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Petra Kaisers Forum

Amsterdam und das Ijsselmeer

Es gibt viele Gegenden, die wir noch nicht besucht haben ;-) Dazu gehört(e) auch Amsterdam. Von uns aus nur 3,5 Stunden entfernt, planten wir Ende März 2004 eine kleine Wochenendtour mit unserer Enkeltochter nach Holland.

Wie schön, dass ich gerade Geburtstag hatte, so lag denn die Einladung zu dieser Reise von meinem Ehemann auf meinem Geburtstagstisch.

Durgerdam

Die Hotels in Amsterdam sind sehr teuer, ich konnte mich auch nicht entscheiden, welches wir nehmen sollten, da zeigte Friedrich mir einem Motorradbericht aus Motorradzeitschrift und schon war klar, wir brauchen gar nicht in Amsterdam übernachten, wir fahren ans Ijsselmeer. Das ist nicht weit von Amsterdam und mit Sicherheit ruhiger, preiswerter und schöner.

In Durgerdam soll es ein tolles Restaurant geben, De Oude Taveerne, klein aber fein, mit 3 oder 4 Zimmern im ersten Stock. Das hörte sich doch heimelig an. Noch am gleichen Tag rief ich dort an und buchte für 2 Nächte. Jenni war natürlich mit von der Partie.

DurgerdamAm Freitag holten wir meine Enkeltochter Jenni von der Schule ab und fuhren Mittags Richtung Holland, über Osnabrück, Enschede, Apeldorn und näherten uns schon bald Amsterdam. Durgerdam liegt von uns aus *nördlich* von Amsterdam, wir mussten nur aufpassen, dass wir den richtigen Abzweig nahmen. Aber alles kein Problem, von der A1 auf die A10 und durch den Tunnel auf die andere Seite vom Het IJ. Von da aus ist es wirklich nur ein Katzensprung und wir fanden De Oude Taveerne sofort.
Was haben wir für ein Glück! So ein idyllisches Plätzchen, hier fühlen wir uns wohl! Neben dem Haus ist ein Parkplatz, wir gehen hinein und sind schier baff. In dem kleinen Restaurant hängt so ziemlich alles von der Decke runter, was man auch nur aus den alten Zeiten sammeln kann!

Es ist sehr rustikal, alte Eichentische, auf denen große Tischläufer ausgebreitet sind, wuchtige Stühle, an den Wänden Seemannsbilder, Sprüche und noch so Allerlei!

DurgerdamWir fragen nach unseren Zimmern, ja, wir wurden schon erwartet und gingen die kleine, steile Treppe hinauf. Gleich das erste Zimmer links war für uns. Mit vielen Ecken und Kanten, aber gemütlich eingerichtet. Ein Doppelbett für uns und für Jenni auch ein Doppelstockbett, und ein Kühlschrank im Zimmer. Natürlich auch ein blitzsauberes WC mit Dusche. Jenni beschloss gleich ins obere Doppelstockbett zu ziehen. Letztendlich haben aber nur ihre Puppen dort geschlafen ;-).

Nachdem wir unsere Sachen ausgepackt haben, machten wir einen Spaziergang durch Durgerdam und ließen uns am Abend in De Oude Taveerne verwöhnen. Was für mich sehr erfreulich war, auf Anfrage hatten sie für mich und Jenni ein tolles vegetarisches Menü!

Wir machten eine kleine Rundfahrt ins hintere *Waterland* nach Nieuwendam, Zunderdorp, Broek in Waterland, Zuiderwoude, Holysloot und sahen wir jede Menge Wasservögel, Schafe, Radfahrer und idyllische Wasserläufe, Seen und kleine Dörfer.

Schafe auf dem Damm Durgerdam

Die Uferschnepfe haben lange fast gerade Schnäbel mit denen sie im Wasser nach Nahrung stochern. Das Blässhuhn lässt sich nicht stören, auffallend der schwarze Kopf mit dem markanten weißen Flecken auf der Stirn und dem Schnabel.

Wir hatten viel Glück mit dem Wetter. Es war zwar nicht sehr warm, aber sonnig. Das macht natürlich viel aus. Einige Male beobachteten wir Graureiher, die auf Nahrungssuche waren. Näherten wir uns mit dem Auto, so flogen sie meist schnell weiter. Wir fahren durch das platte, grüne Land an romantischen Häusern, die am Wasser liegen, vorbei und genießen ganz einfach die Landschaft.

Eigentlich müssten wir viel länger Urlaub machen, für den nächsten Tag war eine Fahrt nach Amsterdam geplant. Deswegen sind wir ja hierher gefahren. Wir erkundigten uns im Hotel, was das einfachste und günstigste wäre, denn in Amsterdam sind die Parkplätze knapp und teuer. Die Lösung war ganz einfach. Wir fuhren mit dem Auto bis Nieuwendam, ließen es dort auf einem großen Parkplatz stehen und fuhren mit dem Bus in die City rein.


Wenn ich an Amsterdam denke, so fällt mir gleich der Evergreen: Wenn der Frühling kommt, dann schenk ich Dir, *Tulpen aus Amsterdam* ein.

Wusstet Ihr, dass Amsterdam mehr Brücken hat als Paris und mehr Kanäle als Venedig?
Amsterdam heißt die Hauptstadt der Niederlande, - Regierungssitz ist allerdings Den Haag - liegt an der Amster in der Provinz Nordholland.

AmsterdamAnfang des 13. Jahrhunderts war es noch ein Fischerdorf auf dem Dam zwischen Amstel und IJ und erhielt 1300 das Stadtrecht und kam 1327 an die Grafen von Holland. 1367 trat Amsterdam der Kölner Konföderation (Hanse) bei und entwickelte sich zu einer bedeutenden Handelsstadt. Mit dem Aufschwung der niederländischen Seemacht im 17. Jahrhundert und des daraus resultierenden Kolonialhandels wurde Amsterdam zur wohlhabendsten Stadt Europas. Gewürze, Seide und andere kostbare Güter aus Indien wurden über Amsterdam verkauft. Ende des 18. Jahrhunderts verlor Amsterdam seine Vormachtstellung, blieb jedoch einer der bedeutendsten Häfen.

Mit dem Bus fuhren wir in die City von Amsterdam, so hatten wir keine Probleme, *freuten* uns über die vollen Straßen und mussten uns nicht um einen Parkplatz für das Auto kümmern. Der Bus hielt direkt an der Centraal Station. Dort befindet sich auch in der Nähe die Touristeninformation. Wir holten uns noch einige Broschüren und machten dann erst eine Grachtenrundfahrt, um so einen ersten Einblick zu bekommen. Das war auch Jennis Wunsch!

AmsterdamWir hatten Glück, es fuhr auch ein bald ein Boot zur Grachtenrundfahrt ab. Wir fanden schnell den richtigen Weg (nachdem wir erst in die verkehrte Richtung gelaufen sind) und reihten uns in die Reihe der Wartenden ein. Der Himmel wurde recht dunkel und wir waren froh unter Deck zu sein.
Mehr als 1200 Brücken gibt es in Amsterdam, die über die Grachten, Kanäle und kleine Wasserläufe führen. Halbkreisförmig ist die Altstadt angelegt, die Altstadt steht auf fünf Millionen Holzpfählen. Sie sorgen auf schlickigem Grund im Gewirr der Grachten und Kanäle für standfeste Häuser.

AmsterdamWir erfahren so allerlei über die Grachtenfahrten, die schönen Herrenhäuser und die Umgebung. In 5 Sprachen werden die Informationen, die vom Band kommen zügig abgespult. Hier und da recken sich die Köpfe hoch und versuchen schnell noch ein Foto von dem zu schießen, was gerade gesagt wurde. Oft sind wir aber auch schon daran vorbei. Die historische Bebauung mit den zahlreichen schönen Bürgerhäusern an der Herrengracht wurde 1585 angelegt, die Kaisergracht 1593 und die Prinsengracht 1622.

Wir kommen auch an der Blauwbrug vorbei, sie ist verziert mit Kaiserkronen. Wieder schöne Fotomotive...

Auf dem mittleren Bild unten eines der meistfotografierten Stellen, die Brückenlandschaft am Leidsegracht. Leider war das Wetter nicht *fotografierfreundlich*, aber es lässt sich doch noch einiges erkennen.

Amsterdam Amsterdam Amsterdam

Wir kommen an dem schmalsten Haus vorbei. Es ist lediglich eine Hautür breit und so langsam ist unsere Stadtrundfahrt zu Ende. Die Stimme aus dem Lautsprecher erklärt uns, dass die Podesthöhe und Stufen zum Eingang die Wertigkeit der Menschen unterstrich. Je mehr Stufen zum Hauseingang, je angesehener und reicher die Familie. Der Eingang unterhalb des Podestes war den Dienstboten vorbehalten.

Natürlich dürfen auch die Coffeeshops nicht fehlen, eine der Attraktionen für die jungen Touristen. In den Coffeeshops gibt es neben Milchkaffee und Orangensaft auch die kleinen "braunen Krümelchen". Weiche Drogen wie Haschisch und Marihuana wird ganz offiziell über den Ladentisch verkauft.

Amsterdam

Der Weg zum Anleger führte an der größten Fahrradgarage der Welt vorbei... Und dann waren wir auch schon wieder am Ausgangspunkt zurück. Eine schöne Fahrt, die uns einen ersten Einblick von Amsterdam vermittelte. 


AmsterdamVon der Schifffahrt ausgeruht, wollten wir jetzt die Innenstadt erkunden. Wir gingen zunächst den Damrak entlang. Das 450 m lange rotbraune Backstein-Gebäude Beurs van Berlage beherrscht das Straßenbild. Den Mittelpunkt der Altstadt bildet der Dam mit dem 22 m hohen, weißen Nationaal Monument, das an die Befreiung der Stadt von der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg erinnert. Es wurde von Königin Juliana 1965 eingeweiht. Ein beliebter Treffpunkt für Jung und Alt.

Viele bekannte Niederländer, weltberühmte Popstars,einheimische Maler und internationale Berühmtheiten trifft man bei Madame Tussauds Wachsfigurenkabinett. Natürlich auch die niederländische Königsfamilie und viele berühmte Staatsmänner sind dort zu treffen.

AmsterdamDer prächtige Palast (Koninklijk Palais) im Westen des Dam wurde 1648 - 1655 nach den Entwürfen Jacob von Campens aus dem teuren Bentheimer Sandstein als repräsentatives Rathaus errichtet. Ein Symbol für die Macht der Amsterdamer Handelsfamilien im 17. Jahrhundert. Es ist das Hauptwerk des niederländischen Klassizismus, der Einflüsse der italienischen Renaissance und des französischen Palastbaus des 17. Jahrhunderts verarbeitete, mit reichem Skulpturenschmuck.

Auf dem Platz vor dem Palast, oder rund um das Palais op de Dam, herrschte ein ziemlicher Trubel. Überall standen Schauspieler und Verkleidungskünstler und versuchten ein paar Euros rauszulocken. Jenni entschied sich für Vincent van Goch. Er zwinkerte ihr so zu, dass sie nicht widerstehen konnte ;-)

Gleich neben dem Palais ist auch de Nieuwe Kerk, eine spätgotische Basilika (Ende des 14. Jh. begonnen und nach dem Brand 1645 wiederhergestellt.) Dort wurde zuletzt Königin Beatrix gekrönt. Wir wollten uns die Kirche auch von innen anschauen, doch war dort eine Ausstellung und nur gegen Eintritt zu besichtigen.

Hinter dieser neogotischen Fassade des ehemaligen Hauptpostamtes befindet sich das Kaufhaus Magna Plaza, einer der ersten Adressen für Shopping. Ein erlesenes und auch sündhaft teures Kaufhaus mit skurrilen teuren Waren.

Amsterdam Amsterdam Amsterdam

Wir befinden uns jetzt auf dem Voorburgwal, laufen noch ein Stückweiter und tauchen durch einen kleinen Durchgang in eine andere Welt.

AmsterdamWir sind im Begijnhof. Die Häuser um den 1346 gegründeten Beginenhof stammen aus dem 16. + 17. Jahrhundert. Ledige Frauen oder Witwen lebten hier seit dem 14. Jahrhundert in den schmalen dreistöckigen Häusern. Sie lebten nach strengen Regeln als Laienschwestern, waren aber keine Klosterfrauen und legten auch kein Gelübde ab. Die letzte Beginin starb 1971.
Der Andrang der Touristen ist enorm, die Wohnungen sind heute meist an ältere Frauen vermietet.

Die katholische Francis Xavier Kirche heißt seit dem 17. Jahrhundert nur De Krijtberg und ist am Singel. De Krijtberg bedeutet Kreideberg. Vielleicht wurde hier früher Kreide umgeschlagen. Diese Kirche wurde im frühen 17. Jahrhundert erbaut. Sie gilt mit als einer der ältesten Kirchen von Amsterdam.

AmsterdamWir sind jetzt schon eine ganze Weile gelaufen und Jenni hielt sich tapfer. Na ja, sie durfte ja auch ab und zu auf Friedrichs Schultern sitzen. Wir machten einen kurzen Abstecher zur Herrengracht mit der Gouden Boucht. Hier ließen sich sich Reichen im 17. Jahrhundert nieder und errichteten die eleganten und prächtigen Häuser. Manche dieser Häuser sind bis zu 12 m breit, das war doppelt so breit wie das vorgegebene Standardmaß der alten Amsterdamer Städtebauverordnung. Früher wurden die Steuern nach der Breite der Häuserfront bemessen. Da war schon von weitem der Reichtum der Besitzer sichtbar.

Wieder gingen wir zurück zum Singel, der ältesten Gracht mit ihren Blumenläden. Eine riesige bunte Pracht wartete auf Käufer. Unmengen von Blumen wurden feilgeboten. Die schwimmenden Blumenläden boten eine wahre bunte Vielfalt an. Im Bloemenmarkt gab es natürlich nicht nur Blumen, auch Obst, Gemüse oder wie oben zu sehen Holzschuhe wurde angeboten.

"Schreckliches Essen und warmes Bier", nein das war nichts für uns. Wir überlegten noch, wo und was wir essen wollten. Zwischendurch suchten wir eine Kneipe auf. Jenni bekam ein Eis und wir nahmen ein Getränk, aber so richtig hungrig waren wir noch nicht

AmsterdamWir erreichen den Muntplein mit dem Munttoren (Münzturm),
ein Teil der mittelalterlichen Stadtmauer. Da die Stadt Amsterdam sich im 16. Jahrhundert ausbreitete, wurde das Tor überflüssig. Erst riss man die Mauern ein, später brannte das Gebäude aus. Der westliche Turm wurde wieder errichtet. Das Glockenspiel im Turm besteht aus 38 Glocken. Wir marschieren weiter. Über die Magere Brug wurde soviel geschrieben, dass wir sie uns unbedingt ansehen wollten.
1672 wurde eine hölzerne Brücke über die Amstel gebaut.
Sie war so schmal, dass gerade so 2 Fußgänger aneinander vorbei kamen.

Im Laufe der Jahre wurde diese Brücke jedoch immer wieder erweitert. Als man sie 1929 ganz abreißen wollte, sperrten sich die Amsterdamer dagegen. Nach heftigen Auseinandersetzungen wurde dann ein Rekonstruktion der *alten* Brücke vorgenommen. Wir gingen über die Magere Brug Richtung Zentrum.

Amsterdam...und kamen zur Blauw-Brug.
Hier konnten wir den schönsten Blick über den Fluss werfen. Der Name der Brücke stammt von der hier stehenden ehemaligen blauen hölzernen Brücke aus den 1880er Jahren. Am Waterlooplein sahen wir die "Mozes en Aaronkerk", eigentlich ist sie dem Heiligen Antonius von Padua geweiht. Sie wurde 1841 erbaut mit dem klassizistischem Tempelvorbau und geriet in der 60er und 80er Jahren in die Schlagzeilen, weil sie Hippies und auch Junkies Zuflucht gewährte.

Das alten Sluyswacht aus dem Jahre 1695
, früher ein Schleusenwärterhaus, ist heute ein Cafe. Ein idyllischer Platz für eine Rast. Übrigens, das Haus ist schief! ;-) (Bild unten links)

Die erste protestantische Kirche der Niederlande war die Zuiderkerk, die 1603-1614 vom Architekten H. de Keyser erbaut wurde. Auch Claude Monet hat diese Kirche gemalt. Heute wird die ehemalige Kirche als Ausstellungshalle benutzt.

Amsterdam Amsterdam Amsterdam

AmsterdamVon der Zuiderkerk gehen wir zur De Waag, das älteste noch existierende Gebäude in Amsterdam. Die Waage wurde 1488 erbaut und ist das frühere Tor in der Stadtmauer. Als die Stadt wuchs, wurde das Gebäude zur Waage umfunktioniert. Später diente es als Versammlungshaus der Gilde. Jede Gilde hatte ihren eigenen Eingang zu den oberen Versammlungsräumen, darauf wurde großen Wert gelegt. Die Nutzung wechselte noch einige Male vom Theater zum Museum und Multimediacenter.

Langsam ging unser Spaziergang zu Ende. Jenni konnte nun wirklich nicht mehr laufen. Sie war müde und wollte *nach Hause*. Ich hatte nur noch den Wunsch De Oude Kerk zu sehen, aber die war nicht weit weg. Ich stellte mit Schrecken fest, dass ich meine ganzen Filme schon wieder verschossen hatte. Rund um De Oude Kerk befindet sich aber das Rotlichtmilieu.

Den Film, den ich dort in der Nähe kaufte, war wirklich teuer bezahlt. Aber was soll´s. Ich wollte ja auch noch Fotos machen. Nun ja, geärgert haben wir uns schon. Ich lief dann mit meiner Kamera noch einmal zurück, um die Kirche zu fotografieren. Jenni und Friedrich hatten keine Lust noch einmal ins Rotlichtviertel zu gehen und warteten auf einer Mauer ausserhalb auf mich.

AmsterdamDie älteste Kirche von Amsterdam ist die Oude Kerk, die Alte Kirche, sie wurde im 14. Jahrhundert erbaut. Sie wurde vom Bischof von Utrecht Sint Nicolaas, dem Schutzpatron der Fischer und Seeleute, geweiht. Im Laufe der Jahrhunderte wurde sie mehrfach erweitert und umgebaut. So entstand dann im 16. Jahrhundert die Kreuzbasilika und der Anbau von 3 Kapellen.
Heute hat die Oude Kerk den Status eines Europäischen Kulturdenkmals.
Wir haben viel gesehen, aber noch lange nicht alles.
Jenni wollte aber nun nicht mehr in der Stadt bleiben. "Ich will nach Hause in die Natur", sagte sie und meinte Durgerdam. Das kann ich verstehen. So fuhren wir mit dem Bus zurück nach Nieuwendam, wo wir unseren Wagen kostenlos auf einem Parkplatz abgestellt hatten und fuhren zurück nach Durgerdam in unser Hotel.

Dort ließen wir uns im Restaurant so richtig verwöhnen. Ein großes Lob an die *Küche*.


Am nächsten Morgen standen wir früh auf, frühstückten im Hotel und packten unsere sieben Sachen zusammen.

MakermeerWir wollten nicht auf dem direkten Wege nach Hause fahren, sondern unsere Route führte am westlichen Ijsselmeer entlang. Ein kleiner Abstecher nach Marken, die mit dem Festland verbundene Insel im Ijsselmeer, dann ein Stop in Volendam, Edam und Hoorn bevor wir in Enkhuizen die Strasse durch das Iseelmeer nahmen, die nach Lelystad führt.Marken ist eine ehemalige kleine Fischerinsel, im Markermeer, die seit den 50er Jahren durch einen Damm mit dem Festland verbunden ist.

Wir machten diesen Abstecher und kamen allerdings nur bis auf einen Parkplatz vor dem Ort. Weiter geht es nur zu Fuß.

Der ganze Ort ist für den Durchgangsverkehr gesperrt. Wir haben es zwar mit dem Auto versucht, aber schnell erkannt, dass wir so nicht weiterkamen. Da wir aber insgesamt noch einige Kilometer vor uns hatten, gaben wir auf und fuhren wieder zurück zum Festland. Das hätte uns doch zuviel Zeit gekostet.

Wir fuhren an Monnikendam vorbei. Der Ort ist einer der ältesten der Niederlande und wurde im 13. Jahrhundert von Mönchen gegründet. Nach knapp 4 Kilometern erreichten wir Volendam. Hier wollten wir eine kurze Besichtigungstour machen.

VolendamAber es war anscheinend nicht so einfach in das kleine Fischerstädtchen reinzukommen. Überall waren Polizeisperren, Umleitungen und jede Menge Verkehr. Hier fand ein Fußballspiel statt. Der FC Volendam spielte gegen den FC Utrecht (1:2). Egal, wir ließen uns nicht abschrecken und durften sogar bis in die Innenstadt fahren. Die meisten Autos wurden vorher auf Parkplätze weit außerhalb gelotst.
Auch ohne die ganzen Fußballer, die sich in der Stadt die Zeit bis zum Anpfiff vertrieben, war ein wahrer Touristenstrom unterwegs.

Wir gingen bis zum Wasser, Jenni bekam ein großes Eis und wir schauten uns das malerische Städtchen an.

VolendamVolendam zählt nach Amsterdam zu den beliebtesten Orten. Uns hat es auch sehr gefallen, die schmalen Gassen, die schmucken Häuser... Leider haben wir die überall angepriesenen Kleidertrachten nicht so richtig gesehen. Dafür waren wirklich zu viele Menschen unterwegs. Bei den Fußballern mussten wir auch aufpassen, da manche anscheinend schon die letzte Nacht durchgemacht hatten und nicht mehr allzu sicher auf den Beinen standen.
Auf dem Rückweg konnten wir dann endlich die Windmühle aufnehmen. Auf der Hinfahrt haben wir uns wegen der vielen Polizeiautos nicht getraut anzuhalten. Jetzt waren keiner mehr zu sehen, anscheinend waren sie auch alle auf dem Fußballplatz. Die Windmühle ist nämlich eines der Wahrzeichen von Volendam und schon von weitem zu sehen.


Wir fuhren weiter und kamen nach Edam... Vor der Stadt machten wir an der Schleuse halt. Kaum ein Mensch ist zu sehen. Es ist ja Sonntag und anscheinend ist noch keiner auf der Strasse. Das ist aber schon recht ungewöhnlich.

Edam Edam Edam

Höre ich Edam, denke ich an Käse und dem Käse verdankt die Stadt ihren Namen. Fast der gesamte Käseexport wurde über Edam verschifft. Ende des 16. Jahrhunderts erhielt Edam das Recht auf einen Käsemarkt.

Der letzte Markt fand allerdings im Jahre 1922 statt. Heutzutage findet nur noch der Touristen zuliebe vor der historischen Kulisse ein Käsemarkt statt, allerdings nur in den Monaten Juli und August. Da sind wir etwas zu früh dran, um an diesem Spektakel teilzuhaben

EdamWir lassen unser Auto auf dem Parkplatz stehen und gehen über die Zugbrücke in die Innenstadt. Es ist alles wie ausgestorben. Alles ist ruhig und verschlafen. Edam wurde nahe einem Deich am ehemaligen Zuidersee gegründet. 1357 erhielt es Stadtrecht. Die größte Blüte erreichte Edam im 16. und 17. Jahrhundert dank Schiffsbau, Heringsfang und bedeutender Käseproduktion. Wir gehen zum Marktplatz. Dieser ist eigentlich eine große, breite Brücke.

Die spätgotische Sint-Nicolaaskerk (Grote Kerk) ist eine Hallenkirchen aus dem 15. und 17. Jahrhundert mit Glasmalereien vom Anfang des 17. Jahrhunderts. Der Dam wurde 1569 als Gewölbe über einer Schleuse gebaut. Rechts und links vom Dam sind wunderschöne alte Häuser, auch das Rathaus aus dem Jahre 1737. Von der Marienkirche ist nur noch der spätgotische Turm (15. Jh.) mit dem Glockenspiel von 1561 erhalten.

An den gemauerten Wänden in der alten Schleuse sehen wir einige interessante Wappen. Vermutlich handelt es sich um das Stadtwappen von Edam. Unsere Zeit ist vorbei, wir müssen weiter, denn viel haben wir heute noch nicht geschafft. So gehen wir zum Auto und fahren Richtung Hoorn, zur Schatzkammer der VOC.

Edam Edam

HoornUm 1300 herum entstand an der Mündung der Gouw eine kleine Siedlung, die wegen ihrer Lage an der Biegung des damaligen Zuiderzee-Deichs, Horne (= Biegung, Ecke) genannt wurde. Das Dorf entwickelte sich schnell zu einer wichtigen Hafenstadt und erhielt im Jahre 1357 vom Grafen Willem V. Stadtrecht. Im goldenen Jahrhundert wurde Hoorn als einer der 6 Sitze der Vereinigte Ostindische Compagnie (VOC) eine blühende Handelsstadt. Seit 1932 ist Hoorn eine Binnenhafenstadt.
Gleich 365 historische und denkmalgeschützte Gebäude * könnte* man sich in der Stadt anschauen. Die berühmtesten Baudenkmäler stehen an den beiden ältesten Plätzen der Stadt, am Kerkplein und Roode Steen. Ein Besuch ist die Stadt Hoorn in jedem Falle zu jeder Jahreszeit wert.

Auch der Seefahrer Willem Schouten wurde in Hoorn geboren (um 1580). 1615 - 1617 umsegelte Schouten zusammen mit Jakob Le Maire Feuerland und entdeckte 1616 Kap Hoorn, das nach seiner Heimatstadt benannt wurde. Hoorner Kaufleute hatten diese Expedition finanziert. Schouten starb 1625 in Baie D´Antongil auf Madagskar.


HoornJan Pietersz Coen wurde am 8.1.1587 in Hoorn geboren und gründete das Niederländische Kolonialreich in Ostindien. Er war von 1618- 1623 General-Gouverneur von Niederländisch- Indien. Ebenso gründete er die Stadt Batavia, das heutige Jakarta. In Batavia starb der Seefahrer am 21.9.1629.

Am Roode Steen steht das Statencollege (Proostenhuis)und daneben das Westfries Museum. Das farbenfrohe barocke Gebäude mit dem reichverziertem Giebel wurde 1631-1632 gebaut. es wurde als Rathaus genutzt. Dort befanden sich auch die Sitzungssaal des Rates von Westfriesland. In den Jahren 1908 und 1957 wurden umfangreiche Renovierungen durchgeführt. Von Anfang 1900 bis 1932 wurde das Gebäude als Gericht genutzt, heute ist es ein Museum.

Die Waage wurde nach den Plänen von Hendrick de Keyser 1609 am Roode Steen errichtet. Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts wurde dort der Käse gewogen. Heute ist ein Café in diesem Gebäude.

Wir bedauern, dass wir nur kurz hier verweilen können. Es ist eine Stadt, die Flair hat und uns in vergangene Zeiten versetzt. Sicher ist, wir müssen unbedingt noch einmal wiederkommen. Für nur einen kurzen Gang ist es die Stadt viel zu schade...

Hoorn Wir schlendern noch durch ein paar Strassen, sehen alte schmucke Häuser, manche stehen so schief, dass man Angst haben muss, dass sie jeden Moment umkippen könnten. Bei einem Haus bleiben wir noch einmal kurz stehen, der Name sagt es aus, in der Boterhal wurde mit Butter gehandelt.
Deswegen wurde das ehemalige Sint Jans Gasthuis, das im Jahre 1563 als Krankenhaus errichtet wurde, umbenannt. Heute ist es ein Kunstzentrum, dort finden nun Ausstellungen und Veranstaltungen statt.
Nun wird es wirklich Zeit wir müssen Abschied nehmen.

Unser nächstes Ziel heißt Enkhuizen. Denn dort wollen wir das Ijsselmeer durchqueren.

31 Kilometer fahren wir auf dem Markerwaarddeichvon Enkhuizen auf die andere Seite nach Lelystadt. Es ist schon ein Erlebnis. Links sehen wir das Ijsselmeer und auf der rechten Seite sehen wir das tiefer liegende Markermeer.

Leider ist die Sicht nicht besonders, aber ohnehin hätten wir nicht anhalten dürfen. Nach den 31 Kilometern bin ich jedenfalls froh, dass wir es geschafft haben. Es ist schon ein komisches Gefühl, so zwischen 2 Meeren durchzufahren...

Markerwaarddeich Ijsselmeer



Wir durchquerten das Flevoland
und kamen dann irgendwann wieder auf die Autobahn und nach wenigen Stunden waren wir wieder zu Hause im Schaumburger Land...

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