10212017Sa
Last updateMo, 09 Okt 2017 1pm

Petra Kaisers Forum

Motorradtour Süd-Frankreich

Mit Motorrad nach Südfrankreich

Mit dem Motorrad über Italien nach Südfrankreich im August 2003

1. Etappe: Senden - Garda-See - Bobbio - St. Dezery - Pont du Gard - Chateau de Baux

Auch in diesem Jahr wollte ich eine kleine Tour mit dem Motorrad unternehmen. Petra war mit unserer Enkeltochter und Gerta mit dem Auto Richtung Südfrankreich unterwegs. Wir hatten uns in Salherm verabredet. Bis dahin wollten Dieter und ich möglichst viele Kilometer mit dem Motorrad fahren ;-) (insgesamt haben wir über 3.000 km auf dem Tacho mehr gehabt)

Mit dem Bulli zum GardaseeAm Samstag, den 2.8.2003 habe ich meine Yamaha in den Transporter verladen und bin zu meinem Freund Dieter nach Ulm gefahren. Wie immer haben wir uns im *Hoigärtle* am Abend "etwas Mut" angetrunken, Dieters Fahrzeug und Gepäck ins Auto geladen. Am nächsten Morgen, nach einem üppigen Frühstück bei Sonja, ging es los Richtung Reschen-Pass.

Gegen Mittag kamen wir bei Hans am Reschen an, haben dort guten Tag gesagt und entschieden uns, aus Wettergründen mit dem Transporter weiterzufahren.  So fuhren wir weiter und freuten uns, dass wir keine nassen Socken bekamen. Gegen 18 Uhr waren wir am Monte Gargano, ein schönes Motorrad-Hotel am Garda-See. Wir luden unsere Motorräder aus und machten die ersten kleinen Reparaturen - wie z. B. Spiegelglas repariert. Manche Kurven wurden doch zu hart mit dem Auto genommen. Aber im Großen und Ganzen hatten wir die Motorräder gut verzurrt.

Wir nahmen ein leichtes Abendessen - Alain hat wirklich gut gekocht und ließen uns den roten Wein schmecken. Spät kamen wir dann ins Bett.
Nach einem üppigen Frühstück, packten wir unsere Sachen auf die Motorräder und die Fahrt begann. Den Transporter ließen wir bei Alain auf dem Hof stehen.

Unsere Route Richtung Genua führte uns über Brescia, Cremona und Piacenza. Bis dahin fuhren wir Autobahn, danach ging es auf der SS45 weiter, wunderschöne Strecken entlang der Trebbia bis nach Bobbio. Die norditalienische Stadt Bobbio hat ca. 4.500 Einwohner. Schon im Jahre Jahre 612 wurde die ehemalige Abtei San Colombano ganz in der Nähe von Bobbio vom hl. Columban gegründet. In dem Kloster befand sich auch das bedeutendste Skriptorium, in dem zahlreiche Werke der Antike abgeschrieben und so der Nachwelt überliefert wurden.


BobbioWahrzeichen der alten Stadt ist die wunderschöne erhaltene Brücke
, die sich über den Fluss Trebbio schwingt.
Wir müssen weiter über Ottone und Montebruno und kommen nach Genua. Kurz vorher kaufen wir noch Getränke ein und fahren dann wieder Autobahn Richtung Südwesten. Es ist sehr heiß, wir kommen jetzt durch viele Tunnels, die uns etwas Schutz vor der sengenden Sonne bieten. Und wieder stellen wir fest, die Italiener fahren einen Stil, dem wir nicht folgen können...


Unser Plan ist, bis nach Antibes in Frankreich zu fahren
und uns dort eine Unterkunft zu suchen. Wir kommen gut voran, einmal liegt zwar ein halber Reifen auf der vierspurigen Autobahn, aber mit etwas Glück wird auch dieses Hindernis von uns umfahren. Der Adrenalin-Spiegel steigt. Die Aufmerksamkeit ist wieder da. Wir entschieden nun doch noch ein Stück weiter zu fahren und rufen im Motorradhotel in St. Dezery bei Karl Heinz Vogtmann an. Jepp, er hat noch Zimmer frei und heißt uns herzlich Willkommen.

Also nun noch einmal haben wir die Mischer aufgedreht und sind razte, fatze über Aix en Provence, Avignon, Remoulins, Uzes bis nach St. Dezery gefahren. Les Olivettes, ein kleines Motorrad-Ferienparadies nördlich von Nimes. Karl Heinz begrüßt uns mit 2 Flaschen Bier, das lassen wir uns nicht zweimal sagen, nach 800 km Tagesfahrt. Die Uhr zeigte mittlerweile 21 Uhr. Wir waren kaputt, müde und hungrig. An einem großen Tisch am Swimmingpool sitzen andere Gäste, das Essen steht bereit, wir langen kräftig zu. Später am Abend fallen wir todmüde ins Bett.

Bobbio Bobbio

Am nächsten Morgen gibt es das Frühstück in großer Runde und danach machen Dieter und ich eine kleine Erkundungstour. Zunächst zum Pont du Gard, 273 m lang, 49 m über Wasser, in 3 übereinanderliegenden Arkadenreihen, das berühmte Aquädukt wurde um 19. v. Chr. auf Anordnung Aggripas, des Schwiegersohns von Augustus erbaut. Heute gehört die Brücke zum Weltkulturerbe.

Die Brücke überquert den Gard bei Remoulins und sollte Nimes mit Wasser versorgen. Es war schon beeindruckend, was so vor 2000 Jahren von den Römern erbaut wurde. Von der A9 Orange - Nimes, Abfahrt 23 Remoulins und dann der Beschilderung folgen. Der Eintritt ist frei.

Pond du Gard

Von da aus fuhren wir weiter - wieder in sengender Hitze - nach Chateau de Baux. Unterwegs musste ich bei meiner XS 850 auf Reserve stellen. Das Benzin war einfach alle. Das war überhaupt das 1. Mal, dass mir dies mit dieser Maschine passierte... Aber es tat sich einfach nix, die Maschine blieb einfach stehen. Zum Glück hatte Dieter noch etwas in seinem Tank, schnell eine Wasserflasche genommen und eine Kunststoff-Saugleitung. Aber die war zu kurz, Dieter fuhr nämlich auch schon mit den letzten Tropfen. So fuhr Dieter alleine ins nächste Dorf und kam nach 40 Minuten mit 1 l Sprit zurück, *gerettet*, es ging weiter, aber erst wurden die Tanks wieder befüllt.


Chateau des BauxZu den großen Sehenswürdigkeiten der Provence
zählt die Burganlage und Ruinenstadt Les Baux-de-Provence, das einst die mächtigen Adeligen auf einem Felssporn der Alpilles in 900 m erbaut haben. Im Mittelalter war die Stadt bedeutend und hatte mehr als 3000 Einwohner, heute leben noch etwas mehr als 400 Einwohner dort. Sie verfiel, nachdem sie Ludwig XIII. 1632 hat schleifen lassen. Die Bauwerke sind größtenteils aus dem Felsen herausgehauen, manche sind noch erhalten, so die Kirche St. Vincent und einige Gebäude. Von oben hat man eine tolle Sicht auf die Alpilles und die Carmargue.

Le Château des Baux ist das ganze Jahr über geöffnet. Man fährt über die A54 von Arles bis zur Abfahrt Les Baux-de Provence .

Wir haben die Berge des Château des Baux umrundet und fuhren weiter nach St. Remy de Provence, ein kleiner Künstlerort. Das alte St. Remy hat den engen und unregelmäßigen Grundriss einer mittelalterlichen Stadt bewahrt. Dort machten wir eine kleine Pause, in einem netten Straßencafe. Leider stellten wir fest, dass die Preise jedoch mehr als angepasst waren, denn wir bezahlten € 2,80 für eine Cola!

Von St Remy fuhren wir dann über Avignon, wo wir eine kleine Stadtrundfahrt machten, zurück nach ST. Dezery ins Motorradhotel. Unterwegs hat Dieter noch einen Lidl ausfindig gemacht, wo wir dann die Getränke für den morgigen Tag einkauften.
Im Hotel schlossen wir uns einer großen Gruppe an und sind abends gemeinsam ins Nachbardorf zum Pizzaessen gefahren. Den Abend ließen wir wieder gemütlich in großer und netter Runde am Pool unter Gleichgesinnten ausklingen.

Auf einsamen Straßen *tuckerten* wir in südlicher Richtung in das Land der Katharer.


Am 6.8. nahmen wir nach einem leckeren Frühstück Abschied von der Familie Vogtmann und fuhren in süd-westlicher Richtung erst nach Nîmes, dann über die Autobahn bis nach Narbonne. Hinter Narbonne änderte sich auf einmal die Landschaft, denn wir verließen die Autobahn  bei Sigean und tauchten in die schroffe Felsen- und Hügellandschaft der Corbières ein. Auf einsamen Straßen *tuckerten* wir in südlicher Richtung in das Land der Katharer.

Frankreich


Viele alte Burgen und Verteidigungsanlagen, heute meist nur noch Ruinen, sind Zeugnis der einst größten religiösen Bewegungen im Mittelalter. Von der katholischen Kirche als Ketzer verschrien, erlebten sie unter Papst Innozenz III ihren grausamen Untergang. 

Queribus - im Land der KartharerDie Burgen, in denen die Katharer Zuflucht suchten, standen hoch oben auf kaum zugänglichen Felsen  und trotzten lange Zeit den Gegnern. Galten sie zunächst als uneinnehmbar, mussten die Katharer doch oft nach Monaten der Belagerung durch die Kreuzritter wegen Wassermangels ihre Zuflucht aufgeben.

Wir kamen an der Festung Aguilar vorbei, kurz hinter Tuchan. Auch sie wurde in mörderischen Schlachten zerstört.

Die nächste Festung sahen wir in Padern, danach folgte das Château Quéribus. Sie hielt bis 1255 durch, ehe sie von den Kreuzrittern zerstört wurde. Hoch auf einer steilen Felswand gebaut, fanden wir die Festung Peyrepertuse. Geschickt in die Umgebung angepasst, erkennen wir sie erst, als wir schon fast daran vorbei waren. Es ist unvorstellbar, dass sie erobert werden konnte. Es ist eine der größten und wildaussehendsten Burgen.

Südfrankreich

Alle Burgen können besichtigt werden, es lohnt sich in jedem Falle, mal eine von innen zu sehen. Genau in dieser Gegend sahen wir das Hinweisschild: Gorges de Galamus.

Neugierig folgten wir dem Straßenverlauf und gelangten in eine wahnsinnig enge Schlucht, die Straße verläuft schlangenlinienförmig immer am kleinen Flüsschen entlang. Unbedingt auf die Begrenzungsangaben achten, Höhe wie Breite! Wir fuhren unter malerischen Felsüberhängen hindurch. An einer idyllischen Stelle machten wir Halt, kletterten zum Flussbett des Agly hinunter und erfrischten uns mit dem kühlen und leckerem Wasser.

Unterwegs in Frankreich Unterwegs in Frankreich

Es war traumhaft schön hier. Die Schlucht ist 1 km lang und die Felswände sind 700 m hoch. Besondere Vorsicht ist geboten, da die Straße nur einspurig verläuft. Ein Wohnmobil passt hier nicht durch.  
Weiter ging es die Schlucht entlang bis wir das das Hinweisschild "Pyrenées Orientales" sahen. Ein Blick auf die Landkarte zeigte uns, dass wir sehr weit südlich abgedriftet sind, denn wir hatten vor noch an diesem Tag nach L´Isle en Dodon zu kommen. Also nahmen wir sofort Kurs West über Quillan, Puivert nach Foix. Etwa 20 Kilometer vor Foix (D112) befindet sich übrigens Montségur, die letzte Burg der Katharer. Der 1216 m hohe Berg Montségur war das Wahrzeichen der Katharer. 10 Monate lang konnten sich die Bewohner gegen rund 10.000 Soldaten (manche sagen nur 6.000) im Albigenser-Kreuzzug verteidigen.

Südfrankreich

Am 2.3.1244 wurden die Katharer zur Aufgabe gezwungen. Sie hatten die Wahl der Glaubensverfehlung abzuschwören oder zu sterben. Mehr als 200 Katharer stiegen am 16.3. den Berg hinunter und starben qualvoll in dem eigens für sie hergerichteten Scheiterhaufen. Im Dorf Montségur (ca. 124 Einwohner) gibt es ein archäologisches Museum mit Informationen zu den Katharern, Burggegenstände aus der Zeit der Belagerung und Werkzeuge, die eine Besiedelung schon im Neolithikum belegen.

Von Foix fuhren wir Richtung Toulouse und müssten in Auterive völlig erschöpft eine Zwangs-Pause einlegen. Unsere Getränke sind mindestens über 30° C warm, wir steuern eine Kneipe an und bestellen nur Cola mit viel, viel Eis... Der Zufall will´s, es war eine kleinen Motorrad-Kneipe, die Chefin kommt gleich mit ihrem Fotoapparat und lichtet uns für ihr Album ab. Wir rufen Petra an und kündigen unsere Ankunft in Salerm in Kürze an.


Was für uns wie ein *Katzensprung* aussah, entpuppte sich dann doch als zwar eine landschaftlich schöne aber anstrengende Etappe durch eine tolle Hügellandschaft. Gegen 19 Uhr hatten wir es geschafft, wir waren am Ziel:

 Le Tounut - Baum des Lebens

Haus in Südfrankreich

Petra, Jenni, Gerta und die Wirtin Monika freuten sich. Wir aßen zusammen ein leckeres vegetarisches Abendbrot und saßen noch lange zusammen bei einem außerordentlich leckeren Wein, den die 3 auf dem Markt in Bologne sur Gesse gekauft haben.

Am nächsten Tag hieß es ausruhen, faulenzen und sich einfach von den Strapazen erholen. Wir lagen faul um den Pool herum, die Hitze war einfach heftig. Am Nachmittag ziehen dunkle Wolken auf, beim Abendessen öffnete der Himmel sein Schleusen. Da wir auch noch Stromausfall hatten, saßen wir bei Kerzenlicht und Rotwein, sangen alte Volksweisen und Evergreens, die Petra mit der Gitarre begleitete.

Südfrankreich

Die nächsten Tage verbrachten wir ohne je die Motorräder anzurühren und fuhren mit dem Auto zur Atlantikküste nach Biarritz, zum Wallfahrtsort Lourdes, sahen uns die Tropfsteinhöhlen an und besuchten die Schweine in der Gorges de la Save. Da Petra diese Fahrten schon beschrieben hat, verweise ich einfach auf ihren Bericht: Südfrankreich 2003

Die Tage mit Petra, Jenni und Gerta waren schön und erholsam, aber die Mopeds wollten bewegt werden. Deswegen hieß es am 10.8., nach einem gemeinsamen Frühstück, Abschied nehmen.


Die Maschinen wurden beladen und ab ging es, allerdings nur knapp 500 m, da ich feststellte, dass mein Gepäckträger wackelte. Zurück nach Le Tounut, die Schraube befestigt und nach 5 Minuten waren Dieter und ich schweißgebadet, denn die Hitze war schon am frühen Morgen unerträglich, vor allem, wenn man die Motorradkluft anhat.

Wir fuhren durch Salherm, Carbonne, St. Sulpice, Auterive und bei Villefranche stoßen wir auf den Canal du Midi. Diesen begleiten wir bis Carcassonne. Die Stadt, ein Meisterwerk der mittelalterlichen Befestigungsarchitektur. 150 m über der Unterstadt erhebt sich die riesige Burg von doppelten Wehrmauern umgeben und mit mehr als 50 Türmen verstärkt, ein grandioser Anblick. Die obere Stadt ist nur durch 2 Tore - wie schon im 13. Jh.- zu erreichen.

Canal du Midi 2009

Später zu Hause haben wir festgestellt, dass uns einige Fotos von dieser Tour fehlen. Wir nehmen an, dass diese entweder nichts geworden sind, oder aber dass wir einen Film verbummelt haben. So genau können wir das nicht mehr sagen. Fest steht, dass wir erst wieder Bilder vom 11.8. nachmittags haben. Schade, es waren schöne Motive dabei, aber leider nicht zu ändern...

Von Carcassonne fuhren wir weiter Richtung Osten, es drängte uns zum Mittelmeer über Narbonne Beziers erreichten wir dann es bei Agde. Dort war einfach die Hölle los, denn wir kamen in ein mittleres Verkehrschaos. Die gesamte Strecke bis Sete nur "Stop-and-Go". Gut dass wir mit den Motorrädern unterwegs waren, so konnten wir uns einigermaßen durchmogeln und haben nicht den ganzen Sonntagnachmittag im Stau verbracht.

Carcassonne 2009

Über Montpellier fuhren wir weiter Richtung Nimes. Ein Anruf bei Karl Heinz Vogtmann brachte uns die Gewissheit, dass wir eine Nacht bei ihm bleiben konnten. Geschafft kamen wir wieder in St. Dezerny an und freuten uns auf die abendliche Runde am Pool in netter Bikerrunde. Da zischt doch ein kühles Bier... Es waren auch noch Gäste da, die wir auf unserer Hinfahrt getroffen haben.

Am 11.8 brachen wir wieder auf und fuhren über Nîmes nach Arles. Die Stadt am Rhône-Delta war einst eine der reichsten und vornehmsten Städte Frankreichs. Wir besichtigten das römische Amphitheater aus dem 1. Jh., eine Arena für 26.000 Besucher. Heute werden dort Stierkämpfe ausgetragen. Leider fehlen uns auch von dort die Bilder... (Nachtrag, wir haben einfach ein paar Bilder von unseren späteren Motorradtouren hier eingefügt ;-))

Arles

Es war eine sengende Hitze und wir beschlossen wieder zum Mittelmeer zu fahren, in der Hoffnung, eine kühle Brise zu erwischen. Wir nahmen die Strecke entlang der Rhône bis Port St. Louis, dort mündet die Rhône ins Meer. Eine traumhafte Strecke durch die Camargue, ein riesiges Schwemmlandgebiet zwischen der kleinen und großen Rhône. Es ist eine einzigartige Landschaft aus Sümpfen, Strandseen und kargen salzigen Sandflächen. Wir sahen viel Schilf, ab und zu Wachholdersträucher, Tamarisken, Pinien und Strandkiefern, mehr wächst hier nicht in dem Gebiet. Ein Fünftel der Camargue steht unter Naturschutz.

Wir kamen an Marseille vorbei und fuhren dann wieder landeinwärts bis zum Grand Canyon du Verdon. Leider lief uns die Zeit davon, denn wir hatten noch immer keine Bleibe gefunden, obwohl wir in diversen Herbergen und Hotels nachgefragt hatten. Immerhin litten wir nicht mehr unter der Hitze, denn die Temperaturen waren hier sehr angenehm. Immer wieder wurden wir mit atemberaubenden Aussichten belohnt. Das hätten wir alles verpasst.

Grand Canyon du Verdon Grand Canyon du Verdon

Die Klamm, die sich der Verdon etwa 100 km von der Küste entfernt zwischen Rougon und Aiguines in das Kalkmassiv der Hochprovence gegraben hat, ist ca. 21 km lang und ca. 700 m tief, an manchen Stellen an der Talsohle nicht ganz 15 m breit. Einen Tag sollte man für die wunderschöne kurvenreiche Fahrt rund um den Canyon rechnen. Es sind ungefähr 90 km zu fahren. Dann kann man wirklich die atemberaubenden Aussichten in den Abgrund genießen. Der Startpunkt ist entweder in Moustiers-St-Marie oder in Combs-sur-Artuby. Den einen Weg fährt man nördlich der Schlucht und südlich wieder zurück.

14 km hinter Castellane fanden wir dann eine schöne Bleibe für die Nacht. Ein kleines Gästehaus (das Haus der 4 Winde) hat nur 10 Zimmer und ist weit oben am Berg gelegen. Der Hauptbetrieb, das Hotel befindet sich weiter unten an der Hauptstraße. In der Nacht wurden wir einige Male von Mardern aufgeweckt, die sich munter auf dem Dachboden des Gästehaus tummelten.

Haus der vier Winde Haus der vier Winde

Am nächsten Morgen stellten wir fest, dass hier nur Motorradfahrer untergebracht waren, als Basislager für ein Enduro-Training. Gleich nach dem Frühstück wurden hinter dem Haus die Geländemotorräder getestet. Wieder hieß es Abschied nehmen, wir hatten vor, über die Alpen nach Italien zu fahren.


Wieder hieß es Abschied nehmen, wir hatten vor, über die Alpen nach Italien zu fahren. Digne le Bains, Col de Labouret (1.240 m), Col de Maure (1.346 m), vorbei am Lac de Serre-Poncon, Embrun, dann auf die Route des Grands Alpes immer weiter bergauf bis wir schließlich den Col d´Izoard (2.360 m) erreicht hatten. Dort oben haben wir uns eine kurze Verschnaufpause gegönnt.

Col d Izoard Frühstück bei Briancon

Wir fuhren weiter nach Briancon und hielten dort unsere Vesper mit frischem Baguette und Käse, das wir in einem Einkaufszentrum kauften und gleich an Ort und Stelle im Schatten verspeisten. So waren wir gestärkt für den Grenzübergang. Nachdem wir über den Col de Montgenève (1.850 m) gefahren sind, waren wir schon wieder in Italien. Wir fuhren Richtung Turin und von dort aus ins Valli di Lonzo, eine wirklich schöne Gegend. Hier gestaltete sich die Suche nach einer Unterkunft recht schwierig. Aber spät am Abend hatten wir dann doch noch Glück.

Bei TurinIm Allbergo delle Valli Germagnano fanden wir eine nette Unterkunft, die noch freie Zimmer hatte. Als wir mit unseren Motorrädern vorfuhren, saßen die meisten Hotelgäste (alle zwischen 70 - 90) gerade im Ristorante beim Abendessen. Auf Anweisung des Patrone fuhren wir unsere Maschinen in die Kellergarage, luden unsere Klamotten ab und setzten uns zu den netten Herrschaften. Da wir beide kein italienisch können, nickten wir ihnen ab und zu freundlich zu und hatten Spaß, die alten Leute zu beobachten. Irgendwie hatten wir das Gefühl, dass dies eine altenheim-ähnliche Herberge ist. Aber sei´s drum, wir hatten unser Zimmer und waren zufrieden.

Ausgeruht brachen wir am nächsten Morgen auf, wir wollten Turin umfahren und haben uns gründlich verfahren. So nahmen wir dann doch die Autobahn über Turin Richtung Mailand. Unterwegs an einer Zahlstelle habe ich dann auch noch Dieter verloren, allerdings an der nächsten Raststätte habe ich dann gewartet und er kam auch an! Tja, wie es so manchmal ist, Dieter hatte einen kurzen schwierigen Kampf mit dem Automaten ausgefochten und blieb Sieger!

Französische Alpen Französische Alpen Gardasee

Wir fuhren nun an Bergamo vorbei und kurz vor Brescia hatten wir genug von der langweiligen Autobahn. So bogen wir ab und fuhren wieder gemütlich Landstraße, es waren sehr schöne Strecken, bis wir zum Lago d´Idro kamen. Ein kurzer Stop und weiter durch die Berge entlang des Lagi di Val Vestino bis nach Gargnano. An diesem Tag brauchten wir uns endlich mal keine Sorge um unsere Unterkunft zu machen, denn wir hatten schon vorab ein Zimmer bei Graziella + Alain bestellt. Hier im Motorradhotel Monte Gargnano lässt es sich immer wieder gut aushalten...

Am 14.8. brach unser letzter Motorrad-Tag an, wir erkundeten nochmals die schöne Umgebung oberhalb des Garda-Sees, wollten noch mit der Fähre von Maderno auf die andere Seite nach Torri del Benaco übersetzen, aber die Fähre fiel leider aus.

Garda-See

So entschlossen wir uns in Gargnano einen Kaffee zu trinken. Während wir vor einem kleinen Café saßen und den Blick auf den Garda-See genießen, kommt ein Unwetter auf, die Sonnenschirme flogen durch die Gegend, wir halfen beim *einsammeln* und machten uns schleunigst auf den Heimweg zu unserem Hotel. Wir hatten Glück, noch bevor das Unwetter richtig losbrach, erreichten wir fast trocken unsere Unterkunft.

Bei einem Bierchen beobachteten wir die ankommenden Gäste, die meist natürlich komplett durchnässt wieder eintrudelten. Schlagartig verzog sich das Unwetter, der Himmel brach auf und alles war vorbei. Wir verluden unsere Motorräder in den Transporter und verbrachten noch einen gemütlichen Abend in geselliger Biker-Runde.

Frühstück in SendenJa, nun ging es wieder nach Hause. Es hieß endgültig Abschiednehmen, aber nur für dieses Jahr. Wir kommen wieder... Unsere Fahrt führte uns am Reschen vorbei, bei Hans hielten wir unsere Mittagspause und früh am Abend waren wir wieder bei Dieter in Senden.
Ich blieb die Nacht noch in Senden, unsere Freunde vom Hoi-Gärtle wollten wir mit unseren Erlebnissen gleich beglücken, jedoch hatte der Wirt einen unplanmäßigen Ruhetag eingelegt. Also zogen wir weiter, saßen noch lange unter einem großen Baum im Biergarten und ließen den letzten Tag gemütlich ausklingen. <

Fazit: wieder eine wunderschöne Tour...

© Friedrich Kaiser

  • Reiseberichte

  • Rezepte

  • Latest News

Live aus Goa & Hampi

Siridao Beach - Goa - Indien

Vier Wochen waren wir in Indien mit der Enfield und Honda Karizma unterwegs. Zunächst in Goa und dann machten wir eine Tour nach Hampi, mit dem Motorrad versteht sich. Es war wirklich ein sehr schönes Abenteuer. Hier geht es zu unserem Reisebericht aus Indien:

Live aus Goa und Hampi 2013/2014

Motorradtour nach Griechenland

Fünf Wochen waren wir mit dem Motorrad in Griechenland und Italien unterwegs. Es war eine schöne Zeit. In meinem Forum habe ich live von dieser Reise berichtet: Live von unserer Motorradtour

Mein Forum »

Wolf
Ich freue mich auf Euren Besuch!

Hilfe für Kinder »