin. Manchmal waren die Wege so eng, dass ich Angst hatte, den Spiegel abzufahren. Aber ich hatte das System noch nicht durchschaut. Bogliaco hatten wir hinter uns gelassen und wir kamen nach Gargnano. Bald haben wir es geschafft! Langsam hatte ich auch keine Lust mehr.

Gardasee
Gardasee
Gardasee
Gardasee
Gardasee
Gardasee
Gardasee
Gardasee

Ein Blick auf das Display sagte mir, dass es nur noch ca. 7 km zu fahren sind. Kurz vor Gargnano war Stau, die Urlauberwelle rollte über die SS 48 bis. Lisa sagte mir, dass ich nach links Richtung Roina abbiegen sollte. So ganz geheuer war mir nicht, denn der Weg sah nicht sehr gut aus. Aber ich glaubte schon, dass es seine Richtigkeit hat. Nach wenigen Metern kam ich ins Schwitzen, der Weg wurde eng, es passte nur ein Fahrzeug durch, wenn jetzt jemand kommt. Es kam auch jemand, aber gerade da war auch ein Ausweichstelle. Wir fuhren an einem Golfplatz entlang, der Weg wurde schlechter und enger, dann sollte ich nach rechts abbiegen. Nein, das mache ich nicht. Es war nämlich nur ein *Eselsweg*, unbefestigt mit irren Steigungen. So fuhr ich weiter, es ging in Kurven hinauf. Dann musste ich zwischen zwei hohen Ziegelsteinmauern hindurch. Der nächste Schweißausbruch ließ nicht lange auf sich warten, denn natürlich mit Steigung und 90° Kurve. Gerade so eben hatte ich es geschafft.

Als wir in Zuiono ankamen, hatte ich genug. Der Weg wurde noch enger, es ging höher hinauf, nein, das mache ich nicht mit. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man hier noch mit dem Auto fahren kann, ohne überall anzuecken. Ich musste drehen. Das war der nächste Akt. Mein Wagen war einfach zu lang und ich kam einfach nicht weiter. Was tun? Also stellt ich Jenni hin und erklärte ihr, was sie machen musste. Mit ihren 7 Jahren hat sie mich super hin- und her gewunken. Das halte ich nicht länger aus, sagte ich mir. Den ganzen schrecklichen Weg fuhren wir zurück und kamen wieder unten auf der Hauptstraße an.

Neues Spiel, neues Glück! Wir fuhren in den Ort Gargnano und wieder sagte Lisa mir, ich muss links abbiegen. Nein sagte ich, diesen Weg absolut nicht, der war noch schmaler und fing gleich mir 20° Steigung an. Also sind wir weitergefahren, im Ort war ein Stau wegen eines Unfalls. Kurz vorher versuchte ich es noch einmal und bog links ab. Schon nach wenigen Metern sagte ich mir, nein auch diesen Weg nicht. Jenni fand es lustig, ich war genervt. Wieder auf der Hauptstraße fuhren wir aus Gargnano raus und bogen wieder nach links auf eine enge Straße. Na ja, irgendwann müssen wir da hoch, wenn wir heute noch ankommen wollen. Es ging höher und höher, wir hatten wunderschöne Ausblicke, die Laune stieg, bis Lisa mir sagte, ich müsste von der kleinen Straße auf eine andere noch kleinere abbiegen. Da passte ich aber gar nicht durch! Also fuhr ich weiter nach oben. Wir kamen zu einem Tunnel.

Gardasee
Gardasee
Gardasee
Gardasee
Gardasee
Gardasee

Ein Blick auf das Display sagte mir, dass wir immer noch 7 km vom Hotel entfernt waren, aber wir müssten genau die andere Richtung fahren. Ich weigerte mich durch den engen Tunnel zu fahren, wer weiß, was mich danach erwartete. In jedem Fall war es ohnehin der falsche Weg. Also musste ich wieder umkehren. Diesmal war die Straße nicht nur eng, sondern es ging auch steil hinunter. Wie schaffe ich es nur den Kombi zu drehen, ohne den Abhang hinunterzurutschen. Also musste Jenni wieder raus und sich hinstellen, dass ich genau im Rückspiegel sehen konnte, wie weit ich zurücksetzen darf. Ab hier wurde mir schlecht. Ich hatte nun wirklich die Nase gestrichen voll. Ich beschloss, wieder runter ins Dorf zu fahren und mich mit Jenni in ein Cafe zu setzen und abwarten, ob Friedrich und Dieter uns vermissen würden. Keinen Meter wollte ich mehr diese verrückten Berg-Straßen fahren. Aber erst mussten wir diese verflixte Bergstraße wieder hinunter. In Gargnano kamen wir wieder zur Unfallstelle, die wir diesmal von der anderen Seite passieren mussten. Ich hatte das Gefühl, dass die Polizisten uns nachsahen...

"Biegen Sie in 50 m rechts ab." Na gut, einmal will ich noch auf Lisa hören und prompt befanden wir uns auf einem privaten Fabrikgelände. Ein Versuch noch und dann ist wirklich Schluss. Was uns dann auf den nächsten 3 Kilometern erwartete, kann ich nicht beschreiben. Nicht nur eng, sondern eine Steigung mit Serpentinen und dann kam von vorne ein Italiener, nur der Weg hatte gerade mal Platz für mein Auto. Ich zog die Handbremse und hoffte, dass sie hielt. Der Italiener wartete auch. Hinter ihm kam noch ein Fahrzeug. Das mache ich nicht mit. Ich zeigte ihm, dass ich nicht gewillt war auch nur einen Millimeter rückwärts in die Kurve eine Steigung nach unten zu fahren. Mein nächster Schweißausbruch folgte. Die beiden Autos fuhren zurück und irgendwie konnten wir passieren. Es kam noch schlimmer, solche Steigungen mit Serpentinen bin ich in meinem Leben noch nie gefahren. Ich hatte keine Wahl, diesmal konnte ich nicht umkehren. Ich schwor mir, zurück fahre ich nicht mehr. Das halte ich einfach nicht aus. Jenni gab mir immer gute Ratschläge und versuchte mich aufzumuntern. Den letzten Kilometer glaubte ich, es ist aus, den Berg kommst Du nicht hoch, aber mein Wagen schaffte es und plötzlich war ich auf einer ganz normalen Straße.

Gardasee
Gardasee
Gardasee
Gardasee
Gardasee
Gardasee

Des Rätsels Lösung: Der Navigator sucht immer den kürzesten oder schnellsten Weg. Der *normale* Weg zum Hotel ist aber wesentlich länger, als die Abkürzungen über unwegsame Strecken. Ich war jedenfalls fix und fertig. Über anderthalb Stunden habe ich für diesen 10minütigen Weg gebraucht. Mittlerweile sahen wir auch das Hinweisschild Hotel Monte Gargnano. Völlig entnervt kam ich oben beim Hotel an. Ich stellte den Wagen ab und wollte nur noch eins, etwas zu trinken. Alain, der nette Besitzer kam gleich und ich erzählte ihm meine Odyssee. Er fragte sofort, ob ich einen Navigator benutzt habe.

"Schmeiß das Ding weg und nimm eine normale Karte." Wenn ich eine gehabt hätte! Alain kennt natürlich die Wege, die ich gefahren bin und konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. Unsere Männer kamen jedenfalls eine Stunde später ebenso genervt an, denn sie sind nicht mit der Fähre gefahren und die Strecke um den Gardasee zieht sich ganz schön hin. Wir bezogen unsere schönen Zimmer und setzten uns auf die Terrasse, wo allgemein ein Bikertreff ist. Abends wurden wir mit einem leckeren Menü verwöhnt, für Jenni und mich gab es sogar vegetarisch. Dazu ein leckerer Wein und der Stress des Tages fiel ab. Vor allem, da ich wusste, dass ich am nächsten Tag einen ziemlich normalen Weg fahren darf, zwar sehr kurvenreich, aber eben normal.

Das Hotel Monte Gargnano kann ich nur jedem Biker empfehlen. (Leider gibt es das nicht mehr!) Eine tolle Lage, hoch in den Bergen. Von hier aus kann man wunderschöne Touren unternehmen. Alain und seine Frau Graziella verwöhnen einen nach Strich und Faden. Das Essen ist unheimlich lecker, die Zimmer gut. Außerdem gibt es auch viele Vorschläge für Routen, denn Berge gibt es genug in der Gegend und der Hotelbesitzer fährt auch selber Motorrad. Aber auch Wanderfreunde und Fahrradfahrer kommen hier auf ihre Kosten. Und hier folgt die richtige Anfahrt. Ca. 500 m nach dem Ortseingang Gargnano zweigt eine Strasse Richtung Idrosee (Lago d´Idro) / Navazzo ab. Dort steht auch eine Hinweistafel zum Hotel Monte Gargnano. Dieser gewundenen Strasse etwa 10 Minuten folgen ( ca. 8 km ), bis rechts eine kleine Strasse Richtung Costa / Sasso abzweigt ( Hinweisschild Hotel Monte Gargnano ). Von dieser Abzweigung sind es noch ca. 400 m bis zum Hotel.


Die Rückreise nach Ulm verlief unspektakulär. Ich hatte einfach keine Lust mehr auf kleine Nebenstraßen. Außerdem war die Strecke doch recht lang und deswegen wollte ich auf jeden Fall den schnellsten Weg (= Autobahn) nehmen.

Mit Friedrich und Dieter verabredeten wir, dass wir uns gegen Mittag bei Hans in der Pizzaria am Reschen treffen wollten.

Die Strecke bis zum Reschenpass war vielbefahren, aber auch schön. Mit einer Stunde Verspätung trafen wir am verabredeten Treffpunkt ein, aber Friedrich hatte Probleme mit seiner Maschine, so dass wir alleine eine leckere Pizza verspeisten.

Heimreise
Heimreise
Heimreise
Heimreise

Das Wetter wurde schlechter und der Verkehr nahm zu. Stop und Go wechselte sich mit Stau ab. Genau auf der Höhe des Parkplatzes zum Fernpasssee ging gar nichts mehr. So fuhren wir auf den Parkplatz (was für ein Glück!) und warteten dort das Stauende ab. Nach knapp einer Stunde reihten wir uns wieder in den beginnenden, aber noch Verkehr wieder ein.

Heimreise
Heimreise
Heimreise
Heimreise
Heimreise
Heimreise
Heimreise
Heimreise

Am Zugspitzblick, der nur wenige Kilometer entfernt lag, mussten wir dennoch wieder einen kurzen Stop machen. Der Blick auf die Zugspitze ist für mich immer eine Unterbrechung wert. Und es hat sich gelohnt, wie man auf dem Foto erkennen kann.

Mit Mühe reihten wir uns wieder in die dahinfahrende Schlnage der Autofahrer ein. Nur keinen einfädeln lassen, hieß die Devise! Ja, so ist das eben, nur nicht ärgern!

Der Verkehr rollte nur zähfließend und wir hatten an einigen Strecken Stop und Go. Nach dem Grenzübertritt zu Deutschland, fing es heftig an zu regnen und hörte die ganze weitere Fahrt auch nicht mehr auf. Oft dachten wir an Friedrich und Dieter, die auf ihrem Motorrad saßen und sicherlich noch mehr mit dem schlechten Wetter "grollten" . Aber das Wetter kann sich keiner aussuchen.

Heimreise
Heimreise
Heimreise
Heimreise
Heimreise
Heimreise
Heimreise
Heimreise


Am Abend waren wir jedoch alle wieder heil in Ulm angekommen. Dort übernachteten wir noch einmal und fuhren am nächsten Morgen wieder Richtung Heimat. Da wir ab Ulm das Motorrad auf dem Hänger mitnahmen, fuhr Friedrich die gesamte Strecke zurück.

Insgesamt sind wir 3.650 KM gefahren. Ein wunderschöner Urlaub, den wir alle zusammen verlebt hatten. So viel Kultur, aber auch viel Erholung, das hat uns allen gut gefallen!

  • Reiseberichte

  • Rezepte

  • Latest News

Motorradtour nach Griechenland

Fünf Wochen waren wir mit dem Motorrad in Griechenland und Italien unterwegs. Es war eine schöne Zeit. In meinem Forum habe ich live von dieser Reise berichtet: Live von unserer Motorradtour

Hilfe für Kinder »