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Petra Kaisers Forum

Lissabon über den Jahreswechsel

Anflug auf Lissabon

Nur 2,5 Stunden dauert der Flug nach Lissabon. Die Maschine ist ausgebucht und mit uns fliegen eine Menge Teilnehmer der Dakar-Rallye. Wir hatten schon in der letzten Motorradzeitschrift gelesen, dass die Paris-Dakar, erstmals - seit 28 Jahren - aus Lissabon startet. Allerdings nicht am 01.01. sondern am 31.12.2005 um 6 Uhr morgens. Wir sind uns heute noch nicht sicher, ob wir uns das Spektakel anschauen werden, aber es wäre schon eine tolle Sache.

Jenni im FlugzeugDie Flugzeit vergeht schnell, wir sind von der vielen Warterei geschafft, zu sehen gibt es auch nicht viel und wir verdösen die Zeit. Aufgrund der Wetterlage mit heftigen Schneeschauern, haben alle Flüge Verspätung. So kommen wir fast eine Stunde später als geplant an. Die Koffer sind alle vollzählig da, Kontrollen finden so gut wie nicht statt.

Wir nehmen uns ein Taxi ins Hotel Novotel. Mit Bus wäre es einfach zu umständlich, haben wir doch auch einiges an Gepäck mitgeschleppt.
Im Hotel packen wir das Nötigste aus und beschließen noch einen kleinen Spaziergang zu machen. Da die Dämmerung schon eingesetzt hat, bleiben wir in Hotelnähe und suchen zunächst die Straßenbahnstationen, damit wir morgen früh gleich durchstarten können.

Hier wird im Moment viel gebaut und so verlaufen wir uns und befinden uns auf einmal auf einem schlammigen Parkplatz. Wir umrunden die Baustelle (mit einigen Hindernissen) und suchen uns ein kleines nettes Lokal. Dort probieren wir unser erstes portugiesisches Bier und essen eine Kleinigkeit. Jenni bekommt natürlich eine Fanta. Wir schmieden unsere Pläne für die nächsten Tage und gehen zurück ins Hotel. Jenni und Friedrich lesen noch eine Runde und ich schreibe den ersten Teil des Reiseberichts.


Wäsche in Lissabon

Schon morgens lachte die Sonne, es war um die 15 Grad, dennoch zogen wir uns warm an, gingen zur nahen Metro-Station und kauften uns eine Dauerkarte für 5 Tage. Pro Person kostet sie 13,05 € - auch für Kinder. Mit dieser Karte können wir alle Busse, Straßenbahnen, Metro und Elevators benutzen. Wir nahmen zunächst die blaue Linie und fuhren damit bis Station Baixa Chiado. So richtig geplant hatten wir nichts, wollten aber hauptsächlich zum Castelo de Sao Jorge, auf dem höchsten Punkt Lissabons gelegen.

Lissabon 2005 Lissabon 2005 Lissabon 2005

Lissabon ist jedoch riesig und lässt sich nur der Reihe nach erwandern. Die Stadt ist lebhaft, es sind viele Menschen unterwegs und noch mehr Autos auf teilweise engen, verwinkelten Straßen, die hoch hinauf und dann wieder hinunter führen. Lissabon ist auf sieben Hügeln gebaut und ungefähr 84 km² groß. Wir gingen staunend, aber recht planlos durch die Straßen und kamen zum Praca do Comercio. Ein schöner Platz mit einem riesigen Tannenbaum und daneben hoch auf einem Pferd König Jose I. umrahmt von herrschaftlichen Gebäuden mit Arkadengängen. Die Einheimischen sagen Terreiro do Paco (Palastplatz), da bis zum Erdbeben von 1755 der Königspalast hier stand. Der Blick zum Tejo und das Strohmeer (Südseite des Platzes) ist uns leider durch hohe Bauzäune verwehrt. Auf der Nordseite sehen wir den schönen Triumphbogen, den Arco do Triunfo. Von hier aus kommt man in die Rua Augusta.

Lissabon 2005 Lissabon 2005 Lissabon 2005

Lissabon 2005Wir gingen ein kleines Stück am Fluss entlang und kamen zu einem kleinen Platz. Hier steht das Casa dos Bicos, das in jedem Reiseführer erwähnt wird, uns aber nicht so sehr beeindruckte. Es ist ein Überbleibsel des Stadtpalastes aus dem 16. Jh. Die Fassade ist aber schon sehr außergewöhnlich. Das nächste Ziel war die Kathedrale Se, die älteste Kirche, sie stammt aus dem 12. Jh. und wurde schon mehrmals wieder aufgebaut, da sie bei verschiedenen Erdbeben einstürzte. Innen recht dunkel und sehr schlicht. Jenni gefiel besonders die aufgebaute Krippe.

Unterhalb der Kathedrale liegt die kleine Kirche des hl. Antonius von Padua. Er wurde 1195 hier geboren.

Eselausstellung

Wir gingen weiter und stiegen in einem Bus ein,
an dessen Front Castelo stand. Durch enge schmale Straßen kamen wir immer höher hinauf. Der Bus brachte uns fast bis zum Eingang des Castelos. Was waren wir froh, dass wir nicht den ganzen Weg zu Fuß gehen mussten. Wie schon vorhin geschrieben, ist es das höchstgelegene Bauwerk von Lissabon und war ursprünglich ein Kastell der Römer. Heute ist die Burg effektvoll restauriert. Einmalig sind die Aussichten auf Lissabon. Wenn dann auch das Wetter mitspielt, zeigt sich Lissabon von seiner schönsten Seite. Wir haben uns dort lange aufgehalten, es gibt schöne Parkanlagen und vor allem immer wieder traumhafte Panoramablicke. Die Burgmauern sind begehbar und man kann verschiedene Türme besteigen. Der Eintritt kostet 4.50 € (Familienkarte), ansonsten 3 € pro Person.

Castelo Castelo

Nach der Besichtigung nahmen wir den Bus zurück und stiegen am Rossioplatz aus, der eigentlich Praca Dom Pedro heißt. Mitten auf dem Platz steht ein Reiterdenkmal des Königs Pedro IV. Hier war ziemlich viel los. Jede Menge Busse kamen an und fuhren ab. Auch die Straßenbahn hat hier ihre Haltestelle. Nachdem wir uns den Platz angeschaut haben, stiegen wir in die E-25, eine der alten electricos und ließen uns überraschen. Denn wir wussten nicht, wohin sie fährt. Wieder fuhren wir durch enge Straßen. Wie so oft, gab es einen Zwangshalt, weil irgendjemand die Schienen blockierte und sein Auto parkte. Aber darüber regt sich scheinbar niemand auf. Der Tramfahrer klingelt, der Autofahrer kommt aus irgendeinem Laden heraus und steigt in sein Auto und fährt weg und die Bahn fährt wieder weiter. Immer wieder sehen wir schöne Plätze und würden am liebsten aussteigen.

Über den Dächern von Lissabon

Am Portas do Sol verließen wir die Tram, es sah einfach zu malerisch aus. Im Hintergrund sahen wir die Kirche Sao Vincente de Foro mit dem Kloster, weiter links hatten wir einen schönen Blick auf das Strohmeer. In einer Taverne saßen wir draußen im Sonnenschein und aßen und tranken eine Kleinigkeit.

Lissabon 2005Nach der schönen Pause nahmen wir die nächste electrico, die hielt. Als Fahrziel stand Estrela drauf. Das war uns sehr recht, denn dort wollten wir auch noch hin. Wieder eine tolle Fahrt durch Baixa und Bairro Alto. Es ging hinauf und hinab, schöne Plätze, enge Straßen. Im Vorbeifahren sahen wir einen Aufzug, zum Aussteigen war es zu spät, aber auf dem Rückweg planten wir einen Stop ein, denn damit wollten wir unbedingt fahren. An der Basilika Estrela stiegen wir aus. Sie ist wunderschön gelegen, gegenüber befindet sich der Park Jardim da Estrela. Wir spazierten erst durch den schönen Park, machten beim Spielplatz Halt, worüber Jenni sich sehr freute. Danach besichtigten wir die Basilika aus dem 18, Jh. Besonders schön war die riesige Kuppel aus Stein, die auch begehbar ist. Viel mit Marmor ausgestattet ist diese Kirche und sehr sehenswert.

Lissabon 2005 Lissabon 2005 Lissabon 2005

Lissabon 2005Wir wollten nun zum Elevador und stiegen in die E 25 ein. Gleich hinter der Basilika bog sie nach rechts ab. Das war allerdings nicht unser Weg. An der nächsten Haltestelle stiegen wir aus und liefen zurück. Die E 28 brachte uns dann zum richtigen Ort und wir fuhren mit dem Elevador da Bica, der Standseilbahn von 1892, hinunter zur Talstation. Eine wirklich interessante Fahrt, die nur wenige Minuten dauert, uns aber an den alten steil am Hang liegenden Häusern aus dem 17. Jh. vorbeiführte. Wir sahen einige kleine Querstraßen und stellten uns die Frage, wie mühsam es sein muss, immer dorthin zu gehen, vor allem mit vollen Einkaufstaschen.

Lissabon 2005Für heute hatten wir genug gesehen und erlebt. So machten wir uns auf den Weg zurück ins Hotel. Mit dem Bus fuhren wir bis zum Praca do Comercio. Der Platz war festlich beleuchtet und voller Menschen. Wir lauschten eine Weile den Straßenmusikanten und gingen durch den Triumphbogen auf die noch weihnachtlich geschmückte Rua Augusta. Schnell erreichten wir die Metro Baixa Chiado, doch die Blue Line, die uns zum Hotel bringen sollte, war gesperrt. Vielleicht wieder in einer Stunde hieß es. Das war uns zu lange. So gingen wir eine Parallel-Straße zur Rua Augusta und hofften auf einen Bus, der uns zu einer anderen Metro-Station bringen sollte.. Allerdings wussten wir nicht so richtig, was wir am besten machen sollten.

Lissabon 2005 Lissabon 2005

Auf dem SpielplatzAm Rossio angelangt, wollten wir wieder in die Metro, hier erfuhren wir, dass alle Linien gesperrt waren. Warum, das haben wir nicht herausbekommen. Nun war guter Rat teuer, denn nicht nur wir saßen fest. Die Taxi-Stände waren umlagert, ebenso die Bushaltestellen. Wir wussten aber noch nicht einmal, mit welchem Bus wir in die Nähe unseres Hotel kommen würden. Nach langem Suchen erfuhren wir, dass es 5 verschiedene Busse gab, die wir nehmen konnten. Die Haltestelle der Linie 46 haben wir gefunden. Es kam gerade ein Bus an, aber es wollten zu viele mit und wir blieben mit vielen anderen stehen. Mit dem nächsten Bus hatten wir mehr Glück. Wir wurden mitgenommen. Der Bus war so voll, dass die Türen kaum zu gingen. An den nun folgenden Haltestellen spielten sich wahre Dramen ab, denn es stiegen kaum welche aus, aber viele drängten hinein.

Lissabon 2005 Lissabon 2005 Lissabon 2005

Wir waren leicht nervös, wussten wir nicht so genau, wo wir ausstiegen sollten und die 2. Frage war, kamen wir überhaupt raus? Jenni saß zwischen 2 Sitzen auf dem Radkasten und freute sich, dass sie noch einen "Fensterplatz" bekommen hatte. Uns war alles etwas unheimlich. An jeder Haltestelle schauten gespannt wir auf die Straßenschilder, in der Hoffnung, einen bekannten Namen zu lesen. Nach einer ganzen Weile lasen wir Praca de Espanha und riefen laut, wir müssen hier raus. Alle waren uns behilflich und wir hatten es geschafft. Im Hotel nahmen wir noch einen Drink, um den Stress zu vergessen und fielen todmüde ins Bett.

Electrico in Lissabon Electrico in Lissabon Electrico in Lissabon


Krokodil im Zoo von Lissabon

Jenni hatte 2 Wünsche, den ersten wollten wir heute einlösen. So gingen wir zu Fuß in den Zoo, der nur 15 Minuten von unserem Hotel entfernt lag. Der Eintritt kostete 11 € für Erwachsene, für Kinder 8,50 €. Da die Robben- und Delfin-Show gerade angefangen hatte und die nächste Show erst um 15 Uhr beginnt, hatten wir genügend Zeit, uns alles in Ruhe anzusehen.

Zoo - Lissabon Zoo - Lissabon

Insgesamt sind die Behausungen sehr alt, allerdings wird sehr viel umgebaut und es bleibt zu hoffen, dass die Tiere es nach dem Umbau besser haben werden.

Zoo - Lissabon Zoo - Lissabon

Der Höhepunkt war wirklich die Tiershow. Jennis Traum war es immer, einmal eine Robbe zu streicheln. Heute hat es geklappt. Die Tiertrainer gingen mit den Robben ins Publikum und Jenni hatte Glück, eine der Robben kam auch zu ihr.
So hatten wir das glücklichste Kind bzw. Enkelkind.

Zoo - Lissabon Zoo - Lissabon

Vom Zoo nahmen wir die Metro und fuhren bis zur Station Restauradores. Ein schöner großer Platz. In der Mitte steht das Monument Monumento dos Restauradores de Portugal. Dieses 30 m hohe Denkmal wurde 1882 eingeweiht. Nur wenige Schritte weiter liegt das Hard Rock Cafe. Das war für heute Abend unser Ziel.

Delfinen-Show Lissabon 2005 Lissabon 2005


Am Tejo

Heute Morgen nahmen wir unsere Regenschirme mit, denn es sah recht trübe aus. Wir fuhren zunächst mit der Metro zum Praca di Comerico. Da sich das Wetter besserte, beschlossen wir zum Cristo Rei zu fahren. Es gibt verschiedene Fähren über den Tejo. Wir nahmen die nächste, die am Cais de Sodre ablegte. (0,69 €) Fahrtziel ist Cacilhas. Die Überfahrt dauert nicht lange. Wir hatten einen schönen Blick auf die Brücke des 25. April.

Lissabon 2005 Lissabon 2005 Lissabon 2005

In Cacilhas suchten wir den Bus, der zur Statue fahren sollte. Es ist die Linie 101. Fahrpreis ist 0.90 €.

Lissabon 2005 Lissabon 2005

Wir fahren hoch hinauf und kommen bei der Statue Cristo Rei an. Ein imposantes Bauwerk. Auf einem 82 m hohen Betonsockel steht die 28 m hohe Statue. Wir gehen einmal um die Statue herum und haben einen traumhaften Blick auf Lissabon. Zwar scheint die Sonne nicht, aber wir haben klare Sicht mit Wolken. Schön ist auch der Blick auf die Brücke des 25. April. Sie erinnert uns an die Golden Gate Bridge in San Francisco.
Ungefähr 100 m über dem Tejo und 3 km lang ist diese schöne Hängebrücke, die allerdings für Fußgänger gesperrt ist.

Lissabon 2005 Lissabon 2005

Wir gehen in die kleine Kapelle, die sich im Sockel der Statue befindet. Gleich daneben ist auch der Fahrstuhl, der uns für 3 € hoch zur Statue bringt. Das sollte man unbedingt machen, denn von oben hatten wir einen fantastischen Blick auf Lissabon, den Tejo und auch auf das Hinterland. Bisher war dies unser schönster Ausblick.
Wir fuhren die gleiche Strecke mit Bus und Fähre zurück und nahmen de E 15 nach Belem. An der Station Belem stiegen wir aus. Schon von weitem sahen wir die Umrisse des Klosters Hieronymus und das Denkmal der Entdeckungen. Wir gingen durch schöne große Parkanlagen und dann waren wir mittendrin im Gewühl. Tausende von Menschen flanierten auf den abgesperrten Wegen, um einen Blick auf die Autos und Motorräder zu erhaschen, denn hier startet morgen die Rallye Lissabon Dakar 2006.

Lissabon 2005 Lissabon 2005

Die Autos und Motorräder standen schon in Position. Es war zunächst ein Gaudi in diesem Gewühl mitzugehen. Jedoch länger als eine Stunde hielten wir es nicht aus. Diese Menschenmassen, die sich durch die abgesperrten Wege schoben, das war einfach zu viel. Losbuden, Aussteller, laute Musik, von dem schönen Platz bekamen wir nicht viel mit. Stattdessen sahen wir tolle Rallye- Fahrzeuge. Das sieht man auch nicht alle Tage.

Lissabon 2005 Lissabon 2005 Lissabon 2005

Wir besichtigten das große neuzeitliche Denkmal Pradao dos Descobrimentos am Yachthafen, das zum 500. Todestag von Heinrich dem Seefahrer errichtet wurde. Auf eine Fahrt mit dem Fahrstuhl auf die 52 m hohe Plattform haben wir verzichtet, da wir ja gerade erst den schönen Blick von der Cristo-Statue hatten.

Lissabon 2005 Lissabon 2005 Lissabon 2005

Vor dem Denkmal ist der Boden als ein Stein-Mosaik verlegt. Es stellt die Weltkarte dar und die wichtigsten Entdeckerreisen sind eingezeichnet. Um zum Kloster zu kommen, mussten wir wieder durch die Menschenmassen hindurch. Die Klosterkirche ist sehr schön mit hohen Gewölben, vielen bemalten bunten Glas-Fenstern. Gleich am Eingang links steht der Sarkophag des Vasco de Gama.

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Es wurde dämmerig und wir fuhren mit der Electrico zurück zum Cais de Sodre. In der Bahn machten wir die Bekanntschaft eines Taschendiebes. Faszinierend die Vorgehensweise. Mit viel Tam Tam wurden wir alle abgelenkt , jedoch der Körperkontakt wurde immer enger in der vollen Bahn. Als ein Finger fast unbemerkt in Friedrichs Jacke verschwand, da war mir klar, was hier vor sich ging und dem Taschendieb übrigens auch. Er verschwand an der nächsten Haltestelle. Pech für ihn. Glück für uns.

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Am Cais do Sodre stiegen wir aus und gingen zu Fuß weiter. Wir wollten irgendwo eine Kleinigkeit essen. Lokale gibt es zuhauf, jedoch ist das Angebot für Vegetarier nicht sehr groß. Tomatensuppe und Omelette gibt es jedoch überall auf der Speisekarte. Aber wer will das Tag für Tag essen? Wir erreichten den Praca do Municipio mit der Camara Municipal, der Stadtverwaltung.

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Elevador de Santa Justa - Lissabon 2005Ein kurzes Stück weiter sehen wir - festlich beleuchtet - den Elevador de Santa Justa. Es ist ein richtiger Aufzug, der 32 m hoch in die Oberstadt führt. Dieser eiserne Fahrstuhl wurde 1901 in Betrieb genommen. Eine riesige Menschenschlange stand davor. Wir hatten keine Lust zu warten, morgen ist ja auch noch ein Tag. In der Nähe fanden wir ein kleines Sandwichlokal. Dort machten wir uns über ein leckeres vegetarisches Sandwich, Pommes mit Mayo und einen Salat her. Danach fuhren wir mit der Metro nach Hause ins Hotel, nahmen noch einen Schlummertrunk, bevor wir auf die Zimmer gingen.


Heute ist der letzte Tag im Jahr 2005. Wir sind nun nicht früh aufgestanden, um den Start der Rallye Lisboa-Dakar 2006 um 6 Uhr morgens mitzuverfolgen. Es gab mehrere Gründe, um diese Zeit fuhr die Metro noch nicht, es war doch arg früh, bei den Menschenmassen, die wir gestern getroffen haben, würden wir nicht viel mitbekommen und für Jenni  war es nun wirklich nichts. So schliefen wir lange aus, denn am Wochenende gibt es bis 11 Uhr Frühstück.

Elevador Santa Augusta Elevador Santa Augusta

Mit unseren Regenschirmen ausgerüstet fuhren wir mit der Metro bis Baixa Chiado, gingen 2 Straßen weiter und reihten uns in die Schlange der Wartenden ein, denn wir wollten jetzt mit dem Elevador de Santa Augusta fahren.

Lissabon 2005 Lissabon 2005


Elevador de Santa Justa - Lissabon 2005Auch hier konnten wir mit unserem Ticket fahren. Im Aufzug kann auch ein Fahrschein gelöst werden, dann kostet die einzelne Fahrt jedoch 2,40 €.  3 Aufzüge weiter waren wir an der Reihe. Nun sahen wir auch, warum die Wartezeit recht lange dauert. Die Kabinen dürfen nur eine gewisse Anzahl von Passagieren mitnehmen. Es würden aber viel mehr reinpassen. Wir fuhren nach oben, es gibt mehrere Etagen mit tollen Ausblicken auf die Stadt. Ganz oben auf der letzten Etage ist ein Cafe, natürlich war es dort proppenvoll. Wir gingen "über den Dächern" auf einer Fußgängerbrücke hinüber zu der gotischen Kirchenruine der Carmo- Kirche. Diese Kirche wurde bei einem Erdbeben zerstört und nicht wieder aufgebaut. Wir kamen am Largo do Carmen raus, ein kleiner schöner Platz mit einer alten Brunnenanlage. Hier war es sehr beschaulich und ruhig, im Gegensatz zur Unterstadt, wo sich die Menschen und die Fahrzeuge tummeln

Lissabon 2005 Lissabon 2005

Mit Jenni in Lissabon unterwegsZu Fuß ging es weiter, denn hier fuhren weder Busse noch Straßenbahnen. Ein kleiner Spaziergang brachte uns wieder in die Unterstadt zur electrico. Zwei Ziele hatten wir uns für heute noch vorgenommen, einmal die Kirche und das Kloster Sao Vincente de Fora und den Belem-Tower, den wir gestern nicht mehr geschafft haben. Diesmal durfte ich entscheiden und so fuhren wir mit der vollen  E 28 bis zur Kirche vor. Der Eintritt kostet zwar 4,-€, aber das, was man dafür zu sehen bekommt, ist das Geld allemal wert.

Lissabon 2005

Wir sehen die alten riesigen Wasserzisternen, schöne  Innenhöfe, überall wunderschöne blau-weiße Kachelmalereien, kostbare Innenräume, auch die großzügigen Treppenhäuser sind beidseitig mit Kachelmalereien verziert. Wir laufen in dem riesigen Klostergelände umher und finden immer wieder Sehenswertes. Die alte Sakristei, das Royal Pantheon, die königliche Gruft.

Lissabon 2005 Lissabon 2005 Lissabon 2005

Hier ruhen in marmornen Sarkophage die Überreste der ehemaligen Könige vom 17, - 20, Jh.  In einem Stockwerk wurden Kachelbilder mit Szenen aus den Fabeln des Dichters La Fontanes  ausgestellt. Als nächstes gingen wir in  eine Ausstellung mit  kostbaren Gemälden, Bildern, kirchlichen Gegenständen, Bekleidungen, Schmuckstücke und vieles mehr. Natürlich durfte hier nicht fotografiert werden, denn auch die Wände und Decken waren mit wunderschönen Malereien versehen.

Lissabon 2005

Als letztes gingen wir vom 3. Stockwerk aus hinauf zu dem Glocken-Turm ( genau 70 enge Wendelstufen) und befanden uns auf dem begehbaren Dach des Klosters. Ja, auch hier erwartete uns eine fantastische Rundumsicht. Es hatte auch gerade aufgehört zu regnen, so dass wir eine gute Sicht hatten. Dieser Ausflug hat sich wirklich gelohnt.


Lissabon 2005Hinter dem Klostergelände findet am Samstag ein Flohmarkt statt.
Vom Kloster aus nahmen wir die  E 28 zurück. Diese Bahn war wieder so voll, dass Jenni und ich neben dem Fahrer stehen mussten. Am Praca do Comerico stiegen wir aus. Wir machten eine verspätete Mittagspause in einen Irish Pub, denn mittlerweile regnete es wieder. Gegen vier machten wir uns auf den Weg zum Belem-Tower. Mit der E 15 fuhren wir bis zum Belem Cultural Center. Mittlerweile waren die Spuren der Rallye Lisboa Dakar 2006 fast beseitigt

Das Wetter wurde schlechter, es regnete stärker, dennoch gingen wir zu Fuß weiter zum Belem-Tower. Es war doch weiter, als wir uns den Weg vorgestellt hatten. Der Torre de Belem wurde im 16.Jh. errichtet. Wir waren zu spät, er regnete  mittlerweile Bindfäden, die Dämmerung setzte ein und dann war der Turm auch noch geschlossen. So liefen wir fast einen Kilometer im strömenden Regen zurück zur nächsten Straßenbahnhaltestelle. Ein kleiner Trost, wir waren nicht die einzigen, die umsonst dahin gelaufen sind, aber wir hatten wenigstens 2 Regenschirme mit.

Lissabon 2005 Lissabon 2005

Silvester in Lissabon 2005Die Bahn war natürlich brechend voll, erstaunlich wie viele sich da immer noch hineinquetschen können. Wir stellen fest, dass wir in diesem Urlaub nicht alles von Lissabon sehen werden... Wir haben noch morgen und dieser Tag gehört Jenni. Da heute Silvester ist und wir mit Jenni nicht auf irgendeine "Silvesterfete" gehen wollten, machten wir es uns auf unserem Zimmer gemütlich, bei Kerzenschein, Musik, kleinen Leckereien. Jenni tanzte zur Musik ins neue Jahr. Silvesterknallerei gab es in Lissabon nicht, wir konnten auch darauf verzichten ;-)


Wieder gingen wir mit Regenschirm los zur Metro-Station. Das Fahrziel hieß Oriente. Zunächst fuhren wir mit der Azul bis Baixa-Chiado, nahmen dann die linha Verde bis Alameda und stiegen dort nochmals um in die linha Vermelha. Bis auf die letzte Metro-Linie (linha Amarela) haben wir alle während unseres Aufenthaltes benutzt.

Am Tejo in Lissabon 2005

Bei der Endstation der roten Metrolinie stiegen wir aus. Sie endet im ultramodernen Bahnhof von Lissabon. Glas und Stahl beherrschen das Gebäude, wahrlich eine Augenweide. Wir gehen aus dem Bahnhof raus, überqueren die Straße und befinden uns im Parque de Nacoes, das ehemalige Expogelände, der Park der Nationen. Die Weltausstellung Expo fand 1998 in Lissabon statt.

Brücke über den Tejo in Lissabon 2005

Lissabon 2005-Parque de NacoesWie auf Kommando hört der Regen nach kurzer Zeit auf und wir schlendern über das Gelände. Futuristische Gebäude stehen entlang gepflegter Parkanlagen. Lissabon 2005-Parque de Nacoes Wir nutzen die regenfreie Periode aus und gehen zuerst entlang des Tejoufers, bzw. des Strohmeers, spazieren. Die Gondeln der Seilbahn über uns stehen still. Heute am Neujahrstag ist bis zum Nachmittag noch vieles geschlossen. Wir entdecken einen kleinen Park mit Klangkörpern aus Holz, Marmor und anderen Materialien. Groß und klein erfreuen sich daran, verschiedene Töne herauszulocken. Es folgt wieder ein kleiner Park. Wir kommen zum Vasco de Gama Turm. Oben im Turm befindet sich ein Restaurant. Gleich dahinter beginnt die Brücke Ponte Vasco da Gama, eine moderne Brücke, die über 17 km lang, den natürlichen Hafen des Tejo überquert. Schön ist die Hängebrückenkonstruktion, deren Stahlseile in der Sonne glänzen.

Wir drehen um und gehen wieder zurück, denn die Gondelbahn, die hier beginnt, nimmt erst in einer Stunde ihren Betrieb auf. Sie endet aber genau da, wo wir auch jetzt hin wollen, nämlich zum Oceanarium. Uns bleibt nur der Fußweg, aber mittlerweile scheint sogar die Sonne, da ist es nicht ganz so tragisch. Nur Jenni fiebert dem kommenden Höhepunkt entgegen, steht in unserem Reiseführer doch, dass es das größte seiner Art in Europa ist.

Lissabon 2005 - Parque de Nacoes Lissabon 2005 - Parque de Nacoes

Endlich angekommen kaufen wir die Eintrittskarten. Erwachsene zahlen 10.- €, Kinder - je nach Alter gestaffelt - weniger.

Lissabon 2005Auf 2 Etagen erleben wir die Unterwasserwelt. Es war einmalig und ein tolles Erlebnis. Wir werden durch die Weltmeere geführt, sehen Haie, riesige Mantas, bunte Fischschwärme, allein 15000 Lebewesen sind in den verschiedenen Becken untergebracht. Korallenriffe, Seesterne, Quallen, Seepferdchen, Pinguine, Seeotter, die sich gerne fotografieren ließen. Es gibt Innen- und Außenanlagen, tropische schwüle Hitze und arktische Kälte. Und immer wieder kommen wir zum Haupt-Becken, wo Hai und Rochen an uns vorbeischwimmen. Die Technik und Ausstattung ist genial gemacht. Wir sind immer mittendrin. Nicht nur einmal fragt Jenni nach, ob der Hai auch wirklich nicht rauskommen kann. Spiegelblanke geputzte Scheiben sorgen für ein ungetrübtes Vergnügen. Und ohne Blitz durfte auch fotografiert werden.
Ein Vergnügen für uns alle!

Lissabon 2005 - Parque de Nacoes Lissabon 2005 - Parque de Nacoes

Nach diesem Besuch wollten wir nichts anderes mehr sehen. Das muss auch erst einmal verarbeitet werden. So fuhren wir mit der Metro zum Rossio und gingen von da aus zum Hard Rock Cafe. Wir wollten noch gerne unsere geschriebenen Postkarten loswerden, letztendlich haben wir sie wieder mit nach Deutschland genommen und dort erst eingesteckt.
Am Abend hieß es Koffer packen. Am nächsten Tag mussten wir früh raus, denn um 7 Uhr startete schon wieder unsere Maschine.

Lissabon 2005 - Parque de Nacoes Lissabon 2005 - Parque de Nacoes

Lissabon hat uns sehr gefallen und da wir noch lange nicht alles gesehen haben, müssen wir ganz einfach noch einmal dorthin.

Nachtrag: das nächste Mal waren wir 2009 in Lissabon, als wir mit unseren Motorrädern durch Europa tourten. Den Bericht findet Ihr hier:  Mit dem Motorrad durch Portugal

Reisebericht Jakobsweg

Auf dem Jakobsweg

281 Kilometer von Porto nach Santiago de Compostela auf dem Jakobsweg.

Das war für mich eine tolle Erfahrung! Wer mehr erfahren möchte, klickt auf den Link zu meinem Live-Reisebericht!
Zu Fuß von Porto nach Santiago - mein Pilgerweg live!

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