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Petra Kaisers Forum

Athen im Oktober 2004

Athen und die Akropolis im Oktober 2004

Jenni, unsere Enkeltochter, durfte in den Herbstferien mit uns verreisen. Wir ließen ihr die Wahl ob Rom, London oder Lissabon. Nein, sie wollte nur nach Ägina in Griechenland und diesmal müssten wir unbedingt erst ein paar Tage in Athen bleiben und die Akropolis besichtigen.

Klar, dass wir ihr gerne den Wunsch erfüllten. Wir waren seit über 10 Jahren nicht mehr in der Innenstadt von Athen gewesen. So buchten wir erst 2 Nächte in Athen, bevor wir dann planten nach Ägina zu fahren. Wir übernachteten im Novotel, der Zimmerpreis war ok und mit der U-Bahn oder Bus gut zu erreichen. Da wir erst spät am Abend ankamen, fuhren wir mit dem Bus vom Flughafen in die Stadt und nahmen uns von dem Omoniaplatz ein Taxi. Der Omonia-Platz ist bekannt für sein reges Leben. Hier ist 24 Stunden etwas los. Es ist auch der älteste Platz in Athen.

Am nächsten Tag gingen wir zu Fuß bis zum Omonia-Platz und stiegen dort in die U-Bahn bis zum Syndagma-Platz. Vor dem Platz steht das Parlamentsgebäude aus dem Jahre 1836-1842 wurde einst für die Könige gebaut und ist seit 1934 Residenz des griechischen Parlamentes. Vor dem Parlament steht das Grabmal des unbekannten Soldaten. Stündlich findet hier der Wachwechsel statt. Soldaten in schmucken Uniformen, die keine Miene verziehen, das sollte man sich ansehen.

Athen - Syndagma-Platz Athen - Parlamentsgebäude Athen - Wachwechsel

Wir spazierten die Ermou entlang, eine Geschäftsstrasse mit vielen Menschen, Gauklern, Musikern und natürlich jede Menge Butiken, Schuhgeschäfte, Klamotten und was es sonst noch alles so gibt. Dann kamen wir zur kleinen Kapnikarea-Kirche. Diese byzantinische Kreuzkuppel-Kirche aus dem 11. Jahrhundert wurde auf alten Ruinen eines Tempels gebaut und ist vermutlich der Athene oder Demeter geweiht. Innen sind wunderschöne Wandmalereien.

Athen ist quirlig, voll mit Menschen, hektisch, aber auch gemütlich. Wir gehen langsam in Richtung Akropolis und lassen uns treiben. Schöne Häuser, kleine Gassen und überall ist das Altertum allgegenwärtig.

Wir sehen die alte Hadrians Bibliothek aus dem Jahre 132 n Chr. Es steht nur noch eine Wand und ein paar Säulen. Außerdem ist das Gelände abgezäunt, aber wir können hineinschauen. Dann kommen wir zur römischen Agora, einst das wichtigste Handelszentrum der Römer.

Athen - Kapnikarea-Kirche Athen -  Hadrians Bibliothek  Athen - Bimmelbahn

Da Jenni müde ist, setzen wir uns in eine kleine *Bimmel-Bahn* und lassen uns durch die Plaka fahren. So können wir uns ausruhen und sehen noch einige Bauwerke und Plätze, die wir uns unbedingt später noch richtig anschauen wollen.

Wir nehmen den kleinen Fußweg hoch zur Akropolis und sind überwältigt. Der Name Akropolis bedeutet Hochstadt, denn sie liegt auf einem 156 m hohen ummauerten Felsen. Drei Seiten fallen fast senkrecht ab, nur der Westabhang ist sanfter und ermöglicht damit auch den Aufstieg. Das Felsplateau hat eine Ausdehnung von 300 m Ost-West und 150 m Nord-Süd.

Athen - Odeion des Herodes Atticus Athen - Propyläen

Das Odeion liegt am Westende des Südhanges und wurde 160/161 nach Chr. durch den berühmten Rhetor, Sophisten und späteren Konsul von Rom Herodes Atticus begonnen. Es ist das letzte öffentliche Gebäude, das gebaut wurde und diente ausschließlich für musikalische und dramatische Stücke.

Die Propyläen (aufwändiger Torbau) der Athener Akropolis wurden von Mnesikles 437 - 432 v. Chr. erbaut. Sie diente als Durchgangshalle. Im Westen und Osten ist eine Säulenhalle mit je 6 Säulen vorgelagert und seitlich eine kleine Halle mit 3 Säulen. Auf der rechten Seite vor der kleinen Halle befindet sich im Anschluss der Nike-Tempel. Da zur Zeit renoviert wird, sind große Teile des Eingangsbereiches eingerüstet.

Athen - Parthenon Athen - Parthenon

Erechtheus war ein lokaler Held und mythischer König von Athen, der zum Gott erhoben wurde. Ihm wurde der Tempel 421-414 und 409-406 v. Chr. errichtet und zwar an der Stelle an der Athene und Poseidon den Wettstreit um die Vorherrschaft Attikas ausgetragen haben. An den Längsseiten befinden sich verschieden gestaltete Säulenhallen. Die nördliche liegt etwas niedriger als die südliche (Korenhalle) Hier befand sich vorher das Grab des Erechtheus. Der östliche Raum der Cella diente dem Kult der Athena Polias, der Beschützerin der Stadt. Der 3 Meter tiefer gelegene westliche Raum der Cella war dreigeteilt. Zwei kleine Räume mit einem Vorraum. Der Eingang des Vorraums war gleichzeitig auch das Tor der Nordhalle. Ebenso stand der Vorraum mit der Korenhalle in Verbindung.

Die Karyatiden, ein Höhepunkt des künstlerischen Ausdrucks des Erechtheion, sind in Form eines Pi aufgestellt und stützen die Decke der Südhalle. Die Mädchengestalten sind nur Ersatz aus Zement. Vier der Originalen sind im Akropolis-Museum aufgestellt, von der 5. Gestalt sind nur noch Bruchstücke vorhanden und die 6. ist im Britischen Museum.

Athen - Erechtheion Athen - Karyatiden

Zur Verehrung der Athene Parthenons wurde auf der Akropolis nacheinander 3 Tempel errichtet. Wo sich heute der prächtige Bau des Parthenon III aus dem 5. Jahrhundert erhebt, standen auch schon die anderen beiden der Athene geweihten Tempel. Es ist das heiligste und größte Gebäude der Akropolis und steht auf der höchsten Stelle des Felsens. Schon von weit her ist diese Kultstätte zu sehen. 22.500 m³ umbauter Raum wurde ausgemessen, dennoch lässt sich die Größe wohl nur empfinden, wenn man daneben steht. 8 Säulen befinden sich an den Frontseiten und 17 an den Längsseiten. Normalerweise sind bei den dorischen Tempel nur 6 an der Front- und 13 Säulen an der Längsseite. Ein wirklich eindrucksvoller Bau.

Wir klettern auf die Felsen und hatten einen tollen Blick auf die Stadt Athen mit dem das Olympieion und das Hadrians-Tor.


In dem Akropolis Museum, das sich auch auf dem Felsplateau befindet,sind die Überreste des Heiligtums untergebracht. Ein Besuch lohnt sich in jedem Fall. In dem Museum darf zwar fotografiert werden, aber nicht mit Blitz, da empfiehlt sich ein lichtstarkes Objektiv zu benutzen. In dem Museum befinden sich in 9 Sälen und einer Vorhalle, Skulpturen, Statuen, und andere großartige Meisterwerke, die auf der Akropolis gefunden wurden.

Athen - Eule Athen - Marmorsphinx

Vor dem Museum steht eine Marmoreule, sie stammt aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. und ist ein Symbol der Weisheit der Göttin Athene.

Im Saal II steht die archaische attische Marmorsphinx. Sie stammt aus der 2. Hälfte des 6. Jahrhunderts v. Chr. Sie stand auf einer Stele und hatte ihren Kopf noch vorne gewendet, während ihr Körper sich zur Seite erstreckte.

Im Saal V befindet sich der Gigantomachie-Giebel vom "archaios neos" der Athene, der um 525 v. Chr. von den Peisistratiden wiederhergestellt und erneuert wurde und die berühmte wunderschöne Antenor-Kore

Die Antenor-Kore wurde nach ihrem Schöpfer den Bildhauer Antenor benannt, gestiftet von dem Töpfer Nearchos aus dem Jahre 520 v. Chr.

Athen - Antenor-Kore Athen - Athene

Die Gestalt der Athene stand auf dem Ostgiebel des "archaios neos", Rücken an Rücken mit Zeus, jeweils an den Enden stand ein Gigant, bereit in dem Kampf einzugreifen, der in der Mitte stattfand. Der Giebel aus dem Jahre 525 v. Chr. hat als Thema die Darstellung der Gigantomachie.

"Der blonde Jüngling" steht im Saal VI. Er stammt aus der Zeit der Perserkriege von 485 - 480 v. Chr. Als man ihn gefunden hatte, waren seine Haare leuchtend gelb und noch heute sind die Spuren der Farbe zu erkennen. Deswegen wurde er auch "blonder Ephebe" genannt.
Das Vorderteil eines Pferdes ist eine Pferdedarstellung von besonderer Qualität. Es ist eine Weihgabe an Athena und stammt aus dem Jahre 490 - 480 v. Chr.

Athen - blonder Ephebe Athen - Pferd

Im Saal VIII sehen wir die Götter vom Ostfries des Parthenon, eine Steinplatte auf der Poseidon, Apollon, Artemis und Aphrodite dargestellt werden. Poseidon, links, schaut sich den Festzug der Panathenäen an, Apollon hat sich im Gespräch ihm zugewendet. Die Löcher in seinem Haar weisen darauf hin, dass auf seinem Kopf ein Kranz mit vergoldeten Blättern angebracht war. Daneben sitzt Artemis, ihr Haar ist mit einem Netz hochgebunden. Sie hat sich bei Aphrodite am Arm untergehakt. Von Aphrodite sind jedoch nur noch Bruchstücke vorhanden.

Athen - Hydrophoren Athen - Götter

Von der Nordseite des Parthenon stammt die Friesplatte mit den Hydrophoren, den Wasserkrugträgern. Drei Hydrophoren schreiten schon mit ihren gefüllten Krügen voran, die Vierte bückt sich gerade, um den Wasserkrug hochzuheben. Es ist eine Szene aus dem Panathenäischen Festzug.

Im Saal IX sehen wir die Koren der Südhalle des Erechtheion. Wir schauen uns noch einiges an und beenden dann den Besuch im Museum.


Nachdem wir uns die Altertümer im Museum angesehen haben, werfen wir noch einen Blick auf die Akropolis und beginnen den Abstieg.

Athen - AgoraZurück gingen wir durch die griechische Agora . Sie liegt direkt unterhalb der Akropolis und stammt aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. und war für mehr als 1000 Jahre einer der wichtigsten Stätten Athens. Auch hier gibt es noch viel zu sehen, die Ruinen der verschiedenen Verwaltungsgebäude, Monumente, Tempel und Altäre. Jedoch reicht es uns für heute, wir kommen sicher noch einmal wieder. Wir spazieren durch die Plaka, unterwegs machen wir eine kleine Trinkpause in einem der Straßencafes. Die vielen kleinen geschäftigen Straßen haben es uns angetan, und wieder sehen wir eine schöne kleine Kirche.

Kurze Zeit später kommen wir zum Hadrians-Tor aus dem frühen 2. Jahrhundert n. Chr., erbaut von dem römischen Kaiser Hadrian. Das Tor ist 18 Meter hoch und 13,5 Meter lang. In Richtung Akropolis steht geschrieben: Hier ist die alte Stadt des Theseus auf der Seite Richtung Olympieion steht geschrieben: Hier ist Hadrians und nicht Theseus Stadt. Kaiser Hadrian hat die damalige Stadt um ein ganzes Viertel erweitert und dieser Torbogen stand an der Grenze zwischen Alt- und Neustadt.

Athen - KOrbwaren Athen - Hadriansbogen

Mit dem Bau des Olympieion oder auch des Zeus-Tempels wurde im 6. Jahrhundert v. Chr. begonnen. Im Jahre 515 v. Chr. wollte Peisistratos der Jüngere, Enkel des berühmten Peisistratos, diesen alten Tempel durch einen noch größeren ersetzen. Die Pläne waren erstellt, der Bau wurde begonnen, jedoch fiel in dieser Zeit die Abschaffung der Tyrannei.

Die Athener verweigerten die Arbeit und der Bau kam zum Erliegen. Erst im Jahre 174 v. Chr. wurden die Bauarbeiten durch den syrischen König Antiochos IV Epiphanes weitergeführt. Der König starb 163 v. Chr. und die Bauarbeiten kamen abermals zum Erliegen. Erst König Hadrian beschloss nach seinem Aufenthalt 124-125 n. Chr. diesen Tempel zu vollenden. Er wurde 131 n. Chr. eingeweiht. Es ist der größte Tempel von Athen und der zweitgrößte von Griechenland. Seine Maße sind 110,35 m lang und 43,68 breit. Auf jeder Längsseite standen 2 Reihen mit je 20 Säulen, an den Frontseiten 3 Reihen mit 8 Säulen, das waren insgesamt 104 Säulen, jede war 17,25 m hoch und hatten einen Durchmesser von 1,70 m.

Heute stehen nur noch 16 Säulen, 13 an der Süd-Ost-Ecke und 3 in der Nähe der Süd-West-Seite. Die Mittlere dieser 3 Säulen fiel bei einem Sturm im Jahre 1852 um und liegt seitdem auf dem Boden. Nachdem der Tempel fertig war, wurde zu Ehren Hadrians der Torbogen gebaut.

Athen Athen Athen

Von hier aus hatten wir noch einen sehr schönen Blick auf die Akropolis und beobachteten den Sonnenuntergang. Wir gingen noch in die Nähe in eine Taverne und ließen den Abend ausklingen. Mit der U-Bahn fuhren wir danach zurück zum Omonia-Platz und verliefen uns gewaltig. Irgendwie konnten wir den Weg zum Hotel nicht finden und gerieten in eine Gegend, wo uns geraten wurde, schnellstens wieder zurückzugehen. Das war dann nicht so lustig, aber nach einen langen Fußmarsch haben wir dann doch noch das Hotel gefunden. Ein anstrengender Tag und wie immer hat Jenni alles mitgemacht, allerdings auch manchmal auf den Schultern von Friedrich...

Piräus

Am nächsten Morgen fuhren wir mit der U-Bahn zum Hafen Piräus, gingen dort auf das Schiff Saronikos und schipperten nach Ägina. Die U-Bahnstationen sind hochmodern, sauber und mit Glück bekommt man auch raus, welche Linie wohin fährt.

Mit dem Schiff ist es einfacher, da wissen wir genau, wie wir nach Ägina kommen. Nach der Hektik der Stadt Athen, waren wir froh, dem Trubel zu entfliehen und freuten uns auf ein paar ruhige und sonnige Tage auf Ägina. Doch das ist ein anderer Bericht: Ägina, die Pistazieninsel.

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